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31.12.2005a
Vorbescheid liegt öffentlich aus
Emlichheim – Der Vorbescheid für die Genehmigungsfähigkeit von
Müllverbrennungsanlage liegt in der Zeit vom 12. bis zum 16. Januar im
Rathaus in Emlichheim öffentlich zur Einsichtnahme aus. Darauf weist
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann hin. Der Vorbescheid
besagt, dass auf dem Gelände des Unternehmens BBE im Europark
grundsätzlich Müllverbrennungsanlagen in der beantragten Form gebaut
werden dürfen. Der Vorbescheid ist jedoch noch keine Genehmigung für den
Bau der Anlagen. Aufgrund des Vorbescheides können die Investoren jetzt
an die Detailplanungen gehen, die dann im Genehmigungsverfahren geprüft
und beurteilt werden.
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31.12.2005b
MVA rückt immer näher
Erörterung Vier Tage ringen Gegner und
Befürworter
Emlichheim – "Wir wollen die Müllverbrennungsanlage nicht. Wir fühlen
uns von den Vertretern der Samtgemeinde nicht ernst genommen und wir
setzen alle Hoffnungen in die Genehmigungsbehörde", ruft eine Frau beim
Erörterungstermin über die geplanten Müllverbrennungsanlagen im Europark
und erntet dafür stehenden Ovationen. Das Thema wird in der Samtgemeinde
und in den Niederlanden emotional diskutiert.
Vier Tage lang ringen Befürworter und Gegner des Projektes mit Worten um
ihre Positionen. Doch die Hoffnungen der Frau und vieler weiterer Gegner
der Müllverbrennung gehen nicht auf. Nach einer langen Zeit der Beratung
verschickt das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg Ende November den viel
diskutierten Vorbescheid.
Dabei handelt es sich noch nicht um eine Genehmigung, es ist aber eine
Bestätigung, dass am vorgesehenen Standort im Europark grundsätzlich
eine Müllverbrennungsanlage gebaut werden darf. Jetzt sind die
Antragsteller am Zuge, präzisierte Antragsunterlagen einzureichen.
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31.12.2005
"Die MVA-Werte
haben wir ausgehandelt"
Ausblick In der Samtgemeinde Emlichheim
stehen Investitionen an – Turnhalle für Hoogstede
Die
Diskussionen über die Müllverbrennungsanlagen waren auch in diesem
Jahr in der Samtgemeinde Emlichheim das alles überschattende Thema.
Inzwischen ist der Vorbescheid erteilt und das Genehmigungsverfahren
kann starten.
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann rechnet mit einem
Baubeginn im Jahr 2006.
von manfred münchow
Emlichheim – Zu der Bürgerinitiative, die das Verhandlungsergebnis für
die geplanten Müllverbrennungsanlagen auf ihrem Konto verbuchen will,
stellt Stegemann klar: "Die guten Werte haben wir als Samtgemeinde
ausgehandelt. Die Bürgerinitiative war nicht bereit, mit der
Samtgemeinde und dem Investor zusammenzuarbeiten. Die Bürgerinitiative
hat nur zwei neutrale Beobachter in die Verhandlungen entsandt." Der
Bürgerinitiative gesteht Stegemann zu, dass sie die Sensibilität für
das Thema gestärkt habe.
Inzwischen wird in der Samtgemeinde darüber diskutiert, ob bei der
Emsland-Stärke zusätzlich zu dem Biomassekraftwerk des Unternehmens
Prokon-Nord ein weiteres Kraftwerk gebaut werden soll, in dem
vornehmlich Stroh verfeuert würde. Entsprechende Pläne hat die
Emsland-Stärke erarbeiten lassen. Würden diese realisiert, gäbe es in
und um Emlichheim einmal vier Kraftwerke.
Samtgemeindebürgermei- ster Stegemann hat keine Bedenken gegen eine
weitere Anlage, wenn die für den Europark ausgehandelten Werte
eingehalten werden. Wenn sie jedoch nur nach den gesetzlichen Vorgaben
gebaut werden soll, lehnt Stegemann sie ab. Gleichwohl weiß er, dass
er keinen Einfluss darauf hat, wenn die Anlage auf Firmengelände
gebaut würde.
Im Europark geht es jetzt um die Realisierung der Erschließung des
zweiten Bauabschnittes, der insgesamt 3,2 Millionen Euro verschlingt.
Stegemann betont die Wichtigkeit dieses Projektes, weil dadurch Hafen
und Euroterminal für den Europark erschlossen werden.
Zu möglichen Ansiedlungen im Europark will Stegemann nichts konkretes
sagen, verweist jedoch auf "sehr interessante und auch ernsthafte
Verhandlungen" mit zwei Investorengruppen. Auch von Seiten der
BBE-Gruppe erwartet die Samtgemeinde "in absehbarer Zeit" weitere
Planungen oder Ansiedlungen.
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UP
10.12.2005
MVA-Bescheid heizt
Streit an
Erklärung "Die Samtgemeinde hat ihren
Verhandlungsspielraum verloren"
Emlichheims
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann hat am Donnerstag bei
der Ratssitzung eine vorläufige Bilanz in Sachen
Müllverbrennungsanlage (MVA) im Europark gezogen. Im Anschluss
informierten sich rund 200 Besucher bei einer Veranstaltung der
Bürgerinitiative über die Folgen des Vorbescheids.
Emlichheim/DA – "Dass die Anlagen jetzt auf dem Gelände der Firma BBE
errichtet werden sollen, ist ausschließlich auf das Verhalten der BI
zurückzuführen. Die Samtgemeinde hat hierdurch letztendlich ihren
Verhandlungsspielraum verloren."
Erst ganz zum Schluss seiner
Erklärung ließ Hildebrand Stegemann die Bombe platzen. Zuvor hatte
Stegemann, dessen Amtszeit am 31. Oktober 2006 aus Altersgründen
endet, an die Ereignisse seit dem Frühjahr 2004 erinnert.
Nach dem eindeutigen Votum der Bürger gegen die MVA hätten sowohl der
Samtgemeinderat als auch der Aufsichtsrat der Europark GmbH das
Vorhaben nicht weiter unterstützt, sagte Stegemann.
Nachdem die
Investoren ihre Planung geändert und den Bau einer MVA auf dem eigenen
Gelände beantragt hätten, sei die Forderung nach den von den Experten
vorgegebenen Emissions- und Immissionswerten nicht mehr umsetzbar
gewesen.
"Umso mehr sind wir nun davon überrascht worden, dass auch die jetzt
geplante Anlage mit den damals ausgehandelten Techniken
beziehungsweise Werten beantragt wurde und dann auch nur mit diesen
Werten genehmigt und betrieben werden darf", meinte Stegemann.
Inzwischen sei ein Mitarbeiter des Öko-Instituts in Darmstadt gebeten
worden, der Samtgemeinde mit seinem fachmännischen Rat zur Verfügung
zu stehen. "Wenn eine Umsetzung unter diesen Voraussetzungen möglich
ist, habe ich persönlich keine Bedenken, dieses Vorhaben umzusetzen",
so Stegemann.
Nach der Veröffentlichung des Vorbescheids liege nun ein Antrag auf
eine Baugenehmigung für zwei Müllverbrennungsanlagen im Europark vor,
berichtete Stegemann.
Die Samtgemeinde werde in ihrer Stellungnahme
dazu unter anderem eine verbindliche Erklärung bezüglich eines Biomonitorings verlangen.
Unter dem Begriff Biomonitoring versteht man
die reglmäßige Bestimmung von Schadstoffen und ihrer
Stoffwechselprodukte in Körperflüssigkeiten und der menschlichen
Erbmasse.
Im Anschluss an die Samtgemeinderatssitzung informierte die
Bürgerinitiative in der Schulaula rund 200 Interessierte über mögliche
Folgen des Vorbescheids. Aus ihrer Sicht ist der Bau einer MVA
weiterhin nur mit einschneidenden Auflagen möglich. Der positive
Vorbescheid sei keine Baugenehmigung. Die BI hoffe daher, dass die
Möglichkeiten zur Verhinderung der MVA noch lange nicht ausgeschöpft
seien.
In einer ersten Reaktion auf Stegemanns Erklärung vor dem
Samtgemeinderat erneuerten Vertreter der Bürgerinitiative ihre
Vorwürfe gegen den Samtgemeindebürgermeister: "In gewohnt unobjektiver
Weise stellte er sich und die Politiker als Opfer einer feindseligen
Bevölkerung und BI dar."
Stegemann versuche, die Schuld an der
aktuellen Situation im Europark der BI anzulasten.
Dabei habe die
Politik alle Möglichkeiten, das MVA-Projekt im Sinne des Bürgerwillens
zu verhindern, bewusst ausgelassen.
Als Beispiele nannten die Sprecher der BI "gezielte
Falschinformationen", zum Beispiel über angebliche Firmen, die im
Europark auf den Bau einer MVA warteten, und den Verkauf von
Grundstücken, die sich auch für den Bau einer Verbrennungsanlage
eigneten.
Stegemann hatte diese Absicht in seiner Erklärung
zurückgewiesen. Es seien zwar kleinere Flächen an die BBE verkauft
worden, "jedoch mit der Auflage, dass der Bau von
Müllverwertungsanlagen auf diesen Flächen nicht erlaubt sei".
Entgegen den Ausführungen Stegemanns betont die Bürgerinitiative, dass
"alle 53 Auflagen, die in den Vorbescheid eingegangen sind", nur mit
Hilfe der Bevölkerung und der BI erreicht worden seien.
Stegemann
versuche dies kleinzureden.
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08.12.2005
Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative
Mitglieder der Bürgerinitiative informierten am 08.12.2005 in der Aula
des Schulzentrums über den Vorbescheid zum Genehmigungsverfahren der
MVA im Europark nach der 17.BImSch.
Vor ca. 150 interessierten Bürgern wurden die im Vorbescheid
verbindlich gemachten Auflagen des staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes
Oldenburg im Detail erläutert.
Dabei wiesen die Vortragenden
wiederholt darauf hin, dass diese Auflagen ausschließlich durch die
zahlreichen, auf dem Erörterungstermin vorgetragenen Einwendungen und
die Arbeit der Bürgerinitative erreicht wurden.
Einwendungen der
Samtgemeinde oder der im Rat vertretenen politischen Parteien lagen
nicht vor und haben demnach auch zu keinen Auflagen geführt. Der
Vorbescheid enthält nach Auskunft von Fachleuten in Brüssel die
schärfsten Umweltschutzauflagen und geht weit über die Forderungen der
17.BImSch hinaus.
Entgegen den in der
niederländischen Presse veröffentlichten Aussagen von Frank Duut,
Pressesprecher von WESTO, berechtigt dieser Vorbescheid in keinster
Weise zum Bau oder Betrieb der geplanten MVA.
Eine öffentliche Auslegung des Vorbescheides erfolgt vom 22.12.2005
bis zum 05.01.2006.
Die Frist für Widersprüche läuft am 05.02.2006 um Mitternacht ab.
Für Einwender, die
den Vorbescheid persönlich zugestellt bekommen, endet diese Frist
bereits einen Monat nach Zustellung.
Die Bürgerinitiative
kündigte an, den Vorbescheid sowohl in technischer als auch
juristischer Hinsicht überprüfen zu lassen und wird selbstverständlich
Widerspruch gegen den Vorbescheid einlegen.
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UP
05.12.2005
Stegemann:
Wollen uns bemühen um Bio-Monitoring
Müllverbennung Erklärung Donnerstag
Auf das
Genehmigungsverfahren für die Müllverbrennungsanlagen, die im Europark
auf dem Gelände des Unternehmens BBE gebaut werden sollen, hat die
Samtgemeinde Emlichheim kaum noch Einfluss. Dennoch will sich
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann für die Installation
eines Bio-Monitoring einsetzen. Stegemann will am Donnerstag in der
Sitzung des Samgemeinderates eine Erklärung abgeben.
Emlichheim/MM – Wie bereits berichtet, hat das Gewerbeaufsichtsamt
Oldenburg vor einigen Tagen einen Vorbescheid für die im Europark
geplanten Müllverbennungsanlagen erteilt. Dieser Vorbescheid bedeutet,
dass der anvisierte Standort auf dem Gelände des Unternehmens BBE
grundsätzlich für eine Müllverbrennungsanlage geeignet ist. Es ist noch
keine Genehmigung. Doch auf der Grundlage des Vorbescheides können die
Investoren jetzt an die kostspieligen Feinplanungen gehen.
Der Vorbescheid schreibt nicht die Installation eines Bio-Monitoring
vor, das zunächst den Ist-Zustand aufnimmt und dann regelmäßig die
Belastungen von Luft und Boden in der Umgebung der Anlagen untersucht.
Das Gewerbeaufsichtsamt hatte den Investoren beim Erörterungstermin im
Juni ein freiwilliges Bio-Monitoring vorgeschlagen, doch diese zeigten
bislang keine Bereitschaft für ein solches Zugeständnis. Gesetzlich
vorgeschrieben ist es nicht.
"Es war immer unser Wunsch, dass ein Bio-Monitoring eingerichtet wird",
sagt Emlichheims Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann und
kündigt an, dass die Samtgemeinde dahingehend mit den Investoren
verhandeln will. Es sei das Bestreben der Samtgemeinde, dass – wenn auf
dem Gelände bei BBE Müllverbrennungsanlagen gebaut werden sollten –
Anlagen entstehen mit Umweltwerten, die den früher ausgehandelten Werten
entsprechen.
Stegemann weist den Vorwurf der Bürgerinitiative zurück, dass derzeitige
Verfahren diene nur dazu, einen Sperrvermerk aus einem
Grundstückskaufvertrag löschen zu lassen, um dann Anlagen mit
niedrigeren Umweltstandards zu beantragen. "Der Vorwurf ist an den
Haaren herbeigezogen und mit nichts zu begründen, weil nicht davon
auszugehen ist, dass die Investoren noch einmal ein so umfangreiches
Verfahren in Gang setzen", betont der Samtgemeindebürgermeister und
ergänzt: "Wenn die Anlage auf dem Grundstück der BBE kommen sollte, dann
soll sie so kommen, wie sie jetzt beantragt wird." Gegen andere
Umweltstandards werde sich die Samtgemeinde Emlichheim "mit aller
Vehemanz wehren".
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UP
01.12.2005
Müllverbrennung im Europark zulässig
Vorbescheid
Gewerbeaufsicht hat Standort grundsätzlich bewertet
– Ist jedoch keine Genehmigung
Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat dem Unternehmen
Bewehrungs- und Betoncenter Europark (BBE) einen Vorbescheid für zwei
Müllverbrennungsanlagen erteilt. Damit ist der Standort grundsätzlich
als zulässig bewertet worden. Eine Genehmigung ist der Vorbescheid
noch nicht.
Von Manfred Münchow
Oldenburg/Emlichheim – Nach Auskunft der Oldenburger Behörde ist der
vorgesehene Standort im Industriegebiet unter Auflagen für die
Errichtung und den Betrieb der geplanten Müllverbrennungsanlagen
geeignet. "Erhebliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren,
erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die
Allgemeinheit und die Nachbarschaft können durch die Errichtung und
den Betrieb der beantragten Anlage nicht hervorgerufen werden", heißt
es wörtlich im Vorbescheid.
Doch der Vorbescheid enthält auch eine Reihe von Auflagen, die der
Investor einhalten muss. So ist etwa ein Gerät einzubauen, dass
kontinuierlich Proben des Abgases auf Dioxin- und Furanemissionen
zieht. An- und Abtransporte dürfen nur in der Zeit von 7 bis 19 Uhr
erfolgen. Nicht im Vorbescheid, der den GN vorliegt, enthalten ist die
Forderung vieler Gegner des Projekts nach einem Bio-Monitoring, das
regelmäßig die Belastungen von Luft und Boden in der Umgebung
untersucht. Bei dem mehrtägigen Erörterungstermin im Sommer in der
Vechtetalhalle in Emlichheim hatte Verhandlungsleiter Walter Kulisch
vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg den Investoren um den Niederländer
Henk Jacobs nahegelegt, freiwillig das gesetzlich nicht
vorgeschriebene Bio-Monitoring zu installieren. Doch die
Verhandlungsführer der Investoren zeigten keine Bereitschaft dazu.
Indes wertet die Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung den
Vorbescheid nach einer vorläufigen Sichtung "als Teilerfolg auf dem
Wege, die MVA zu verhindern". Immerhin gebe es etwa "60 Auflagen, mit
denen einem Großteil der zahlreichen Einwendungen Rechnung getragen
wurde". Die Erfüllung der Auflagen werde für die Antragsteller mit so
erheblichen Kosten verbunden sein, dass aus wirtschaftlichen Gründen
eine Realisierung der Anlagen unwahrscheinlich sei, hoffen die Gegner
des Projektes. "Die massiven Auflagen und auch die lange
Bearbeitungsdauer bei der Genehmigungsbehörde kann als großer Erfolg
für die Arbeit der BI und der Einwender verbucht werden", heißt es in
einer Pressemitteilung.
Die Bürgerinitiative "glaubt aber ohnehin nicht, dass die Anlage, die
in dieser Form eine der modernsten und saubersten Anlagen europaweit
wäre, realisiert wird". Vielmehr sei der Vorbescheid ein Vorwand, "die
Bedingungen der zunächst von der Samtgemeinde und der Europark GmbH
geheim gehaltenen Zusatzvereinbarungen im Kaufvertrag für das
ursprünglich vorgesehene Grundstück löschen zu lassen und anschließend
die alte Anlage aus dem Jahr 2003 mit erheblich schlechteren
Umweltstandards wieder zur Genehmigung zu bringen".
Die Bürgerinitiative will allein aus diesem Grund schon alle
Rechtsmittel gegen den Bescheid ausschöpfen. Darüber hinaus habe die
Vorabprüfung des umfangreichen Bescheids erhebliche Angriffspunkte
erkennen lassen, etwa im Hinblick auf Unklarheiten bei den Grenzwerten
und die mangelhafte Berücksichtigung von Naturschutzbelangen.
Der Vorbescheid wird nach Auskunft des Staatlichen
Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg in etwa zwei bis drei Wochen
öffentlich ausgelegt, und zwar bei der Samtgemeinde Emlichheim, der
Stadt Coevorden, der Gemeinde Hardenberg, der Provinz Drenthe in Assen
und bei der Genehmigungsbehörde, dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt
in Oldenburg. Interessierte können sich dann vor Ort über den Inhalt
des Vorbescheides informieren. Einwender erhalten den Vorbescheid auf
schriftlichen Antrag hin auch zugesandt.
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29.11.2005
BI öffnet neues
Büro in Laar
Laar – Die Bürgerinitiative (BI)
Müllverbrennung/Vuilverbranding im Europark öffnet morgen um 15 Uhr in
einem ehemaligen Fahrradgeschäft an der Bahnhofstraße 5 in Laar ein
neues Büro. Die BI will damit nach eigenen Angaben ihr Bemühen um eine
umfassende und objektive Information der Bevölkerung vor Ort über den
geplanten Bau einer Müllverbrennungsanlage im Europark fortsetzen. "Zwei
Jahre des gemeinsamen aktiven Widerstands haben den Bau verhindert. Es
lohnt sich, weiterhin mit Mut und Einsatz für das Wohl der Menschen und
den Erhalt der Region zu kämpfen", heißt es in einer gestern
verbreiteten Mitteilung. Die BI hat für das weitere Vorgehen einen
Klagefonds eingerichtet, in dem gezielt Gelder für Anwälte, Gutachter
und Gerichtskosten gesammelt werden sollen. Außerdem lädt die
Bürgerinitiative am Donnerstag, 8. Dezember, zu einer
Informationsveranstaltung zum Thema Müllverbrennung ein. Sie beginnt um
20 Uhr in der Schulaula in Emlichheim.
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11.11.2005
Infoveranstaltung
in der Aula in Emlichheim
Donnerstag, den 08.12.2005
ab 20:00 Uhr
Themen:
u.a. Aktuelles MVA Europark
BI Büroeröffnung in Laar
Bahnhofstr.
Mittwoch, den 30.11.2005
ab 15.00 Uhr
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UP
29.10.2005
Tausende Tonnen
Hausmüll in Flammen
Brand Feuerwehrleute kämpfen
stundenlang gegen Feuernester auf der Mülldeponie in Wilsum
Wegen der
starken Rauchentwicklung forderte die Polizei die Einwohner Wilsums
und Emlichheims am Freitagmorgen per Rundfunkdurchsage dazu auf,
Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bei den Messungen konnten
jedoch keine hohen Konzentrationen gesundheitsgefährdender Stoffe
festgestellt werden. Brandursache ist wahrscheinlich eine
Selbstentzündung.
Wilsum/DA – Ein Autofahrer, der auf der Kreisstraße 14
(Hoogstede-Wilsum) fuhr, hatte den Brand auf der Mülldeponie gegen
0.50 Uhr bemerkt und die Leitstelle verständigt. Als die Ortsfeuerwehr
Wilsum mit 30 Mann in vier Fahrzeugen kurze Zeit später am Brandort
eintraf, stand der Berg aus Hausmüll nach den Worten von
Ortsbrandmeister Gerd Nyhof bereits auf einer Länge von 50 Metern
lichterloh in Flammen. Wegen der starken Rauchentwicklung gestalteten
sich die Löscharbeiten zunächst schwierig. Außerdem lieferte der
Hydrant nicht genügend Wasser, so dass eine fast 900 Meter lange
Versorgungsleitung zum Klärteich gelegt werden musste.
Von Erfolg gekrönt waren die Löscharbeiten allerdings erst, als in den
frühen Morgenstunden ein Bagger eintraf, der die Brandnester aushob,
und eine Deponieraupe den Müllberg auseinanderschob. Erst danach
konnten die Feuerwehrleute jeden einzelnen Brandherd gezielt
bekämpfen. Starker Südwind ließ das Feuer aber immer wieder
aufflammen.
Um 3 Uhr traf der Messtrupp der Feuerwehr Emlichheim mit acht Mann in
zwei Fahrzeugen ein. Wegen der vorherrschenden Winde aus südlicher
Richtung richtete der Trupp um Zugführer Albert Paul vier Messpunkte
ein, und zwar einen auf der Deponie, einen in 500 Meter Entfernung am
Grenzweg, den dritten in 1000 Meter Entfernung an der B 403 in Wilsum
und den letzten in 2000 Meter Entfernung in Oeveringen. "Da die Wolke
durch unbesiedeltes Gebiet gezogen ist, bestand keine Gefahr",
berichtete der ehemalige Ortsbrandmeister Willi Klümper, der zum
Messtrupp gehörte.
Die Messungen in zwei Kilometer Entferung ergaben nach Angaben der
Feuerwehr und der Polizei keine gesundheitsgefährdenden
Konzentrationen. In einem Kilometer Entfernung stellte der Messtrupp
um 8.23 Uhr die höchste Konzentration an nitrosen Gasen und
Schwefelmonoxid fest. Die Konzentration habe unter den zulässigen
Grenzwerten gelegen. Die Feuerwehrleute löschten dennoch stundenlang
mit Atemschutzgeräten.
Dabei erhielten die Männer an den Strahlrohren alle 20 Minuten eine
Ablösung. Ein Fahrzeug der Feuerwehrtechnischen Zentrale brachte
insgesamt 60 Ersatzgasflaschen zum Einsatzort. Ab 10 Uhr erhielten die
Wilsumer Unterstützung von 15 Feuerwehrleuten aus Uelsen mit zwei
Fahrzeugen. Neben Hitze und Qualm machten den Einsatzkräften die
Kakerlaken zu schaffen, die zu Hunderttausenden aus dem brennenden
Müllberg flohen. Einige Feuerwehrleute klebten ihre Hosenbeine mit
Klebeband an die Stiefel, damit die Insekten nicht in die Kleidung
eindringen konnten.
Bei der Brandursache geht die Polizei nach den ersten Ermittlungen von
einer Selbstentzündung aus. Nach den Worten von Hartmut Schrap, Leiter
des Abfallwirtschaftsbetriebs, und seines Stellvertreters Werner
Hoffmann hatte der Brand möglicherweise in acht Metern Tiefe seinen
Ursprüng. Hierauf deuteten Bilder hin, die der Emlichheimer Messtrupp
mit der Wärmebildkamera gemacht hatte. Hohe Konzentrationen von
Rohrreinigungsstoffen oder Maulwurfgift im Müll seien oft Auslöser von
Selbstentzündungen, so Hoffmann.
Nach ersten Erkenntnissen ist das Feuer im alten Teil der Deponie
ausgebrochen, auf dem bis 31. Mai dieses Jahres Müll abgekippt wurde.
Die Flammen hätten aber auch auf den Teil übergegriffen, in dem seit
Juni Hausmüll zwischengelagert wird. Von den etwa 10000 Tonnen
Hausmüll sind nach ersten Schätzungen Schraps und Hoffmanns 2000 bis
3000 Tonnen verbrannt. Bei dem Müll habe es sich vor allem um
Kunststoffe gehandelt, so Schrap weiter. Das Material stammt aus der
mechanisch-biologischen Trennanlage und ist zur Verbrennung –
allerdings in einer Verbrennungsanlage – bestimmt.
Vom Löschwasser geht nach Schraps Worten keine Gefährdung für das
Grundwasser aus. "Das Wasser versickert auf der Deponie und wird
anschließend geklärt", erklärte Schrap, der außerdem das Unternehmen
aus Leer lobte, das seit dem Sommer Hausmüll aus Ostfriesland auf die
Deponie nach Wilsum bringt. Das Unternehmen habe sofort nach
Bekanntwerden des Brandes seine Hilfe angeboten, so Schrap
abschließend.
Der Löscheinsatz war am Nachmittag vorerst beendet. Der Messwagen
blieb bis zum Abend vor Ort und führte im Abstand von zwei Stunden
weitere Messungen durch, so der stellvertretende Kreisbrandmeister
Heinrich Dobben, der den Einsatz gemeinsam mit Ortsbrandmeister Nyhof
und dem Uelsener Gemeindebrandmeister Jürgen Holsmölle leitete.
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UP
08.10.2005
Durch
ungenehmigten Sandabbau entstandener Graben wieder verfüllt
Verfahren Landkreis setzt
Forderung durch – Geldbuße wahrscheinlich
Der illegale Sandabbau
in Laar hat erste Konsequenzen. Der Graben ist inzwischen wieder
verfüllt.
Laar/Nordhorn/MM –
Gestern ist auf den wieder verfüllten Graben am Karls Diek in Laar
eine dunkle Deckschicht aufgeschoben worden. Der Landkreis hatte die
Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes angeordnet.
Als Frist war der 30. September gesetzt. Inzwischen hat der Landkreis
14 so genannte Baggerschürfungen machen lassen, um sicherzustellen,
dass keine belasteten Stoffe eingearbeitet worden sind.
Der Graben ist mit weißem Sand verfüllt worden.
Wie bereits mehrfach berichtet, will die niederländische Westo Prefab
Betonsystemen auf einem 44,5 Hektar großen Areal am Karls Diek in Laar
großflächig Sand abbauen.
Dabei soll ein See mit einer bis zu 32 Hektar großen Wasserfläche
entstehen.
Doch das niederländische Unternehmen hat eine mögliche Genehmigung des
Sandabbaus durch den Landkreis Grafschaft Bentheim nicht abgewartet
und hat im Sommer die Bagger anrücken lassen.
Als die zuständige Abteilung in der Kreisverwaltung davon erfuhr, sind
die Arbeiten "mit Sofortvollzug" gestoppt worden.
Doch da war bereits ein langer und breiter Graben entstanden.
Geprüft wird beim Landkreis derzeit, ob und in welcher Höhe ein
Bußgeld gegen das Unternehmen verhängt wird.
Kenner der Materie halten ein Bußgeld für sehr wahrscheinlich.
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UP
10.09.2005
"Für Klagefond
Gelder sammeln"
Müllverbrennung Umweltpolitikerin der Bündnisgrünen in Emlicheim
Emlichheim/MM – Ihre weitere
Unterstützung der Bürger in Emlichheim im Kampf gegen die im Europark
geplanten Müllverbrennungsanlagen haben die Bündnisgrünen zugesagt.
Die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis
90/Die Grünen, Dorothea Steiner, sagt auf konkrete Nachfrage, dass sie
für einen eventuellen Klagefond Gelder einwerben will.
Sie könne zwar nichts aus der Fraktionskasse zusagen, aber sie werde
sich persönlich bemühen, finanzielle Unterstützung einzuwerben.
Der Bundestagskandidat der Bündnisgrünen, Heiner Rehnen, machte
während einer Parteiveranstaltung im Saal Schuurman deutlich, dass
seine Partei nicht grundsätzlich gegen Müllverbrennung sei.
Aber im Fall Europark gehe es nicht an, "das Müll aus ganz Europa nach
Emlichheim gekarrt wird und die Anlage nicht nach dem Stand der
Technik gebaut wird".
Unterschiedliche Auffassungen zwischen der umweltpolitischen
Sprecherin der Landtagsfraktion und den Verbrennungsgegnern vor Ort
gibt es offenbar über die Verbrennung von Biomasse.
Harald Konrad-Hammersen sagte zum Biomasseheizkraftwerk der Firma
Prokon: "Prokon ist eine Müllverbrennungsanlage.
Es ist für uns von der Belastung her egal, ob Holz bei Prokon oder im
Europark verbrannt wird."
Die grüne Landespolitikerin Dorothea Steiner hingegen sagte dagegen:
"Biomasse ist ein wichtiges Standbein. Bei Henk Jacobs waren
Bahnschwellen das Problem.
Prokon verpflichtet sich, keine Bahnschwellen zu verbrennen. Biomasse
ist für landwirtschaftlich geprägte Ecken eine gute Alternative." Und:
"Altholz ist Biomasse. Ein Problem sind die belasteten Hölzer."
Zum schwebenden Verfahren um einen Vorbescheid, der die grundsätzliche
Zulässigkeit der Müllverbrennungsanlagen im Europark klären soll,
sagte Hermann Borghorst, Vorsitzender des Regionalverbands
Niedergrafschaft der Bündnisgrünen: "Wir werden den Vorbescheid
prüfen.
Wenn etwas nicht klar ist, werden wir bereits in diesem Stadium
klagen."
Zum weiteren Vorgehen sagt Bundestagskandidat Rehnen: "Wir haben auch
schon ‘mal Gelände besetzt."
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27.08.2005
Laar tauscht
Grundstück gegen Straße
Laar – Grundstücksgeschäfte werden
hinter verschlossenen Türen verhandelt. Über den Kaufpreis wird zumeist
Stillschweigen vereinbart. Das ist in Laar nicht anders.
Anders ist jedoch die Art der Bezahlung, die in diesem Jahr für ein
Grundstück am Karls Diek vereinbart wurde. "Tausche Grundstück gegen
Straße" könnte das Motto lauten. Das Ganze sieht folgendermaßen aus: Die
Unternehmen Westo/BBE wollen am Karls Diek Sand abbauen zur
Siliziumproduktion und um möglicherweise einen Kühlsee für die geplanten
Müllverbrennungsanlagen zu bekommen.
Eines der erforderlichen Grundstücke ist im Besitz der Gemeinde Laar:
400 Meter lang und 18 Meter breit.
Die Gemeinde Laar will den Zollweg auf einer Strecke von 1,8 Kilometer
ausbauen und die eigene Kasse möglichst nicht über Gebühr strapazieren.
In dieser Situation vereinbaren die beiden Verhandlungspartner: Das
Unternehmen Westo bekommt das gewünschte Grundstück und überzieht im
Gegenzug den Zollweg mit einer neuen Asphaltdecke. Daher hat es von der
Gemeinde aus auch keine Ausschreibung der Arbeiten gegeben.
Laars Bürgermeister Jan Hindrik Zwaferink räumt auf Nachfrage der GN
ein, dass man ein derartiges Geschäft abgeschlossen hat. Man habe das
Ganze "so ausgehandelt, dass wir einige Sachen machen können, die den
Verwaltungshaushalt nicht belasten". Der Zollweg ist inzwischen
ausgebaut. Über weitere Leistungen soll im Rat der Gemeinde beraten
werden.
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UP
24.08.2005
"Den Graben in Laar
wieder herstellen"
Brief "Bürgerforum" fordert Landkreis
zur Bestrafung der Firma BBE auf
Emlichheim/DA – Die Firma Beton- und
Bewehrungswehrungscenter (BBE) soll den am "Karls Diek" in Laar
illegal ausgehobenen Graben wieder zuschütten und den Schaden durch
Ausgleichsmaßnahmen beheben.
Schritte in diese Richtung einzuleiten, dazu fordert das "Grafschafter
Bürger Forum" Politik und Verwaltung des Landkreises in einem Brief
auf.
"Unserer Einschätzung nach ist es unumgänglich, eine komplette
Wiederherstellung des Ursprungszustands von dem Verursacher zu
fordern", heißt es in dem Brief an Landrat Friedrich Kethorn.
Weiter halte es das Bürgerforum für gerechtfertigt, dass gegen den
Verursacher in diesem Fall die höchstmögliche Strafe ausgesprochen
werde.
"Viele Menschen in der Grafschaft halten sich als unbescholtene Bürger
an Vorgaben der Behörden.
Diesen Menschen wird nun vermittelt, dass ähnliche Vorgaben für einen
Unternehmer nicht maßgebend sind und dieser offenbar Sonderrechte
genießt", meint das "Bürgerforum".
Weil durch die unerlaubte Sandentnahme auch ein Windstreifen
beschädigt worden sei, müsse die Firma BBE, die zum niederländischen
Westo-Konzern gehört, außerdem Ausgleichsmaßnahmen durchführen.
Neben diesem Thema informiert das "Bürgerforum" heute ab 19.30 Uhr in
der Gaststätte Dreher unter anderem über die Planungen für einen
Ferienpark auf Gut Langen in Bad Bentheim und die in Schwartenpohl
geplante Kompostierungsanlage.
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12.08.2005
Initiative greift
Rathaus an: Abbau von Sand bekannt
naturschutz Bauamt: Nicht
zuständig
Wegen des
ungenehmigten Sandabbaus zwischen dem Europark und dem
Naturschutzgebiet "Loarscher Bruch" erhebt die Bürgerinitiative gegen
Müllverbennung schwere Vorwürfe gegen die Samtgemeindeverwaltung. Man
habe den Bauamtsleiter über die Geschehnisse informiert, doch dieser
sei offensichtlich nicht tätig geworden. Die Verbrennungsgegner haben
eine Dienstaufsichtsbeschwerde an den Landrat geschickt.
von manfred Münchow
Emlichheim – Wie bereits gestern berichtet, steht das niederländische
Unternehmen Westo Prefab Beton Systemen in der Kritik, weil es die
Genehmigung nicht abgewartet und auf dem Gelände der Firma Infracom
bereits Sand abgebaut hat. Inzwischen hat der Landkreis die Arbeiten
gestoppt. Nach Darstellung von Westo soll das entstehende Gewässer
einmal als Kühlwasserreservoir für die auf dem Gelände der Firma BBE
geplanten Müllverbrennungsanlagen dienen und der Sand für eine
Betonteile- sowie eine Siliziumproduktion verwendet werden. Alle drei
Unternehmen sind mit dem Namen des niederländischen Geschäftsmannes
Henk Jacobs verbunden.
Die örtliche Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung hat nach eigener
Darstellung bereits am 21. Juli den Leiter des Bauamtes der
Samtgemeinde Emlichheim, Friedrich Baarlink, über den Sandabbau am
Karls Diek informiert. "Die Samtgemeinde hat mit Gleichgültigkeit
reagiert", heißt es in einem Schreiben der Bürgerinitiative.
