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Der
Niederländer Henk Jacobs vom KWS-Konzern will im grenzüberschreitenden
Gewerbegebiet Europark zwischen Emlichheim und Coevorden eine
Müllverbrennungsanlage bauen.
Vor einigen Tagen (Juli 2003) hat er in einer nicht öffentlichen Sitzung die
Politiker der Samtgemeinde Emlichheim, des Rates der Gemeinde Laar und des
Rates der Gemeinde Coevorden (NL) informiert.
Bislang engagiert sich Henk Jacobs im ersten Betrieb auf deutscher Seite des
Europarks, dem Beton- und Bewehrungscenter (BBE).
Bis vor kurzem waren hier auch zwei deutsche Unternehmer mit im Boot.
Auf dem BBE-Gelände steht eine Betonmischanlage und eine Anlage zur
Fertigung von Bewehrungen für den Betonbau.
Jacobs plant die Fertigung von Betonschwellen für Eisenbahnlinien und will
die alten Holzschwellen im Europark verbrennen, um damit gleichzeitig
Energie zu erzeugen.
Hinter Henk Jacobs steht die Beton verarbeitende Firma Westo in Coevorden.
Diese wiederum gehört zum großen niederländischen Baukonzern Koninklijke
Volker Wessels Stevin nv (KWS).
Inzwischen gibt es Planungen, die weit über den ursprünglichen Ansatz
hinausgehen.
Henk Jacobs möchte zu den sieben Hektar, die BBE schon hat, weitere 25
Hektar von der Europark GmbH kaufen.
Das Gelände liegt sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Seite
des Gewerbegebietes.
Kernpunkt des vom KWS-Konzern geplanten Projektes ist eine
Müllverbrennungsanlage, die drei Linien fährt. In der ersten Linie soll
Biomasse verbrannt werden.
Das sind im wesentlichen die Eisenbahnschwellen sowie Althölzer aus dem
Baubereich.
In der zweiten und in der dritten Linie sollen vornehmlich Hausmüll und
Gewerbemüll verbrannt werden.
Die ersten beiden Linien der Anlage sind auf deutscher Seite geplant, die
dritte Linie auf niederländischer Seite.
Die gesamte Verbrennungsanlage nimmt zehn Hektar Land in Anspruch. Insgesamt
sollen im Schnitt 450000 Tonnen Müll im Jahr im Europark verbrannt werden.
Wenn alles optimal läuft, können es auch 600000 Tonnen sein.
Auf den übrigen 22 Hektar sollen energieintensive Industrien angesiedelt
werden, die Elektrizität und Wärme aus dem Kraftwerk beziehen. Geplant sind
bislang Gewächshäuser und Kühlhäuser. Zudem sollen verschiedene Materialien
recycelt werden.
Auf die Frage, ob er davon ausgeht, dass neben der Müllverbrennungsanlage im
niederländischen Hengelo eine weitere im Europark wirtschaftlich arbeiten
kann, gab sich Henk Jacobs im Gespräch mit den GN optimistisch. Er habe eine
Vereinbarung mit der niederländischen SITA über die Anlieferung von Müll.
SITA ist international tätig und in den Niederlanden der größte
Abfallentsorger.
Die SITA-Gruppe wiederum gehört zum international operierenden
Dienstleistungskonzern Suez (früher Suez Lyonnaise des Eaux). Unter den
privaten Abfallentsorgern ist SITA nach eigenen Angaben in Europa die Nummer
Eins und weltweit die Nummer Drei.
Henk Jacobs geht davon aus, dass etwa 80 Prozent des Mülls mit Bahn und
Schiff zum Europark geliefert werden. Dazu soll eine Brücke über die
Bahnlinie gebaut werden, um einen direkten Anschluss an den neuen Hafen des
Europarks zu haben.
In das gesamte Projekt sollen 80 Millionen Euro investiert werden, die ein
Konsortium bereitstellen soll. Erwartet werden Zuschüsse für die Schaffung
von Arbeitsplätzen, für die Verarbeitung von Biomasse und wegen der
Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid.
Die Zahl der Arbeitsplätze gibt Jacobs vage mit 40 bis 200 an.
Jetzt muss die Europark GmbH entscheiden, ob sie Flächen für eine
Müllverbrennungsanlage verkaufen will.
In der Grafschaft ist man in der Abfallwirtschaft nicht den Weg der
Verbrennung gegangen.
Auf der Deponie in Wilsum wird derzeit eine Mechanisch-Biologische
Abfallvorbehandlung ((MBA) aufgebaut. Wenn die Technische Anleitung
Siedlungsabfall, kurz TASI, am 1. Juli 2005 in Kraft tritt, werden hier
jährlich neben den 20000 Tonnen Hausmüll aus der Grafschaft auch noch 35000
Tonnen Hausmüll aus dem Landkreis Leer verarbeitet und anschließend
deponiert. Bei der Verarbeitung werden etwa 40 Prozent des Mülls als so
genannte heizwertreiche Fraktion aussortiert.
Dieser Teil des Mülls muss verbrannt werden. Dieser Auftrag wird mit Wirkung
zum 1. Juli 2005 ausgeschrieben.
Geplante Ausbaustufen der
Verbrennungsanlage lt. Artikel vom 11.07.03 Grafschafter Nachrichten
1.
Linie Biomasse
Eisenbahnschwellen
Althölzer aus dem Baubereich
2.
Linie Müllverbrennung
Vornehmlich Haus-u. Gewerbemüll
1.u.2. Linie sollen auf deutscher Seite entstehen
3.
Linie Müllverbrennung
Vornehmlich Haus-u.
Gewerbemüll
3. Linie soll auf niederländischer Seite entstehen
Die Gesamte Verbrennungsanlage soll eine Fläche von
10 ha einnehmen.
Geplante Jahresmenge (verbrannt) 450.000 t.
Bei optimaler Auslastung sogar 600.000 t.
Lt. Jacobs Vereinbarung mit der niederländischen SITA (größter
niederländischer Abfallentsorger, international tätig), dass
erforderliche Müllmengen angeliefert werden.
SITA gehört zum Dienstleistungskonzern Suez
(früher Suez Lyonnaise des Eaux).
Unter den privaten Abfallentsorgern ist SITA nach
eigenen Angaben in Europa die Nummer 1 und
weltweit die Nummer 3.
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