"Ich bin sicherlich dort gewesen, um zu gucken", sagte Baarlink
gestern auf Nachfrage der GN. Doch die Samtgemeinde sei eigentlich
nicht zuständig.
Der Landkreis als zuständige Behörde ist am 26. Juli über den
Sandabbau informiert worden. Das bestätigte gestern der
Abteilungsleiter für die Bereiche Wasser und Boden, Dieter Jäkel. Doch
der Hinweis kam nicht aus dem Emlichheimer Rathaus, sondern von Harald
Konrad-Hammersen, der in der Bürgerinitiative und in der
Umweltorganisation BUND aktiv ist.
Die Bürgerinitiative hat gegen Bauamtsleiter Baarlink eine
Dienstaufsichtsbeschwerde an den Landrat geschickt. Zum Verhalten von
Baarlink heißt es in der Beschwerde: "Wenn dieser den Landkreis sofort
informiert hätte, hätten die jetzt vorhandenen irreversiblen Eingriffe
in die Natur noch verhindert werden können." Und auch die fehlende
Zuständigkeit sei kein Entlastungsargument, da bei den Arbeiten auch
ein Windschutzstreifen der Mitgliedsgemeinde Laar zerstört worden sei.
Der Landkreis hat die Dienstaufsichtsbeschwerde gestern an
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann weitergeleitet. Der sei
als Dienstherr dafür zuständig, sagte gestern Thomas Heinrich aus dem
Landratsbüro. Entsprechend werde auch die Bürgerinitiative informiert.
Die Geschehnisse um den Sandabbau in unmittelbarer Nähe des
Unternehmens BBE werden wohl keinen Einfluss auf das
Genehmigungsverfahren für die Müllverbrennungsanlagen haben. Nach
Auskunft von Berthold Greiten vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg ist
eine Genehmigung nicht personengebunden. Geprüft würden die beantragte
Anlage und der Standort.
Die Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung kritisiert scharf: "Wir
sehen hier wieder mal bestätigt, dass Henk Jacobs in der Samtgemeinde
offenbar einen Persilschein besitzt." Der Bürgermeister von Laar,
Jan-Hindrik Zwaferink, solle nicht mit Jacobs "verhandeln".
Schließlich liege ein eindeutiger juristischer Sachverhalt vor.
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UP
10.08.2005
Genehmigung für
Sandabbau nicht erst abgewartet
Stilllegung Landkreis untersucht
Auf einer Fläche zwischen dem grenzüberschreitenden Gewerbegebiet
Europark und dem Naturschutzgebiet "Loarscher Bruch" ist ohne
Genehmigung Sand abgebaut worden.
Der Landkreis hat die Arbeiten gestoppt.
In der Kritik steht das niederländische Unternehmen Westo, zu deren
Unternehmengruppe BBE gehört.
Auf dem BBE-Gelände sollen zwei Müllverbrennungsanlagen gebaut werden.
von manfred Münchow
Laar/Coevorden – Auf dem 44,5 Hektar großen Areal, das das Unternehmen
Infracom erworben hat, will die niederländische Westo Prefab Beton
Systemen großflächig Sand abbauen. Dabei soll ein See mit einer bis zu
32 Hektar großen Wasserfläche und einer Tiefe von bis zu 38 Metern
entstehen. Der künftige See soll nach Angaben des Unternehmens als
Kühlwasserreservoir für die beiden auf dem BBE-Gelände geplanten
Müllverbrennungsanlagen dienen. Der entnommene Sand soll zum einen für
die Produktion von Betonteilen bei BBE und zum anderen für die
Produktion von Silizium genutzt werden.
Doch Mitarbeiter des Landkreises einem Hinweis folgend das Areal in
Augenschein nahmen, waren Sandabbauarbeiten bereits in vollem Gang.
Über mehrere hundert Meter erstreckt sich bereits eine breite
Wasserfläche entlang des Karls Diek in Laar. Zudem ist ein
Windschutzstreifen der Gemeinde Laar zerstört worden. Dabei ist in der
Kreisverwaltung noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob der
Antrag auf "Genehmigung zur Erstellung eines Gewässers durch
Bodenabbau" positiv beschieden wird. Die Mitarbeiter der Fremdfirma,
die die Arbeiten vor Ort machten, konnten zur Sache keine Angaben
machen.
Daraufhin hat der Landkreis die Arbeiten "mit Sofortvollzug" gestoppt.
Westo-Unternehmenssprecher Frank Duut sagte gestern gegenüber den GN,
dass es sich bei der Aktion um "vorbereitende Arbeiten" für den
Sandabbau gehandelt habe. Man habe einen Abwassergraben "vertieft".
Jetzt warte man auf einen schriftlichen Bescheid der Grafschafter
Kreisverwaltung, auf den man aus Sicht des Unternehmens reagieren
könne.
In der Kreisverwaltung heißt es: "Es ist ein Gewässerausbau, und dafür
braucht man eine Genehmigung." Geprüft wird auch, ob ein Bußgeld
verhängt wird.
Die Gemeinde Laar verhandelt derzeit mit dem Unternehmen darüber, dass
der zerstörte Windschutzstreifen wieder neu angepflanzt wird. "Wir
haben Gespräche mit Henk Jacobs", sagt Bürgermeister Jan-Hindrik
Zwaferink. Der Name des niederländischen Geschäftsmannes Henk Jacobs
ist verbunden mit den Unternehmen Westo, BBE und Infracom.
Indess fühlen sich die Gegner der für den Europark geplanten
Müllverbrennungsanlagen bestätigt in ihrer Kritik an den
Antragstellern. Der Investor stelle durch ein derartiges Vorgehen
"seine Seriösität erneut in Zweifel". Auch aus dem Emlichheimer
Rathaus ist Unverständnis über die Sandarbeiten zwischen Europark und
Naturschutzgebiet zu vernehmen.
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UP
09.08.2005
Der Europark ist
nichts als ein teurer Wunschtraum
Bezug: GN-Artikel "Minister kommt mit
dickem Scheck" vom 6. August
Regelmäßig, insbesondere vor Wahlen, können wir in der
Niedergrafschaft ein immer gleiches Ritual beobachten.
Politische Schwergewichte aus der Landes- und Bundespolitik besuchen
die Niedergrafschaft.
Im Gepäck millionenschwere Geschenke in Form von Fördergeldern, die
sie in den angeblich kostbaren Sand des Europarks setzen wollen.
Im Beisein von im Vergleich zu ihnen eher unbedeutenden
Lokalpolitikern, die sich jedoch keine Gelegenheit entgehen lassen,
vom Glanz der vermeintlich "Großen" zu profitieren, werden dann
bedeutungsvolle Reden über die blühende Zukunft des Europarks gehalten
und medienwirksam wird ein Scheck überreicht.
Traurig ist dabei nur, dass sich die Reden seit zehn Jahren derart in
Wortlaut und in den Aussagen gleichen, dass es dem interessierten
Bürger schwer fällt, zu unterscheiden, ob die Rede aus dem Jahre 1995
oder dem Jahre 2005 stammt.
Unterschiede in den GN-Artikeln erkennt man nur am Erscheinungsdatum
und den gelegentlich anderen Gesichtern auf den Fotos.
"Mit diesen Fördermitteln wird die Entwicklung
entschieden voran getrieben."
"Wir erwarten durch die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur
zahlreiche Industrieansiedlungen und damit Arbeitsplätze."
So lauten die sich seit zehn Jahren ständig wiederholenden Aussagen
der Verantwortlichen. Dabei muss allen Beteiligten spätestens seit dem
Lückenschluss der A 31 klar sein, dass der Europark nichts weiter ist,
als ein teurer Wunschtraum realitätsfremder Lokalpolitiker und der
verkehrstechnisch wahrscheinlich am besten erschlossene Acker
Deutschlands.
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UP
06.08.2005
06.08.2005
Minister kommt mit
"dickem Scheck"
Tour Europark-Erschließung in Emlichheim
beginnt im Herbst – P-Well will in Gildehaus erweitern
Für den
Emlichheimer Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann war es "ein
bewegender Moment", als er draußen, vor dem Schild zum Europark von
Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) die Bewilligungsurkunde über die
Landeszuschüsse in Höhe von 1,76 Millionen Euro überreicht bekam.
Von Irene Schmidt und Peter Zeiser
EMLICHHEIM/GILDEHAUS – Der Grund des Ministerbesuchs in Emlichheim war
bekannt: Walter Hirche würde "mit einem großen Scheck" anreisen. Mit
1,76 Millionen Euro beteiligt sich das Land Niedersachsen durch
GA-Mittel an den Erschließungskosten für den 2. Bauabschnitt auf
deutscher Seite des grenzüberschreitenden Gewerbegebiets Europark (die
GN berichteten). "Wir haben lange warten müssen. Jetzt steht dem Bau
nichts mehr im Wege", freute sich Hildebrand Stegemann im Beisein einer
großen Delation mit Vertretern der Öffentlichkeit und der Politik aus
der Grafschaft Bentheim und aus Coevorden. Noch im Frühherbst werde mit
den Bauarbeiten begonnen, denn der Landeszuschuss müsse in diesem Jahr
"weitestgehend verbaut" werden.
Dem Übergabeakt unter freiem Himmel war ein Zusammentreffen im
Emlichheimer Haus Ringerbrüggen vorangegangen. Dort wurden Grußworte
gesprochen und ein Film über die Entwicklung des Europarks gezeigt, die
sich bislang weitgehend auf den niederländischen Anteil des
Gewerbegebiets beschränkt.
Der Minister zeigte sich beeindruckt. In diesem Gewerbegebiet zeige
sich, was an der deutsch-niederländischen und vielleicht auch anderen
deutschen Grenzen möglich sei. Das Beispiel verheiße vielleicht, "dass
später die Regionen wirtschaftlich wichtiger sein werden als die
Staaten". Darüber hinaus lobte Hirche die hervorragende Infrastruktur
des Europarks mit Anschlüssen an das niederländische Kanalnetz mit einem
eigenen Hafen, einer guten Erschließung über das Fernstraßennetz und dem
Anschluss an internationale Schienenverbindungen über das Euroterminal I
der Bentheimer Eisenbahn. Der Bau des Euroterminals II rückt durch den
2. Bauabschnitt der Erschließung des Europarks auf deutscher Seite
ebenfalls näher. Euroterminal II werde für den Hafen von großem Nutzen
sein, unterstrich Hildebrand Stegemann. Seine Freude brachte auch der
CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers zum Ausdruck, der meinte, der
Ministerbesuch mache den Stellenwert des "Projektes
grenzüberschreitender Gewerbepark" deutlich.
Bevor Hirche der Samtgemeinde Emlichheim seinen Besuch abstattete, hatte
er bereits auf Einladung des FDP-Kreisvorsitzenden, Heinrich Wübbels,
den Bad Bentheimer Gewerbepark an der A 30 besichtigt. Einen
Zwischenstopp machte der Bus bei der Firma P-Well, der jüngsten großen
Neuansiedlung. Dort hießen Seniorchef Clemens Pelster sowie seine Söhne
Thomas und Michael den Minister und seine Begleiter willkommen. P-Well
hat am 1. Juni mit der Produktion von Wellpappe begonnen. Geliefert wird
"just in time". 25 Lastzüge werden derzeit täglich beladen, 50 bis 60
sollen es im kommenden Jahr sein. Dann wird von zwei auf drei Schichten
umgestellt und die Zahl der Mitarbeiter (derzeit 75) weiter steigen. –
"Wir sind noch lange nicht auf Touren", ließ Thomas Pelster wissen. Im
Moment werde eine eigene Verarbeitung aufgebaut. Die Firma plane bereits
die Erweiterung ihres neuen Komplexes.
Mit der Erschließung weiterer Flächen im fünften Bauabschnitt, bis zur
Bahnlinie und Staatsgrenze mit den Niederlanden, will die GGB nach
Mitteilung ihres Geschäftsführers Horst Nyhuis noch in diesem Jahr
beginnen.
Die Zeit dränge, machte er deutlich, weil sich weitere Betriebe
ansiedeln wollten. Beim Land habe die GGB dafür Fördermittel beantragt.
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UP
28.07.2005
Pressemitteilung 28.07.2005
Samtgemeinde duldet ungenehmigte
Bautätigkeit im Europark
Nachdem der BI in der vergangenen Woche bekannt
geworden war, daß im Europark Erdarbeiten im Bereich des Karls Diek
durchgeführt werden, ergab eine Anfrage im Bauamt der Samtgemeinde am
Donnerstag, den 21.07., dass man dort von keinen derartigen Arbeiten
wisse.
Die Erdarbeiten auf dem dortigen Gelände, wurden vom
Besitzer und MVA Antragsteller H. Jakobs in Auftrag gegeben. Jakobs
will neben dem Sandabbau auf einer Fläche von ca. 40 ha einen
Kühlwassersee für noch zu beantragende MVA anlegen.
Mittlerweile ist zwischen Brookdiek und Wetteringer Weg
(ca. 500m) ein erster Streifen von ca. 15 Meter Breite abgebaut und
abtransportiert worden. Auf unsere Information hin, ist inzwischen von
Seiten des BUND eine Anzeige beim Landkreis Bentheim eingegangen.
Diese hat zur sofortigen Stillegung der Baustelle geführt. Damit wurde
bestätigt, dass keine Genehmigung für die Erdarbeiten vorliegt.
Die Baumaschinen arbeiten inzwischen auf dem BBE
Gelände an der dortigen Bahnzuführung.
Die BI kritisiert das Verhalten der Samtgemeinde die
nach Kenntnisnahme der ungenehmigten Erdarbeiten keine entsprechenden
juristischen Maßnahmen unternommen hat. Diese Haltung ist ein weiterer
Beleg für die anhaltende Unterstützung des Investors, der durch
derartiges Vorgehen seine Seriosität erneut in Zweifel stellt.
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UP
08.07.2005
Org. Leserbriefe !
Bezug: „Ja zur
Müllverbrennung, Ja zur Kanalvision“
GN v. Freitag, d. 1. Juli 2005
08.07.2005
Bürgerinitiative übt scharfe Kritik an Titgemeyer
Emlichheim/GN – Die Bürgerinitiative (BI) Müllverbrennung im
Europark informiert am Montag, 11. Juli, über den aktuellen Stand der
Planungen in Sachen Müllverbennung nach dem Erörterungstermin.
Das Treffen beginnt um 20 Uhr in der Gaststätte Dreher. Dass das Thema
weiterhin aktuell ist, zeigen nach Ansicht der BI neben der großen
Anteilnahme der Bevölkerung auch die jüngsten Äußerungen des
IHK-Präsidenten Gerd-Christian Titgemeyer.
Dass er den Bau einer MVA befürworte, sei nur vor dem Hintergrund
"einer vollständigen Unkenntnis der Sachlage oder einer beabsichtigten
Ignoranz der Problemstellungen zu verstehen", schreibt die BI.
Titgemeyer liefere Landrat Friedrich Kethorn "fadenscheinige
Argumente, um seine im Wahlkampf bekundete Unterstützung der
Bevölkerung gegen die MVA zurückzunehmen", meint die BI.
Für die Bevölkerung bleibe zunächst die abschließende Gewissheit
darüber, dass die vorgestellten Unterlagen zur MVA "ungenügend,
schlampig und unseriös sind", meint die BI.
Nach Ansicht der MVA-Gegner wollen die niederländischen Investoren
weder den neuesten Stand der Technik noch die bestmöglichen
Schadstoffwerte erreichen.
Es gebe keine Störfallpläne, keinen ausreichenden Brandschutz sowie
keine Auskunft über Herkunft und Art des Mülls.
Darüber hinaus verweigerten die Investoren eine Überwachung |
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07.07.2005x
Bürgerinitiative
Müllverbrennung / Vuilverbranding im Europark e.V.
Einladung an alle Mitglieder der Bürgerinitiative, alle
Interessierten, Freunde, Verwandte, Nachbarn etc.
Infoveranstaltung
am Montag, den 11.07.05 um 20.00 Uhr
in der Gaststätte Dreher, Emlichheim
Themen u.a.: - Erörterungstermin und die zukünftige Entwicklung
NEIN! KEINE MÜLLVERBRENNUNG
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14.06.2005
Belastete Luft
aus Müllöfen weht nach Coevorden
Europark Niederländer: "Es
wird in Deutschland Müll verbrannt und wir zahlen die Zeche"
Emlichheim – Die Gutachter des
Antragstellers für die zwei geplanten Müllverbrennungsanlagen im
grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europark gehen davon aus, dass
die zusätzlichen Belastungen der Luft durch Schadstoffe unter der
Relevanzgrenze liegen (die GN berichteten).
Seit dem viertägigen Erörterungstermin der Einwände der Gegner des
Verbrennungsprojektes ist jedoch auch klar:
Das, was aus dem 70 Meter hohen Schornstein der geplanten
Müllverbrennungsanlagen herauskommt, weht hauptsächlich in die
Niederlande.
Das Areal, das die höchste Belastung aufweist, ist das Baugebiet "Ossehaar"
am Stadtrand von Coevorden oberhalb des Sportparks "Klinkenvlier".
Bekanntlich möchten die Niederländer, die auf der deutschen Seite
des Europarks bereits ein Beton- und Bewehrungscenter (BBE)
betreiben, auf dem Firmengelände zwei Müllverbrennungsanlagen mit
einer Kapazität von jeweils 184000 Tonnen im Jahr errichten.
Es soll sich dabei zu einem großen Teil um Gewerbemüll handeln.
Nach Darstellung von Projektleiter Andries A. Adema haben die
Antragsteller bereits 250000 Tonnen Abfall im Jahr unter Vertrag.
Im Gespräch sind immer wieder die beiden großen Entsorger Sita und
Remondis (früher Rethmann). Weitere Verhandlungen werden nach
Auskunft von Adema geführt.
In Bezug auf die Windrichtung der Schadstoffe hat ein Niederländer
bei dem Erörterungstermin in der Vechtetalhalle in Emlichheim
gesagt: "Es wird in Deutschland Müll verbrannt und wir zahlen die
Zeche."
Als Niederländer fühle er sich in der Halle "sehr verloren".
Bis auf den Auftakt der viertägigen Verhandlung seien auch keine
Vertreter der Gemeinde Coevorden nach Emlichheim gekommen.
"Was ist, wenn Probleme auftreten?" "Welche rechtlichen
Möglichkeiten haben wir Niederländer wenn ein Störfall auftritt, bei
einer Anlage, die in Deutschland steht?" Fragen, die während des
Erörterungstermins unbeantwortet blieben.
Beantwortet wurde jedoch die Frage, ob es bei einer eventuellen
Wertminderung der Grundstücke wegen des Betriebs einer
Müllverbrennungsanlage zu Ausgleichszahlungen komme.
Eindeutig "Nein" hieß es von Seiten des Gewerbeaufsichtsamtes
Oldenburg, das die Verhandlungen leitete und zusammen mit dem
Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück die Einwendungen abwägt und über einen
Vorbescheid beschließt.
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UP
13.06.2005
13.06.2005
"Unterlagen für MVA sind schlampig"
Erörterung Vertreter der Verbrennungsgegner erheben heftige Vorwürfe
gegen Antragsteller
Nach den
viertägigen Verhandlungen der Einwände der Gegner der geplanten
Müllverbrennungsanlagen erheben die Vertreter der Bürgerinitiative
heftige Vorwürfe gegen die Antragsteller. Die eingereichten Unterlagen
seien "schlampig und unvollständig".
von manfred münchow
Emlichheim – "Die Anlagenplanung ist in vielerlei Hinsicht lückenhaft
und fehlerhaft", sagt Peter Gebhardt vom Ingenieurbüro für
Umwelttechnik. Zudem entspreche die beantragte Anlage mit den zwei Öfen
nicht dem Stand der Technik.
Die Werte für den Müll, der in die Anlage gebracht werden soll, seien
sehr hoch, moniert Gebhardt und sagt: "Der Verdacht drängt sich auf,
dass nach der Genehmigung der Anlage zusätzliche Abfallstoffe beantragt
werden." Das geschehe dann ohne die Beteiligung der Öffentlichkeit.
Gebhardt zufolge ist auch die Technik der Rauchgasreinigung
unzureichend. Heftige Kritik übt der Vertreter der Bürgerinitiative auch
an den bislang eingereichten Unterlagen zum Brandschutz. Vieles
technisch notwendige fehle. Zudem sei die geplante Anlage nicht völlig
umfahrbar, das führe zu Schwierigkeiten bei Einsätzen der Feuerwehr.
Die Antragsteller verweisen darauf, dass es derzeit nur um einen
Vorbescheid darübe gehe, ob eine Müllverbennungsanlage grundsätzlich an
dem geplanten Standort im Europark genehmigungsfähig ist. In einem
späteren Verfahren um die Genehmigung der Anlage werde man alle
notwendigen und viel ausführlichere Unterlagen beibringen.
Rechtsanwalt Philipp Heinz, der neben Gebhardt für die Bürgerinitiative
sprach, urteilte am Ende der Verhandlungen: Die Unterlagen seien "derart
schlampig und unvollständig", dass man überlegen sollte, sie neu
öffentlich auszulegen oder gar ein ganz neues Verfahren zu starten. Die
Stoßrichtung der Bürgerinitiative ist klar: Das Projekt der
Müllverbrennung im Europark soll möglichst in die Länge gezogen und so
teuer für den Antragsteller werden, dass es für ihn nicht mehr
profitabel ist.
Dafür wird in viele Richtungen gearbeitet. So hat die Bürgerinitive im
Eröterungsverfahren ein Gutachten von Dr. Matthias Schreiber vom Büro
für Umweltplanung (Bramsche) vorgelegt, in dem die Gebiete "Laarscher
Bruch mit Vechteaue", "Klein- und Großringer Wösten" sowie "Eschebrügger
Wösten" als ein zusammenhängender Brut- und Rastvogelkomplex bezeichnet
werden. Eine Müllverbrennungsanlage störe hier. Die Bürgerinitiative
stetzt sich jetzt für eine Anerkennung als Schutzgebiet nach der
EU-Vogelschutzrichtlinie ein.
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10.06.2005
Brand in MVA in 30 Minuten gelöscht?
Erörterungstermin Antragsteller
und Gegner der Müllverbrennung streiten um Sicherheit
Kann man einen Bunkerbrand in
einer Müllverbrennungsanlage in 30 Minuten löschen? Das war eine der
zentralen Fragen gestern bei der Erörterung der Einwendungen gegen
die im Europark geplanten
Müllverbrennungsanlagen.
von manfred
Münchow Emlichheim – Für den Toxikologen Burkhard Stormanns,
der für die Antragsteller der Müllverbrennungsanlagen ein Gutachten
über eventuelle gesundheitliche Risiken des Projektes erarbeitet
hat, ist unterm Strich die Sache klar. Die Vorbelastung an
Giftstoffen und Feinstäuben im Raum Emlichheim ist nicht relevant,
lautet das Ergebnis seiner Arbeit.
Und auch die Zusatzbelastungen
durch die Müllverbrennungsanlagen sieht er deutlich unter den
relevanten Grenzen. Auch bei einem Störfall, der ja nach den
Annahmen der Verbrennungsbefürworter eigentlich überhaupt nicht
vorkommen soll, schließt Toxikolge Stormanns eine Gefährdung der
menschlichen Gesundheit aus.
Gelächter kam gestern aus den Reihen
der Verbrennungsgegner als Stormanns als größten anzunehmenden
Störfall in einer Müllverbrennungsanlage einen Bunkerbrand nannte,
der nach dem Szenario des Fachmannes nach 30 Minuten gelöscht sein
soll.
Auf der Basis dieses Szenarios hat Stormanns seine
Berechnungen und Prognosen angestellt. Das wollten die Einwender
gegen das Projekt so nicht stehen lassen. Peter Gebhardt vom
Ingenieurbüro für Umweltschutztechnik, der die Bürgerinitiative
vertritt, wies darauf hin, dass in den neunziger Jahren in Göppingen
eine Müllbunker in einer Verbrennungsanlage 100 Stunden lange
gebrannt hat, ehe es den Einsatzkräften gelungen war, den Brand
vollständig zu löschen. Projektleiter Andries A. Adema wie darauf
hin, dass die Löschtechnik in den vergangenen Jahren eine enorme
Entwicklung gemacht habe und seinen Beobachtungen zufolge "99
Prozent der Bunkerbrände in 30 Minuten gelöscht" worden seien.
In
den Bunker der Müllverbrennungsanlage im Europark wolle man große
Löschkanonen einbauen. Einen Großbrand über mehrere Tage hält Adema
für "ausgeschlossen". Auf die Frage von Verhandlungsführer Walter
Kulisch vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg nach dem
Gefährdungspotenzial eines länger andauernden Brandes antwortete
Gutachter Stormanns, dafür müssten neue Berechnungen angestellt
werden, alles andere sei "reine Spekulation".
Harald
Konrad-Hammersen von der Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung
merkte an: "Bei den Anlagen, bei denen es Störfälle gegeben hat, ist
vorher auch gesagt worden, das ist nach menschlischem Ermessen nicht
möglich."
Daraufhin entgegnete Dr. Johannes Minnich vom
Gesundheitsamt des Landkreises: "Es ist bei den Störfällen nicht
bekannt, dass Menschen ernsthaft zu Schaden gekommen sind." Eine
kurze Diskussion gab es auch über die Vorsorgewerte einer
zusätzlichen Belastung der Umwelt.
Für die Samtgemeinde hatte der
Toxikologe Dr. Kruse im Rahmen der früher beantragten
Müllverbrennungsanlagen ein Gutachten gefertigt und Werte
erarbeitet, die einzuhalten seien.
Zur den jetzt geplanten zwei
Verbrennungslinien sagte Projektleiter Adema gestern: "Die
Vorsorgewerte von Dr. Kruse können eingehalten werden.
Wir werden
sie einhalten und teilweise noch deutlich unterschreiten."
Dem
widersprach Peter Gebhardt. Der Toxikologe Kruse empfehle, dass für
eine Verbrennungsanlage seine Vorsorgewerte nus bis höchstens ein
Prozent auszuschöpfen seien.
Das mache der Antragsteller der
Müllverbrennungsanlagen für einige Werte, aber nicht für alle.
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UP
09.06.2005
09.06.2005
"Tiefe Betroffenheit
und Machtlosigkeit"
Müllverbrennung Bürger lassen bei
Erörterungstermin in Emlichheimer Sporthalle Dampf ab
Stehende
Ovationen erhielt eine Gegnerin der Mülverbrennung gestern abend als sie
ausrief: "Wir wollen die Müllverbrennungsanlage nicht. Wir fühlen uns
von den Vertretern der Samtgemeinde nicht ernst genommen und wir setzen
alle Hoffnung in die Genehmigungsbehörde." Die Vertreter des
Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg hörten es wohl, aber ob sie den Antrag
auf Bau einer Müllverbrennungsanlage ablehnen werden, steht auf einem
anderen Blatt.
von manfred Münchow
Emlichheim – Bereits zwei Tage lang ringen in der Vechtetalhalle in
Emlichheim die Antragsteller für die Müllverbrennungsanlage mit zwei
Linien zu jeweils 185000 Tonnen Abfall im Jahr und die
Verbrennungsgegner über Grundsätzliches und über die technischen
Einzelheiten von Müllverbrennungsanlagen. Gestern abend wich man für
knapp zwei Stunden von der starren Tagesordnung ab und gab denjenigen,
die am tagelangen Verhandlungsmarathon nicht durchgehend teilnehmen
können, die Gelegenheit, das Wort zu ergreifen.
Die Zeit wurde genutzt, um zum Teil kräftig Dampf abzulassen. Im
Kreuzfeuer der Kritik standen die Politiker des Samtgemeinderates mit
Bürgermeister Hildebrand Stegemann an der Spitze. "Ich möchte meine
tiefe Betroffenheit und Machtlosigkeit zum Ausdruck bringen", rief eine
Frau auf den Rängen der Sporthalle und monierte, dass die Vertreter der
Samtgemeinde sich in Schweigen hüllen würden. Man fühle sich dem
künftigen Betreiber der geplanten Anlage "völlig ausgeliefert".
Deutlich widersprach Stegemann der Kritik, die Samtgemeinde habe nichts
für die Gesundheit der Bürger übrig. Schließlich habe man bereits bei
den früheren Planungen für Müllverbennungsanlagen im Europark mehrere
Gutachter eingeschaltet.
Die Einlassungen des Toxikologen Burkhard Stormanns, dass die Feinstäube
sich nicht relevant erhöhen und die Krankheitswahrscheinlichkeit
"deutlich unter der Relevanzschwelle" liege, vermochten die
Müllverbrennungsgegner nicht zu überzeugen. "Mit der Anlage ist das
Risiko höher als ohne die Anlage", lautete eine einfache Rechnung.
"Liebe Politiker, ich bin entsetzt, dass sie sich hinter den Gutachten
verstecken", rief Thomas Oppel von der Bürgerinitiative und brachte das
Beispiel von der Müllverbrennungsanlage in Hannover-Lahe. Hier war es
vor kurzem bereits zu einem Störfall gekommen, als sich die Anlage noch
im Probebetrieb befand. Walter Kulisch vom Gewerbeaufsichtsamt
Oldenburg, der die Verhandlungsrunden bislang souverän leitet, wies
darauf hin, dass einBypass an der Rauchgasreinigung, der in Hannover
Ursache des Störfalls war, nicht mehr genehmigt wird. "Sie können keinen
Störfall ausschließen", hieß es aus den Reihen der Verbrennungsgegner.
Auf die Frage nach der Zahl der Arbeitsplätze, die in der
Müllverbrennungsanlage entstehen, sagte Projektleiter Andries A. Adema:
"Damals, bei drei Linien, haben wir mit etwa 100 gerechnet. Jetzt bei
zwei Linien sind es 65 bis 70 Mitarbeiter." Adema betonte, dass nicht
daran gedacht werde, polnische Leiharbeiter einzusetzen.
Am heutigen Donnerstag wird die Erörterung der 1507 Einwendungen gegen
die geplante Müllverbrennungsanlage im Europark fortgesetzt. Ob die
vielen Proteste und Bedenken sowie die Appelle der Verbrennungsgegner an
die Behörde Wirkung zeigen, wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt auf
Behördenebene entschieden. Fest steht, dass in diesen Tagen vieles
verhandelt wird, dass für die Entscheidung über eine Genehmigung
überhaupt nicht relevant ist. Etwa die Frage, ob es einen Bedarf für die
Anlage gibt, oder das Ergebnis der Bürgerbefragung für die früher
geplanten Müllverbrennungsanlagen. Ein Vertreter des
Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg sagte gestern morgen: "Bei Vorliegen der
Genehmigungsanforderungen ergibt sich ein Anspruch auf Genehmigung."
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UP
08.06.2005
08.06.2005
Gellendes
Pfeifkonzert für Stegemann
Erörterung Gestern startete der mehrtägige
Beratungsmarathon zur Müllverbrennung
Die Beratungen
der Einwendungen gegen die geplante Müllverbrennungsanlage auf dem
Gelände der Firma BBE im Europark werden mehrere Tage dauern. Darauf
haben sich die Beteiligten zu Beginn des Erörterungstermins gestern
Morgen in Emlichheim eingestellt. Begleitet wurde der Auftakt der
Beratungen von knapp 500 Demonstranten und Zuhörern.
von manfred Münchow
Emlichheim – Bereits vor dem Start der Erörterungen macht die
Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung mit einigen Hundert Demonstranten
noch einmal Stimmung gegen den Bau der Müllverbrennungsanlagen.
Transparente und Lautsprecherdurchsagen zeugen vom Protest der
Emlichheimer und der Niederländer.
Knapp 500 Interessierte strömen dann in die Vechtetalhalle, um den Start
der Beratung der Einwendungen zu begleiten. "Der erste Störfall",
schallt es von den Rängen, als es mit den Mikrofonen nicht gleich auf
Anhieb klappt. Insgesamt 1507 Einwendungen gegen den geplanten Bau der
Müllverbrennungsanlage mit zwei Linien zu je 185000 Tonen Abfall werden
in diesen Tagen in der öffentlichen Veranstaltung erörtert.
Auf wessen Seite die überwiegende Mehrheit in der Halle steht, wird
gleich zu Beginn klar. In der Vorstellungsrunde werden
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann und der Projektleiter des
Antragstellers, Andries Adema, mit einem gellenden Pfeifkonzert bedacht.
Die Verbrennungsgegner werfen Stegemann vor, sich ihrer Ansicht nach
nicht energisch genug gegen den Bau der Verbrennungsanlagen einzusetzen.
Zunächst werden grundsätzliche Verfahrensfragen geklärt, bevor ab Mittag
die Erörterung der 1507 Einwendungen beginnt. Die Vertreter des
Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg, die das Verfahren durchführen, geben
sich offensichtlich Mühe, auf die Wünsche und Belange der Einwender
soweit wie möglich einzugehen. Wünsche nach Änderung der Tagesordnung
werden berücksichtigt. Dolmetscher übersetzen wichtige Teile der
Einführung ins Niederländische.
Für etwas Verwirrung sorgen die Vertreter der Antragsteller für die
geplante Müllverbrennungsanlage mit der Ankündigung, man wolle erst
abwarten, was genehmigt wird, und dann entscheiden, was gebaut wird.
Klar zu sein scheint Folgendes: Auf dem Gelände des Unternehmens BBE auf
deutscher Seite des Europarks ist die Zweieranlage für jeweils 185000
Tonnen Müll beantragt. Die ursprünglichen Planungen für eine Anlage mit
drei Linien an einem anderen Standort im Europark ruhen derzeit. Hier
waren zwei Müllöfen auf deutscher Seite und ein Ofen auf
niederländischer Seite geplant. Andries Adema macht deutlich, dass an
den Planungen für die Anlage auf niederländischer Seite festgehalten
wird. Wird alles genehmigt, entstehen im Europark nach dem derzeitigen
Stand zwei Anlagen. Darüber wird jedoch noch nicht in diesen Tagen
entschieden.
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UP
24.05.2005
Vorbereitungen für
Erörterungstermin angelaufen
Müllverbrennung Einwänder können sich ab
Dienstag, 7. Juni, in der Vechtetalhalle zu Wort melden
Emlichheim/AB/DA – Knapp 20 Bürger
haben am Dienstag bei einer Sitzung des Samtgemeinderats im Haus
Ringerbrüggen ihrem Ärger über die Entwicklung in Sachen
Müllverbrennung Luft gemacht. Sie kritisierten das Verhalten der
Ratsmitglieder, die ihrer Meinung nach den Bürgerwillen weiterhin
missachten und keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen hätten, um die
Projekte im deutsch-niederländischen Gewerbegebiet Europark und im
Ortskern von Emlichheim zu verhindern. Zudem betreibe die Samtgemeinde
eine unzureichende Informationspolitik.
Hohe Wellen hatte in diesem Zusammenhang im April ein Beitrag der
Kinder-Nachrichtensendung "logo!" geschlagen. Der Kinderkanal (KI.KA.)
hatte über die geplanten Müllverbrennungsanlagen (MVA) im Europark
berichtet. Nach der Ausstrahlung der Sendung war
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann von einigen Bürgern
vorgeworfen worden, ein Interview abgelehnt zu haben – Stegemann hatte
dies mehrfach dementiert. Auf der Ratssitzung verlas der
Samtgemeindebürgermeister nun eine Mitteilung des Fernsehsenders.
Darin wird Stegemanns Darstellung bestätigt, wonach es allein die
Entscheidung der Redaktion gewesen sei, ihn nicht an der "logo!-Redezeit"
zu beteiligen.
Unterdessen laufen in Emlichheim und in Oldenburg bereits die
Vorbereitungen auf die Anhörung der Einwendungen gegen die MVA. Das
Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg, das das Genehmigungsverfahren von der
aufgelösten Bezirksregierung übernommen hat, lädt zu der öffentlichen
Veranstaltung am Dienstag, 7. Juni, ab 10 Uhr in die Vechtetalhalle
ein. Dabei können alle Einwänder noch einmal öffentlich ihre Bedenken
äußern.
Zur Vorbereitung und Information über den Ablauf des
Erörterungstermins lädt die "Bürgerinitiative (BI) Müllverbrennung im
Europark" am Montag, 30. Mai, zu einer Infoveranstaltung ein. Sie
beginnt um 20 Uhr ebenfalls in der Vechtetalhalle. Nach Informationen
des Gewerbeaufsichtsamts Oldenburg sind aus Deutschland und den
Niederlanden zusammen rund 1500 Einwändungen gegen die MVAs
eingegangen.
Beim Erörterungstermin wird zunächst das Vorhaben vorgestellt. Wie
berichtet, plant die Firma Beton- und Bewehrungscenter Europark (BBE)
auf ihrem Betriebsgelände im Europark den Bau einer MVA, in der bis zu
360000 Tonnen Müll pro Jahr verbrannt werden sollen. Danach können die
Einwänder noch einmal ihre Bedenken vortragen. Anschließend nehmen der
MVA-Projektleiter bei der Firma BBE, Andries Adema, und die
verschiedenen Gutachter zu den Einzelthemen Stellung.
Auf dem Podium sitzen Vertreter der Gewerbeaufsichtsämter Oldenburg
und Osnabrück, des Landkreises, der Samtgemeinde Emlichheim, der
Gemeinde Laar, der Povinz Drenthe und der Gemeente Coevorden. Der
zuständige Sachbearbeiter in Oldenburg rechnet damit, dass die
Erörterung in Emlichheim zwei bis drei Tage dauern wird.
In einer gestern verbreiteten Erklärung kritisiert die BI, dass die
Samtgemeinde darauf verzichte, "zur Wahrung der Interessen der
Einwohner fachlich qualifizierte Vertreter und Gutachter zum
Erörterungstermin zu entsenden". In dieser Pflicht hätte sie sich nach
Ansicht der MVA-Gegner nach dem deutlichen Votum der Bürgerbefragung
sehen müssen. Im Frühjahr 2004 hatten mehr als 90 Prozent der
Einwohner den Bau von Müllverbrennungsanlagen im Europark abgelehnt.
Die BI wird beim Erörterungstermin von einem Sachverständigen und
einem auf solche Verfahren spezialisierten Anwalt unterstützt.
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UP
16.05.2005
Bürgerinitiative Müllverbrennung / Vuilverbranding im Europark e.V.
Pressemitteilung
Infoveranstaltung zum MVA
Erörterungstermin
Am Montag, den 30.05. wird die
Bürgerinitiative Müllverbrennung im Europark e.V. ab 20 Uhr in der
Aula des Schulzentrums Emlichheim eine Informationsveranstaltung
durchführen. Hauptthema wird der am 7.6. anstehende Erörterungstermin
im Genehmigungsverfahren der MVA im Europark sein.
Da wieder nicht zu erwarten ist, dass Politik und Verwaltungschef der
Samtgemeinde ihrer Pflicht nachkommen werden die Interessen der
Bevölkerung zu vertreten, informiert die BI über den Ablauf des
Erörterungstermins.
Darüber hinaus sollen Aktionen besprochen werden die geeignet sind den
eindeutigen Bürgerwillen noch einmal öffentlich darzustellen.
Da mit einer langen Dauer der Verhandlungen
auch die Kosten für die Anwälte und Gutachter steigen, während die
Politiker ihre und die Interessen des Investors mit unseren
Steuergeldern durchsetzen können, ruft die BI noch einmal alle
Menschen zur Spende auf.
All jene die ihr Recht auf leibliche Unversehrtheit und eine
unbelastete Zukunft für ihre Kinder sichern wollen, müssen aus eigener
Kraft gewährleisten, dass Gutachter und Anwalt der Bürgerinitiative
über die ganze Verhandlung hinweg anwesend sein können.
Die Bedeutung des Einwendungstermins ist enorm.
Außerhalb des gerichtlichen Klageweges ist dieser Verfahrensschritt
die letzte Möglichkeit die Anlagen zu verhindern.
Wir bitten also alle, die ihre eigene Zukunft
und die unserer Region nicht von den Machenschaften der
verantwortungslosen Politiker vernichten lassen wollen, abermals um
ihre Unterstützung gegen den Bau der Verbrennungsanlagen im Europark.
Sprechen sie weiterhin über das Thema und informieren sie Familie,
Freunde und Nachbarn.
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UP
12.05.2005
BBE
plant neben Müllverbrennung auch Sandabbau
Siliziumproduktion Späterer See als Kühlwasserreservoir? – Bislang
jedoch noch kein Antrag gestellt
Emlichheim – Beim Beton- und
Bewehrungscenter Europark (BBE), auf dessen Gelände zwei
Müllverbrennungsanlagen geplant sind, gibt es Bestrebungen, zwischen
dem grenzüberschreitenden Gewerbegebiet und dem Naturschutzgebiet "Loarscher
Bruch", Sand abzubauen. Das bestätigte gestern ein
Unternehmenssprecher der niederländsichen Westo Prefab Beton Systemen,
zu deren Unternehmensgruppe BBE gehört.
Dem Vernehmen nach geht es um eine Fläche von 44,5 Hektar, auf der ein
See mit einer bis zu 32 Hektar großen Wasserfläche entstehen soll. Der
Unternehmenssprecher betätigte, dass der entstehende See eine
Wassertiefe von bis zu 38 Meter haben soll.
Doch beim Landkreis liegt bislang noch kein offizieller Antrag für den
geplanten Sandabbau vor. Es hat jedoch bereits die so genannte
Antragskonferenz stattgefunden, auf der die Beteiligten absprechen,
welche Unterlagen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung einzureichen
sind.
Nach Angaben des Westo-Unternehmenssprechers Frank Duut soll der
künftige See als Kühlwasserreservoir für die geplanten
Müllverbrennungsanlagen dienen. darüber zeigt man sich beim
Grafschafter Bürger-Forum in Emlichheim verwundert. "Die sich derzeit
im Genehmigungsverfahren befindlichen Müllverbrennungsanlagen im
Europark bedürfen entsprechend den vorgelegten Plänen einer solchen
Kühlung nicht", heißt es in einer Pressemitteilung.
Bestätigt wurde von Seiten des Unternehmens, dass der zu entnehmende
Sand, wenn er denn genehmigt wird, zum einen für die Produktion von
Betonteilen bei BBE benutzt werden soll. Zum anderen soll der
hochwertige Sand zur Produktion von Silizium genutzt werden. Silizium
wird zum Beispiel zur Produktion von Auto-Glasscheiben benötigt. Die
Planungen des Unternehmens sehen vor, das Silizium selbst zu
produzieren und an Weiterverarbeiter zu vermarkten.
Die ins Auge gefasste Fläche ist im Flächennutzungplan der
Samtgemeinde nach deren Angaben als Sandentnahmegebiet ausgewiesen.
Vor etwa zehn Jahren ist dort bereits Sand entnommen worden. Der
daraus entstandene See bildet heute das Naturschutzgebiet "Loarscher
Bruch". Die weitere Sandentnahme zwischen dem Naturschutzgebiet und
dem Europark kommt daher für die Beteiligten nicht unerwartet. Neu ist
jedoch die Größenordnung. Bislang gab es Pläne für eine Sandentnahme
auf einer Fläche von etwa elf Hektar. BBE plant jetzt für eine Fläche
von 44,5 Hektar.
Da schauen die Naturschutzverbände mit Argwohn hin. Schließlich ist
das Naturschutzgebiet "Loarscher Bruch" auch Rastvogelgebiet für
Zugvögel. Doch die größte Sorge für Günter Klümper, Vorsitzender der
Kreisgruppe des Naturschutzbundes (Nabu), ist die mögliche
Folgenutzung eines Sandentnahmesees. Mit einer Nutzung als
Naturschutzgebiet könnte der Nabe leben. Doch es gint auch Gerüchte
über eine angestrebte touristische Folgenutzung. "Eine intensive
touristische Nutzung wäre das Aus für das Naturschutzgebiet ‘Loarscher
Bruch’", sagt Nabu-Kreisvorsitzender Günter Klümper.
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UP
16.04.2005
Stegemann & der KIKA
[
Leserbrief ] (Helga
Brünink)
[
Leserbrief ] (Renate
Wille-Braren)
Da überstürzten sich doch heute morgen bei mir die Ereignisse!
Den Leserbrief von Frau Brünink habt ihr ja sicher inzwischen alle
gelesen.
Parallel dazu erreichte mich mit der Post ein Brief vom
Samtgemeindebürgermeister höchstpersönlich.
Inhalt: 1. Das ZDF hat ihn ausgeladen
2. Ich solle meine Behauptung
der "Schwerpunktsetztung" richtig stellen -was auch immer das heißen
mag.
3. Ich solle der älteren
Bevölkerung, die "der gegenwärtig verantwortlichen Generation den
jetzigen Lebensstandart durch ihr
Wirken und Arbeiten möglich gemacht hat" gefälligst mehr Respekt
entgegen bringen .....
Und dann rief mich eine mit völlig fremde
Frau aus Veldhausen an, die wissen wollte, wer denn diese unverschämte
Frau Brünink wäre.
Es wäre ja wohl das letzte, wenn man in einer Zeitung nicht mehr seine
Meinung und seinen Eindruck der herrschenden politischen Situation
schreiben könnte.
Aber ich hätte ja wohl den Nerv der Damen und Herren getroffen.
Außerdem wolle sie jetzt sofort beim ZDF anrufen und wissen, wer denn
nun wem abgesagt habe.
Ergebnis: Beim ZDF laufen seit Freitag die Telefone mit Anrufen aus
Emlichheim heiß.
Fakt ist, das ZDF hat einen Termin mit Herrn Duut gemacht, diesen
Termin zur Gemeinde weitergeleitet und
STEGEMANN HAT ABGESAGT!!
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UP
12.04.2005
BI Hannover gegen
Müllverbrennungsanlage
Medien-Info
mit der Bitte um Veröffentlichung
Hannover, den 12.4.2003
Stilllegung der Müllverbrennungsanlage in Hannover-Lahe gefordert
Die Fakten demonstrieren für uns
Auf der gestrigen internen Sitzung der Bürgerinitiative Hannover gegen
Müllverbrennung wurde erneut über den Störfall am 24.3.05 sowie über die
inzwischen bekannt gewordenen Störfälle beraten.
Daraus ergeben sich aus Sicht der BI die folgenden Forderungen:
Die BI fordert die Stilllegung der Anlage bis zur abschließenden Klärung
der Genehmigung durch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Die
Genehmigung zum Sofortvollzug ist zurückzuziehen. Die inzwischen
aufgelöste Bezirksregierung (jetzt Gewerbeaufsichtsamt) als
Genehmigungsbehörde hatte zu Unrecht bereits im Vorbescheid ein
positives Gesamturteil ausgesprochen, was sich unmittelbar auf alle
weiteren Genehmigungsschritte ausgewirkt hat. Schon im Vorfeld der
Genehmigung wurde von der BI die mangelhafte Prüfung der
Antragsunterlagen durch die Bezirksregierung beanstandet, der
offensichtliche Fehler in den Antragsunterlagen nicht aufgefallen
sind. Den entsprechenden Hinweisen seitens der Kläger im
Widerspruchsverfahren ist die Bezirksregierung damals nicht
nachgegangen.
Die Genehmigung zur Errichtung der MVA wurde auf der Grundlage falscher
und lückenhafter Antragsunterlagen vorgenommen. Berechnungen wie z.B.
Emissionsmassenströme und Schornsteinhöhe sind nachweislich
falsch, wie inzwischen von der BI durch Gutachten belegt wurde. Wie sich
inzwischen leider herausgestellt hat, ist auch die Störfallbetrachtung
höchst unzureichend.
Die BI fordert für die Zulassung der Wiederinbetriebnahme eine völlige
Neukonzeption der Rauchgasreinigung mit dem Rückbau des Bypasses und
einer entsprechend geprüften und erteilten Genehmigung. Eine Genehmigung
der Anlage mit einem Bypass hätte nicht erfolgen dürfen,da nicht nur
Staubstörfälle Schwachstellen eines Bypasses sind, sondern bekannt ist,
dass Anlagen mit Bypass im Anfahrbetrieb auch häufig stark erhöhte
Dioxinwerte aufweisen. Ein Verschweißen des Bypasses, wie es inzwischen
erfolgt sein soll, hält die BI für ganz und gar nicht ausreichend als
Vorsorge zur Verhinderung weiterer Störfälle. In einer hochtechnischen
Anlage erscheint dieses Verfahren von „vorgestern“ und wirkt damit nicht
beruhigend, sondern deutlich beunruhigend in seinen eventuellen
Auswirkungen.
Die BI fordert den Rückbau des Bypass, sowie eine Umstellung des
Anfahrbetriebs der Anlage. Mit einer Neukonzeption der
Rauchgasreinigungsanlage könnten auch die Forderungen der BI nach sehr
deutlicher Reduzierung der Schadstoffe bis weit unter die derzeit
zulässigen Grenzwerte erfüllt werden, wie dies in einigen anderen
Anlagen schon selbstverständlich ist.
Die BI fordert eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle mit Benennung der
Verantwortlichen. Leider hat sich nach den Vorfällen herausgestellt,
dass weder die Betreiber der Anlage, noch die Region Hannover oder die
Gewerbeaufsicht willens oder in der Lage sind, die Vorfälle zeitnah
aufzuklären. Von Seiten des Betreibers wurden am
24.3.2005, lange nach bekannt werden des Störfalls ein Vorkommen
negiert.
Erst als durch die Feuerwehr die MVA als Verursacher nachgewiesen wurde,
war die BKB bereit, zu den Vorfällen zu stehen.
Weitere Störfälle wurden vehement verneint.
Nach dem von anderer Stelle die Protokolle geprüft wurden, kam es zu dem
Zugeständnis, dass es weitere Vorfälle dieser Art gegeben hat.
Zusätzlich ist der BKB vorzuwerfen, dass sie immer wieder versucht, sich
aus der Verantwortung zu ziehen, zunächst, indem auf menschliches
Versagen von Mitarbeitern verwiesen wurde, anschließend wurde der
Anlagenbauer Alstom als allein Verantwortlicher bezeichnet. Die BKB
Hannover hat die Genehmigung für diese Anlage beantragt und ist nach
Ansicht der BI Betreiberin der Anlage auch im Probebetrieb und damit
auch Verursacherin der Störfälle.
Die BI fordert die vollständige Veröffentlichung aller Messprotokolle
seit Inbetriebnahme der Anlage sowie eine dazugehörende
Verbreitungsanalyse der Schadstoffe durch ein unabhängiges
meteorologisches Institut sowie eine vollständige Veröffentlichung der
Analysewerte Die Verschleierungsversuche im Nachtrag zu den Störfälle
haben das Vertrauen der BI in die Betreiberin der Anlage endgültig und
vollständig zerstört.
Die BI wird ihrerseits einen Toxikologen mit einer Bewertung der
Vorfälle beauftragen, um sicher sein zu können,
dass sie die Beurteilung der Störfalle durch einen unabhängigen
Gutachter erhält.
Sowohl die Region Hannover als auch das Gewerbeaufsichtsamt lassen es an
der notwendigen Sorgfalt fehlen und
zeigen zu dem nach wie vor ein völlig unangemessenes Vertrauen zur
Betreiberfirma BKB Hannover.
Die BI fordert: Die Erstellung eines Störfallplanes durch die Region
Hannover.
Die Störfälle haben leider gezeigt, dass die Region Hannover vollständig
überfordert war.
Schon am 1. Tag, als der Störfall bekannt wurde, hätten großräumige
Probennahmen der Oberfläche verfolgen
müssen. Stattdessen wurde eine einzige Probe des Staubes genommen, die
für eine vollständige Analyse aller
Schadstoffe nicht ausreichte. Erst später nahm die Region Hannover
Bodenproben der oberen 10 cm
Bodenschicht. Eine solche Bodenschichtprobe ergibt zwar eine Aussage
über die allgemei-ne Qualität des Bodens, hat aber keinerlei Bezug auf
den aktuellen Störfall, der sich als stark belasteter Staub auf der
Oberfläche des Bodens niedergelegt hat.
Sollten hier möglicherweise besorgniserregende Schadstoffkonzentrationen
an der Oberfläche mit normalem Bodenmaterial
verdünnt werden? Die BI befürchtet hier eine Vertuschung und
Verharmlosung der Vorfälle durch die Region Hannover, für die es keine
nachvollziehbare Erklärung gibt.
Die BI fordert personelle Konsequenzen im Gewerbeaufsichtsamt. Auf der
ersten Sitzung der BI nach dem Störfall wurde von dem GAA darauf
hingewiesen, dass die personelle Situation im GAA eine bessere Aufsicht
unmöglich macht. Hier sind dringend Konsequenzen zu ziehen, durch mehr
und besser motivierte MitarbeiterInnen, die nicht Dienstleister der
Wirtschaft, sondern Bewahrer der Sicherheit der Bevölkerung sind.
Die BI fordert vollständige Schadensersatzleistungen durch die BKB für
die körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen durch die Störfälle
sowie für die entstandenen finanziellen und sächlichen Schäden. Durch
die Störfälle ist des nicht nur zu Sachschäden gekommen.
Viele AnwohnerInnen klagen immer noch über gesundheitliche wie auch
seelische Beeinträchtigungen. Hier geht es nicht nur um Lackschäden am
Auto, sondern um die Beschädigung des persönlichen Umfeldes, das
Geborgenheit ausstrahlen
soll und nun mit Schadstoffen verseucht wurde.
Die Anwohner/Innen müssen so weit wie irgend möglich wieder ruhig und
sicher leben können, dazu gehört neben anderen
Schadensersatzleistungen z.B. auch die Auskofferung der Böden sowie der
Ersatz des Bewuchses der Gärten, damit dort Kinder wieder ungefährdet
spielen können.
V.i.S.d.P. Felicitas Weck
Felicitas Weck
Wedekindstr. 28 – 30161 Hannover
Homepage:
www.hannover-gegen-muellverbrennungsanlage.de
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UP
09.04.2005
Stegemann
widerspricht KI.KA
EMLICHHEIM – Samtgemeindebürgermeister
Hildebrand Stegemann betont, dass er dem Kinderkanal durchaus für ein
Interview zur Verfügung gestanden habe.
Es sei allein Entscheidung der Fernsehredaktion gewesen, ihn nicht an
einem Gespräch für die Kindernachrichtensendung "logo!" teilnehmen zu
lassen.
Der Kinderkanal hatte am Nachmittag über die geplanten
Müllverbrennungsanlagen im Europark berichtet.
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UP
08.04.2005
Müllverbrennung
einfach erklärt
FERNSEHEN Nachrichtensendung "logo!"
berichtet heute ab 16.50 Uhr im KI.KA
Seit Monaten
beobachtet Marvin Hackfort aus Laar den Streit um die geplanten
Müllverbrennungsanlagen im Europark. Ganz schön kompliziert, meint der
Zwölfjährige. Er hat daher beim Kinderkanal angerufen und gefragt, ob
das nicht auch einfacher ginge. Am Mittwoch hat Marvin einem Fernsehteam
erklärt, warum er die Müllverbrennung ablehnt. Seine "logo!-Redezeit"
läuft heute ab 16.50 Uhr im Kinderkanal.
Laar/AB – "Wir haben uns echt angestrengt, damit die MVA nicht gebaut
wird", berichtet Marvin und hält eine Mappe mit GN-Zeitungsberichten in
die Kamera. Katja Fuchs lächelt, aber so richtig zufrieden ist sie noch
nicht: "Vielleicht kannst du uns das noch einmal erzählen?" fragt die
Redakteurin und erklärt: "Hier weiß jeder, dass MVA
Müllverbrennungsanlage bedeutet. Aber die Kinder vor dem Fernseher
kennen diese Abkürzung nicht." Kein Problem: Marvin sitzt ganz entspannt
auf einem Reifen und wiederholt den Satz wie ein echter Profi.
Es hat einen guten Grund, warum der Zwölfjährige das ZDF-Team
ausgerechnet auf den Spielplatz hinter seinem Elternhaus am Brink
geführt hat. "Sollte mit der Müllverbrennung mal was schief gehen, werde
ich hier ganz sicher nicht mehr spielen können", befürchtet Marvin und
erläutert: "Vor ein paar Tagen hat es in Hannover schon einen Unfall in
einer MVA gegeben. Dort sind jetzt viele Spielplätze gesperrt. Das darf
bei uns nicht passieren." Die geplanten Anlagen im Europark wären von
Marvin nur zwei, drei Kilometer entfernt. Daher sei es am besten, die
MVA erst gar nicht zu bauen, findet Marvin: "Aber wir haben es bisher
noch nicht geschafft, die Müllverbrennung zu verhindern."
Um seinem Ärger Luft zu machen, habe sich ihr Sohn schon vor gut einem
halben Jahr an den Kinderkanal gewandt, berichtet Petra Hackfort: "Dort
gibt es in den ,logo!’-Nachrichten die Rubrik Redezeit, in der Kinder
ihre Meinung sagen können und Erwachsene zur Rede stellen dürfen." Vor
einigen Wochen habe Marvin der "logo!"-Redaktion schließlich ausführlich
von seinem Problem berichtet. "Dabei war den Mitarbeitern sehr wichtig,
sich nur mit Marvin zu unterhalten", erzählt Petra Hackfort. So habe man
sich versichern wollen, dass es sich tatsächlich um ein Problem dreht,
das Kinder betrifft.
"Erst nachdem das geklärt worden ist, habe ich mit Erwachsenen
gesprochen", sagt Redakteurin Katja Fuchs, die bereits am Dienstag von
der ZDF-Zentrale in Mainz nach Laar gefahren war. Für den Dreh am
Mittwoch hatte die "logo!"-Mitarbeiterin ein Gespräch zwischen Marvin
und dem Pressesprecher der niederländischen Betreiberfirma "BBE"
vereinbart. Ihm durfte der Schüler auf dem Fabrikgelände im Europark auf
den Zahl fühlen und von seinen Sorgen berichten. Auf eine Meinung der
Samtgemeinde Emlichheim musste das TV-Team allerdings verzichten:
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann hatte den Dreh für die "logo!"-Redezeit
wegen Terminschwierigkeiten abgesagt.
Der Beitrag über die Müllverbrennungsanlagen im Europark läuft heute
Nachmittag um 16.50 Uhr im Kinderkanal. Der Sender, den ARD und ZDF
betreiben, stellt den Videoclip auch als Download ins Internet.
Die
Adresse lautet www.logo.tivi.de.
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UP
06.04.2005
BI-Informationen
Weitere Info zum Störfall
in Hannover-Lahe
Liebe Umweltaktive,
wie ihr sicherlich schon gehört habt, gab es kurz vor Ostern einen
Betriebsunfall in der neuen Anlage
MVA Hannover-Lahe. Während des Probe- und Einfahrbetriebes wurde über
einen Bypass, unter Umgehung
der Filteranlage, schadstoffhaltige Asche in die Umgebung geblasen.
Vorläufiger
MVA-Störfallbericht;
Region Hannover,
Fachbereich Umwelt vom 04.04.2005
Um auch die BKB zu dem Unfall zu hören (lesen) haben wir auf deren
Internetseiten nach dem Vorgang gesucht
und eine aktuelle, aber nichts sagende PM gefunden. (hier)
Im Interessant zu lesenden Zwischenbericht vom Bereitschaftsdienst des
Fachbereiches Umwelt der Region Hannover
ist dazu folgenden zu finden:
"Weitere Analyseergebnisse der Staub- und Bodenproben liegen zur Zeit
noch nicht vor, so dass eine Bewertung, ob Gefahren für die menschliche
Gesundheit bestanden oder bestehen, noch nicht möglich ist.
Das von BKB bekannt gegebene erste Analyseergebnis, „im Staub seien
keine Kohlenwasserstoffverbindungen gefunden“ geworden, erlaubt noch
keine belastbare Aussage, denn die Analyse betrifft Filterstaub aus der
MVA, ausgetreten ist jedoch Kesselstaub.(!!!)
Soviel zur Glaubwürdigkeit eines Entsorgungskonzerns, der die Abfälle
von Millionen von Menschen verbrennt !
Kein einziges Wort der Entschuldigung zu einem Unfall, der hunderte von
Menschen betrifft !
In Erfurt verzichtete auf Einwendungen von den Sachbeiständen Peter
Gebhardt und Klaus Koch
(für das Aktionsbündnis aus BUND, Grünen und PDS) der Anlagenbetreiber
freiwillig auf den Einbau eines zuvor
geplanten Bypasses !
Auf der Homepage der BKB fand sich jedoch eine ältere Aussagen für alle,
die sich mit der Verbrennung von hochkalorischen Abfällen auseinander
setzen müssen:
Hier ein Auszug aus der PM von BKB zu EBS-Abfällen: "Kritik an MBAs"
"Durch die Behandlung von Abfall entstehen 50 bis 60% heizwertreiche
Stoffe.
MBA-Betreiber rechnen durch den Vertrieb dieser Stoffe als
Ersatzbrennstoff mit einem hohen Gewinnpotenzial.
Doch ist die Verbrennung dieser Brennstoffe nicht nur umweltpolitisch
bedenklich, sondern auch aus technischen und wirtschaftlichen Gründen
hinterfragbar. Auch im BKB-Kraftwerk Buschhaus, das zu den
renommiertesten Anlagen zur Verbrennung von Ersatzbrennstoffen gehört,
wird dieses Material nicht eingesetzt, denn die hohe Chlorbelastung der
Brennstoffe führt zu Korrosion und damit zu Schäden im Kessel.
Auch die daraus erzeugte Schlacke kann aufgrund ihrer
Schadstoffbelastung nicht weiter genutzt werden.
Eine Möglichkeit ist, die heizwertreichen Fraktionen in Zementwerken zu
verbrennen.
Doch führt sie durch den saisonbedingten Betrieb der Werke kaum zu
Entsorgungssicherheit.
Zudem ist der Einsatz nur in Werken mit einer aufwändigen Wirbelschicht
möglich und erfordert außerdem eine ständige
Überwachung der Brennstoffe. Aufgrund des hohen Heizwertes der
MBA-Fraktionen ist die Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen nicht
wirtschaftlich." (vollständiger
Text hier)
BKB ist eine 100 Prozentige Tochter vom EON Konzern und verfügt
bundesweit z.Z. über einen Entsorgungsverbund von 1,5 Mio. Tonnen.
Aus dieser PM läßt sich auch ablesen, was für ein Machtkampf hinter den
Kulissen der Entsorgungsbranche tobt.
Die zukünftige Verbrennung von hochkalorischen Abfällen setzt weitere
MBAs und spezialisierte und aufwendigere Verbrennungsanlagen voraus,
(Wirbelschicht) die von den klassischen Verbrennern nicht gewollt wird.
Wir werden euch über die Unfall-Hintergründe weiter informieren !
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UP
25.03.2005
BI-Informationen
Schwerer Störfall
in der neuen Müllverbrennungsanlage Hannover-Lahe
Schon im Dezember kam es zu einem Störfall in
einer Biomasseanlage in Neuwied.
Aktuell kam es am Gründonnerstag
zu einem weiteren schweren Störfall,
dieses mal in der neuen Müllverbrennungsanlage Hannover-Lahe.
Die Gegend wurde mit einer weißlichen Staubschicht übersät.
Es handelt sich bei der Anlage um eine moderne, mit neuester
Rauchgasreinigung ausgerüstete MVA für Hausmüll.
Durch einen simplen Bedienungsfehler wurde die Rauchgasreinigung
umgangen und ungereinigte Abgase gelangten in die Umwelt.
Neben erheblichen Mengen an Feinstäuben,
die einen schmierigen Belag auf Häusern, Gärten und Fahrzeugen
hinterliessen, wurden große Mengen Quecksilber, Nitrite und Chlor
freigesetzt.
Anwohner klagten über Hautreizungen und Atembeschwerden. Die
zuständigen Behörden rieten den betroffenen Anwohnern mehrerer
Stadtteile, nicht in unmittelbaren Kontakt mit den Staubauflagerungen
zu kommen und Produkte aus ihren Gärten nicht zu verzehren.
Ein solcher Störfall kann ebenso in
Emlichheim auftreten.
Die Konsequenzen wären aber weitreichender:
durch die Vernichtung einer ganzen Ernte wäre die Existenz aller
Landwirte im Fallout-Gebiet gefährdet.
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UP
15.03.2005
Grüne fürchten
europaweiten Mülltourismus
Regionalkonferenz:
Klares Votum gegen neue Müllverbrennungsanlagen
Mit einem klaren Nein zum Neubau von
Müllverbrennungsanlagen im Weser-Ems-Raum ist am Wochenende eine
Regionalkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Nordhorn zuende
gegangen. Gerade die geplante Anlage im Emlichheimer Europark mache
deutlich, dass Müllverbrennungsanlagen einen europaweiten
Mülltourismus auslösen.
Das Thema Müllverbrennung und
Mülltourismus stand im Mittelpunkt der Regionalkonferenz, zu der
Delegierte aller Grünen-Kreisverbände aus Weser-Ems in Nordhorn
zusammenkamen. Intensiv diskutieren die Vertreter der Umweltpartei
über geplante Anlagen in Emlichheim, in Bramsche bei Osnabrück und in
Wiefels in der Wesermarsch. Es passe nicht zu einer umweltfreundlichen
Abfallpolitik, so das Ergebnis der Aussprache, sich des Problems
Abfall per Verbrennung zu entledigen .
Grundätzlich fürchten die Grünen, dass der Neubau von
Verbrennungsanlagen den Verwertungsdruck für recycelte
Verpackungsstoffe senkt. Sobald verbrannt wird, geht fast alles in
den Ofen , warnte der Abfall-Experte Hans-Otto Meyer-Ott aus Brake.
Gerade die geplanten Anlagen in Bramsche und Wiefels seien Ergebnis
eines Entsorgungskonzepts mit inakzeptabel niedrigen
Verwertungsquoten .
Die Grünen fordern stattdessen, vor
dem Hintergrund steigender Ölpreise die werkstoffliche Verwertung
von Verpackungsmüll zu steigern. Verbrannt werden dürften höchstens
die absolut nicht verwertbaren Reste. Das könne dann ortsnah in
vorhandenen Verbrennungsanlagen mit abgesicherter Einhaltung von
Grenzwerten geschehen. Die im Emlichheimer Europark geplanten
Anlagen lehnen die Grünen als Auslöser eines europaweiten
Abfalltourismus entschieden ab. Dort werde eben kein Müll aus der
Region verbrannt, um Deponieraum zu schonen. Vielmehr gehe es darum,
ein "europäisches Abfallzentrum" zu schaffen, in dem Abfall aus den
Niederlanden, Belgien, Spanien und anderswo verbrannt werde.
In der Niedergrafschaft habe die
Bevölkerung sich gegen die geplanten Müllverbrennungsanlagen
entschieden, und zwar sehr deutlich , meint der Grafschafter
Grünen-Politiker Dieter Kunert. Diesem Bürgervotum trügen die
politischen Entscheidungsträger nicht Rechnung.
Deshalb unterstützen die Grafschafter Grünen in vollem Umfang
das Nein der Emlichheimer Bürgerinitiative gegen die MVA-Pläne.
Zwei Vertreter der Initiative hatten
zuvor aus ihrer Sicht den Stand der Planungen erläutert und dabei
erneut schwere Vorwürfe gegen die Emlichheimer Kommunalpolitik
erhoben. Die Bevölkerung werde entgegen allen Ankündigungen bewusst
hintergangen und der Bürgerwille wird missachtet , erklärten Achim
Pape und Sabine Bastian.
Schon die vier beantragten Müllöfen seien
deplatziert und überdimensioniert.
Weil es kein Gesamtkonzept gebe, eröffneten die Planungen dem Investor
weitere unabsehbare Möglichkeiten. Damit werde die Unversehrtheit von
Leib und Leben den wirtschaftlichen Interessen eines Investors
geopfert.
Die Regionalversammlung empfahl der
Bürgerinitiative, juristisch prüfen zu lassen, ob bei der Aufstellung
des Bebauungsplans Umweltfragen hinreichend abgewogen wurden.
erschienen in der GN
am 15.02.2005 von Rolf Masselink.
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UP
08.03.2005
Müllverbrennung
Europark
Laar/Neugnadenfeld – Die
Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung im Europark lädt am Donnerstag,
10. März, in die Gaststätte Middendorf an der Dorfstraße 15 in Laar und
am Montag, 14. März, ins Comeniushaus am Zinzendorfplatz in
Neugnadenfeld zu einer Informationsveranstaltung ein.
Beide Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr.
Die Bürgerinitiative will über die Einwendungsmöglichkeiten gegen die
geplante Müllverbrennungsanlage im Europark und die umstrittenen
Grundstücksverkäufe informieren.
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UP
02.03.2005
Zwischen
Hartnäckigkeit und Ermüdung
Müllverbrennung Bürgerinitiative gibt sich kämpferisch und fordert zu
neuen Protestaktionen auf
Die Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung im Europark
hat auf ihrer ersten Jahreshauptversammlung eine durchwachsene Bilanz
gezogen. Vor rund 150 Mitgliedern versicherte der Vorstand am Montag in
der Schulaula, den Politikern der Samtgemeinde auch künftig "ordentlich
Steine in den Weg zu legen" – doch dazu bedürfe es weiter einer starken
Unterstützung aus der Bevölkerung.
EMLICHHEIM/AB – "Je länger wir das Verfahren hinauszögern können, desto
größer sind die Chancen, die Anlagen noch zu verhindern", meint Hermann
Borghorst, Pressesprecher der Bürgerinitiative.
Die Gegner vermuten nämlich, dass dem niederländischen Investor, der im
grenzüberschreitenden Europark zwei Müllverbrennungsanlagen plant, die
Zeit davonläuft: "Wir glauben, dass er unter großem Auftragsdruck steht.
Seine Geschäftspartner können ihren Müll ja nicht stapeln. Also muss er
die Anlagen möglichst schnell in Betrieb nehmen", erklärte Hermann
Borghorst und stellt klar: "Die Zeit läuft für uns."
Doch auch die Bürgerinitiative sieht sich derzeit Termindruck
ausgesetzt: Heute in drei Wochen läuft die Frist ab, beim Staatlichen
Gewerbeaufsichtsamt in Oldenburg, der früheren Bezirksregierung,
Einwendungen gegen den Antrag des Investors zu erheben.
Noch bis zum 9. März liegen die Pläne zur
Müllverbrennung unter anderem im Rathaus in Emlichheim aus.
Jeder Bürger kann bis zum 23. März eine
Einwendung gegen den Antrag einreichen. Ein solches Verfahren
war schon im vergangenen Jahr angewandt worden, als der Investor einen
ersten Antrag gestellt hatte.
Damals gingen bei der Bezirksregierung etwa 7000 Einwendungen ein.
"Es wäre schön, wenn wir das wiederholen könnten", sagte Daniela Kösters,
Rechtsexpertin der Bürgerinitiative. Sie weist darauf hin, dass der
Verein Muster-Einwendungen erstellt habe.
Es sei jedoch wichtig, jede Beschwerde mit einem persönlichen Grund zu
versehen: "Sechs bis sieben betroffene Sätze reichen aus."
Auch plattdeutsche Schreiben würden
berücksichtigt und könnten zu einer Verzögerung des
Verfahrens beitragen, erklärte Kösters. Die BI plant, die Einwendungen
zu sammeln und gebündelt einzureichen.
Von den zurzeit 233 Mitgliedern der Bürgerinitiative waren rund 150 in
der Schulaula erschienen. Viele wollten wissen, ob es überhaupt noch
Sinn mache zu protestieren.
Resignation sei auch keine Lösung, lautete die Antwort des Vorstands.
Mit Handzetteln und Unterschriftenlisten wolle der Verein künftig wieder
verstärkt informieren, motivieren und mobilisieren.
Angesichts einer verfehlten Informationspolitik der Samtgemeinde falle
dies aber schwer, räumte Vorstandsmitglied Uwe Beiderwellen ein.
Er warf den Politikern
vor, den Bürgerwillen nicht umzusetzen.
Kritik an der Samtgemeinde äußerte auch Renate
Wille-Braren, die als Kassenwartin einen Einblick in die Finanzen der
Bürgerinitiative gibt: Rund 35000 Euro hätten
die Gegner 2004 an Mitgliedsbeiträgen und Spenden gesammelt.
Ein Großteil des Geldes habe die Initiative für Gutachten und Anwälte
ausgegeben.
Im Gegensatz zur Samtgemeinde habe man allerdings sparsam gearbeitet.
Immerhin habe die Verwaltung mehr als 50000
Euro Steuergelder für Gutachten und die Bürgerbefragung "aus
dem Fenster geworfen", klagte Wille-Braren.
Damit die Bürgerinitiative ihre Arbeit effektiv fortsetzen könne,
appellierte sie an die Mitglieder, auch künftig zu spenden.
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UP
17.02.2005
Pressemitteilung der
BI
Stellungnahme des Gemeinderates Laar zum
Antrag der Fa. BBE zum Bau von 2 MVA
Am 17.02.2005 hat
der Gemeinderat Laar in öffentlicher Sitzung einstimmig
eine ablehnende Stellungnahme zu dem aktuellen Antrag der Fa. BBE, Bau
und Betrieb von 2 MVA im Europark, beschlossen.
Grund für diese
Ablehnung war neben erheblichen Bedenken hinsichtlich der
Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung vor allem das Ergebnis der
Bürgerbefragung vom Mai 2004. Damals hatte sich eine überwältigende
Mehrheit der Bevölkerung der Samtgemeinde Emlichheim gegen den Bau
jedweder MVA im Europark ausgesprochen.
Zum ersten Mal
in der Auseinandersetzung um die MVA hat damit ein politisches Gremium
der Samtgemeinde Emlichheim eindeutig und vorbehaltlos den Willen der
Bevölkerung umgesetzt!
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10.02.2005
Müll-Polit-Skandal in
Emlichheim
Müllklüngel jetzt
auch in der Grafschaft
Download der BI-Präsentation
(pdf-Datei)
Wie bereits in der BI-Informationsveranstaltung veröffentlicht und
erklärt
1. die offizielle öffentliche Pressemitteilung
des Aufsichtsrats der Europark GmbH
Der Aufsichtsrat
der Europark GmbH gibt bekannt, dass Herr Bert Bouwmeester,
Bürgermeister der Gemeente Coevorden, turnusgemäß den Vorsitz im
Aufsichtsrat der Gesellschaft übernommen hat. Stellvertreter ist der
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann.
In der Sitzung
des Aufsichtsrates der Europark GmbH am 26.05.2004 wurde
beschlossen, an die Bentheimer Eisenbahn die für die Erweiterung
des Euroterminals benötigten Flächen auf der deutschen Seite des
grenzüberschreitenden Gewerbe- und Industrieparks zu verkaufen.
Die
Bentheimer Eisenbahn plant, mit den Erweiterungsarbeiten des
Terminals umgehend nach Erhalt aller Mittelzusagen und
Vorlage der Genehmigungen zu beginnen. Künftig ist es unter
anderem möglich, den Warenumschlag für Züge von 700 m zu
garantieren.
Auch
das Beton- und Bewehrungscenter BBE hat die Bedeutung
der Gleisanlagen für den Warenverkehr erkannt und möchte
auf ihrem
Firmengelände einen privaten Gleisanschluss realisieren.
Zur Realisierung des für die BBE so wichtigen
Gleisanschlusses hat sie die Europark GmbH darum
gebeten, ihr die benötigten Flächen zur Verfügung zu
stellen. Außerdem fehlt es dem Unternehmen an
ausreichenden Lagerflächen für ihre Betonwerkteile. In
der Aufsichtsratssitzung wurde dieser Antrag beraten und
es wurde beschlossen, die benötigten Flächen an die BBE
zu verkaufen.
Allerdings ist der
Verkauf der Flächen mit der Bedingung versehen, dass
keine Müllverbrennungs- und Müllverwertungsanlagen sowie
keine Biomasseheizkraftwerke bzw. Müllheizkraftwerke
ohne Zustimmung der Europark GmbH errichtet werden
dürfen. Ebenso ist der Transport von Roh- und
Brennstoffen für derartige Anlagen untersagt. Diese
Bestimmungen sind im Grundbuch abzusichern.
Weiterhin hat sich der Aufsichtsrat damit
beschäftigt, ob die Europark GmbH der Firma BBE bzw.
der Firma EVI die Flächen für die geplante
Müllverwertungsanlage zur Verfügung stellen soll.
Der Aufsichtsrat sieht keine Notwendigkeit, über den
Verkauf von Grundstücken an die Investoren der
Abfallverwertungsanlagen zu beschließen, weil noch
verschiedene Dinge zu klären sind, wozu u.a. auch
die Klärung rechtlicher Fragen gehört.
2.
der wirkliche
Vertrag zwischen der Europark GmbH und der BBE



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24.01.2005
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20.01.2005
Fast
2000 Kubikmeter Beton werden in die Erde gepumpt
Prokon-Werk Bauarbeiten sind gestern gestartet
Emlichheim/MM – Mit der Pfahlgründung
haben gestern die Bauarbeiten für das Biomasseheizkraftwerk der Firma
Prokon-Nord in Emlichheim begonnen.
Ein mächtiges Bohrgerät des Unternehmens Jacbo mit Sitz in Schüttorf und
Köln dringt 120 Mal bis zu Tiefen zwischen 17 und 22,5 Metern vor, die
72 Zentimeter durchmessenden Bohrlöcher werden mit Beton gefüllt.
Nachdem die Vermessungsingenieure die Bohrpunkte markiert haben, sind
jetzt die Spezialisten von Jacbo am Werk.
Das 92 Tonnen schwere fahrbare Bohrgerät wird über dem eingemessenen
Punkt ausgerichtet, dann treiben 850 PS die 22,5 Meter lange
Bohrschnecke in die Erde. "Computergesteuert, erschütterungsfrei und
kontinuierlich digital überwacht", heißt es von Seiten des Unternehmens.
Man kann sich ständig den unterschiedlichen Bodenverhältnissen anpassen.
Das Gerät ermöglicht durch seine Bauart einen schnellen Arbeitsablauf.
Wenn die Bohrschnecke die gewünschte Tiefe erreicht hat, wird durch das
Zentralrohr der Schnecke Beton in das Pfahlloch gepumpt. Durch den
entstehenden Überdruck öffnet sich die Verschlussklappe an der
Bohrspitze und der ausströmende Beton drückt die Bohrschnecke gemeinsam
mit dem zu fördernden Bohrgut automatisch und drehungsfrei an die
Oberfläche. Dabei wird der Betondruck digital kontrolliert und kann
gegebenenfalls erhöht werden. Damit sollen Einschnürungen des
Pfahldurchmessers vermieden werden.
Zur Bewehrung werden sechs Meter lange Stahlkörbe von oben in den
frischen Beton eingerüttelt. Durch das Rütteln wird der Beton am
Pfahlkopf nochmals verdichtet. Abschließend wird zum Schutz vor Schmutz
und Austrocknung eine Folie angebracht.
Für Jacbo-Geschäftsführer Arij J. W. Lambo ist Emlichheim kein
unbekannter Arbeitsplatz. Für den mächtigen Silo der Emsland-Stärke in
unmittelbarer Nachbarschaft des künftigen Biomasseheizkraftwerkes der
Firma Prokon-Nord hat Jacbo ebenfalls die Pfahlgründung erledigt. In
etwa zwei Wochen sollen die Gründungsarbeiten für das neue Kraftwerk
abgeschlossen sein.
"Bis dahin sind fast 2000 Kubikmeter Beton in die Erde gepumpt", sagt
Arij J. W. Lambo. Danach geht es auch die nächste Baustelle. Schließlich
muss sich das 1,5 Millionen Euro teure Bohrgerät auch bezahlt machen.
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17.01.2005
Ein Jahr des
Widerstands, eine Bilanz
Nach nunmehr einem
Jahr der deutlichen Ablehnung einer MVA-Ansiedlung im Europark, sieht
sich die Bevölkerung unverändert der Bedrohung durch Schadstoffe,
Verkehrsbelastungen, indirekten Arbeitsplatzverlusten und sinkenden
Immobilienpreisen ausgesetzt. Die Zukunft unserer Samtgemeinde steht auf
dem Spiel und die Politiker handeln weiterhin gegen alle Sachargumente.
Keiner der verantwortlichen Politiker der betroffenen Gemeinden, der
Samtgemeinde oder des Kreises hat bislang irgendetwas unternommen, um
den Bürgerwillen umzusetzen.
Am 29.Dezember 2003 vergangenen Jahres demonstrierten mehr als
15oo Menschen bei strömenden Regen und eisigen Temperaturen um ihren
Sorgen Ausdruck zu geben und um von den Politikern verantwortungsvolles
Handeln zu fordern. Ein noch nie da gewesener Widerstand gegen den
Wahnsinn der damals geplanten 4 Anlagen.
Zur so genannten "Informationsveranstaltung" der Samtgemeinde am 02.
Februar 2004 wurden über 45oo Unterschriften gegen das
geplante Projekt Samtgemeindebürgermeister Stegemann übergeben. Im
Laufe des Genehmigungsverfahrens wurden ca. 7ooo Einwendungen
gegen das Projekt bei der Bezirksregierung eingereicht.
Da die Politiker nicht von ihren Plänen ablassen wollten, erfolgte eine
Bürgerbefragung mit einer überwältigenden Ablehnung der
Verbrennungsanlagen. 92,7% der Wähler stimmten gegen jede Form
von MVA.
Von allen politisch
verantwortlichen Parteien wurde sowohl im Vorfeld als auch nach der
Bürgerbefragung versprochen, den Bürgerwillen zu berücksichtigen,
zu respektieren und umzusetzen.
Dabei war noch unmittelbar vor der Abstimmung, von Seiten der
Samtgemeinde mit gezielten Falschinformationen versucht worden,
die Bevölkerung zu beeinflussen. So wurde z.B. versprochen, zur
zweiten Informationsveranstaltung der Samtgemeinde die Namen von Firmen
zu nennen, die sich nach dem Bau der MVA im Europark ansiedeln würden.
Es wurde behauptet, dass diese Firmen bekannt seien.
Solche Firmen hat es niemals gegeben
und gibt es bis heute nicht.
Auch wurde
behauptet,
dass es verbindliche, schriftliche Vereinbarungen mit dem Investor gäbe,
die mit hohen Kosten für die
Gemeinde nachverhandelten Schadstoffhöchstwerte einzuhalten.
Eine solche
verbindliche Vereinbarung ist nie abgeschlossen worden.
Die Werte sind bis heute nicht Gegenstand des Genehmigungsverfahrens.
Als jüngste Maßnahme wurde mit hohem finanziellem Aufwand der
Flächennutzungsplan durchgesetzt, indem die Bebauungsplanänderungen der
Gemeinde Laar juristisch angezweifelt wurden. Nach Alternativen zu einer
Änderung wurde nicht gesucht, obwohl laut Gutachter dazu Möglichkeiten
bestanden. Bis heute sehen die Verantwortlichen keinen Anlass, sich um
eine Änderung des regionalen Raumordnungsprogrammes zu bemühen.
Dabei hat sich mittlerweile gezeigt, dass die Vorgaben des
Raumordnungs-programmes zwar die Planung des Europark beeinflussen,
eine zwingende Notwendigkeit diesem zu folgen, wie es von der
Samtgemeinde vorgetragen wird, ergibt sich daraus aber nicht.
Für die Bevölkerung positive Interpretationen der Formulierungen
wurden nicht in Erwägung gezogen.
Fakt ist, dass kein
Samtgemeinderatsmitglied zu einer kritischen Betrachtung der
katastrophalen Folgen, die der Beschluss des Flächennutzungsplanes
auslöst, bereit war.
Die Chance, über
Bebauungsplanänderungen, bzw. Abänderungen im Flächennutzungsplan eine
endgültige Lösung zum Wohl der Bevölkerung zu erreichen wurde mit
einstimmigem Wahlergebnis von allen Politikern des
Samtgemeinderates verhindert.
Darüber hinaus
hatte keines der Ratsmitglieder den Mut und das
Verantwortungsbewusstsein, die Ratsentscheidungen zur Unterstützung der
MVA-Planung zurückzunehmen.
Entgegen der
Behauptung, das Projekt nicht weiter zu verfolgen, wurden hinter den
Kulissen von Politik und Verwaltung weiter die Bestrebungen des
Investors unterstützt.
Unverändert
befürworten alle Fraktionen den Bau der MVA.
Der aktive,
konsequente und beharrliche Widerstand durch die Bevölkerung und die
Bürgerinitiative hat bisher den Bau der MVA verhindert.
Damit die
Bestrebungen des Investors und der Politiker nicht zum Erfolg führen,
ist weiterer Widerstand auch im nächsten Jahr absolut notwendig.
Die Bedrohung
für die Bevölkerung besteht auch bei den neu beantragten MVA.
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15.01.2005
Bürger wollen Partei
gründen
Emlichheim – Eine Gruppe politisch
interessierter Bürger aus der Niedergrafschaft will unter dem Namen "Grafschafter
Bürgerforum" eine unabhängige Wählergemeinschaft bilden. Das haben sie
nach eigenen Angaben vor einigen Tagen bei einem Treffen in Emlichheim
beschlossen. Ziel ist es, "die Menschen in der Region an der politischen
Entscheidungsfindung zu beteiligen", heißt es in einer gestern
verbreiteten Mitteilung. Das "Grafschafter Bürgerforum" will nach
eigenen Angaben dafür sorgen, dass in Zukunft Entscheidungen nicht
hinter verschlossenen Türen gefällt, sondern von den betroffenen
Menschen mitgestaltet und mitgetragen würden. "Das Forum sieht es als
seine Hauptaufgabe, alle Bürgerinnen und Bürger über kommunalpolitische
Themen sachkundig zu unterrichten und insbesondere bei wesentlichen
Entscheidungen Instrumente wie zum Beispiel Bürgerbefragung oder
Bürgerentscheid einzusetzen", heißt es weiter. Alle Grafschafter seien
eingeladen, ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Die
Gründungsversammlung soll am Montag, 14. Februar, um 20 Uhr im Saal der
Gaststätte Dreher in Emlichheim über die Bühne gehen. Hinter der
politischen Initiative stehen auch Mitglieder der Bürgerinitiative, die
seit mehr als einem Jahr gegen den Bau von Müllverbrennungsanlagen im
Europark kämpft.
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20.12.2004
Vom guten Umgang
miteinander
In jüngster Zeit liest man in der Presse wieder gehäuft von Forderungen
unserer Politiker, der Stil in der Auseinandersetzung um die MVAs in
Emlichheim müsse sich ändern.
Dem kann ich nur zustimmen!
Ich möchte heute einen besonderen Aspekt der Auseinandersetzung
beleuchten, und zwar den der Lüge.
Hier einige Zitate:
Henk Jakobs im Fernsehinterview Dez.2003:
" Wir werden eine saubere Anlage bauen" - er hat gelogen.
Hildebrand Stegemann im April 2004:
"In der Vechtehalle werden alle Bürger die Möglichkeit haben, ihre
Fragen zu stellen.
Dort werden wir sie dann auch beantworten" - er hat gelogen.
Henk Jakobs im April 2004:
"Wir werden die Nachbesserungen in die Antragsunterlagen aufnehmen und
bei der Bezirksregierung in Oldenburg einreichen." - er hat gelogen.
Heinz Küter-Luks (der Mann, der Generationen
von Emlichheimer Schülern im Fach RELIGION unterrichtet hat)
auf meine Frage, wie verbindlich die
angekündigte Bürgerbefragung sein wird:
"Sie können mir glauben, dass das keine Luftnummer wird." - er hat mir
ins Gesicht gelogen.
Reinhold Hilbers (MdL) zum gleichen Thema im
Telefongespräch mit meinem Mann:
"Sie können mir glauben, das wird keine Luftnummer." - siehe oben -
Heinz Küter-Luks nach der Bürgerbefragung:
"Wir werden den Ausgang der Bürgerbefragung respektieren und den Bau der
Anlage nicht weiter verfolgen." - er hat gelogen
Prokon-Nord in den Antragsunterlagen:
"Bei der Anlieferung soll der Ortskern gemieden werden." Dazu Herr
Hamers von der Prokon. "Darauf haben wir doch gar keinen Einfluss!" -
sie haben gelogen.
Und wie steht´s mit folgenden Aussagen:
Herr Hamers im Herbst 2004:
"Beim Bau der Anlage werden auch ortsansässige Firmen berücksichtigt"
.....
Prokon-Nord:
"Die Emslandsträrke wird den Prozessdampf abnehmen" .....
Johann Beerlink:
"Im Europark gibt es Nachfolgefirmen" .....
Henk Jakobs:
"Die Anlieferung erfolgt zu je einem Drittel per Bahn, per Schiff und
per LKW" .....
Hildebrand Stegemann, Europark GmbH:
"Wir verkaufen die Grundstücke nicht" .....
Europark GmbH:
"Die schon an BBE verkauften Grundstücke dürfen nicht zum Bau einer MVA
genutzt werden." .....
de Witt, Koch:
"Die Beschlüsse des Gemeinderates Laar sind eindeutig rechtswiederig"
.....
Johann Beerlink:
"Die Änderung des Flächennutzungsplanes hat nichts mit den MVAs zu tun"
...
Sehen Sie, liebe Leser, dieses sind Dinge im Umgang miteinander,
die -um es mit den Worten unseres Samtgemeindebürgermeisters zu sagen -
"mich persönlich tief getroffen haben.
Das können Sie mir glauben"
"Und darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort" (Uwe Barschel,1987 CDU)
Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachtsfest und ein besseres
nächstes Jahr!
Renate Wille-Braren
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18.12.2004
Emlichheim erhöht die
Grundsteuern
Finanzen Belastung eines durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalts steigt um 60 Euro pro
Jahr
Insgesamt rechnet die Gemeinde im kommenden Jahr mit Einnahmen und
Ausgaben in Höhe von knapp 5,1 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt, gut zwei Millionen
weniger als in diesem Jahr. Die Investitionen gehen von 3,9 auf 1,9 Millionen Euro
zurück. Die starken Rückgänge kommen vor allem durch geringere Einnahmen und damit
gleichzeitig geringere Umlagen zustande.
Emlichheim/DA Die Gemeinde Emlichheim erhöht zum 1. Januar 2005 zum zweiten Mal in
Folge die Grundsteuern. Der Gemeinderat beschloss am Donnerstag gegen die Stimmen der FDP,
die Hebesätze für die Grundsteuer A und B von jeweils 295 auf 310 Prozent zu erhöhen.
Der Hebesatz für die Gewerbesteuer bleibt unverändert bei 320 Prozent. Die Gemeinde
hofft auf Mehreinnahmen in Höhe von etwa 36000 Euro. Ein durchschnittlicher
Vier-Personen-Haushalt wird mit 60 Euro zusätzlich pro Jahr belastet. Die Grundsteuern
waren bereits zum 1. Januar dieses Jahres um fünf Prozentpunkte erhöht worden. Private
und gewerbliche Neubauten spülen noch einmal einen Betrag in selber Höhe in die
Gemeindekasse.
Gemeindedirektor Herbert Eggengoor begründete die erneute Steuererhöhung mit der
Notwendigkeit, im Gebiet der Samtgemeinde einheitliche Hebesätze zu schaffen. In
Hoogstede und Ringe hätten die Hebesätze bereits die selbe Höhe, Laar werde
wahrscheinlich im Januar nachziehen. "Die Belastung des einzelnen Bürger ist
vertretbar", meinte CDU-Fraktionschef Heinz Küter-Luks. "Wir hätten bei der
Erhöhung im vergangenen Jahr mutiger sein sollen, dann wäre die Erhöhung jetzt geringer
ausgefallen", sagte SPD-Fraktionschef Heinrich Strenge, der wie Küter-Luks darin
erinnerte, dass Emlichheim bei den Realsteuern immer noch gut 20 Prozentpunkte unter dem
Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen liege.
Die drei FDP-Ratsmitglieder lehnten dagegen die Steuererhöhungen und damit den gesamten
Haushalt ab. Die Gemeinde müsse mit 150000 Euro jährlich für Zinsen und Tilgung für
überdimensionierte Investitionen aus der Vergangenheit bezahlen, meinte Willi Klümper.
"Wir hätten uns einen mutigeren Eingriff bei den freiwilligen Leistungen
gewünscht", so Klümper weiter. Weiter erinnerte er daran, dass der Schuldenstand in
den vergangenen zehn Jahren von 606000 Euro am 31. Dezember 1994 auf 3,17 Millionen zum
31. Dezember dieses Jahres angewachsen sei. Die Pro-Kopf-Verschuldung sei von 97 auf 472
Eruo gestiegen.
CDU und SPD wiesen diese Vorwürfe zurück. Die Zuschüsse, insbesondere für die
Sportvereine, seien notwendig gewesen, weil der Bedarf nach neuen Anlagen und Hallen
bestanden habe. "Wir können die Vereine doch jetzt nicht auf den Unterhaltungskosten
für die Plätze und Hallen sitzen lassen", sagte SPD-Chef Strenge, der zugleich die
FDP aufforderte, neben den beschlossenen Kürzungen bei den Zuschüssen für die Vereine
Vorschläge für weitere Kürzungen zu machen.
Den in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichenen Haushalt hatte Christdemokrat Küter-Luks
zuvor als solide finanziert bezeichnet. Die Gemeinde habe ihre Vorarbeiten gemacht, etwa
bei den notwendigen Projekten Kreisverkehr und Umbau des Burhooks zu einem
"Wohnzimmer Emlichheims". Für den Kreisel fehle indes das Geld vom Land und
für den Burhook das Geld von Land und EU, das über das Amt für Agrarstruktur verteilt
wird. Strenge kritisierte die Landregierung mit folgenden Worten: "Offensichtlich
verliert ein Unfallschwerpunkt (die Kreuzung Ringer Straße/Bahnhofstraße) an
Gefährdung, wenn kein Geld mehr da ist."
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18.12.2004-b
"Heimische Firmen nicht
benachteiligt"
Reaktion Gemeindedirektor weist Vorwürfe der Bürgerinitiative zurück
Emlichheim/DA Die Firma Prokon-Nord hat bei der Ausschreibung der Erdarbeiten für
das geplante Biomasse-Kraftwerk auch heimische Firmen beteiligt. An der Ausschreibung sei
unter anderem die Firma Kwade aus Ringe beteiligt worden, sagte Emlichheims
Gemeindedirektor Herbert Eggengoor am Donnerstag bei der Sitzung des Gemeinderats.
Eggengoor widersprach damit Behauptungen der Bürgerinitiative MVA-Europark. Die
Bürgerinitiative hatte behauptet, dass beim Bau die Prokon entgegen früher gemachten
Zusagen keine heimischen Firmen am Bau der Verbrennungsanlage beteiligt würden.
"Der Auftrag (für die Erdarbeiten) wurde letztlich jedoch an die Firma Matthai aus
Westerstede als Generalunternehmer vergeben. Diese wiederum hat einen Großteil der
Arbeiten weitervergeben an die Firma Sand&Kieswerke Jansen mit Sandgruben in Wilsum
und Itterbeck", berichtete Eggengoor weiter. Die Firma Jansen sei von Matthai
angehalten worden, für den Sandtransport wiederum möglichst Betriebe aus dem
Emlichheimer Raum einzubinden. Jansen habe zwei Firmen angesprochen, die aber den
Sandtransport aus unterschiedlichen Gründen nicht übernommen hätten.
Zur Kritik der Bürgerinitiative, die Prokon schaffe keine Arbeitsplätze in der Region,
sagte Eggengoor, dass dem Unternehmen bereits einige Bewerbungen vorlägen. Eine
Entscheidung über diese Bewerbungen sei derzeit jedoch verfrüht. Ein Emlichheimer sei
indes bereits als Facharbeiter eingestellt worden.
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09.12.2004
Pressemitteilung
Missbrauch von öffentlichen
Subventionsmitteln im Europark?
Die Bürgerinitiative gegen
Müllverbrennung im Europark teilt folgenden Sachverhalt mit:
Wir haben im Rahmen der kürzlich
bekannt gewordenen Planungen für 2 Müllverbrennungsanlagen im Europark auf dem Gelände
der Firma BBE GmbH (die GN berichteten am 24.11.04) durch Einsicht in die
Antragsunterlagen der Bezirksregierung davon Kenntnis erlangt, dass Teile der derzeit auf
dem Gelände errichteten Gebäude zum Betrieb der MVA´s, u. a. für Schlackelager,
umfunktioniert werden sollen.
Wie auch seinerzeit den GN zu entnehmen
war, sind dem Betreiber des Betonwerkes die Grundstücke im Europark zu einem symbolischen
Kaufpreis überlassen worden, um endlich auf deutscher Seite eine erste Ansiedelung zu
realisieren und dort Arbeitsplätze zu schaffen.
Hier stellt sich die Frage, ob der
Betreiber seinerzeit zusätzliche öffentliche Subventionen für die Schaffung von
Arbeitsplätzen erhalten hat. Ist es im Sinne der öffentlichen Hand, dass der Betreiber
überwiegend polnische Leiharbeitnehmer beschäftigt (die GN berichteten kürzlich)?
Ist es auch im Sinne der öffentlichen
Hand, dass subventionierte Arbeitsplätze für die Errichtung der geplanten
Müllverbrennungsanlagen vernichtet werden?
Oder trifft unsere Vermutung zu, dass
der jetzt zeitnah zur Rücknahme von Beschlüssen entgegenstehender
Bauleitplanung der Gemeinde Laar -vorgelegte Plan zur Errichtung zweier MVA´s auf dem
Gelände der BBE nur ein großes Täuschungsmanöver ist, um den politisch
Verantwortlichen Argumente zu liefern, den Investoren doch noch die ursprünglich
vorgesehenen Grundstücke zu verkaufen. Nach dem Motto: Wenn die Anlagen sowieso errichtet
werden, dann macht es doch keinen Unterschied, ob sie auf BBE Gelände stehen oder auf den
Grundstücken nach der ersten Planung. Bekanntermaßen war das erste Genehmigungsverfahren
nicht durch abschlägigen Bescheid entschieden worden, sondern ist derzeit lediglich auf
Antrag der Investoren ausgesetzt.
Unsere Vermutung wird durch die Aussage
von Herrn Beerlink untermauert, wonach die Samtgemeinde Emlichheim und die Gemeinde
Coevorden der Europark GmbH für Bankkredite Bürgschaften über 12,2, Mio. Euro gewährt
haben.
Der leichtgläubige und damit
fahrlässige Umgang der Politiker mit den Versprechungen von Investoren kann derzeit auf
der Prokon-Baustelle in Emlichheim besichtigt werden. Entgegen des Versprechens heimische
Betriebe maßgeblich an dem Bau der Verbrennungsanlage zu beteiligen, werden schon die
Tiefbauarbeiten von ortsfremden Unternehmen ausgeführt.
Ist das der Weg die versprochenen
Arbeitsplätze in Emlichheim zu schaffen? Die Verantwortlichen muten der Bevölkerung zu,
alle negativen Folgen der Verbrennungsanlage zu erdulden, ohne dass dafür bestehende
Arbeitsplätze gesichert oder neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
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09.12.2004-b
Küter-Luks
wirbt für Müllverbrennung
Europark "Einnahmesituation der Samtgemeinde Emlichheim verbessern"
Emlichheim/MM Der CDU-Fraktionsvorsitzende
im Samtgemeinderat Emlichheim, Heinz Küter-Luks, geht in die Offensive und wirbt offen
für den Bau von Müllverbrennungsanlagen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet
Europark.
Während der Haushaltsberatungen des Samtgemeinderates am Montagabend im Haus
Ringerbrüggen stellte Küter-Luks die Frage: "Eine Müllverbrennungsanlage, die nach
dem Urteil anerkannter Fachleute ohne Bedenken für Mensch, Umwelt und Tier ist, warum
sollte sie denn nicht gebaut werden?"
Der Christdemokrat ist der erste Politiker des Samtgemeinderates, der sich nach der
Bürgerbefragung im Sommer öffentlich für den Bau von Müllverbrennungsanlagen einsetzt.
Seinerzeit hatte eine breite Mehrheit der Bevölkerung sich gegen den geplanten Bau von
Müllverbrennungsanlagen im Europark ausgesprochen.
Die Politik hatte daraufhin die Pläne nicht weiter verfolgt. Die Europark GmbH will die
Grundstücke nicht an den Investor verkaufen.
Inzwischen liegt ein Antrag des niederländischen Investors vor, zwei
Müllverbrennungsanlagen auf einem Betriebsgelände im Europark zu bauen, das er bereits
besitzt. Und da der Europark in der Regionalen Raumordnung als Industriegebiet ausgewiesen
ist, kann man dem Investor nach Meinung aller Experten nicht verbieten, dort die Anlagen
auch zu bauen. Das ist offensichtlich auch der Anlass für die Offensive von Küter-Luks.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende spricht von Folgeansiedlungen, Arbeitsplätzen und
Steuereinnahmen. Wegen der angespannten Haushaltslage gehe es darum, die Einnahmesituation
für die Samtgemeinde zu verbessern.
Mit Hinweis auf die vielen Schilder mit dem Aufdruck "Nein zur MVA" sagte
Küter-Luks am Montagabend: "Das kann nicht das letzte Wort sein."
Doch in der CDU-Samtgemeinderatsfraktion gibt es neben der schweigenden Mehrheit auch
Widerstand gegen die Müllöfen.
"Ich hatte heute Abend den Eindruck, dass die Müllverbrennungsanlagen schon abgehakt
sind", sagte Andreas Brünink.
Der CDU-Politiker gehört zu den erklärten Gegner der Anlagen und mahnt, das ablehnende
Votum der Bürger nicht zu missachten.
Heftige Kritik übt Brünink daran, dass erst in jüngster Zeit öffentlich diskutiert
wird, dass der Europark in der Raumordnung als Industriegebiet ausgewiesen ist, in dem
auch Müllverbrennungsanlagen gebaut werden dürfen.
"Oberkreisdirektor Brüggemann muss gewusst haben, wohin die Reise geht",
erinnert Brünink an den Landratswahlkampf und legt nach: "Er hat versucht, die
Ängste der Menschen für eigene Zwecke zu instrumentalisieren".
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09.12.2004-c
Dreh an der
Gebührenschraube
Samtgemeinderat Preislisten
für Bücherei und Aula Politiker sind sich einig
Um die Haushaltslage nicht
noch angespannter werden zu lassen, haben die Politiker des Samtgemeinderates Emlichheim
am Montagabend an der Gebührenschraube gedreht. Das gilt für Bücherei und Aula ebenso
wie für den kommunalen Friedhof und Dienstleistungen des Rathauses. In diesen Punkten
waren sich die Politiker einig.
von manfred münchow
Emlichheim Auf der Suche nach Einsparungen haben Politik und Verwaltung der
Samtgemeinde Emlichheim den Verwaltungshaushalt kritisch durchleuchtet.
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann nennt die Ergebnisse:
l Die Sitzungsprotokolle sollen nicht mehr so ausführlich wie bislang angefertigt werden.
l Überprüfung von Mitgliedschaften. Die Samtgemeinde hat die Mitgliedschaft beim
Volksheimstättenwerk
Niedersachsen bereits gekündigt.
l Schüler und Eltern sollen Kosten für Kopien an den Schulen bezahlen.
l Der Kochunterricht an den Schulen soll weitgehend kostendeckend gestaltet werden.
l Für die Nutzer der Aula im Schulzentrum gibt es jetzt eine Gebührenordnung.
l Die Gebühren für die Bücherei in der Scheune beim Haus Ringerbrüggen werden zum Teil
erhöht.
l Für den kommunalen Friedhof in Emlichheim steigen die Gebühren.
l Die Gebühren für die Dienstleistungen des Rathauses steigen.
Stegemann macht keinen Hehl daraus, dass darüber nachgedacht wird, auch in weiteren
Bereichen zu sparen. Als Beispiele nennt er "grundsätzliche Überlegungen zu den
Bereichen Feuerwehren und Bauhof.
Und auch über die Finanzsituation der Musikschule soll kritisch diskutiert werden.
Auf der Prüfliste der Samtgemeinde stehen zudem die Zuschüsse für die
Jugendbildungsstätte Emlichheim.
Der Bürgermeister macht deutlich, dass die Einsparpotentiale der Samtgemeinde begrenzt
sind: "Man kann natürlich darüber diskutieren, ob man alle freiwilligen Leistungen
aufgibt. Dabei muss man aber auch bedenken, welche Auswirkungen dies letztlich für die
Organisationen und letztlich auch für den Bürger haben."
Trotz allem Sparens wird in der Samtgemeinde Emlichheim im nächsten Jahr auch investiert:
l Der dickste Brocken ist der zweite Bauabschnitt der Erschließung des Europarks, der mit
gut 5,4 Millionen Euro
zu Buche schlägt. Gut 2,5 Millionen Euro sind beim Land als Förderung beantragt,
gut 1,3 Millionen werden
vom Landkreis erwartet. Jeweils 752700 Euro müssen die Samtgemeinde Emlichheim und
die Gemeente
Coevorden zahlen.
l Einsatzleitwagen für die Emlichheimer Wehr (36000 Euro).
l Neuer Speise- und Aufenthaltsraum für das Schulzentrum. Für die Kosten (530000 Euro)
wird ein
90-prozentiger Zuschuss erwartet.
l Radweg am Coevorden-Piccardie-Kanal von Ringe bis Georgsdorf 190000 Euro
(bis zu 80 Prozent Förderung möglich).
l Investitionen in den Bereichen Schmutz und Regenwasser, besonders in Baugebieten in
Emlichheim, Laar und
Hoogstede (265300 Euro).
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02.12.2004
Ökoinstitut
prüft geplante Müllöfen
Verfahren Auslegung frühestens
Januar
Die Samtgemeinde Emlichheim
hat die Antragsunterlagen für zwei Müllverbrennungsanlagen auf dem Gelände des Beton-
und Bewehrungscenters zur Prüfung an das Ökoinstitut´Darmstadt gesandt.
Emlichheim/MM Die Bezirksregierung wird zunächst die Träger öffentlicher Belange
auffordern, zu prüfen, ob die Antragsunterlagen vollständig sind. Diese Prüfung soll am
20. Dezember abgeschlossen sein. Wenn nichts nachgefordert werden muss, kann das
offizielle Verfahren bei der Bezirksregierung (beziehungsweise bei der Nachfolgebehörde)
Anfang Januar starten.
"Frühestens Mitte Januar bis Mitte Februar", könnten nach Einschätzung der
Emlichheimer Verwaltungsspitze die Unterlagen öffentlich ausgelegt werden. Die
Einwendungsfrist endet 14 Tage nach dem Ende der Auslegung.
Der Emlichheimer Samtgemeindeausschuss hat beschlossen, die Antragsunterlagen für die
Müllverbrennungsanlagen vom Ökoinstitut Darmstadt prüfen zu lassen. "Wenn wir sie
nicht verhindern können, dann müssen wir alles dran drehen, dass wir eine saubere Anlage
bekommen", sagt Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann. Und sein Erster
Samtgemeinderat Johann Beerlink bekräftigt: "Wir müssen alles daran setzen, dass
wir das umsetzen, was verhandelt ist für die anderen Anlagen."
Für das BBE-Gelände ist ein Bahnanschluss geplant. Über das künftige Euroterminal II
gibt es auch einen Anschluss an den Hafen.
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26.11.2004
An alle Mitglieder, in eigener Sache!
Mit einem Schreiben vom 2.11. hat Herr Barkat dem Vorstand der BI seine Kündigung der
Mitgliedschaft mitgeteilt.
In seinem Brief machte Herr Barkat gegen den Vorstand mehrere durch und durch haltlose und
beleidigende Äußerungen.
Diese wären vom Vorstand nicht weiter kommentiert worden, wenn Herr Barkat seinen Brief
nicht u.a. an alle Samtgemeinderäte geschickt hätte.
Dies müssen wir als einen Akt gezielter politisch motivierter Verleumdung betrachten.
Einige dieser strafrechtlich durchaus relevanten Äußerungen wurden bereits kritiklos von
den Politikern aufgegriffen, so z.B. durch den Samtgemeindebürgermeister während seiner
politischen Rede auf der letzten Samtgemeinderatssitzung.
Da wir diese Art von Verleumdung nicht weiterverbreiten wollen, sei hier nur die
ausschlaggebenste Stelle wiedergegeben.
Herr Barkat setzt voraus, dass der Vorstand der BI die politische Macht in Emlichheim
übernehmen will (was, nach unserer Ansicht, das demokratische Grundrecht eines jeden
Bürgers dieses Landes wäre). Hierzu schreibt er: "Den Bürgerprotest manipulieren
sie (der Vorstand) infam und verantwortungslos, indem sie mit Falschinformationen,
Halbwahrheiten, falschen Unterstellungen, übler Nachrede, ja feindlich gesinnter Hetze
die politische Führung und Verwaltung unseres Dorfes permanent verunglimpfen".
Der unten stehende Brief bleibt zunächst die einzige Reaktion des Vorstandes, ruft aber
auch alle Mitglieder dazu auf eine weitere Verbreitung der Äußerungen zu beobachten.
Mit herzlichen Grüßen
i.A.
Achim Pape
Schriftführer
Antwortbrief der BI:
Herrn M. Barkat
xxxxxxxxxxx
49824 Emlichheim
Emlichheim, den 25.11.2004
Geehrter Herr Barkat,
Ihren Austritt aus der BI haben wir zur Kenntnis genommen.
Aufgrund des beleidigenden, verleumderischen Inhalts Ihres Briefes vom 02.11.2004, den Sie
überdies vorsätzlich verbreitet haben, sehen wir uns jedoch zu einer Reaktion gezwungen.
Obwohl Sie in strafrechtlicher Hinsicht, mit der Verbreitung Ihres Briefes, gleich mehrere
Tatbestände erfüllt haben und der BI wegen Ihrer verleumderischen Aussagen ein
Unterlassungs- und Widerrufsanspruch zusteht, sehen wir momentan von der rechtlichen
Verfolgung ab.
Wir benötigen unsere Kräfte für sinnvollere Dinge als die inhaltliche
Auseinandersetzung mit Ihren, nicht nachvollziehbaren, Auffassungen.
Wir haben Sie jedoch unmissverständlich aufzufordern, ein derartiges Verhalten zukünftig
zu unterlassen. Andernfalls werden wir juristische Maßnahmen gegen Sie einleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Bastian
1. Vorsitzende
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24.11.2004
Niederländer
stellt Bauantrag für zwei Müllöfen
Europark Anlagen sollen auf dem Gelände der Beton- und
Bewehrungswerke errichtet werden
Laar/Oldenburg/DA Nachdem die
Genehmigungsverfahren für eine Abfallverbrennungsanlage und ein Biomasseheizkraftwerk im
grenzüberschreitenden Europark Coevorden-Emlichheim bis auf weiteres ruhen, hat die Firma
Bewehrungs- und Betoncenter GmbH (BBE) aus Laar jetzt bei der Bezirksregierung Weser-Ems
einen "Antrag auf Vorbescheid für die Errichtung und den Betrieb einer
Abfallverbrennungsanlage im Europark" gestellt.
Als Standort der Anlage ist ein Grundstück vorgesehen, das sich bereits im Eigentum der
BBE befindet.
Beantragt ist eine Anlage mit zwei Linien, von der jede einzelne eine
Verbrennungskapazität von 182000 Tonnen Abfall pro Jahr haben soll.
In dem Vorbescheidsverfahren soll darüber entschieden werden, ob der Standort
grundsätzlich geeignet ist und ob die immissionsschutzrechtlichen
Genehmigungsvoraussetzungen im Bezug auf den Schutz der Nachbarschaft und Dritte
vorliegen.
Da sich der geplante Standort der beantragten Anlage in unmittelbarer Nähe zur
deutsch-niederländischen Grenze befindet, werden im Rahmen des Vorbescheidsverfahrens
auch die betroffenen niederländischen Bürger und Behörden beteiligt, teilte die
Bezirksregierung gestern abschließend mit.
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18.11.2004
"Garantie
für die Ewigkeit gibt es nicht"
Müllverbrennung Rat der Gemeinde Laar nimmt
Änderungen der Bebauungspläne zurück
Die Politiker im Rat der
Gemeinde Laar haben versucht, mit einer Änderung von Bebauungsplänen die Ansiedlung von
Müllverbrennungsanlagen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europark zu verhindern.
Nach Ansicht von Juristen ist das nicht zulässig. Daher hat der Rat am Dienstagabend die
Änderungen wieder einkassiert.
Laar/MM Siegfried de Witt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, hat im Auftrag der
Samtgemeinde Emlichheim ein Gutachten erstellt, um die Rechtmäßigkeit der Dinge unter
die Lupe zu nehmen. De Witt war es seinerzeit gewesen, der dazu geraten hatte, die
Bebauungspläne zu ändern.
Doch nach einer umfassenden Prüfung des Sachverhalts kommt er jetzt zu der Auffassung:
"Die Beschlüsse zur Änderung der Bebauungspläne sind rechtswidrig."
Gewichtigster Grund der neuen Erkenntnis ist das vom Kreistag vor Jahren beschlossene
Programm zur regionalen Raumordnung. Darin wird der Europark als Industriegebiet
ausgewiesen. Dem darf die Gemeinde mit ihren Beschlüssen nicht entgegenwirken.
"Das hätte man uns vorher sagen müssen", kam in der Bürgerfragestunde die
Kritik aus dem wieder zahlreich anwesenden Publikum.
Schließlich habe Oberkreisdirektor Josef Brüggemann im Landratswahlkampf doch engen
Kontakt zur Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung gehabt. "Der hätte es wissen
müssen", hieß es im Dorfgemeinschaftshaus in Laar.
"Die Gemeinde Laar hat keine Möglichkeit, die Müllverbrennungsanlagen zu
verhindern", ist de Witt überzeugt.
Der Schlüssel zur Verhinderung dieses von vielen ungeliebten Projektes liege bei der
Eigentümerin der betreffenden Grundstücke, bei der Europark GmbH. Und die hat es erst
vor Kurzem abgelehnt, die Grundstücke an die Investoren zu verkaufen. Kritikern, die
vorschlugen, neben dem bestehenden keinen weiteren Bebauungsplan für den Europark
aufzustellen, hielt der Jurist entgegen: "Dann verabschieden sie sich vom
Europark." In diesem Fall würde auch das Projekt Euroterminal II kippen.
Wenn die Investoren die Europark GmbH wegen eines Schadensersatzes in Haftung nehmen
wollen, müssen sie der Gesellschaft nach Darstellung von Siegfried de Witt
"besonders treuwidriges Verhalten" nachweisen. Der Jurist sieht das nach
derzeitigem Stand nicht gegeben, verweist aber darauf, dass es zu diesem Bereich bislang
noch keine höchstrichterliche Entscheidung gibt: "Das ist ein Restrisiko. Eine
Garantie für die Ewigkeit gibt es nicht."
Einer der Investoren für die Müllverbrennungsanlagen betreibt auf der deutschen Seite
des Europarks bereits ein Beton- und Bewehrungscenter. Ein Müllverbrennungskritiker malt
ein Schreckensszenario: "Was ist, wenn der Investor auf seinem eigenen Grundstück
eine Müllverbrennungsanlage bauen will?" Planungsrechtlich wäre das wohl kaum zu
verhindern.
Emlichheims Erster Samtgemeinderat Johann Beerlink dazu: "Ich wünsche mit nicht,
dass wir in diese Zwangslage kommen. Es wäre das Schlimmste, wenn wir eine Anlage nach
den Werten des Bundesimmissionsschutzgesetzes bekommen. Ich werde alles tun, damit das
nicht zum Tragen kommt."
Die Samtgemeinde hatte für die im Europark geplanten Müllverbrennungsanlagen mit den
Investoren Werte ausgehandelt, die deutlich unter denen der gesetzlichen Regelungen
liegen. Doch nach dem eindeutigen Votum einer Bürgerbefragung, hat man das Projekt
gestoppt.
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15.11.2004
Nein zur
Müllverbrennungsanlage!
Kundgebung zur Sitzung des Samtgemeinderats
Do.18.11.04 um 19 Uhr am Rathaus, Emlichheim
NACH 11 MONATEN:
- geht es wieder um den Flächennutzungsplan für den Europark
- haben die Politiker immer noch nicht den Willen der Bevölkerung nachhaltig umgesetzt
- bleibt es notwendig, dass die Bevölkerung auf ihr Recht aufmerksam macht
- ist es notwendig Politik und Verwaltung auf ihre Verantwortung und Pflicht hinzuweisen
Die Politiker sind wieder eingeladen!
Darüber hinaus: Ratssitzung Laar, Dienstag, 20 Uhr, mit dem Gutachter de Witt
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10.11.2004
Aufruf an alle
Mitglieder und Interessierte
an der Ratssitzung in Laar teilzunehmen !
Laar Der Rat der Gemeinde Laar kommt am
Dienstag, den 16.Nov., 20.00 Uhr im Sitzungsraum
des Dorfgemeinschaftshauses in Laar
zu einer Ratssitzung zusammen.
Im öffentlichen
Teil unter:
Tagesordnungspunkt 2
Beratung und Beschlussfassung über den Bebauungsplan Nr. 6 "Europark-
Teilbereich I" (Weiteres Verfahren bezüglich des Änderungsbeschlusses)
Tagesordungspunkt 3
Beratung und Beschlussfassung über den Bebauungsplan Nr. 9 "Europark-Teilbereich
II" (Weiteres Verfahren)
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03.11.2004
"Henk
Jacobs keine Trümpfe zuspielen"
Müllverbrennung Bürgerinitiative warnt vor Verzögerungen bei
der Ablehnung der Pläne
Die Auseinandersetzungen
über die für den Europark geplanten Müllverbrennungsanlagen gehen in der Samtgemeinde
Emlichheim weiter. Die Bürgerinitiative, die sich gegen das Vorhaben zur Wehr setzt,
kritisiert Verzögerung bei der von den Bürgern geforderten Ablehnung des Projektes.
Emlichheim/MM Die Bürgerinitiative "Müllverbrennung/Vuilverbranding"
übt Kritik an der Formulierung des Beschlusses des Aufsichtsrates der Europark GmbH,
keine Grundstücke an die Investoren für Müllverbrennungsanlagen zu verkaufen. Es sei
lediglich der Beschluss gefasst worden, "derzeit" keine Grundstücke an die
Investoren zu verkaufen.
In einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative heißt es: "Aus dem Gutachten de Witt
geht mit erschreckender Klarheit hervor, dass zwar glücklicherweise momentan noch keine
Schadensersatzansprüche der Investoren bestehen. Diese Rechtslage kann sich aber durchaus
ändern, wenn die Samtgemeinde und die Europark GmbH noch länger warten, den Investoren
eine definitive Absage zu erteilen." Die Gegner der Müllverbrennung befürchten,
dass "schlimmstenfalls" die Grundstücke an die Investoren übertragen werden
müssen, wenn die Bezirksregierung Weser-Ems das Planungsverfahren am Ende genehmigt.
Eine Bürgerbefragung im Sommer dieses Jahres hatte ergeben, dass eine überwältigende
Mehrheit der teilnehmenden Bürger gegen Müllverbrennungsanlagen im
grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europark gestimmt hat. Der Vorstand der
Bürgerinitiative schreibt dazu: "Durch die nach wie vor unterstützenden
Äußerungen von Samtgemeindebürgermeister Stegemann pro Ansiedlung der
Müllverbrennungsanlagen in den GN, zeigt sich die völlige Ignoranz gegenüber dem
erklärten Willen der Bevölkerung. Sachliche Argumente gegen die Müllverbrennungsanlagen
werden nicht beachtet. Dieses Verhalten Stegemanns zeugt von einer eklatanten Missachtung
demokratischer Regeln." Nach Ansicht der organisierten Verbrennungsgegner sollte es
für Politik und Verwaltung "ein positives Ziel" sein, den Bürgerwillen zu
vollziehen und die Anlagen zu verhindern. Stattdessen, so die Kritik der
Bürgerinitiative, spiele man mit der derzeitigen Handlungsweise "Herrn Jacobs die
Trümpfe in die Hand".
Die Samtgemeinde Emlichheim und die Europark Gesellschaft hatten in der vergangenen Woche
über das Gutachten des Fachanwaltes für Verwaltungsrecht, Siegfried de Witt, berichtet.
Demnach muss die Gemeinde Laar die Bebauungsplanänderungen zur Verhinderung der
Müllverbrennungsanlagen wieder einkassieren. Grund ist die Regionale Raumordnung des
Landkreises, die für den Europark ausdrücklich die Ansiedlung von Industrieunternehmen
vorsieht. Für möglichen Schadensersatzforderungen der Investoren können nach Ansicht
des Gutachters weder die Europark GmbH noch die Samtgemeinde Emlichheim und die Gemeinde
Laar haftbar gemacht werden.
Unterdessen hat Andre Hamers vom Unternehmen Prokon Nord während einer Veranstaltung der
Bürgerinitiative nach deren eigener Darstellung berichtet, dass mit der Realisierung des
Biomassekraftwerkes etwa 25 Arbeitsplätzen entstünden. Zudem sei durch den Betrieb der
Anlage mit einem Gewerbesteueraufkommen in sechsstelliger Höhe zu rechnen. Etwa ein
Drittel der für den Bau erforderlichen Arbeiten sollen demnach an heimische Firmen
vergeben werden.
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02.11.2004
Pressemitteilung
Die BI
Müllverbrennung/Vuilverbranding im Europark informierte am 01.11.04, während
einer Veranstaltung in der Gaststätte Dorfkrug in Emlichheim über die
neuesten Entwicklungen bei der geplanten Müllverbrennungsanlage im Europark. Außerdem
war der Geschäftsführer der Fa. Prokon-Nord, Herr Hamers, anwesend, der die geplante
Biomasseanlage in Emlichheim vorstellte und die Fragen der ca. 250 anwesenden Bürgerinnen
und Bürger beantwortete.
Herr Hamers sagte,
dass die Erdarbeiten für die Anlage Mitte November 2004 starten. Die Betonarbeiten
beginnen ca. Mitte Januar 2005. Mit dem Stahlbau soll im Februar 2005 begonnen werden.
Wann der erste Strom erzeugt wird bleibt unklar. (März 2006)
Die Anlage soll die
zulässigen Höchstwerte der 17. BImSch unterschreiten, Herr Hamers rechnet aber mit einer
Mehrbelastung der Anwohner durch den Betrieb mit ca. 2 %.
Die Anlieferung des
Brennstoffs wird voraussichtlich durch LKW erfolgen. Man geht von 220 LKW-Bewegungen am
Tag aus, wobei die Anlieferung über alle 4 Einfallstrassen in Emlichheim also B403
aus Nordhorn und Coevorden, L 44 aus Schoonebeek und K 19 aus Georgsdorf erfolgen
soll. Herr Hamers sagte, dass auf die Fahrrouten kein Einfluss genommen werden kann und
dass es auch keine Absprachen mit der Gemeinde Emlichheim gibt.
Zum möglichen
Bahntransport sagte Herr Hamers, dass mit der Bentheimer Eisenbahn verhandelt würde. Die
Gespräche sollen in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Die Gemeinde Emlichheim habe
zugesagt, der Fa. Prokon bei der Streckenplanung entgegenkommen zu wollen. Letztendlich
sei die Wahl des Verkehrsträgers aber immer eine Frage des Geldes.
Diese Aussage
erzeugte Unmut bei den Zuhörern und mündete in der Forderung, dass bei der Frage des
Transports die Interessen der betroffenen Bevölkerung keine zweitrangige Rolle spielen
dürfe.
Für die
Überwachung des Betriebes wird der TÜV zuständig sein. Im ersten Betriebsjahr sollen 4
Kontrollen durchgeführt werden, danach wird zweimal jährlich geprüft. Jede dieser
Kontrollen soll 4 Tage andauern.
Die Dampfabnahme
durch die Emslandstärke, die nur in der Kampagnezeit stattfindet, sei von Anfang an bei
den Planungen berücksichtigt worden. Sie ist für den rentablen Betrieb der Anlage aber
nicht entscheidend. Allein durch die staatlich geförderte Stromerzeugung wird der
notwendige Gewinn erwirtschaftet.
Auf die Frage welchen Nutzen die Anlage für die Bevölkerung der Gem. Emlichheim haben
soll, erklärt Herr Hamers, dass er mit ca. 25 Arbeitsplätzen rechnet, die bei Betrieb
der Anlage entstehen. Ca. 1/3 der für den Bau notwendigen Arbeiten könnten unter
Umständen an ortsansässige Firmen vergeben werden und die Fa. Prokon rechnet mit einem
Gewerbesteueraufkommen durch den Betrieb der Biomasseanlage in sechsstelliger Höhe.
Sabine Bastian,
Achim Pape und Harald Konrad-Hammersen vom Vorstand der Bürgerinitiative berichteten
über die weitere Entwicklung zur geplanten MVA im Europark.
Es verdichtet sich der Eindruck, dass der Investor die mit der Samtgemeinde verhandelten
Nachbesserungen für die Anlage nicht bei der zuständigen Behörde in Oldenburg
einreichen wird. Trotzdem verlangt WESTO die Übereignung der Grundstücke.
Herr Beerlink gab letzte Woche zwar bekannt, dass es eine Willenserklärung seitens der
Europark GmbH geben soll, zunächst keine Grundstücke an den Investor zu verkaufen. Diese
Erklärung liegt bisher aber schriftlich nicht vor. Auch wäre die angekündigte
Formulierung, zunächst keine Grundstücke zu verkaufen, nicht ausreichend.
Auf der Veranstaltung der BI wurde von den Anwesenden gefordert, dass die
Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung dem Investor klar und eindeutig mitteilen,
dass für die Errichtung einer MVA keine Grundstücke verkauft werden. Diese eindeutige
Aussage ist nach einhelliger Expertenmeinung notwendig, um auch zukünftig nicht in Gefahr
zu laufen, von Schadensersatzansprüchen des Investors überzogen zu werden. Die
zögerliche Handlungsweise der Verantwortlichen ist nicht nachvollziehbar, da alle
Politiker ein eindeutiges Ergebnis der Bürgerbefragung zu berücksichtigen versprochen
haben.
Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger verlangen von den Entscheidungsträgern der
Samtgemeinde Emlichheim ihren Einfluss in der Europark GmbH so geltend zu machen, dass
keine Grundstücke an einen MVA-Investor verkauft werden können.
Zur Unterstützung dieser Forderungen wurde zu einem öffentlichen Protest aufgerufen, der
am 13. oder 20.11.04 stattfinden könnte. Die BI wird dazu in Kürze weitere Informationen
veröffentlichen.
Das Gutachten des Rechtsexperten de Witt, das aussagt der Ratsbeschluss der Gemeinde Laar
über die Änderung der Bebauungsplanung im Europark sei rechtswidrig, weil in einem
regionalen Raumordnungsplan der Europark als Industriegebiet ausgewiesen sei, sorgte für
Kopfschütteln. Es war für die Anwesenden nicht nachvollziehbar, dass bereits bei den
damaligen Beratungen, die dem Beschluss des Gemeinderates Laar vorausgingen und an denen
Herr Schwarz vom LK Grafschaft Bentheim und Herr Beerlink von der Samtgemeinde Emlichheim
teilnahmen, nicht auf den regionalen Raumordnungsplan hingewiesen wurde.
Die BI erhofft sich vom Rat in Laar ein besonnenes Handeln, bis die wahren Hintergründe
für die von der Samtgemeindeverwaltung gewünschte Rücknahme der Bebauungsplanänderung
geklärt sind.
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29.10.2004
"Beschlüsse des Gemeinderates
Laar rechtswidrig"
Müllverbrennung Planung in Ordnung
Die Änderungen der Bebauungspläne, die der Gemeinderat Laar beschlossen hat, um die
Müllverbrennungsanlagen im Europark zu verhindern, sind rechtswidrig.
Das haben Juristen in zwei Gutachten festgehalten.
Dennoch ist der Bau der Müllverbrennungsanlagen zu verhindern:
Die Europark GmbH will die Grundstücke nicht an die Investoren verkaufen.
Emlichheim/MM Nachdem der Rat der Gemeinde Laar im vergangenen Jahr einen
Bebauungsplan für den Europark beschlossen hatte, der den Bau der
Müllverbrennungsanlagen ermöglichen sollte, ist der Beschluss im Sommer dieses Jahres
vor allem auf Druck der Bürgerinitiative wieder gekippt worden. Der Gemeinderat wollte
mit einer Änderung des Bebauungsplanes den Bau von Müllverbrennungsanlagen im Europark
ausschließen. "Diese Beschlüsse waren objektiv rechtswidrig", sagt Siegfried
de Witt, von der Samtgemeinde beauftragter Fachanwalt für Verwaltungsrecht.
Grund für die Rechtswidrigkeit der jüngsten Beschlüsse zu den Bebauungsplänen ist laut
de Witt die Tatsache, dass der Landkreis ein Regionales Raumordnungsprogramm aufgestellt
hat. Darin sind für die Kommunen der Grafschaft unterschiedliche Entwicklungsaufgaben
festgeschrieben. Das Gewerbegebiet Europark ist in der Regionalen Raumordnung für die
Ansiedlung von Industrieunternehmen vorgesehen. "Das ist verbindlich für die
Gemeinde Laar", urteilt der Jurist de Witt.
"Wenn ich ein Industriegebiet ausweise, muss ich auch damit rechnen, dass Betriebe
kommen, die investieren wollen", bemerkt Erster Samtgemeinderat Johann Beerlink, der
bereits im Sommer darauf hingewiesen hatte, dass die Beschlüsse des Rates Laar rechtlich
nicht haltbar seien.
Aber besonders wegen der vielen Bürgerproteste gegen Müllverbrennung habe man die
juristischen Gutachten in Auftrag gegeben.
In der vergangenen Woche hat der Aufsichtsrat der Europark GmbH getagt. Einstimmig haben
sich die Mitglieder dieses Gremiums dafür ausgesprochen, die für die
Müllverbrennungsanlagen erforderlichen Grundstücke nicht an die Investoren zu verkaufen.
"Die Juristen sagen, wir sind derzeit nicht dazu verpflichtet, die Grundstücke zu
verkaufen", betont Johann Beerlink in seiner Funktion als Geschäftsführer der
Europark-Gesellschaft.
Angesprochen auf mögliche Schadensersatzansprüche der Investoren, fühlt man sich bei
der Europark GmbH auf der sicheren Seite.
Gutachter de Witt weist darauf hin, dass es in der Rechtsprechung zwar auch ein
Verschulden im Rahmen von Vertragsabschlüssen gibt.
"Doch der Bundesgerichtshof hat davon eine wichtige Ausnahme gemacht", berichtet
der Jurist, "es gilt nicht für Grundstücksverkäufe". Anders als in den
Niederlanden sei in Deutschland eine Beurkundung von Grundstücksverkäufen zwingend. Die
Verhandlungen seien bis zur Bürgerbefragung zwar weit fortgeschritten gewesen, doch
"die Europark GmbH hat die Investoren nicht getäuscht". Auch die Gemeinde Laar
und die Samtgemeinde Emlichheim sind nach Auffassung von de Witt nicht haftbar zu machen.
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann macht keinen Hehl daraus, dass die bei der
Müllverbrennung produzierte Energie seiner Ansicht nach positive Auswirkungen auf die
Entwicklung des Europarks gehabt hätte.
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UP
14.10.2004
Polnische Arbeiter stiegen aus Protest
auf hohes Silo
Arbeitssituation Großes Aufsehen im Europark
Für großes Aufsehen
sorgte gestern Vormittag eine Aktion dreier Arbeiter einer polnischen Firma. Sie stiegen
auf ein hohes Silo des deutsch-niederländischen Unternehmens Beton- und Bewehrungscenter
Europark (BBE), um gegen die Vorgehensweise ihres polnischen Arbeitgebers zu protestieren.
Emlichheim/Coevorden/MM Bereits um 5.30 Uhr in der Frühe haben die Arbeiter das 25
Meter hohe Silo erklommen. Da Beobachter zunächst davon ausgehen mussten, dass sich die
Männer in den Tod stürzen, wurden die verschiedensten Rettungskräfte alarmiert.
Die Feuerwehr Emlichheim rückte mit drei Fahrzeugen an. Die Brandweer Coevorden, die erst
Tags zuvor eine Brandbekämpfung bei der benachbarten Tierfutterfabrik Iams geleistet
hatte, schickte eine Drehleiter. Von der Feuerwehr Nordhorn wurde ein Sprungtuch
angefordert. Das Rote Kreuz eilte mit einem Rettungswagen in den Europark. Polizisten aus
Emlichheim und Nordhorn waren im Einsatz.
Doch die Aktion endete unspektakulär. Einer der drei Männer war zu Verhandlungen die
Treppen heruntergekommen. In Gesprächen gelang es den Beteiligten dann, auch die anderen
beiden Arbeiter davon zu überzeugen, wieder von dem Silo herabzusteigen.
Mit Hilfe eines Dolmetschers schilderten die drei dann ihre Arbeitssituation aus eigener
Sicht: Die drei gehören zu einem Team von acht Mitarbeiter einer polnischen Firma mit
Zweigstelle in Düsseldorf, die auf dem Gelände des Beton- und Bewehrungscenters im
Rahmen eines Werkvertrages Arbeiten zu erledigen hat. Sie leben in Wohncontainern im
grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europark. Nach den Aussagen der drei Arbeiter, hatten
sie jeden Tag zehn bis zwölf Stunden Arbeit zu leisten.
So sollen sich 270 Stunden bislang unbezahlter Arbeit angesammelt haben. Am vergangenen
Freitag, so die Arbeiter, habe man von ihnen verlangt, ihre Unterschrift unter ein
Schreiben zu setzen, dass nur die Bezahlung von 100 Stunden regelte und zugleich eine
Kündigung war.
Einige sind daraufhin zur Agentur für Arbeit gegangen. Doch dort sei ihr Anliegen
offenbar nicht verstanden worden, sagt die Polizei Emlichheim, die sich auf der
Polizeistation intensiv mit den drei Arbeitern unterhalten hat.
Die Polizisten in Emlichheim haben sich dann mit dem polnischen Generalkonsulat in Hamburg
in Verbindung gesetzt. Dieses wiederum hat mit der polnischen Firma Kontakt aufgenommen.
Das hat dazu geführt, dass die Arbeiter noch gestern 1000 Euro bekamen, mit denen sie
nach Polen reisen können. Vonseiten des Generalkonsulats, so die Polizei Emlichheim, habe
man erfahren, dass die Angelegenheit rechtlich besser in Polen zu klären sei, als in
Deutschland.
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11.10.2004
Pressemitteilung
Klares NEIN zu den Grundstücksverkäufen an
die Investoren ist Schlüssel zum Aus für die MVA im Europark
Am
11.10.04 hat ein Gespräch des Vorstandes der Bürgerinitiative gegen
Müllverbrennung/Vuilverbranding im Europark mit dem Samtgemeindebürgermeister, Herrn
Stegemann, und dem 1. Samtgemeinderat, Herrn Beerlink, stattgefunden.
Die
Bürgerinitiative hatte von einem Treffen in Emlichheim erfahren, an dem die Investoren
mit Vertretern der Samtgemeinde und der Bezirksregierung teilnahmen.
Damit konfrontiert bestätigten Herr Stegemann und Herr Beerlink dieses
kürzlich erfolgte Treffen, zu dem keine Beobachter der BI eingeladen waren.
Auf Nachfrage bei der Bezirksregierung wurde uns mitgeteilt, dass
dieses Gespräch der Fortführung des Genehmigungsverfahrens diente.
Damit wird offensichtlich, dass die Samtgemeinde ihrem öffentlich
geäußerten Versprechen, den Bürgerwillen umzusetzen, nicht gerecht wird.
Die
Samtgemeinde weigert sich immer noch, ein bereits seit mehreren Wochen vorliegendes
juristisches Gutachten von Rechtsanwalt de Witt aus Berlin öffentlich zu machen.
Vertröstet wird immer wieder damit, dass zunächst intern über den Inhalt und die daraus
abzuleitenden Folgen Gespräche geführt werden sollen.
Wir
haben die Befürchtung, dass die Samtgemeinde sich hinter den Ergebnissen des Gutachtens
versteckt und von der einzig sicheren Möglichkeit zur Verhinderung der MVA im Europark
ablenken will.
Nur
die unmissverständliche Weigerung die benötigten Grundstücke an den Investor zu
verkaufen, verhindert endgültig den Bau der Anlagen!
Laut Herrn Greten von der Bezirksregierung würde die Genehmigungsbehörde
das Verfahren sofort beenden, wenn dort eine verbindliche Erklärung der
Grundstückseigentümer vorliegt, dass die erforderlichen Grundstücksverkäufe an die
Investoren verweigert werden.
Darauf angesprochen waren Herr Stegemann und Herr Beerlink nicht bereit,
Grundstücksverkäufe an die Investoren auszuschließen.
Wir
fordern die Vertreter der Samtgemeinde auf, unabhängig von dem Ergebnis des vorliegenden
Gutachtens, endlich aktiv die einzig sicheren Schritte einzuleiten, die das laufende
Genehmigungsverfahren stoppen und somit den Bau der MVA im Europark endgültig verhindern.
Es
wird Zeit, dass die Verantwortlichen ihrer selbst auferlegten Verpflichtung aus dem
eindeutigen Ergebnis der Bürgerbefragung im Mai 2004 nachkommen!
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30.09.2004
Informationen zur
Müllverbrennungsanlage im Europark:
Pressemiteilung 30.09.2004
Prokon-Anlage auf Haselaar wird gebaut !
Mit
Bescheid vom 21.09.2004 hat die Bezirksregierung Weser-Ems in Oldenburg dem Antrag der
Prokon Nord Energiesysteme GmbH auf Anordnung der sofortigen Vollziehung stattgegeben.
Damit entfällt gleichzeitig die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs, welcher am
15.07.2004 von der BI Müllverbrennung / Vuilverbranding e.V. gegen den zweiten
Teilgenehmigungsbescheid für das geplante Biomasseheizkraftwerk in Emlichheim eingelegt
wurde. Bislang konnte der Baubeginn dadurch verhindert werden. Durch die Entscheidung der
Bezirksregierung kann die Prokon GmbH nun unmittelbar mit dem Bau beginnen.
Über den Widerspruch selbst liegt noch keine Entscheidung der Bezirksregierung vor.
Die jetzige Begründung wird jedoch als Präjudiz für eine ablehnende
Widerspruchsentscheidung zugunsten der Prokon GmbH anzusehen sein.
In der Begründung zur Entscheidung über den Sofortvollzug bewertet die Bezirksregierung
die wirtschaftlichen Interessen der Prokon GmbH eindeutig höher als die Interessen der
Emlichheimer Bürger. Ein theoretisch mögliches einstweiliges Verfügungsverfahren vor
dem Verwaltungsgericht mit dem Ziel, die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen, hat
nach einhelligem Urteil der Rechtsbeistände der BI keinerlei Aussicht auf Erfolg. Hier
würde ausschließlich zu politischen Zwecken Geld vergeudet, welches für den Kampf gegen
die MVA im Europark dringend benötigt wird. Die BI wird sich daher momentan verstärkt
auf die Überwachung der im Genehmigungsbescheid festgeschriebenen Auflagen, insbesondere
auf die Einhaltung der Transportwege konzentrieren.
Die Prokon GmbH wird nach Aussage der Geschäftsleitung unverzüglich mit den
Baumassnahmen für ihr Biomasseheizkraftwerk in Emlichheim beginnen. Erste
Bodenuntersuchungen sind bereits in dieser Woche durchgeführt worden und für Ende
Oktober ist der Beginn der Erdarbeiten geplant. Für Februar 2005 ist die Aufstellung des
Kessels vorgesehen.
Diese unerfreuliche Situation haben die Emlichheimer Bürger ausschließlich der
politischen Ignoranz und dem mangelnden Sachverstand der Verantwortlichen in Rat und
Verwaltung der Gemeinde Emlichheim zu verdanken.
Durch verschleiernde Informationspolitik und Verharmlosung der geplanten Anlage im Vorfeld
des Genehmigungsverfahrens wurde den Bürgern die Möglichkeit zu fristgerechten
Einwendungen genommen.
Nachdem die Bürger durch Informationen über Dritte das wirkliche Ausmaß der geplanten
Anlage und die daraus entstehenden Gefahren für die Bevölkerung erkannt hatten und sich
Widerstand gegen die Anlage formierte, hat die Gemeinde Emlichheim umgehend und übereilt
die betreffenden Grundstücke an die Prokon GmbH verkauft.
Hierdurch hat sich die Gemeinde vorsätzlich jeder weiteren Möglichkeit der Einflussnahme
auf das geplante Bauvorhaben beraubt.
Die Argumentation der Gemeinde, die breite Ablehnung jeder MVA anlässlich der
Bürgerbefragung vom Mai dieses Jahres hätte sich nur auf die Anlagen im Europark
bezogen, ist ebenso falsch wie unverständlich.
Wie weltfremd oder überheblich muss man sein, um zu glauben, die Bürger würden
Umwelt belastende Anlagen in einer Entfernung von 8 km mit großer Mehrheit ablehnen, eine
Anlage mitten im Ort jedoch freudig begrüßen.
Man sollte sich ernsthaft fragen, ob diese Politiker noch die Interessen der Bürger
vertreten, die sie im Vertrauen auf eine verantwortungsvolle Amtsausübung gewählt haben.
Bei den nächsten Wahlen werden politische Alternativen gesucht und sicher auch gefunden !
Informationen zur
Müllverbrennungsanlage im Europark:
1. Herr Greten von der Bez.-Reg. Weser-Ems in Oldenburg teilt
mit, dass das Anhörungsverfahren Anfang Oktober 2004 wieder aufgenommen werden soll. Bis
Ende September 2004 sollte das niederländische Genehmigungsverfahren auf dem gleichen
Stand wie das deutsche Verfahren sein.
Uns ist von niederländischen Initiativen mitgeteilt worden, das WESTO auf
niederländischer Seite des Europark nun eine separate Müllverbrennungsanlage errichten
will.
Eine räumlich zusammenhängende Anlage, die über die Grenze gebaut wird, ist nach
Meinung niederländischer Gutachter nicht genehmigungsfähig.
Da für diese separate Anlage lediglich ein Genehmigungsantrag vorliegt, also noch keine
Planungen angestellt wurden, kann von einem gleichen Planungsstand der Anlagen auf
niederländischer und deutscher Seite nicht gesprochen werden.
2. Die Bez.-Reg. Weser-Ems kann die zwei Anlagen auf deutscher
Seite nach den Vorgaben der 17. BImSch-Verordnung genehmigen. D. h., die von den
Gutachtern Dehoust und Kruse vorgeschlagenen Vorsorgewerte werden nicht
berücksichtigt. Hier stehen die Verantwortlichen der Samtgemeinde Emlichheim,
insbesondere nach der Bürgerbefragung im Mai, gegenüber den Bürgern im Wort, keine
Müllverbrennungsanlage zuzulassen.
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02.09.2004
MVA-Gegner
feierten Sommerfest
Emlichheim/gn Unter dem Motto "Gemeinsam kämpfen,
gemeinsam feiern" haben mehrere hundert Besucher auf Einladung der Bürgerinitiative
"Müllverbrennung im Europark" ein Sommerfest gefeiert. Der Einsatz zahlreicher
freiwillige Helfer sowie etliche für diesen Anlass abgegebene Spenden hatte die
Veranstaltung auf dem Festplatz in Emlichheim ermöglicht.
Der Kampf gegen die MVA habe das Miteinander in der Bevölkerung gestärkt, sagte die
erste Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI), Sabine Bastian. Das Fest zeige den
ungebrochenen Zuspruch für die Sache.
Neben der BI waren auf dem Sommerfest der Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland, der
Naturschutzbund, der Grafschafter Tierschutzverein und die "Tierschutzengel" aus
Nordhorn mit Informationsständen vertreten.
Der Arendshof aus Eschebrügge hatte seine Streicheltiere mitgebracht, und während
Zauberer Heinz Siemering im Zelt auftrat, flog die Siegerin der Luftballonaktion vom
März, deren "Schadstoffballon" bis nach Dänemark geflogen war, über die
Niedergrafschaft.
Vier Bands gestalteten das Abendprogramm.
In Kürze will die BI noch einmal öffentlich über das im Gewerbegebiet bei der
Emsland-Stärke geplante Biomasseheizkraftwerk der Firma Prokon informieren. Zudem ist die
BI am 11. und 12. September mit einem eigenen Stand auf dem Emlichheimer Herbstmarkt
vertreten.
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28.08.2004

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14.07.2004
Pressemitteilung
vom 14.07.2004
Am heutigen
Tag fand ein informelles Gespräch zwischen Vertretern der Gemeinde Emlichheim und
Vertretern der BI statt.
Thema war die aktuelle Entwicklung rund um das geplante Biomasseheizkraftwerk der Fa.
Prokon in Emlichheim.
Zu Beginn dieses Gespräches teilten die Vertreter der Gemeinde Emlichheim auf Anfrage
überraschend mit, dass die zum Bau der Anlage benötigten Grundstücke zwischenzeitlich
an die Prokon verkauft worden sind.
Begründet wurde der Verkauf neben bereits eingegangener Verpflichtungen gegenüber dem
Investor mit dem vor kurzem erteilten Teilgenehmigungsbescheid, der baldigen Bauabsicht
des Investors und fehlender Ablehnung der Anlage durch die Bevölkerung.
Hierzu nimmt die BI wie folgt
Stellung:
Es gab für die Gemeinde keinen zwingenden Grund, die Grundstücke vorzeitig an
die Prokon zu verkaufen. Es war nicht mit einer unmittelbaren Schadensersatzforderung
seitens der Prokon zu rechnen, wenn man zu mindest den Ablauf der Widerspruchsfrist
abgewartet und sich nochmals über den Bürgerwillen bezüglich der Prokon-Anlage
informiert hätte. Die Gemeinde hat sich damit ohne Not und voreilig der einzigen
bedeutenden Verhandlungsmasse gegenüber dem Investor beraubt.
Der Verkauf
in direktem zeitlichen Zusammenhang mit der letzten Veranstaltung der BI und angesichts
der breiten Ablehnung jeder MVA/Biomasse-Anlage durch die Bevölkerung ist ein Affront
gegen den erklärten Bürgerwillen.
Es ist realitätsfern anzunehmen, dass die Bevölkerung mit breiter Mehrheit ein
Biomassekraftwerk und zwei MVA im Europark ablehnt, ein Biomassekraftwerk im Ort jedoch
befürwortet. Auch das Argument, der Wortlaut der Bürgerbefragung hätte sich explizit
nur auf die Anlagen im Europark bezogen, ist Haarspalterei und ändert nichts an der
Tatsache, dass hier eindeutig gegen den Willen der Bürger gehandelt wurde.
Die starke
Verhandlungsposition der Gemeinde vor dem Grundstücksverkauf hätte zur Verhinderung der
gesamten Anlage oder mindestens zur Durchsetzung besserer Filteranlagen, besserer
Eingangskontrollen und eines schlüssigen Verkehrskonzeptes genutzt werden müssen. Die
zwischen Gemeinde und Investor vereinbarten Vertragsstrafen bei Überschreitung der
Grenzwerte (soweit dies überhaupt nachweisbar ist) in Höhe 6-stelliger Eurobeträge
erscheinen im Hinblick auf ein geschätztes Investitionsvolumen von 45 Mio und
einen prospektierten Jahresumsatz von 12.8 Mio wenig abschreckend.
Der
Anlieferverkehr, sofern dieser, wie im Teilgenehmigungsbescheid vorgesehen, tatsächlich
nur über die K 19 erfolgt, dürfte zu einem völligen Zusammenbruch des Verkehrs auf der
Kanalstrasse führen. Mit dem Investor sind bisher keine verbindlichen Absprachen
bezüglich der Verkehrsführung zur Entlastung des Ortskernes getroffen worden. Die von
den Gemeindevertretern ins Feld geführten Aussichten auf Radwege im Zuge der K19 und eine
Nord-West Umgehungsstrasse sind ebenso vage Optionen auf die Zukunft wie ein möglicher
Gleisanschluss der Bentheimer Eisenbahn. Es gibt seitens der Gemeinde also kein
schlüssiges Verkehrskonzept. Die Aussage des Vertreters der Gemeindeverwaltung, dass sich
Problemlösungen schon irgendwie ergeben würden, kann nicht akzeptiert werden.
Hier besteht
dringender Handlungsbedarf.
Fazit:
Durch die frühzeitige Festlegung der Gemeinde auf die Prokon-Anlage und den übereilten
Grundstücksverkauf sind Fakten geschaffen worden, die eine Errichtung des geplanten
Biomassekraftwerkes gegen den erklärten Bürgerwillen mehr als wahrscheinlich werden
lassen.
Eine
letzte Chance zur Verhinderung der Prokon-Anlage besteht noch im Rahmen des von der BI bei
der Bezirksregierung Oldenburg eingelegten Widerspruches gegen den ergangenen
Teilgenehmigungsbescheid .
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UP
12.07.2004
Bürgerinteresse
am Thema MVA ist ungebrochen
VERSAMMLUNG Etwa 200 Besucher
Die eingeladenen Chefs der im Rat der Samtgemeinde Emlichheim vertretenen Fraktionen
schlugen die Einladung zur Teilnahme erneut aus.
Emlichheim/gn Rund 200
interessierte Bürger aus der Samtgemeinde Emlichheim haben sich bei einer Veranstaltung
der "Bürgerinitiative (BI) Müllverbrennung im Europark" über den aktuellen
Stand in Sachen Müllverbrennung in Emlichheim informiert.
Neben den Entwicklungen in der Planung der Müllverbrennungsanlagen (MVA) im Europark
berichtete die Bürgerinitiative nach eigenen Angaben auch über die neuesten
Entwicklungen im Zusammenhang mit dem bereits genehmigten Bau der Prokon-Anlage in
Emlichheim.
Thema waren dabei insbesondere die "unmotivierten und mangelhaften Bemühungen der
Politik, den Bürgerwillen gegen den Bau der MVA umzusetzen". Alle Anwesenden hätten
sich ein deutlicheres und richtungweisenderes Vorgehen von Seiten der Politik gewünscht,
schreibt BI-Pressesprecher Hermann Borghorst.
Ihnen erscheine es fragwürdig, warum Vertreter der MVA-Befürworter, wie die
Anwaltskanzlei Koch, nun an den Formulierungen zur juristischen Ablehnung mitwirken
sollten. Zudem habe unter den Anwesenden der Infoveranstaltung die Tatsache für Unmut
gesorgt, dass erneut kein Politiker die Gelegenheit genutzt hatte, sich der öffentlichen
Diskussion in diesem Rahmen zu stellen.
Da erst vor kurzem ein Gespräch zwischen Vertretern der BI und der Geschäftsführung der
Prokon Nord stattgefunden hat, in dessen Verlauf auch Fragen gestellt wurden, die während
der Veranstaltung am Dienstag aufgekommen waren, wird die BI nach den Ferien eine weitere
Infoveranstaltung durchführen, zu der auch der Geschäftsführer der Prokon Nord sein
Kommen zugesagt hat.
Die BI lädt darüber hinaus am Sonnabend, 28. August, zu einem Sommerfest ein und bittet
alle, die bei den Vorbereitungen helfen wollen, sich im Laufe der nächsten Wochen unter
Telefon (05943) 561 zu melden.
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UP
09.07.2004
Pressemitteilung
Bürgerinteresse an der
Müllverbrennung ungebrochen
Auf der Veranstaltung der
Bürgerinitiative Müllverbrennung im Europark e.V. am letzten Dienstag waren wieder
ca. 200 interessierte Bürger zusammen gekommen um sich über die aktuellen Stand in
Sachen Müllverbrennung in Emlichheim zu informieren.
Neben den Entwicklungen zur MVA Planung im Europark wurde auch über die neuesten
Nachrichten zur Prokon Anlage berichtet. Thema waren dabei insbesondere die unmotivierten
und mangelhaften Bemühungen der Politik, den Bürgerwillen gegen den Bau der MVA
umzusetzen.
Alle Anwesenden wünschten sich ein deutlicheres und richtungweisenderes Vorgehen von
Seiten der Politik. So erscheint es fragwürdig, warum Vertreter der MVA-Befürworter, wie
z.B. die Kanzlei Koch, nun an den Formulierungen zur juristischen Ablehnung mitwirken
sollen.
Zudem erregte es besonderen Unmut bei den Anwesenden Bürgern und Bürgerinnen, dass
wieder einmal kein Politiker Gelegenheit gefunden hatte sich der Öffentlichkeit in diesem
Rahmen zu stellen.
Da erst gestern ein Gespräch zwischen
Vertretern der BI und der Geschäftsführung der Prokon Nord stattgefunden hat, in dessen
Verlauf auch Fragen gestellt wurden die während der Veranstaltung am Dienstag aufgekommen
waren, wird die BI nach den Ferien eine weitere Infoveranstaltung durchführen, zu der
auch der Geschäftsführer der Prokon Nord, Herr Hamers seine Mitwirkung zugesichert hat.
Die BI lädt darüber hinaus zum
großen Sommerfest am 28.08.04 und bittet alle, die bei den Vorbereitungen helfen wollen,
sich im Laufe der nächsten Wochen unter der Tel.-Nr. 05943/561 zu melden.
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UP
03.07.2004
Unterstützung
für Initiative gegen Müllverbrennung
EMLICHHEIM "Wir haben uns überlegt, wie wir die
Arbeit der Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung unterstützen können. Die Aktionen
erfordern nicht nur viel ehrenamtliches Engagement, sie kosten auch viel Geld und
das sitzt nun mal nicht mehr so locker", erzählt Ingrid Barkat. Daher hatte sie zu
Anfang des Jahres einen alten Bekannten angerufen, den Fernsehpfarrer Jürgen Fliege. Und
der hatte der Emlichheimerin geraten, einfach mal auf dem Dachboden nachzuschauen, was
sich vielleicht zu Geld machen ließe. "Wir hatten noch aus unserer Studentenzeit
alte Plakate aufgehoben, die zwischen 1967 und 1971 entstanden sind", schildert
Manfred Barkat. Mehr als 20 großformatige Aushänge hatte das Ehepaar über Jahre
aufbewahrt ein wertvoller Fundus der 68er-Bewegung. Vietnam, Friedensforschung,
Staatsterror, Bildungsreform: Mit provokanten, farbigen Drucken hatten die Studenten in
Essen versucht, ihren Standpunkt deutlich zu machen. Manfred Barkat war als
Studentenpfarrer einer ihrer Wortführer gewesen."Die gesellschaftspolitischen
Schwierigkeiten hatten in der Bevölkerung ein breites Bündnis erzeugt, das viele
Menschen zusammenführte", erinnert sich Manfred Barkat. Eine Parallele, die er und
seine Frau auch in der Diskussion um die Müllverbrennungsanlagen in Emlichheim
sehen.Daher hatte sich das Ehepaar bereits vor einigen Monaten entschlossen, die alten
Plakate zu verkaufen und die Gruppe mit dem Erlös zu unterstützen. Dass die Schilder nun
zurück an die Universität Essen gehen, freut die beiden Emlichheimer. Insgesamt
überwies die Hochschule 1000 Euro, vor kurzem brachte Manfred Barkat die Tafeln nach
Essen. "Es war uns wichtig, dass der Erlös der ja aus der Not entstanden ist
wieder in eine demokratische Bewegung geht", meint Barkat. |
UP
23.06.2004
Pressemitteilung der
BI vom 23.06.04
Angesichts der
großen Ablehnung jeglicher Verbrennungsanlagen durch die Bevölkerung in der Samtgemeinde
Emlichheim, protestiert die BI gegen die Entscheidung zur Gewährung einer
Betriebsgenehmigung für die Fa. ProkonNord (PN).
Nach Aussage der Politiker wurde die Planung der Verbrennungsanlage stets durch die
Emslandstärke GmbH (ES) gefordert, bzw. als eine der ES dienenden Maßnahme angepriesen.
Da bis heute keine Verträge zwischen der ES und der PN abgeschlossen wurden, stellen sich
diese Aussagen als haltlos dar.
Die von den
Politikern geforderten Nachbesserungen bleiben verspätete und ohne Durchsetzungswillen
vorgetragene Schönfärbereien, die das Versagen und die unzulängliche Politik, hier
ebenso wie im Fall der Europarkanlagen, widerspiegelt.
Das die Fa. Prokon scheinbar nicht auf den Bau der Anlage verzichten will, und nicht auf
die Nachbesserungen eingehen will, zeigt überdies, dass die Bevölkerung von einer
solchen Firma nichts Gutes zu erwarten hat.
Überdies
kritisiert die BI die Haltung der ES, das sie trotz der Herstellung hochwertiger
Lebensmittel, den Betrieb einer derartig emittierenden Anlage duldet.
Wir geben in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass die Firma IAMS im Europark, als
bekannter Tierfutterhersteller, gegen den geplanten Bau der dortigen Verbrennungsanlagen
protestierte, da sie einen erheblichen Qualitätsverlust ihrer Produkte befürchtete.
Wir fordern auch in
diesem Fall Politik und ES dazu auf, die für die Samtgemeinde schädliche Ansiedlung
einer Verbrennungsanlage, mitten in der Gemeinde Emlichheim, zu verhindern.
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UP
17.06.2004
Investor
will weiterhin Müll verbrennen
Auseinandersetzung Bürgerinitiative fordert von Politik
deutliche Absage
Emlichheim/MM Der niederländische Investor Henk Jacobs
von der Coevordener Westo Prefab Beton Systemen B. V. hat erneut deutlich gemacht, dass er
am Bau zumindest einer Müllverbrennungsanlage im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet
zwischen Coevorden und Emlichheim festhalten will. In einem offenen Brief an die
Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Emlichheim kündigt Jacobs eine Anlage an, die
dem aktuellen Stand der Technik entspricht, ohne gefährlichen Ausstoß. Eine Anlage, die
in jeder Hinsicht die gesetzlichen Normen und Anforderungen erfüllt. Sogar schon die noch
strengeren Anforderungen, die in 2008 in Kraft treten werden".
In der Samtgemeinde Emlichheim ist man irritiert und verunsichert. Schließlich hat es am
16. Mai eine Bürgerbefragung gegeben, an der 65,61 Prozent der Wahlberechtigten
teilgenommen haben. Davon haben sich 91,72 Prozent gegen den Bau der
Müllverbrennungsanlagen ausgesprochen. Viele meinten, damit sei das Thema vom Tisch. Doch
der Investor denkt offensichtlich nicht daran, die bisherigen Planungen in die Schublade
zu legen. In seinem an alle Haushalte verteilten Brief schreibt er auch "über
bereits getroffene Vereinbarungen mit Verwaltungsorganen" und "über einen
korrekten Umgang miteinander". Doch der Briefschreiber belässt es bei diesen vagen
Andeutungen. Konkrete Dinge werden nicht genannt.
Die Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung nimmt das Schreiben zum Anlass, "Politik
und Verwaltung an ihre Verantwortung gegenüber der Bevölkerung zu erinnern".
Kritisiert wird von den Gegnern der Verbrennung, dass der Investor das Ergebnis der
Bürgerbefragung und den inzwischen von der Gemeinde Laar wieder zurückgezogenen
Bebauungsplan offensichtlich völlig ignoriert. Nach Ansicht der Bürgerinitiative sind
die Politiker jetzt zu einer eindeutigen Stellungnahme und zu einer öffentlichen
Erklärung gefordert. "Zudem muss es eine eindeutige Anweisung an die Verwaltung
geben, den Bürgerwillen endgültig auch praktisch umzusetzen", heißt es in einer
Pressemitteilung der Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung.
Die Bürgerbefragung am 16. Mai hatte der Samtgemeinderat freiwillig angeboten.
Das Ergebnis hat keine rechtlich bindende Wirkung. Die Parteien haben jedoch bekräftigt,
dass sie das Ergebnis der Bürgerbefragung respektieren werden.
Auf das Antragsverfahren des Investors auf Errichtung der Müllverbrennungsanlagen hat die
Samtgemeinde jedoch keinen Einfluss.
Für dieses Verfahren ist die Bezirksregierung in Oldenburg zuständig.
Ein Hindernis steht jedoch noch vor dem Investor. Die Europark GmbH hat ihm noch keine
Grundstücke verkauft.
Und bislang beteuern auch alle Beteiligten der Samtgemeinde Emlichheim und der
Europarkgesellschaft, dass es noch keinerlei Verträge oder Vorverträge mit dem
niederländischen Investor gibt.
Henk Jacobs verweist in seinem Brief auf die Gutachter vom Ökologischen Institut
Darmstadt, die die verhandelten Schadstoffgrenzen als unbedenklich eingestuft hatten. In
den Niederlanden werde gleich nach dem Sommer eine Untersuchung zur Umweltverträglichkeit
gemacht. Sobald die Ergebnisse vorliegen, so Jacobs, werden die Haushalte der Samtgemeinde
Emlichheim einen weiteren Brief bekommen.
Die Bürgerinitiative fordert hingegen: "Es ist die Pflicht der Politiker und der
Verwaltung, alle notwendigen Kräfte aufzubringen um das Projekt zu verhindern. Die
Politiker müssen Herrn Jacobs abschließend verdeutlichen, dass er aus dem politischen
Bereich keinerlei weitere Unterstützung für sein Projekt erfahren wird." |
UP
10.06.2004
Pressemitteilung
10.Juni 2004
BI
fordert deutliche Absage gegen Jakobs
In Hinblick auf die
jüngsten Äußerungen der Firma Westo, bzw. dessen Geschäftsführers, sieht sich die
Bürgerinitiative dazu veranlasst, Politik und Verwaltung an ihre Verantwortung gegenüber
der Bevölkerung zu erinnern.
Die zum Teil
abwertenden, zum Teil lächerlichen Behauptungen des Herrn Jakobs, die die knapp 92%ige
Ablehnung der MVA durch die Bürgerinnen und Bürger und die Beschlüsse zur Änderung der
Bebauungsplanung im Europark völlig ignorieren, müssen eine eindeutige Stellungnahme und
endgültige öffentliche Erklärung der Politiker nach sich ziehen. Zudem muss es eine
eindeutige Anweisung an die Verwaltung geben den Bürgerwillen endgültig auch praktisch
umzusetzen.
Es kann einem Herrn
Jakobs nicht nachgesehen werden, dass er eine demokratische Bürgerentscheidung mit
herabsetzenden Formulierungen für nichtig erklärt.
Es ist die Pflicht
der Politiker und der Verwaltung alle notwendigen Kräfte aufzubringen um das Projekt zu
verhindern. Die Politiker müssen Herrn Jakobs abschließend verdeutlichen, dass er aus
dem politischen Bereich keinerlei weitere Unterstützung für sein Projekt erfahren wird.
Die Politiker der Gemeinden und der Samtgemeinde haben nun zum letzten Mal die
Möglichkeit das von ihnen zerstörte Vertrauen der Bevölkerung, auf der Grundlage einer
parteienorientierten Demokratie, wieder aufzubauen.
Beispielhaft
verweisen wir hier auf die eindeutige Ablehnung der Anlagenplanung durch den
parteiunabhängigen Landratskandidaten Brüggemann. Hier zeigt sich, dass es möglich ist
eine eindeutige politische Haltung öffentlich zu vertreten. Eine solche deutliche Haltung
würde auch den übrigen Politikern gut zu Gesicht stehen.
Wir erhoffen in diesem Zusammenhang auf eine Erfüllung unserer Bitte um Unterstützung im
Kampf gegen die MVA durch die Initiative Pro Grafschaft. Die gemeinsamen Interessen der
Bürgerinitiativen zum Wohle der Grafschaft können hier eine direkte Umsetzung erfahren.
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UP
26.05.2004
Gemeinderat Laar kippt Bebauungsplan
von andre
berends
MÜLLVERBRENNUNG Zukunft der umstrittenen Anlagen im Europark
bleibt nach Beschluss aber offen
Etwa 300 Zuschauer verfolgten am Montagabend die Sondersitzung
des Gemeinderats im Dorfgemeinschaftshaus. Am 3. Juni soll bei einer zweiten Sondersitzung
ein weiterer Bebauungsplan geändert werden.
LAAR Der Rat der
Gemeinde Laar hat am Montagabend beschlossen, einen Teil des Bebauungsplans für den
Europark zu ändern.
Damit wollen die Politiker verhindern, dass sich auf dem Gelände "stark emittierende
Betriebe, wie Müllverbrennungsanlagen" ansiedeln.
Die Entscheidung fiel einstimmig. Die Verwaltung ändert einen Beschluss vom 16. Oktober
2003, der noch den Bau von Müllverbrennungsanlagen (MVA) ermöglicht hätte. Der damalige
Plan sei war zwar beschlossen, aber bislang nicht veröffentlich worden dadurch sei
er auch nicht rechtskräftig gewesen, erklärte Bürgermeister Jan-Hindrik Zwaferink.
Der Bürgermeister bezog sich mit dieser Aussage auf eine Auskunft des Rechtsanwalts
Siegfried de Witt. Der Jurist aus Berlin hatte sich in der vergangenen Woche auf
Initiative der reformierten Kirchengemeinde Emlichheim in die Diskussion eingeklinkt und
dem Gemeinderat Laar eine Empfehlung ausgesprochen.
Den Bürgern gehe es um die praktische Umsetzung des Ergebnisses der Bürgerbefragung,
teilte de Witt in einem Schreiben mit. Ob die Samtgemeinde Emlichheim und die
Europark-Gesellschaft den Berliner Anwalt als Gutachter hinzuziehen, sei jedoch noch nicht
entschieden, sagte Erster Samtgemeinderat Johann Beerlink.
Vor den rund 300 Bürgern, die sich im Dorfgemeinschaftshaus drängten, verlas Beerlink
die Stellungnahme de Witts.
Darin äußerte sich der Jurist skeptisch über mögliche Haftungsansprüche gegen die
Samtgemeinde oder die Europark-GmbH. Der Antragssteller könne maximal seine bisherigen
Planungskosten geltend machen. Allerdings ging de Witt nicht weiter darauf ein, wie hoch
diese sein könnten. Um das Ergebnis der Bürgerbefragung für diese Maßnahme
zollte der Anwalt der Samtgemeinde ein "hohes Niveau der örtlichen politischen
Kultur" dennoch umzusetzen, seien zwei Bebauungspläne zu ändern.
Für den, nach seiner Einschätzung noch nicht rechtsgültigen, Europark-Plan Nummer 9,
müsse das Aufstellungsverfahren neu aufgerollt werden.
Dieser Empfehlung de Witts ist der Laarer Rat am Montagabend gefolgt. Dabei soll es um
eine Neuausrichtung der Planungsziele gehen.
Das heißt im Klartext: Auf dem Gelände dürfen nur noch umweltverträgliche Betriebe
errichtet werden. Luftverschmutzende Produktionen werden von vornherein ausgeschlossen.
"Was stark emittierende Betriebe aber nun sind, mag unsereins nicht bewerten",
sagte Zwaferink. Er wolle über alternative Industrieansiedlungen nicht spekulieren.
Ob die MVA nach dem derzeitigen Stand der Planungen überhaupt noch zu einer stark
luftverschmutzenden Industrie gehört und damit durch das nun aufgestellte Raster fällt,
ließ der Bürgermeister im Umkehrschluss offen.
Gleichwohl räumte er ein, dass die Entwicklung des grenzüberschreitenden Gewerbegebietes
mit einem Verzicht auf die MVA einen herben wirtschaftlichen Dämpfer erleiden würde.
"Wir müssen davon ausgehen, dass der Europark in den kommenden Jahren
Schwierigkeiten haben wird zu gedeihen", meinte Zwaferink.
Der andere, laut de Witt nun noch zu ändernde Bebauungsplan bezieht sich auf den sechsten
Abschnitt des Europarks. Da diese Ausführungen bereits rechtsgültig sind, solle der Plan
mit einer Veränderungssperre belegt werden, bis ihn die Gemeinde ähnlich wie Plan
Nummer 9 geändert habe, empfahl de Witt. Dieser Beschluss könnte in einer
weiteren Sondersitzung des Gemeinderates am 3. Juni erfolgen.
Bürgermeister Zwaferink zeigte sich nach der Sitzung am Montag zufrieden: "Die
Situation in Laar war in den vergangenen Wochen sehr angespannt.
Ich denke, dass die Bürger jetzt ein ganzes Stück erleichtert sind."
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UP
22.05.2004
Grüne fordern Konsequenzen nach MVA-Abstimmungserfolg
KRITIK "Kethorn ist der Prototyp eines Wendehalses"
EMLICHHEIM/GN
Der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen ist "hocherfreut über das
sensationelle Ergebnis der Bürgerbefragung zur MVA-Ansiedelung in der Samtgemeinde
Emlichheim". Dies sei ein großartiger Erfolg der Bürgerinitiative und zeige, dass
sich Beharrlichkeit in der richtigen Sache auszahle, schreibt der Kreisverband in einer
Mitteillung.
Die Emlichheimer Bürger hätten Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann und den
verantwortlichen Politikern im Samtgemeinderat "in fast schon peinlicher Deutlichkeit
mitgeteilt, was sie von der Europark-Politik ihrer Ratsvertretung halten und dass sie eine
Müllverbrennungsanlage vor ihrer Haustür nicht haben wollen", so die Grünen.
Wie berichtet, hatten rund 91,7 Prozent gegen den Bau der Anlagen votiert.
Das Ergebnis sei keine Momentaufnahme, wie einige Ratspolitiker immer noch vorzugeben
versuchten, sondern spiegele sehr deutlich den hartnäckigen öffentlichen Widerstand auf
beiden Seiten der Grenze in den vergangenen Monaten wider, meint die Spitze des
Kreisverbands, die weiter ausführt, dass der Widerstand für die politischen Vertreter
vor Ort absehbar gewesen sei.
"Jetzt gilt es, das Ergebnis der Befragung zügig umzusetzen", fordert der
Kreisvorsitzende der Bündnisgrünen, Dieter Kunert, "denn wer die Hürden der
Befragungsteilnahme in der Hoffnung des Scheiterns bewusst so hoch angesetzt hat, kann
dann nicht mehr zurück, wenn auch diese locker übersprungen wurden." Wer zudem aufs
falsche Pferd setze, verliere nur seinen Einsatz. Wer aber jetzt noch meine, weiter zocken
zu müssen, sei undemokratisch und sollte schnell seinen Hut nehmen, meint Kunert.
Verantwortungsvolle Politik, so der bündnisgrüne Kreisvorstand, hätte die Bürger von
Anfang an in das Vorhaben einbezogen. Hier aber sei trotz des absehbaren Widerstands in
der Bevölkerung mit dem Investor die Umsetzung immer weiter vorangetrieben worden.
Eventuelle Schadensersatzansprüche, die der potentielle Betreiber jetzt vorbringe,
dürften den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung nicht als Vorwand dienen, Volkes
Meinung jetzt ins Gegenteil umzudrehen, warnen die Grünen.
Als beachtlich stufte Kreisvorsitzender Kunert die Art und Weise ein, mit der
CDU-Landratskandidat Friedrich Kethorn direkt nach der Verkündung des
Auszählungsergebnisses die Seite gewechselt und den verblüfften Emlichheimern
öffentlich erklärt habe, eigentlich schon immer mit im Boot der MVA-Gegner gesessen zu
haben.
"Nur hat ihn dort keiner gesehen", so Kunert. "So gibt Kethorn nun mit
dieser peinlichen Selbstverleugnung den Prototyp eines populistischen Wendehalses ab, der
zuvor immer sehr deutlich seine Sympathie pro MVA-Ansiedelung geäußert hatte",
schreibt der Kreisvorsitzende der Bündnisgrünen abschließend.
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UP
22.05.2004b
Rat tagt zu Müllverbrennung
Laar Der Rat
der Gemeinde Laar kommt am Montagabend um 20 Uhr zu einer Sondersitzung zusammen. Thema
ist der beschlossene Bebauungsplan, der die Errichtung von Müllverbrennungsanlagen im
Europark ermöglicht. Der Plan ist zwar beschlossen, aber noch nicht veröffentlicht.
Experten halten es für möglich, dass der Bebauungsplan dadurch auch noch nicht
rechtskräftig ist. Unter Juristen umstritten ist, ob die Gemeinde Laar zu
Schadenersatzleistungen herangezogen werden kann, wenn sie den noch nicht
veröffentlichten Bebaungsplan dahingehend ändert, dass der Bau von
Müllverbrennungsanlagen untersagt wird. Die Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus ist
öffentlich.
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UP
20.05.2004
Ausstieg aus Müllverbrennung
Emlichheim
Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Emlichheim lädt am heutigen Mittwoch um 20.30
Uhr zu einem Informations- und Diskussionsabend mit Rechtsanwalt Siegfried de Witt ins
reformierte Gemeindehaus ein. Das Thema lautet "Recht und Ausstieg Zur
Umsetzung des Ergebnisses der Bürgerbefragung". Siegfried de Witt ist Fachanwalt
für Verwaltungsrecht in Berlin. Sein Fachgebiet sind Fragen der Amtshaftung, der
Staatshaftung und des Baurechts. Siegfried de Witt gehört wie Prof. Dr. Günter Altner zu
den Mitbegründern des Instituts für angewandte Ökologie in Freiburg, Berlin und
Darmstadt (Öko-Institut e.V.).
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UP
19.05.2004
Bürgerinitiative auch gegen den Bau der Prokon-Anlage
Forderung "Politiker sollen sich erklären"
Emlichheim/MM
Nach dem eindeutigen Ergebnis der Bürgerbefragung erwartet die Bürgerinitiative
eine öffentliche Erklärung seitens der Politik, den Bau jeder Müllverbrennungsanlagen
im Europark und auch in Emlichheim zu verhindern. Damit spricht sich die Bürgerinitiative
auch gegen den Bau der Prokon-Anlage in Nachbarschaft der Emsland-Stärke aus.
Die Verbrennungsgegner fordern zudem eine öffentliche Erklärung der Vertreter der
Samtgemeinde im Aufsichtsrat der Europark-GmbH, keinen Grundstücksverkäufen an die
Investoren der Müllverbrennung zuzustimmen. Zudem solle der Geschäftsführers der
Europark GmbH sich entsprechend erklären.
"Wir begrüßen die Aussagen von Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann,
wonach er sich um eine faktische Umsetzung des Ausstiegs aus dem Müllverbrennungs-Projekt
bemühen will, und hoffen, dass wir unter die Angelegenheit bald einen Schlussstrich
ziehen können" schreibt die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung. Durch das
eindeutige Votum der Bürgerbefragung seien die verantwortlichen Politiker in der Pflicht,
sich aktiv und mit Nachdruck für die Verhinderung der geplanten Müllverbrennungsanlagen
einzusetzen.
Nach Darstellung der Firma Westo gibt es bereits Verträge mit der Europark GmbH, aus
denen sie weitergehende Rechte auf die Fortführung des Projekt Müllverbrennung im
Europark herleiten will (die GN berichteten). Die Bürgerinitiative erwartet "die
unmittelbare und vollständige Offenlegung aller bestehender Vertragswerke, die in
Verbindung mit der Errichtung der Müllverbrennungsanlagen im Europark stehen können.
Deweiteren sollte der Bebauungsplan für die Gemeinde Laar durch dessen Rat
zurückgenommen werden. Dabei geht die Bürgerinitiative davon aus, dass die
Öffentlichkeit unmittelbar über die Maßnahmen und Entwicklungen der Samtgemeinde
informiert wird.
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UP
18.05.2004
Westo will weiter Müllverbrennung im Europark
Von Manfred Münchow
Reaktion Europapolitikerinnen dagegen
Emlichheim
Die Firma Westo hält weiter an den Plänen für Müllverbrennungsanlagen im Europark fest. In einer gestern
verbreiteten Stellungnahme heißt es, der Bebauungsplan für den Europark , der vor fünf
Jahren von den Behörden und der Europark GmbH für grenzüberschreitende
Industrieprojekte festgelegt worden sei, "hebt die Energieerzeugung durch
Abfallverwertungsanlagen mit hoher Priorität hervor". Daher werde man die Planungen
weiterverfolgen. Gemeint ist offensichtlich der Masterplan für den Europark und nicht ein
Bebauungsplan. Im Masterplan ist Energiegewinnung im Katalog der möglichen Projekte für
den Europark aufgenommen.
Wörtlich heißt es in der Stellungnahme der Firma Westo dann:
"Vor einigen Jahren begannen die Gespräche mit der Europark GmbH und diese ließen
keinen Zweifel über unsere Absichten und Gründe. Die Europark GmbH hat in Kenntnisnahme
der Planung bei der weiteren Entwicklung und Planung mitgeholfen und Verträge
abgeschlossen". Durch die Investoren seien mittlerweile "mehrere Zehnmillionen
Euro im guten Vertrauen in das Projekt investiert" worden.
Emlichheims Erster Samtgemeinderat Johann Beerlink hat gestern gegenüber den GN die
Darstellung von Westo zurückgewiesen.
Erst im Juni des vergangenen Jahres habe man mit dem Investor über die Planungen für
eine Müllverbrennung im Europark Gespräche geführt.
Verträge darüber seien definitiv nicht abgeschlossen worden.
Zur Bürgerbefragung am Sonntag waren auch die deutsche und die niederländische
Spitzenkandidatinnen für die Europawahl, Rebecca Harms (Bündnis 90/Die Grünen) und
Kathalijne Buitenweg (Groen Links), nach Emlichheim gekommen, um die Bürgerinitiative
gegen Müllverbrennung zu unterstützen. "Ich wünsche der Bevölkerung eine weitere
Entwicklung des Europarks ohne die Müllverbrennungsanlagen", sagte Rebecca Harms und
versprach ihre Unterstützung . Die Arbeit der Bürgerinitiative und die Beteiligung der
Bürger an der Befragung zeige, dass man das Mittel der direkten Volksbefragung braucht.
"Das ist ein Signal, das heute von Emlichheim ausgeht", rief Harms den
zahlreichen Bürgern vor dem Rathaus in Emlichheim zu.
Umweltschutz müsse man grenzüberschreitend sehen, sagte Kathalijne Buitenweg. Die
niederländische Politikerin betonte, es sei ein Jammer, dass es in Coevorden keine
Bürgerbefragung gebe. In Rotterdam zahle man Subventionen, um eine
Müllverbrennungsanlage in Betrieb zu halten und im Europark wolle man weitere bauen.
"Das ist doch absurd", rief Kathalijne Buitenweg.
Die beiden Europapolitikerinnen hatten zuvor im Europark an einer Aktion
"Sonnenblumen gegen Müllverbrennung" teilgenommen. im Gebiet rund um die
geplanten Müllverbrennungsanlagen wurden Sonnenblumen ausgesäht. "Wir wollen keinen
Müll, sondern Sonnenblumen", forderte Kathelijne Buitenweg. Von der Resonanz dieser
Veranstaltung zeigten sich die Organisatoren enttäuscht. Nur eine kleine Gruppe von
Müllverbrennungsgegnern war am Sonntag in den Europark gekommen.
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UP
18.05.2004
b
Pressemitteilung vom 17.05.04
Unter Bezugnahme
auf diverse Radio- und Fernseh-Berichterstattung vom heutigen Tage teilt die
Bürgerinitiative folgendes mit:
Wir begrüßen die
Aussagen des Samtgemeindebürgermeisters Stegemann, wonach er sich um eine faktische
Umsetzung des Ausstieges aus dem MVA Projekt bemühen will, und hoffen, dass wir unter die
Angelegenheit bald einen Schlussstrich ziehen können.
Durch das
eindeutige Votum der Bürgerbefragung sehen wir alle verantwortlichen Politiker in der
Pflicht, sich aktiv und mit Nachdruck für die Verhinderung der geplanten MVA einzusetzen.
Wir
erwarten:
- eine öffentliche Erklärung der verantwortlichen Politiker, den Bau jeder MVA
im Europark und in Emlichheim ( Prokon) zu verhindern
- eine öffentliche Erklärung der übrigen Vertreter der Samtgemeinde im
Aufsichtsrat der Europark-GmbH ( Herr Schowe und Herr Trüün), keinen
Grundstücksverkäufen an die Investoren der MVA zu zustimmen.
- eine entsprechende Erklärung des Geschäftsführers der Europark GmbH, Herrn
Beerlink
Nach Aussagen der
Fa. Westo gibt es bereits Verträge zwischen der Fa. Westo und der Europark GmbH, aus
denen die Fa. Westo weitergehende Rechte auf die Fortführung des Projektes MVA im
Europark herleiten will. Wir erwarten die unmittelbare und vollständige Offenlegung aller
bestehender Vertragswerke, die in Verbindung mit der Errichtung der MVA im Europark stehen
können.
Wir widersprechen
der Aussage der Presseerklärung der Fa. Westo:
"Die Anlagen für die die Genehmigung eingereicht wurde, haben extrem niedrige
Emissionswerte und unterschreiten die geforderten Werte, die in der 17.BImSch
vorgeschrieben sind."
Diese niedrigen
Emissionswerte würden bestenfalls erst mit den angeblich bereits schriftlich zugesagten
Änderungen der gegenwärtig geltenden Genehmigungsunterlagen realisiert werden können.
Des Weiteren sollte
der Bebauungsplan für die Gemeinde Laar durch dessen Rat zurückgenommen werden.
Dabei gehen wir
davon aus, dass die Bürgerinitiative und damit die Bevölkerung unmittelbar über die
Maßnahmen und Entwicklungen der Samtgemeinde informiert werden.
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UP
17.05.2004
"So
schön kann es in Emlichheim sein"
von manfred Münchow
Bürgerbefragung 91,72 Prozent gegen den Bau der
Müllverbrennungsanlagen im Europark
Die Samtgemeinde hat gefragt und die Bürger haben in
einer Deutlichkeit geantwortet, dass das am Ergebnis nicht zu deuteln ist: 65,61 Prozent
der Wahlberechtigten in der Samtgemeinde Emlichheim haben sich an der Abstimmung zur
Müllverbrennung beteiligt. Davon haben sich 91,72 Prozent gegen die geplanten Anlagen und
nur 8,28 Prozent dafür ausgesprochen.
Emlichheim Im Vorfeld
der Bürgerbefragung war viel über die Wahlbeteiligung spekuliert worden. Die CDU hatte
gefordert, dass mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen schreiten muss, um
ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen. Es gab viele Zweifel, ob die Hürde zu
überspringen ist. Mit über 65 Prozent haben die Bürger gestern deutlich gemacht, was
ihnen politisch derzeit am Herzen liegt.
Die Gegner der Müllverbrennungsanlage hatten gestern beste Bedingungen für ein gute
Wahlbeteiligung. Ein strahlenblauer Himmel, sommerliche Temperaturen und die
Bürgerinitative hatte mit Live-Musik und Getränkestand vor dem Rathaus für
Happening-Atmossphäre gesorgt. Das lockte so viele Interessierte an. "So schön kann
es in Emlichheim sein", rief eine junge Frau nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.
Im Rathaus warteten nach der Schließung der Wahllokale die Spitzenvertreter der Parteien
des Samtgemeinderates und die Verwaltungsspitze auf die Ergebnisse aus den einzelnen
Orten. Bei der Bekanntgabe des ersten Ergebnisses war allen klar, wohin die Abstimmung
geht. Entsprechend lang waren die Gesichter.
"Wir haben ein eindeutiges Ergebnis", erkannte CDU-Fraktionschef Heinz
Küter-Luks an, zweifelte jedoch zugleich an, ob man mit diesem Votum, der
wirtschaftlichen Entwicklung im Europark damit "einen großen Dienst erwiesen
hat". Das Ergebnis spiegele eine "momentane Stimmung" wider, "mit
Argumenten, denen ich nicht immer folgen konnte. Die CDU-Fraktion will das Thema heute
abend in der Fraktion besprechen und vor einer abschließenden Bewertung offene Fragen
nach eventuellen Schadensersatzforderungen des Investors klären. "Wenn das
Millionenbeträge sind, ist es die Frage, ob wir uns das leisten können", sagte
Küter-Luks. Der Emlichheimer CDU-Vorsitzende Fritz Berends sagte hingegen: "Wir
müssen das Ergebnis akzeptieren". Die Union werde sich für die
Müllverbrennungsanlagen "politisch nicht mehr einsetzen".
Für die SPD-Fraktion des Samtgemeinderates betonte Heinrich Strenge: "Bei dieser
Eindeutigkeit des Votums gibt es nichts dran zu deuteln". Aber auch Strenge gab zu
bedenken: "Beim Blick über den Tellerrand hinaus, muss man sich schon Gedanken
darüber machen, was bedeutet es für die weitere Entwicklung des Europarks, wenn keine
Müllverbrennungsanlagen kommen und all die Firmen, die angeblich wegen ihr kommen
wollten, es jetzt doch nicht tun".
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann sagte im Gespräch mit den GN: "Wir
werden das Ergebnis akzeptieren und entsprechend verfahren". Stegemann war es auch,
der vor dem Rathaus der wartenden Menge die Ergebnisse bekanntgab. Diese kommentierte die
91,72 Prozent Gegenstimmen mit lautem Jubel und Klatschen. Thomas Oppel, stellvertretender
Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung, rief: "Die ist ein Votum,
wie es sich die Politiker für ihre eigene Wahl erträumt hätten".
Anwesend waren auch die beiden Kandidaten zur Landratswahl. Während Oberkreisdirektor
Josef Brüggemann zum wiederholten Male forderte, Anlagen dieses Ausmaßes seien nicht
gegen die Bevölkerung durchsetzbar, schloss sich jetzt auch der CDU-Vorsitzende Friedrich
Kethorn eindeutig dieser Forderung an.
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UP
14.05.2004
Grüne im Gespräch über MVA
Emlichheim Vertreter der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die
Grünen statteten vor einigen Tagen dem Rathaus in Emlichheim einen Besuch ab. Grund der
Visite war die Information über den Stand der Dinge bei den für den Europark geplanten
Müllverbrennungsanlagen. Die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Dorothea
Steiner, würdigte es als positiv, dass die Samtgemeinde sich um einen Gutachter vom
Ökoinstitut Darmstadt bemüht habe. Sie äußerte jedoch zugleich die Befürchtung, dass
es in den Abmachungen mit den Betreibern Schlupflöcher geben könnte. Zudem sei das
Projekt keinesfalls "der große Arbeitsmarktbringer".
Unser Bild zeigt Dorothea Steiner im Gespräch mit Samtgemeindebürgermeister Hildebrand
Stegemann. Foto: Münchow
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UP
14.05.2004
b
"Die
Müllverbrennung bringt Arbeitsplätze"
Stellungnahme
FDP für den Bau
Emlichheim/gn "Aufgrund der Tatsache, dass in den
letzten Tagen und Wochen die Bürger der Samtgemeinde Emlichheim bewusst von einigen
Gegnern der Müllverbrennungsanlagen mit nicht nachvollziehbaren und haltlosen
Äußerungen irritiert worden sind, fühlen wir uns dazu veranlasst, einige Punkte richtig
zu stellen", schreibt die FDP-Fraktion des Samtgemeinderates Emlichheim in einer
Pressemitteilung.
Die Nachbesserungsverhandlungen der Samtgemeinde, der Politik und der Fachleute auf der
einen Seite und den Betreibern auf der anderen Seite seien nicht gescheitert, sondern in
fast allen Punkten erfüllt. Von der hier geplanten Anlage würden laut Aussagen der
Gutachter der Samtgemeinde keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgehen. Zitat des
Gutachters Dehoust: "Wenn diese Anlage so gebaut wird, ist es eine der besten in
Europa." Zitat Dr. Kruse, Toxikologe: "Von dieser Anlage wird keiner krank
werden."
Zur Verkehrsbelastung schreiben die Liberalen: "Es gibt keine Industrie- oder
Gewerbeansiedlungen ohne zusätzliches Verkehrsaufkommen. Transporte zur MVA kommen
höchstens zu 30 Prozent über die Straße, und die Transportwege werden so festgelegt,
dass Ortschaften gemieden werden".
Durch den Bau der Müllverbrennungsanlagen würden nicht nur neue Arbeitsplätze
geschaffen, sondern auch vorhandene Arbeitsplätze in der Region gesichert, meint die
FDP-Fraktion.
Die MVA sei als Kraftwerk "ein Schlüssel für weitere Gewerbeansiedlungen im
Europark". Es gebe konkrete Verhandlungen, unter anderem mit
lebensmittelverarbeitenden Betrieben, die einen hohen Energiebedarf haben.
Beeinträchtigungen in der Landwirtschaft, so die FDP, seien bei über 60
Müllverbrennungsanlagen in Deutschland, die nach den gesetzlichen Richtlinien errichtet
sind, nicht bekannt. Eine Stellungnahme des Bayrischen Bauernverbandes in Würzburg
besage, dass bei laufenden Kontrollen (Biomonitoring) keinerlei Einflüsse, auch nicht die
geringsten Spuren einer Belastung auf landwirtschaftlichen Produkte festzustellen seien.
Auch über Einschränkungen hinsichtlich der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte sei
nichts bekannt.
Darum ist die FDP-Fraktion des Samtgemeinderates der Meinung: "Wer gegen diese in
allen Punkten verbesserte Anlage stimmt, der spricht sich gegen Industrieansiedlung, gegen
den Europark und gegen die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen aus".
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UP
14.05.2004
c
Oberkreisdirektor
gegen MVA
Standpunkt
Brüggemann übt Kritik bei Bürgerversammlung
Emlichheim/Nordhorn/MM Oberkreisdirektor Josef
Brüggemann hat seine Kritik an den für den Europark geplanten Müllverbrennungsanlagen
bekräftigt. Während einer Bürgerversammlung in Emlichheim und einer Podiumsdiskussion
vor Unternehmern in Nordhorn hat Brüggemann eindeutig gesagt, dass die Anlagen in der
geplanten Größenordnung nicht die richtige Perspektive für den Europark sind.
Kritisch sieht Brüggemann das Verhältnis der zu erwartenden Arbeitsplätze zu dem
Flächenverbrauch. Der Chef der Kreisverwaltung geht auch nicht davon aus, dass die
Müllverbrennungsanlagen eine Sogwirkung für andere Unternehmen mit erheblichen
Arbeitsplätzen hat, sich im Europark anzusiedeln. Die Wirkung sei "eher
abschreckend".
"Man sollte eine Anlage dieses Ausmaßes nicht gegen den Willen der Bevölkerung
bauen", gibt Brüggemann zu bedenken. Hier gehe es schließlich nicht um
Müllverbrennung für den eigenen Bedarf. Die Grafschaft habe sich für den eigenen Müll
für ein anderes Konzept entschieden: Die Mechanisch-Biologische Vorbehandlungsanlage
(MBA), die derzeit in Wilsum gebaut wird. Vor Unternehmern in Nordhorn ließ Brüggemann
jedoch gestern durchblicken, dass er kein grundsätzlicher Gegner der Müllverbrennung
ist. Ginge es um eine kleinere Müllverbrennungsanlage "in einem vertretbaren Rahmen
für den Eigenbedarf wäre die Diskussion eine andere".
Am Sonntag können die Bürger der Samtgemeinde Emlichheim bei einer Bürgerbefragung ihr
Votum zu den geplanten Müllverbrennungsanlagen abgeben. In der Zeit von 10 bis 17 Uhr
sind verschiedene Wahllokale in der Samtgemeinde geöffnet.
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UP
14.05.2004
d
Bürgerinitiative
weiter gehen den Bau der Müllöfen im Europark
Protest
"Samtgemeinde betreibt Schönfärberei"
Emlichheim/GN Die Bürgerinitiative gegen
Müllverbrennung spricht sich nach wie vor gegen die Anlagen im Europark aus. "Fakt
ist, dass eine solche gigantische Müllverbrennungsanlage einfach nicht in die hiesige,
landwirtschaftlich geprägte Region gehört", schreibt die Initiative in einer
Presemitteilung.
Diese Auffassung vertrete auch der Gutachter Dipl.-Ing. Peter Gebhardt, der die geplanten
Anlagen (auch mit den von der Samtgemeinde geforderten Nachbesserungen) als ein
unvertretbarer "ökologischer Wahnsinn" bezeichne. Selbst der Gutachter der
Samtgemeinde, Günter Dehoust, hätte in einem Gespräch gegenüber der Bürgerinitiative
deutlich gemacht, kein Freund von überdimensionierten Müllverbrennungsanlagen "auf
der grünen Wiese" zu sein.
"Es fehlt jegliches Verkehrskonzept", kritisiert die Bürgerinitiative. Auch die
Tatsache, dass im Europark "zu 85 Prozent hoch schadstoffbelasteter
Gewerbemüll" verbrannt werden soll, würden die Gutachter für bedenklich halten. In
vergleichbar großen Anlagen werde größtenteils schadstoffärmerer Hausmüll verbrannt.
Die Bürgerinitiative hält dire Aussagen der Samtgemeinde zu den Nachbesserungszusagen
der Investoren für "Schönfärberei". Bis heute gebe es keine schriftliche
Zusage der Nachbesserungsforderungen. Es gebe lediglich schriftliche Erklärungen durch
das Ingenieurbüro Adema. "Hier muss man befürchten, dass die Investoren jederzeit
von diesen Erklärungen Abstand nehmen", heißt es von Seiten der Kritiker.
"Die Investoren sind nachweislich auf wesentliche Forderungen der Gutachter nicht
eingegangen", behauptet die Bürgerinitiative. Es würden verbindliche Angaben zum
Abfallinput, und zwar zur Menge, zur Herkunft und den Maximalschadstoffgehalten fehlen.
Zudem fehle die geforderte Überarbeitung der Schornsteinhöhenberechnung. Als
wesentlichste Forderung fehle ein sogenannter Remedia-Katalysator, der die hochgiftigen
PCDD/F (Dioxine) zerstört. Das von den Gutachtern der Samtgemeinde geforderte Konzept zur
Begrenzung der diffusen Emissionen fehle ebenfalls. Auch sei die ausschließlich visuell
erfolgende Input-Kontrolle unzureichend.
Ein wichtiger Aspekt gegen die geplanten Anlagen ist nach Ansicht der Bürgerinitiative
der Verlust von Lebensqualität in der Region: Hohe Verkehrsbelastung durch Transporte,
und ein Verfall der Grundstücks- und Immobilienwerte. Im Europark werde sich zukünftig
keine "weiße" Industrie mehr ansiedeln, da Müll noch mehr Müll nach sich
ziehe. Nach Auffassung der Kritiker bauscht die Samtgemeinde die Möglichkeit von
Regressforderungen des Investors mit dem Ziel der Verunsicherung der Bevölkerung und
Gemeinderatsmitglieder von Laar künstlich auf.
Zur Pressemitteilung der Samtgemeinde Emlichheim (die GN berichteten) schreibt die
Bürgerinitiative (BI): Die BI trägt keine Verantwortung an Äußerungen in Leserbriefen.
Die BI ist von der Samtgemeinde nicht auf eine Beantragung der Sammelerlaubnis aufmerksam
gemacht worden.Die BI wurde niemals von der Samtgemeinde darauf hingewiesen, Vorwürfe
gegen den Investor zu unterlassen.
Aus aktuellem Anlass der Bürgerbefragung weist die Bürgerinitiative darauf hin,
"dass uns eine Vielzahl von Fällen mitgeteilt wurde, in denen Bürger keine oder
falsche Abstimmungsbenachrichtigungen erhalten haben". Betroffene Personen, könnten
jedoch auf jeden Fall am Sonntag in ein Wahllokal gehen und an der Abstimmung teilnehmen.
Das Informationsbüro der Bürgerinitiative ist jetzt auch telefonisch unter (05943)
984647 zu den Öffnungszeiten erreichbar.
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UP
14.05.2004
e
"Kein Geheimtreff"
Widerspruch
CDU empört über "Lüge"
Emlichheim/MM Wenige Tage vor der Bürgerbefragung wird
in einem Leserbrief eine Behauptung aufgestellt, die nach Darstellung des
CDU-Samtgemeindeverbandes Emlichheim "eine glatte Lüge ist". Berichtet wurde
von einem Treffen am Donnerstag letzter Woche in der Gemeindeverwaltung mit dem Betreiber
und bemängelt, dass die neutralen Beobachter der Bürgerinitiative nicht eingeladen
waren.
Dazu die CDU: Es hat an dem besagten Donnerstag keine Verhandlung mit dem Betreiber
gegeben. Es handelte sich um ein Pressegespräch, an dem seitens der Verwaltung Hildebrand
Stegemann und Johann Beerlink und vom Öko-Institut Günter Dehoust teilgenommen haben. Es
war kein Vertreter der CDU sowie der anderen Fraktionen beteiligt. Die Grundlage für eine
Einladung der neutralen Beobachter war dadurch ebenfalls nicht gegeben. Die komplette
Stellungnahme der Gutachter ist auf der Homepage der Emlichheimer CDU einzusehen.
"Auch die über Flugblätter verbreitete Information, dass die Verhandlungen der
Samtgemeinde gescheitert seien, ist eine Irreführung der Öffentlichkeit, die wir auf das
Schärfste kritisieren", so die CDU.
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UP
13.05.2004
Rathaus: Es
hat keine geheimen Müll-Verhandlungen gegeben
Verbrennung Samtgemeinde weist Unterstellungen
zurück
Emlichheim/GN – Die
Samtgemeinde Emlichheim weist Unterstellungen zurück, es habe
Geheimverhandlungen mit dem Investor der geplanten Müllverbrennungsanlagen
gegeben. Bislang habe man auf "Unterstellungen, Behauptungen und
Verleumdungen in Leserbriefen" über die geplanten Abfallverwertungsanlagen
im Europark nicht reagiert, um nicht unnötige Schärfe in die Diskussion zu
bringen, heißt es in einer Presseerklärung. Nachdem der Investor die von
den Gutachten geforderten Werte für die Schadstoffausstöße zugesagt habe,
würden die Gegner der Anlagen jedoch auf "Nebenkriegsschauplätze"
ausweichen Ängste schüren. Behauptet wird, dass am Donnerstagvormittag
letzter Woche im Rathaus ein Geheimtreffen mit dem Investor stattgefunden
hat. "Unabhängig davon, dass es sicherlich nicht verwerflich sein sollte,
mit Investoren Gespräche zu führen, handelt es sich bei dieser Aussage um
eine Unterstellung, die an Verleumdung grenzt", heißt es in der
Presseerklärung. Es habe an diesem Tage keine Gespräche mit Herrn Jacobs
gegeben. Es habe dagegen ein Pressegespräch stattgefunden, an dem Günter
Dehoust vom Öko-Institut teilgenommen hat. Es handelte sich um eine
Darstellung der Ergebnisse der gutachterlichen Stellungnahmen der Herren
Dehoust (Öko-Institut) und Dr. Kruse (Toxikologisches Institut Kiel). Eine
Unterrichtung der Beobachter der Bürgerinitiative sei daher nicht nötig
gewesen. Behauptet wird, dass die Samtgemeinde Mitglieder der
Bürgerinitiative angezeigt habe, weil sie Geld für eine Zeitungsanzeige
gesammelt haben. "Die Samtgemeinde hat niemanden angezeigt. Vielmehr wurde
die Bürgerinitiative darauf aufmerksam gemacht, dass für eine derartige
Sammlung eine Sammelerlaubnis zu beantragen ist. Derartige Sammlungen sind
grundsätzlich genehmigungspflichtig", schreibt die Verwaltung und fragt:
"Oder lebt etwa die Bürgerinitiative in einem rechtsfreien Raum?" Auch sei
die Bürgerinitiative darauf hingewiesen worden, "dass haltlose
Verleumdungen der Investoren, wie etwa der Hinweis darauf, dass der
Investor in den Niederlanden vorbestraft sei, unterlassen werden sollten,
weil sie jeglicher Grundlage entbehren". Es frage sich daher, ob die
Samtgemeinde oder aber die Bürgerinitiative "die Gräben noch weiter
aufgerissen hat". Auch habe die Samtgemeinde nicht unnötig Geld zum
Fenster hinausgeworfen. Man habe "eine objektive Unterrichtung der
Bürgerinnen und Bürger" als sinnvoll angesehen. Schließlich werde
behauptet, viele Milchbauern hätten Verträge mit Humana Babynahrung. "Auch
hier handelt es sich um eine haltlose Behauptung", schreibt die
Samtgemeinde. Landwirte oder Genossenschaften aus der hiesigen Region
hätten keine derartigen Verträge abgeschlossen. "Im übrigen ist die
Samtgemeinde Emlichheim auch weiter an sachlichen Gesprächen interessiert,
die auch durchaus kritisch sein können", heißt es abschließend in der
gestern verbreiteten Pressemitteilung. |
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12.05.2004
Biker
protestieren gegen geplante Müllverbrennungsanlagen
Aktion Etwa 50 Motorradfahrer
machten Ausfahrt durch die Samtgemeinde Emlichheim
EMLICHHEIM/AB - Rund 50 Motorradfahrer haben am Sonntag
gegen den geplanten Bau der Müllverbrennungsanlagen im Europark
protestiert. Die Biker versammelten sich auf dem Marktplatz in Emlichheim
und rüsteten ihre Maschinen mit Plakaten der Bürgerinitiative aus. Deren
Vorstandsmitglieder Norbert Bechthold, Harald Konrad-Hammersen und Uwe
Beiderwellen führten dann das Feld zum Europark und anschließend durch die
Samtgemeinde Emlichheim. "Damit wollen wir zeigen, wie laut es hier
künftig jeden Tag werden kann. Allerdings würde es dann noch mehr
stinken", sagte Beiderwellen. |
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10.05.2004
Unabhängige
gegen MVA im Europark
Uelsen/gn –
Die Kreistagsgruppe der unabhängigen Wählergemeinschaft Bürger für
Bürger/UWG lehnt die geplante Müllverbrennungsanlage im Emlichheimer
Europark ab. Die Risiken dieser gewaltigen Anlage für Emlichheim und das
weitere Umfeld seien nicht abschätzbar, heißt es in einer
Pressemitteilung. Außerdem bestehe keine Notwendigkeit, von einem
Privatinvestor im Europark Müll entsorgen zu lassen, der vofn außerhalb
kommt. Lucas Laman (UWG) und Karl-Ernst Kiewit (Bürger für Bürger)
verstehen nach eigener Darstellung "voll und ganz die Sorgen der
Bevölkerung, nicht nur in der Samtgemeinde Emlichheim, sondern auch im
weiteren Umfeld". Kiewit und Lamann wollen deshalb "keineswegs auf einen
von den politischen Parteien bestimmten Zug, gleichwohl in welcher
Richtung er sich bewegt, aufspringen". Die Sorgen der Bürger in den der
Niedergrafschaft würden von der Kreistagsgruppe Bürger für Bürger/UWG sehr
ernst genommen. Ihrer Meinung nach sollte der Erhalt der intakten
landwirtschaftlichen Flächen und deren Bewirtschaftung sowie die
Erholungsqualität auch über die Grenzen der Samtgemeinde Emlichheim hinaus
Vorrang vor "Mülltourismus" haben. Die Kreistagsgruppe Bürger für
Bürger/UWG ruft alle emlichheimer auf, bei der Bürgerbefragung am 16. Mai
ihre Stimme abzugeben, damit eine 50-prozentige Wahlbeteiligung erreicht
wird und die Ratsgremien vor Ort an diesem Votum der Bevölkerung nicht
mehr vorbeientscheiden können. Die Anlage sei nicht nötig, da die
Grafschaftein über ein zufriedenstellendes Müllentsorgungskonzept
verfüge.
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UP
05.05.2004
Gutachter zur Müllverbrennung
Hoogstede – Zur nächsten Diskussionsrunde laden die Gegner der
für den Europark geplanten Müllverbrennungsanlagen am
Donnerstag, 6. Mai, um 19.30 Uhr ins reformierte Gemeindehaus
nach Hoogstede ein. Der Gutachter der Bürgerinitiative, Peter
Gebhardt vom Öko-Institut in Darmstadt, wird dann zu den
Genehmigungskriterien, die von den Gutachtern der Samtgemeinde
Emlichheim gefordert wurden, Stellung beziehen.
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UP
05.05.2004
b
CDU:
Müllverbrennung für Europark-Entwicklung wichtig
Arbeitsplätze
Samtgemeinde in Verhandlungen mit einem weiteren
ansiedlungswilligen Betrieb?
Emlichheim/gn – "Für die wirtschaftliche Weiterentwicklung des
Europarks ist die Ansiedlung dieser Abfallverwertungsanlage sehr
wichtig. Es werden für die ersten zwei Komponenten mehr als 100
Millionen Euro investiert. Etwa 100 direkte Arbeitsplätze werden
entstehen, eine Anzahl, die uns auf Nachfrage bei vergleichbaren
Betrieben auch genannt wurde". Das schreibt die CDU-Fraktion des
Samtgemeinderates in einer Pressemitteilung.
Weiter werde eine enorme Energiemenge durch die Verbrennung
produziert. In Verhandlungen mit Betrieben sei das Angebot
günstiger Energie sehr positiv in die Überlegungen einer
Ansiedlung aufgenommen worden. "Ein Betrieb, mit dem die
Samtgemeinde in direkten Verhandlungen steht, macht seine
Ansiedlung ausschließlich abhängig von der Möglichkeit,
preisgünstige Energie zu beziehen", schreiben die
Christdemokraten.
Die CDU-Fraktion ist überzeugt, dass bei einer Nichtansiedlung
der Müllverbrennungsanlage dem Europark "ein Schlag versetzt
wird, von dem er sich nicht so schnell wieder erholen wird".
Denn es stelle sich die Frage, welcher Betrieb solche niedrigen
Werte beim Schadstoffausstoß einhalten könne.
"Von Anfang an haben Rat und Verwaltung der Samtgemeinde
Emlichheim ihre Zustimmung zu den im Europark geplanten
Müllverbrennungsanlagen davon abhängig gemacht, dass mit einer
hochqualifizierten Technik der Schadstoffausstoß so gering
gehalten wird, dass eine Gefährdung für Menschen, Tiere und
Umwelt auszuschließen ist", betont die CDU-Fraktion des
Samtgemeinderates. Um dieses Ziel zu erreichen, habe sich die
Samtgemeinde von anerkannten Wissenschaftlern ausführlich
beraten lassen.
Die Forderungen, die Professor Heiko Doedens, der Toxikologe Dr.
Hermann Kruse und Diplom-Ingenieur Günther Dehoust vom Öko-
Institut Darmstadt aufgestellt hatten, seien vom
antragstellenden Betreiber der niederländischen Firma "Westo" in
die Planungen aufgenommen worden. Nach Meinung der Experten
werde diese Anlage damit zu den modernsten Verwertungsanlagen in
Europa gehören. Die CDU ist der Auffassung, "dass durch die
Zielvorstellungen der Wissenschaftler, die konsequente Haltung
der Samtgemeinde und die Kooperationsbereitschaft des
Antragstellers ein Betrieb entstehen kann, von dem keine
nachweisbare Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgeht".
Darüber hinaus sei es für die CDU-Fraktion besonders wichtig,
dass alle ausgehandelten Punkte in der Genehmigung
festgeschrieben würden. So sei die dauernde Überprüfung der
Anlage durch die Fachbehörden sichergestellt. Außerdem würden
die Verhandlungsergebnisse in einem Vertrag zwischen der
Samtgemeinde und dem Betreiber abgesichert. Den Einwand, die
Anlage bringe ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit sich, läßt die
Union nicht gelten. Dies werde die Folge einer jeden
Betriebsansiedlung im Europark sein.
Die CDU-Fraktion will die Vereinbarungen, die für die
Landwirtschaft wichtig sind, konsequent umsetzen. "Besonders
unverständlich" ist für die CDU, dass nun diese Anlage, die
hohen Ansprüchen entspreche, von der Bürgerinitiative abgelehnt
wird, während sie sich zu der Anlage der Firma "Prokon" nicht
äußere. Bei dieser Anlage seien in der bisherigen Planung nicht
so geringe Emissionswerte vorgesehen wie im Europark, und der
Transport der "Rohstoffs" erfolge zu 100 Prozent über die
Straße. Die CDU-Fraktion der Gemeinde Emlichheim habe daher
beantragt, dort die gleichen Maßstäbe anzulegen wie im Europark.
Bei der Beratung über die Bürgerbefragung tauchte auch die Frage
auf, welchen Einfluss die Samtgemeinde noch auf die Genehmigung
der Anlagen habe und welche Regressforderungen auf sie zukommen
könnten. Deshalb habe auch die CDU-Fraktion gefordert, diese
Fragen vor der Bürgerbefragung so weit wie möglich zu klären.
Die Führungsspitze des Kommunalen Schadenausgleichs (KSA) und
der Fachmann für Kommunalrecht, Dr. Koch von der Uni Osnabrück,
haben nach Darstellung der CDU einmütig erklärt, dass die
Genehmigung in den Händen der Bezirksregierung liege. Und es sei
nicht auszuschließen, dass der Urheber einer Verhinderung dieses
Betriebes regresspflichtig gemacht werde. Einen möglichen und
dann auch sehr hohen Schadensausgleich übernehme der Kommunale
Schadensausgleich nicht.
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UP
28.04.2004
MVA-Gegner organisieren
Fahrdienst zur Bürgerbefragung
Initiative Müllverbrennung im Europark
wird weiterhin abgelehnt – Erneut Kritik an Samtgemeinde
Emlichheim/MM – "Jetzt erst Recht",
sagen die Gegner der Müllverbrennung im Europark und wollen eine
möglichst große Beteiligung für die Bürgerbefragung am 16. Mai
organisieren.
An diesem Tag können die wahlberechtigten Bürger der
Samtgemeinde Emlichheim in der Zeit von
10 bis 17 Uhr ihr Votum zur geplanten Müllverbrennung
abgeben.
Die Bürgerinitiative kritisiert erneut die
Forderung der CDU-Mehrheitsfraktion im Samtgemeinderat, dass
sich mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten an der
Abstimmung beteiligen müssen, um ein aussagekräftiges
Meinungsbild zu bekommen.
"Aus finanziellen Erwägungen in Neugnadenfeld kein Wahllokal zu
öffnen, ist nur als Versuch zu werten, die Bürgerbeteiligung
grundsätzlich zu erschweren", heißt es in einer Pressemitteilung
der Bürgerinitiative.
Um eine hohe Wahlbeteiligung zu bekommen, organisiert die
Bürgerinitiative deshalb einen Fahrdienst, der unter Telefon
(05943) 983744 angefordert werden kann.
Zudem wird auf bestimmten Strecken ein Pendeldienst mit drei
Oldtimer-Bussen eingerichtet. Am Nachmittag der Bürgerbefragung
soll zudem eine Wahlparty mit der Band "Midnight Hour" die
Bürger aus ihren Häusern locken.
"Entgegen den von den Politikern abgegebenen
Aufklärungsversprechen, hat auch die zweite Infoveranstaltung
der Samtgemeinde mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet
wurden", meint die Bürgerinitiative.
Alle Verhandlungsergebnisse seien
bestenfalls mündlich besprochen.
Es gebe keine klare Aussage darüber, wie viele, beziehungsweise
welche Anlagen gebaut werden sollen.
Es seien lediglich die Firmen genannt, die den größten Teil des
Mülls anliefern sollen, aber es sei nicht gesagt worden, aus
welchen Gebieten der Müll kommen solle. Die juristischen
Spekulationen über mögliche Regressforderungen seien einseitig
ausgelegt worden und dienten somit nur der Rechtfertigung des
Standpunkts der Samtgemeinde.
"Die Behauptung, dass die Bürgerinitiative
sich nicht gegen die Anlage ausgesprochen habe, beziehungsweise
Nachbesserungen gefordert habe, ist schlichtweg falsch", heißt
es in der Pressemitteilung.
Auch sei man mit den Verantwortlichen der
Samtgemeinde keinen gemeinsamen Weg bei den Verhandlungen
gegangen.
Die Nachbesserungsverhandlungen seien "von der Samtgemeinde
inszeniert".
Die Initative habe sich nicht an den Gesprächen beteiligt,
stattdessen hätte sie neutrale Beobachter entsandt.
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UP
28.04.2004 b
Samtgemeinde Emlichheim
Herrn Samtgemeindebürgermeister
Hildebrand Stegemann
Hauptstraße 24
49824 Emlichheim
Emlichheim, am
28.04.04
Sehr geehrter Herr Stegemann, sehr geehrte Damen
und Herren,
die Veröffentlichung der Satzung zur Bürgerbefragung (GN vom
23.4.2004) enthält einige Unklarheiten bzw. missverständliche
Formulierungen, die wir kritisieren.
Zum einen werden unterschiedliche Bezeichnungen für die
geplanten Anlagen verwendet:
In § 1 heißt es, dass auf der deutschen Seite „eine
Abfallverbrennungsanlage und ein Biomasseheizkraftwerk“
errichtet werden sollen, sowie auf niederländischer Seite eine
„Abfallverbrennungsanlage“.
Anläßlich der Informationsveranstaltung am 19.4.2004 wurde
mitgeteilt, dass zunächst nur 2 Linien errichtet werden sollen,
jeweils eine auf deutscher und auf niederländischer Seite. Wenn
die Verbrennungsanlage auf niederländischer Seite nicht
genehmigt werde, sei geplant, 2 Verbrennungsanlagenanlagen auf
deutscher Seite zu errichten. Aus diesem Grunde halten wir die
Aussagen in § 1 der Satzung, insbesondere im Hinblick auf die
Planungen zum Biomasseheizkraftwerk, für verwirrend, wenn nicht
gar irreführend.
Eine weitere Unklarheit ergibt sich aus § 3: Dort ist im
Gegensatz zu § 1 plötzlich die Rede von „thermischen
Abfallverwertungsanlagen“. Wir fragen uns, ob der Samtgemeinde
überhaupt selbst klar ist, welche und wie viele Anlagen nun im
Europark auf deutscher und niederländischer Seite tatsächlich
errichtet werden sollen. Soll nun ein Biomasseheizkraftwerk
gebaut werden oder nicht?
Ein wesentlicher Kritikpunkt bezieht sich zudem
auf die Art der Fragestellung der Bürgerbefragung. Wir halten es
für äußerst bedenklich, dass das „Ja“ –Votum an eine Bedingung
geknüpft ist, wobei erst in der Zukunft nachgeprüft werden kann,
ob die Bedingung eintreten wird.
Daraus ergibt sich die zwangsläufige Folge, dass das von einem
Bürger unter diesen Umständen abgegebene „Ja“ nachträglich
unwirksam wird -und damit als „Nein“ zu werten ist, wenn auch
nur eine einzige der geforderten Nachbesserungen und
Bedingungen nicht eingehalten werden sollte.
Aus Gründen der Rechtsklarheit fordern wir die
Samtgemeinde auf, die Satzung zum einen im Hinblick auf die
unterschiedlichen Terminologien (§ 1 und § 3 ) klar zu
formulieren und zum anderen auf die an die „ Ja“- Stimme
geknüpfte Bedingung zu verzichten!
Zudem
können wir bzw. die Bürger der Samtgemeinde derzeit nicht
nachvollziehen, um welche von den Gutachtern geforderten
Nachbesserungen und Bedingungen - insbesondere im Hinblick auf
Höchstgrenzen der Emissionswerte- es sich im Einzelnen handelt.
Die Berichterstattung in den Grafschafter Nachrichten vom
21.4.2004 war diesbezüglich unvollständig und ungenau. Bislang
ist von der Samtgemeinde keine schriftliche – und damit später
nachprüfbare- Aufstellung der einzelnen Nachbesserungen und
Bedingungen veröffentlicht bzw. zugänglich gemacht worden. Wir
fordern Sie zum Zwecke der umfassenden Bürgerinformation auf,
unverzüglich – noch vor der Bürgerbefragung- eine Liste zu
veröffentlichen, aus der alle von Ihren Gutachtern
geforderten Nachbesserungen und Bedingungen zu entnehmen sind.
Mit freundlichen Grüßen
i.A.
_________________
Achim Pape, Schriftführer
(Dieses
Schreiben haben wir mit gleicher Post an die Grafschafter
Nachrichten gesandt um unsere Kritik an der Vorgehensweise der
Samtgemeinde zur Bürgerbefragung zum Ausdruck zu bringen).
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UP
21.04.2004 a
Bürger weiter gegen Müllöfen
Protest Noch vor dem Schlusswort die
Halle verlassen
Emlichheim/MM – Die meisten Gegner
der Müllverbrennung waren am Montagabend stinksauer.
Die Gutachter gaben dem jetzt ausgehandelten technischen Stand
der Anlagen gute Noten, aber die Kritiker wollen überhaupt keine
Müllverbrennung in ihrer Umgebung.
Nicht zu einer guten Stimmung beigetragen hat auch die
Einschätzung des Juristen Thorsten Koch, dass nach einer noch
möglichen Entscheidung des Samtgemeinderates gegen die
Müllverbrennung, der Investor mit hohen
Entschädigungsforderungen vor Gericht ziehen und Erfolg haben
könnte.
"Es gibt noch keine eindeutige Rechtsprechung der Gerichte",
sagte Koch am Montagabend in der Vechtetalhalle. Daher sei er
sich nicht sicher, ob die geplante Bürgerbefragung nicht
"kontraproduktiv" sei.
Investor Henk Jacobs betonte: "Wir
haben viel investiert, wir können nicht mehr zurück".
Die Bürger hatten am Montagabend viele Fragen.
Doch es konnten nicht alle gestellt werden. Als der
Geschäftsführer der Grafschafter Wirtschaftsvereinigung, Geert
Latz, nach gut drei Stunden gegen 22.15 Uhr die Fragerunde
abbrach und Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann um
ein Schlussword bat, verließ ein Großteil der über 900 Besucher
empört die Halle.
Ein begleitendes Pfeifkonzert ließ Stegemann sein Redekonzept
wieder einpacken.
Am 16. Mai werden die Bürger der Samtgemeinde nach ihrer Meinung
zur Müllverbrennung gefragt.
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21.04.2004
Müllverbrennung: Forderungen
der Gutachter erfüllt
von manfred münchow
Ergebnis "Kein Schaden für Gesundheit"
Im Streit um die geplanten
Müllverbrennungsanlagen für den Europark haben jetzt die
Gutachter das Wort ergriffen. Die Wissenschaftler sehen ihre
Forderungen an den Investor im wesentlichen als erfüllt an. Es
sei kein Schaden für Mensch und Umwelt zu erwarten.
Emlichheim – "Es gab eine unerwartet hohe
Kooperationsbereitschaft des Investors", lobte Heiko Doedens,
früher beschäftigt beim Institut für Siedlungswasserwirtschaft
und Abfalltechnik der Universität Hannover. Es seien lediglich
noch "geringe Nachbesserungen nötig.
Doedens gehört zu den Gutachtern der Samtgemeinde Emlichheim zu
den geplanten Müllverbrennungsanlagen. Am Montagabend standen
sie über 900 Bürgern in der Vechtetalhalle Rede und Antwort. Der
größte Teil der Besucher sprach sich dennoch – zum Teil
lautstark – grundsätzlich gegen Müllverbrennung aus.
Drei Anlagen sind beantragt, zwei sollen zunächst gebaut werden.
Günter Dehoust vom Ökoinstitut Darmstadt, früher ein erklärter
Gegner der Müllverbrennung, berichtete, dass man die
Schadstoffausstöße gegenüber den gesetzlich zulässigen Werten –
je nach der toxikologischen Bedeutung – auf 50 Prozent zum Teil
auch auf ein Prozent gesenkt habe. "Stand der Technik" nennt man
das behördlich erlaubte. "Was jetzt gebaut werden soll, ist
nicht nur Stand der Technik, es geht weit darüber hinaus",
erkennt Dehoust an.
Der Toxikologe Hermann Kruse, der strenge Werte fordert (z. B.
Cadmium 20 Nanogramm pro Kubikmeter erlaubt, Kruses Forderung
liegt unter 0,4 Nanogramm), sagt: "Ich habe nichts gegen die
Anlage, wenn meine Werte eingehalten werden". Eine
Gesundheitsgefährdung sei nicht zu erwarten. Grundsätzlich
trügen Emissionen zu einem zusätzlichen Risiko bei. Doch hier
gehe es in Bereiche, "die mit den Instrumenten, die wir zur
Verfügung haben, nicht meßbar." Im Gespräch mit Kritikern sagte
Günter Dehoust: "Die Anlage ist okey".
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UP
20.04.2004
Jetzt erst recht
!!
Die Informationsveranstaltung der Samtgemeinde Emlichheim am
19.04.04 in der Vechtetalhalle hat die Wahrheit über die
geplanten MVA im Europark ans Licht gebracht.
Trotz des
massiven Bürgerprotestes haben wir den verantwortlichen
Politikern zusammen mit dem Investor mindestens zwei MVA nebst
zugehörigem LKW-Verkehr zu verdanken. Dabei wurde weder das von
der Samtgemeinde schon im Februar geforderte detaillierte
Gutachten über die Herkunft des Mülls vorgelegt noch die Frage
nach den Namen der angeblich ansiedlungswilligen Folgebetriebe
beantwortet.
Alle vorgestellten
Nachbesserungs-massnahmen gründen sich bisher nur auf mündliche
Absichtserklärungen des Investors.
Nach meinem Geschmack zuviel Vertrauensvorschuss für Herrn
Jacobs.
Nach Aussage des Rechtsberaters der
Samtgemeinde, Dr. jur. Koch, haben sich die Verantwortlichen -
unter Anderem durch die fortgesetzten Verhandlungen mit dem
Investor- entgegen den Behauptungen von
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann bereits jetzt
jeder Möglichkeit der Einflussnahme beraubt.
In der
gleichen Stellungnahme wurde den Gegnern der MVA nahe gelegt,
ihren Protest zu zügeln, damit die großzügigen, freiwilligen
Nachbesserungszusagen des Investors nicht gefährdet werden.
Spätestens hier stellt sich die Frage, ob wir noch in einer
Demokratie leben.
Wie haben wir
uns die „politischen Konsequenzen“ vorzustellen, die von den
Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien für den
Fall einer mehrheitlichen Ablehnung der MVA in der
Bürgerbefragung angekündigt werden ?
Herr Jacobs
jedenfalls hat in diesem Punkt unmissverständlich deutlich
gemacht, dass er nicht von der geplanten Errichtung der MVA oder
zumindest eventuellen Schadensersatzforderungen Abstand nehmen
will.
Zitat Jacobs:
"Wir können nicht mehr zurück!"
Werden die
Samtgemeinderatsmitglieder den Mut haben, das Risiko eines
drohenden Schadensersatzprozesses auf sich zu nehmen, wenn die
Bürger am 16.05. die MVA mehrheitlich ablehnen oder werden sie
ihr kollektives Bedauern darüber ausdrücken, dass sie dem
Bürgerwillen gerne nachgekommen wären, ihnen dazu aber
bedauerlicherweise die rechtlichen Mittel fehlen ?
Um eine
Antwort auf diese Frage zu erhalten, müssen am 16.05.2004
möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger von ihrem Wahlrecht
Gebrauch machen und gegen die geplanten MVA stimmen.
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UP
19.04.2004
Heute abend
Verhandlungsergebnisse zur Müllverbrennung
Info-veranstaltung
CDU-Mehrheitsfraktion will Ergebnis der Bürgerbefragung als
verbindlich ansehen
Emlichheim/MM – Für die
kontroversen Diskussionen um die geplanten
Müllverbrennungsanlagen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet
Europark wirdes heute abend wichtige Informationen geben. Die
Samtgemeinde Emlichheim lädt um 19 Uhr alle Interessierten in
die Vechtetalhalle ein, um die Ergebnisse der Verhandlungen mit
dem Investor über Nachbesserungen vorzustellen.
Die Samtgemeinde hat verschiedene Gutachter – unter anderem das
Ökoinstitut Darmstadt – beauftragt, den nötigen technischen
Standard für eine Müllverbrennung zu benennen. Diese Werte will
die Samtgemeinde Emlichheim vom Investor einfordern.
Erste Verhandlungen haben bereits ergeben, dass keine
Bahnschwellen in der geplanten Biomasseanlage verbrannt werden
sollen.
Gegen die geplante Müllverbrennung im Europark hat sich ein
breiter Widerstand formiert.
Ein Teil der Gegner wendet sich gegen den ihrer Ansicht nach zu
niedrigen technischen Standard der beantragten Anlage.
Es gibt jedoch auch eine große Zahl von Kritikern, die sich
generell gegen jegliche Form der Müllverbrennung im Europark
aussprechen. Ein genaues Stimmungsbild soll eine Befragung der
Bürger der Samtgemeinde Emlichheim geben, die dafür am 16. Mai
zu den Wahlurnen gerufen werden.
Nach Ankündigungen der CDU-Politikern Fritz Berends und Rudolf
Ribbert, das Ergebnis der Bürgerbefragung als verbindlich
anzusehen, wenn mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten an
der Abstimmung teilnehmen, gibt es jetzt auch eine entsprechende
Erklärung der CDU-Fraktion des Samtgemeinderates. "Aber auch
wenn die Betiligung unter der 50-Prozent-Grenze liegt, wird die
CDU das Votum der Bürger ernst nehmen und es nicht einfach ‘in
den Papierkorb’ werfen", schreibt Fraktionssprecher Heinz
Küter-Luks.
Für die CDU ist die Frage wichtig, inwieweit die Samtgemeinde
noch Entscheidungsspielraum hat in Sachen Müllverbrennung. Eine
Antwort dazu soll es heute abend in der Vechtetalhalle geben.
Unterdessen kritisiert die CDU-Fraktion des Samtgemeinderates
die Stellungnahmen der Landratskandidaten Friedrich Kethorn
(CDU) und Josef Brüggemann zur geplanten Bürgerbefragung als
"ganz und gar vom Wahlkampf geprägt".
Während das Ziel fast erreicht sei, "eine Anlage mit der
bestmöglichen Technik und sehr, sehr geringen Emissionen"
vorstellen zu können, bezögen die Kandidaten eine Position, "die
einen möglichst hohen Stimmenanteil nicht gefährdet".
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UP
07.04.2004
Schaffen Verbrennungsgegner
Mehrheit?
Bürgerbefragung CDU baut bei Wahlbeteiligung hohe Hürden auf
Termin: 16. Mai von 10 bis 17 Uhr
"Fakt ist, dass die Bürger die
Müllverbrennungsanlagen nicht wollen." Der junge Mann
sagt es mit Bestimmtheit am Montagabend in der Bürgerfragestunde
vor der Sitzung des Rats der Samtgemeinde Emlichheim im voll
besetzten Haus Ringerbrüggen.
Ob er recht hat, soll eine Bürgerbefragung zeigen, die die
Politiker für den 16. Mai angesetzt haben.
Emlichheim/MM – Das Bürgerbegehren hat der
Samtgemeindeausschuss bereits in nichtöffentlicher Sitzung
abgelehnt (die GN berichteten).
Doch gleichzeitig haben die Politiker angekündigt, dass sie
dennoch die Bürger zu ihrer Meinung über die umstrittenen
Müllverbrennungsanlagen im Europark befragen wollen.
Rechtlich gebunden an das Votum der Bürger
sind die Politiker jedoch nicht.
Am 16. Mai in der Zeit von 10 bis 17 Uhr können die Einwohner
der Samtgemeinde Emlichheim ihre Meinung zur geplanten
Müllverbrennung in geheimer Abstimmung kundtun.
Dafür werden fünf Wahllokale eingerichtet. Das hat der
Samtgemeinderat am Montagabend beschlossen. Teilnahmeberechtigt
sind alle Bürger der Samtgemeinde, die an einer Kommunalwahl
teilnehmen dürften.
CDU-Fraktionssprecher Heinz Küter-Luks hat
aber bereits angekündigt, dass die Union das Votum der Bürger
nur als Entscheidungshilfe ernsthaft heranziehen will, wenn mehr
als die Hälfte aller Wahlberechtigten an der Befragung
teilnehmen.
Das ist eine hohe Hürde. Bei der jüngsten Kommunalwahl im Jahr
2001 lag die Wahlbeteiligung in der Samtgemeinde Emlichheim bei
64 Prozent.
Daher votiert die SPD-Fraktion für den 13. Juni als Termin für
die Bürgerbefragung zur Müllverbrennung.
An diesem Tag werden die Bürger zur Europawahl und zur Wahl
eines hauptamtlichen Landrats an die Wahlurnen gerufen.
"Es würden keine zusätzlichen Kosten entstehen", wirbt
SPD-Sprecher Dieter Schowe.
Doch die Sozialdemokraten stehen mit ihrem Terminvorschlag
allein. Die Mehrheit des Samtgemeinderates
stimmt für den 16. Mai. Helmut Sleefenboom enthält sich der
Stimme.
"Wir werden den Bürgerwillen respektieren", kündigt Schowe an.
Bei der FDP ist man gespalten. Während Georg Hans betont, das
Votum der Bürger sei für ihn lediglich eine
"Entscheidungshilfe", kündigt Fraktionskollege Evert Rötterink
an: "Wenn 51 Prozent dagegen sind, werde ich auch dagegen
stimmen." Ähnlich wie Rötterink äußern sich auch die
CDU-Politiker Fritz Berends und Rudolf Ribbert.
"Ich beteilige mich nicht an
Abstimmungsspielchen", sagt Heinz Küter-Luks und hält sich
ebenso bedeckt wie Parteifreund und Samtgemeindebürgermeister
Hildebrand Stegemann. Sie wollen sich nicht öffentlich
festlegen, wie sie mit dem Ergebnis der Bürgerbefragung umgehen
wollen.
Jetzt wird sich bald zeigen, ob die Gegner der für den Europark
geplanten Müllverbrennungsanlagen Recht haben mit ihrer
Behauptung, dass die Mehrheit der Bürger der Samtgemeinde
Emlichheim auf ihrer Seite stehen.
Am 19. April will die Samtgemeinde noch einmal zu einer
Informationsveranstaltung einladen, um der Öffentlichkeit das
Verhandlungsergebnis zu präsentieren, das die Gutachter und die
Investoren erreicht haben.
Auf die Frage "Welche Vorteile bringen die Anlagen?" und die
Bitte "Wir brauchen endlich eine Antwort" verweist Stegemann
zunächst auf den 19. April, wirbt dann aber doch mit den
angekündigten 100 direkten und 100 indirekten Arbeitsplätzen.
"Bei uns am Schreibtisch sitzen Leute, die fragen, wann habt ihr
denn endlich diese Arbeitsplätze", sagt Stegemann und äußert
erneut die Überzeugung, dass die Müllverbrennung und
Energiegewinnung weitere Betriebe in das grenzüberschreitende
Gewerbegebiet ziehen wird.
"Wir werden am 19. April konkreter", kündigt er an.
Mehrfach beteuern Stegemann und Erster
Samtgemeinderat Johann Beerlink, dass es noch keine Verträge
zwischen der Samtgemeinde und den Antragstellern gebe.
Gutachter und Investoren kommen am 19. April noch einmal zu
einer ganztägigen Abschlussverhandlung zusammen.
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UP
05.04.2004
Bürgerbefragung Thema im Rat
Emlichheim/GN – Mit der
Bürgerbefragung zur Müllverbrennungsanlage beschäftigt sich
heute der Rat der Samtgemeinde Emlichheim. Die öffentliche
Sitzung beginnt um 19 Uhr im Haus Ringerbrüggen in Emlichheim.
Daneben wollen die Ratsmitglieder über die Verteilung der
Schulräume zum kommenden Schuljahr beschließen. Außerdem müssen
durch den Austritt Reinhard Wenskes aus der SPD-Fraktion und
Helmut Sleefenbooms aus der FDP-Fraktion einige Ausschüsse neu
besetzt werden. Auf der Tagesordnung steht weiterhin eine
Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich der Gemeinde
Hoogstede. Damit soll der Weg geebnet werden für das neue
Baugebiet "Pferdekamp".
MVA: Satzung über eine
Bürgerbefragung nach § 22d NGO
Aufgrund
der §§ 6, 22d und 40 der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO)
in der Fassung vom 22. August 1996 (Nds. GVBl. S. 382), zuletzt
geändert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 12. Dezember 2003
(Nds. GVBl. S. 446), hat der Samtgemeinderat der Samtgemeinde
Emlichheim in seiner Sitzung am 05. April 2004 folgende Satzung
beschlossen:
§ 1 Anlass der Bürgerbefragung
Die Europark Coevorden-Emlichheim GmbH mit Sitz in Laar führt
mit einer Investorengruppe Verhandlungen über deren Absicht im
grenzüberschreitenden Gewerbe- und Industriepark Europark
Coevorden-Emlichheim Betriebe anzusiedeln, die
Anlagen zur thermischen Abfallbehandlung
errichten und betreiben wollen. Die Investoren beabsichtigen im
deutschen Teil des Europarks auf Grundflächen der Europark GmbH
eine Abfallverbrennungsanlage und
ein Biomasseheizkraftwerk zu
errichten. Weiterhin soll auf niederländischer Seite auf einem
Grundstück der Gemeente Coevorden eine
Abfallverbrennungsanlage gebaut werden.
Die Samtgemeinde Emlichheim ist Mitgesellschafterin der Europark
Coevorden-Emlichheim GmbH.
Die Bürgerbefragung nach § 22d der Niedersächsischen
Gemeindeordnung dient dem Zweck, die Entscheidungsfindung des
Rates der Samtgemeinde Emlichheim, soweit Entscheidungen durch
den Samtgemeinderat zu treffen sind bzw. Entscheidungen durch
den Samtgemeinderat beeinflusst werden können, zu unterstützen.
Mit dieser Befragung soll das Meinungsbild der Bevölkerung zu
dieser geplanten Ansiedlung eingeholt werden.
§ 2 - Dauer und Ort der Befragung
Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung des Rates der
Samtgemeinde Emlichheim führt die Samtgemeinde Emlichheim am
Sonntag, dem 16. Mai 2004 in der Zeit von 10.00 Uhr bis 17.00
Uhr, eine Bürgerbefragung durch. Die Bürgerbefragung
(Abstimmung) findet in folgenden Stimmlokalen statt:
Stimmbezirk I - Gemeinde
Emlichheim südlich der Bahnlinie
Stimmmlokal: Haus
Ringerbrüggen, Rathausstraße 6, 49824 Emlichheim
Stimmbezirk II - Gemeinde
Emlichheim nördlich der Bahnlinie
Stimmlokal: Grundschule
Emlichheim,Berliner Straße 46, 49824 Emlichheim
Stimmbezirk III - Gemeinde
Hoogstede
Stimmlokal: Grundschule
Hoogstede, Bathorner Diek 10, 49846 Hoogstede
Stimmbezirk IV - Gemeinde
Laar
Stimmlokal: Grundschule
Laar, Hauptstr. 45, 49824 Laar
Stimmbezirk V - Gemeinde
Ringe
Stimmlokal: Alte Schule
Ringe, Emlichheimer Str. 34, 49824 Ringe
Die Bürgerinnen und Bürger erhalten die Möglichkeit, in den oben
genannten Stimmlokalen ihre Antwort geheim abzugeben.
§ 3 - Gegenstand der Bürgerbefragung
Die den Bürgerinnen und Bürgern zur Abstimmung vorgelegte Frage
lautet:
- Ich stimme der Ansiedlung der geplanten
thermischen Abfallverwertungsanlagen im Europark zu, wenn
die durch die Samtgemeinde Emlichheim in Zusammenarbeit mit den
Gutachtern geforderten Verbesserungen und Bedingungen von den
Investoren und jeweiligen Anlagenbetreibern eingehalten werden.
- Ich lehne die Ansiedlung der geplanten thermischen
Abfallverwertungsanlagen im Europark ab.
§ 4 - Teilnahmeberechtigung
(1) Zur Teilnahme an der Bürgerbefragung sind alle Bürgerinnen
und Bürger (§ 21 Abs. 2 i.V.m. § 34 NGO) berechtigt.
(2) Die Samtgemeinde führt ein Verzeichnis der
teilnahmeberechtigten Bürgerinnen und Bürger, in dem auch
vermerkt wird, wer seine Stimme abgegeben hat. Sie stellt
dadurch sicher, dass jede/jeder Teilnahmeberechtigte nur einmal
an der Befragung teilnimmt. Zur Führung des Verzeichnisses
gelten die §§ 18 bis 20 des Niedersächsischen
Kommunalwahlgesetzes (NKWG) entsprechend.
§ 5 - Beantwortung der Fragen
(1) Die Antworten sind auf einem amtlichen Vordruck, der am
Befragungstag bei den in § 2 genannten Stellen ausgegeben wird,
persönlich abzugeben.
(2) Die Abgabe der Antwort im schriftlichen Verfahren ist nur
zulässig, wenn die oder der Betroffene schriftlich erklärt, das
für ihn zuständige Stimmlokal (§ 2) nicht oder nur unter
unzumutbaren Schwierigkeiten aufsuchen zu können. Die
Vorschriften über die Briefwahl (§ 31 NKWG, § 53
Niedersächsische Kommunalwahlordnung (NKWO) und der Wahlschein
(§ 20 NKWG, §§ 22 bis 25 NKWO) sind entsprechend mit der Maßgabe
anzuwenden, dass die Antwort am Tag der Abstimmung bis 17.00 Uhr
eingegangen sein muss.
(3) Die Antworten erfolgen durch Ankreuzen der bezeichneten
Felder. Es ist nur eine Antwort zulässig.
(4) Ungültig sind Antworten, wenn
1. der amtliche Vordruck nicht verwendet wird,
2. der Vordruck mit anderen Kennzeichnungen, Vermerken,
Vorbehalten, Zusätzen, Streichungen oder mehr als einem Kreuz
versehen wird,
3. Antworten nicht zweifelsfrei erkennbar sind.
§ 6 - Abstimmungsorgane
Abstimmungsleitung ist der amtierende Samtgemeindewahlleiter
bzw. der amtierende stellv. Samtgemeindewahlleiter. Die Aufgaben
des Abstimmungsausschusses nimmt der Samtgemeinde-Wahlausschuss
der letzten Kommunalwahl wahr. Soweit Abstimmungsvorstände zu
berufen sind, werden diese von der Abstimmungsleitung berufen.
§ 7 - Bekanntmachung und Feststellung
des Ergebnisses
Die Abstimmungsleitung macht das Ergebnis der Befragung
(Beteiligung an der Befragung, die Anzahl der ungültigen Stimmen
sowie die Stimmverteilung auf die gestellten Fragen) öffentlich
bekannt. Das Ergebnis der Befragung ist vor der Bekanntmachung
durch den Abstimmungsausschuss festzustellen. Für die
öffentliche Bekanntmachung gelten die Regelungen der
Hauptsatzung der Samtgemeinde Emlichheim.
§ 8 - Geltungsbereich
Die Satzung hat Geltung im Bereich der Samtgemeinde Emlichheim.
§ 9 - Inkrafttreten
Diese Satzung tritt am Tage der Bekanntmachung in den
Grafschafter Nachrichten in Kraft.
Emlichheim, den 5. April 2004
Der Samtgemeindebürgermeister
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02.04.2004 a
Pressemitteilung zur anstehenden
Bürgerbefragung
Hat eine Bürgerbefragung
überhaupt noch Sinn?
Die BI begrüßt grundsätzlich die längst
überfällige Beteiligung der Bevölkerung an der
Entscheidungsfindung hinsichtlich der MVA im Europark.
Allerdings betrachten wir den Bürgerwillen
bereits durch die 4.600 Unterschriften aus
der
ersten Unterschriftenaktion, 2.600 Unterschriften für das
abgelehnte Bürgerbegehren und fast 7.000 Einwendungen in
Oldenburg hinlänglich dokumentiert.
Zudem bestehen größte Zweifel darüber, ob die
Behauptung des Herrn Stegemann, die Politik sei immer noch Herr
der Lage überhaupt noch zutrifft.
Aus der Erklärung von Herrn Stegemann vom
30.03.04 wird nicht ersichtlich, in wie weit die Samtgemeinde
(SG) überhaupt noch Einflussmöglichkeiten auf den Verkauf der
Flächen hat.
Vielmehr behauptet Herr Stegemann, dass
die SG durch den Flächennutzungsplan noch alle Trümpfe in der
Hand habe.
Tatsache ist, dass der Flächennutzungsplan für die MVA-Flächen
schon entsprechend geändert ist.
Der Rat der Gemeinde Laar hat den Bebauungsplan
für die MVA relevanten Flächen geändert. Dieser konnte bisher
nicht veröffentlicht werden, weil das entsprechende Areal auch
eine Fläche enthält, auf der ein Bahnterminal errichtet werden
soll.
Für diese Fläche, die nicht die geplante
MVA betrifft, wurde jedoch der Flächennutzungsplan durch die SG
bisher noch nicht geändert.
Allein der Rat der Gemeinde Laar könnte durch
Änderung des Bebauungsplanes eine Veränderung der Situation auf
politischem Wege erreichen.
Das in diesem Zusammenhang noch das Gespenst der
"Regressforderungen" umhergeistert, sollte die verantwortlichen
Politiker veranlassen sich juristisch über dessen Unsinnigkeit
zu informieren.
Wir fordern nun von der SG eine
verbindliche Erklärung, wie sie vor diesem Hintergrund eine
Bürgerbefragung durchführen will, bzw. wie dann der Willen der
Bevölkerung, im Falle einer zu erwartenden Ablehnung der MVA
rechtsverbindlich umgesetzt werden soll.
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UP
02.04.2004
Altreformierte sind besorgt
über Pläne im Europark
von daniel klause
MVA Brief an Samtgemeinde – Befragung
Thema im Rat
In einem Brief
an die Samtgemeinde Emlichheim hat nun auch der Synodalverband
der altreformierten Kirche seine Besorgnis über die im Europark
geplanten Müllverbrennungsanlagen (MVA) zum Ausdruck gebracht.
Der Samtgemeinderat entscheidet am kommenden Montag über Form
und Inhalt der Bürgerbefragung.
EMLICHHEIM – "Das Wissen um die Planung der
Müllverbrennungsanlagen im Europark erfüllt viele
Gemeindeglieder mit Sorgen und Unbehagen. In unterschiedlicher
Weise wird dies kundgetan. (...) Es gibt aber auch große
Besorgnis bei nicht wenigen, die sich nicht öffentlich äußern",
schreibt Pastor Dieter Bouws im Namen des Synodalverbands.
Das Engagement für Firmenansiedlungen im Europark und die
Absicht, die Region wirtschaftlich voranzubringen, erkenne die
altreformierte Kirche ausdrücklich an.
"Dennoch sind wir besorgt über die Nachteile, die eine Anlage
dieser Dimension – selbst bei Nutzung des neuesten technischen
Standards – mit sich brächte."
Der langfristige Schaden könnte größer sein als die Nachteile,
die sich aus einem Rücktritt vom geplanten Vorhaben ergäben,
befürchtet der Synodalverband der altreformierten Gemeinden.
Als Christen fühlten die Altreformierten eine besondere
Verantwortung hinsichtlich der Bewahrung der Schöpfung. Dieser
Aspekt müsse mit wirtschaftlichen Belangen sorgfältig abgewogen
werden.
"Insofern wünschen wir Ihnen viel Kraft und Gottes Segen bei den
anstehenden Entscheidungen", heißt es in dem Brief an die
Samtgemeinde abschließend.
Unterdessen steht das Thema Bürgerbefragung bereits am kommenden
Montag auf der Tagesordnung einer öffentlichen Sitzung des
Samtgemeinderats, die um 19 Uhr im Haus Ringerbrüggen beginnt.
Nach Auskunft von Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann
will die Verwaltung den Fraktionen Vorschläge über den formalen
Ablauf der Befragung und die genaue Fragestellung auf den
Stimmzetteln machen. "Die Frage muss so formuliert sein, dass
die Bürger klar mit ja oder nein antworten können", sagte
Stegemann gestern.
Eine klare Formulierung der Fragestellung fordert auch die
reformierte Gemeinde Emlichheim.
Darüber hinaus stünde es nach Ansicht des Kirchenrats den
Verantwortlichen in Rat und Verwaltung gut an, "im Vorfeld der
Befragung unmissverständlich ihre Bereitschaft zu signalisieren,
dem Ergebnis der Bürgerbefragung zu folgen, auch wenn sie
rechtlich einen nur unverbindlichen Charakter hat".
Grundsätzlich begrüße die Gemeinde, dass "durch die
Bereitschaft, am 16. Mai eine Bürgerbefragung durchzuführen,
Bewegung in die Angelegenheit gekommen ist".
Andererseits sei der Wille der Bevölkerung angesichts von 7000
Einwendungen und 4600 Unterschriften gegen die MVA sowie 2600
Unterschriften für ein Bürgerbegehren bereits hinreichend
dokumentiert.
Bedauernswert ist nach Ansicht der reformierten Gemeinde, dass
weder Verwaltung noch Politik bislang vom Angebot eines
öffentlichen Gesprächs im Gemeindehaus Gebrauch gemacht haben.
Die Gemeinde habe allen Beteiligten seit Ende vergangenen Jahres
ihr Gemeindehaus als Forum für Information und Diskussion
angeboten.
Bislang habe allerdings nur die Bürgerinitiative davon Gebrauch
gemacht.
"Auf Grund unseres theologischen Auftrags fordern wir Klarheit,
das heißt Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und
Wahrheitsgemäßheit der Informationen", sagen die Pastoren Reiner
Rohloff und Dieter Bergholz.
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01.04.2004
Samtgemeinde weist Vorwürfe
der Kirche zurück
MÜLLVERBRENNUNG Bürger werden über
Verhandlungsergebnisse informiert – "Zu Gesprächen bereit"
Emlichheim/gn – Die Verwaltungsspitze
der Samtgemeinde Emlichheim hat gestern erstmals zu Vorwürfen im
Zuge der öffentlichen Diskussion über die
Müllverbrennungsanlagen (MVA) Stellung bezogen.
Man sei sehr verwundert, von der reformierten Kirchengemeinde in
dieser Form angegriffen zu werden, heißt es in Bezug auf den
Bericht in den GN vom Dienstag.
"Uns ist nicht bewusst, dass von Seiten der Politik oder der
Verwaltung in irgendeiner Form Gewalt ausgeübt wurde", schreibt
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann weiter.
Auch habe es keine Geheimverhandlungen mit den MVA-Investoren
gegeben.
Es sei allerdings nirgends üblich, Verhandlungen über
Gewerbeansiedlungen in aller Öffentlichkeit zu führen.
Das bedeute aber nicht, dass die Öffentlichkeit nicht das
Recht habe, "zu gegebener Zeit über die Ergebnisse informiert zu
werden".
Die Bürgerinitiative habe außerdem das Angebot der Samtgemeinde
abgelehnt an den Verhandlungen mit den Investoren teilzunehmen.
Sie habe es stattdessen vorgezogen, sich durch zwei Beobachter
vertreten zu lassen.
"Wir gehen davon aus, dass sowohl für die
Anlagentechnik als auch bezüglich der Emissionswerte der
Standard und die Werte erreicht werden können, die von den
(unabhängigen) Experten vorgegeben werden", so Stegemann weiter.
Alle bisherigen Verhandlungsergebnisse sollen der Öffentlichkeit
am Montag, 19. April, in einer Bürgerversammlung in der
Vechtetalhalle vorgelegt werden.
"Im Übrigen haben sich die Vertreter der Samtgemeinde, ob aus
dem Rat oder aus der Verwaltung, Gesprächen nicht verweigert.
Wir waren und sind jederzeit zu Gesprächen
– auch mit der reformierten Kirchengemeinde – bereit, wenn
dieses gewünscht wird", versichert der Chef der Emlichheimer
Verwaltung.
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UP
30.03.2004
Reformierte fordern
MVA-Diskussion auf Augenhöhe
von
daniel klause
APPELL "Auf Gewalt verzichten und
Geheimgespräche sofort einstellen"
In die Diskussion um die im Europark geplanten
Müllverbrennungsanlagen (MVA) hat sich nun auch die reformierte
Gemeinde Emlichheim eingemischt. Sie fordert die Offenlegung
aller Informationen.
EMLICHHEIM – "Unser theologischer Auftrag verpflichtet uns, uns
einzumischen."
Mit diesen Worten wenden sich der Vorsitzende des Kirchenrats,
Pastor Reiner Rohloff, und sein Vorgänger, Pastor Dieter
Bergholz, an die Öffentlichkeit.
Im Namen der Gemeinde richten sie drei Appelle an die Politik
und Verwaltung sowie an die Menschen in Emlichheim und Umgebung.
"Die Geduld der Menschen ist erschöpft,
weil die Informationspolitik des Samtgemeinderats weiterhin
mangelhaft ist", berichtet Rohloff.
Die Informationen würden nur mitgeteilt aber nicht ins
Gespräch gebracht.
"Man hat den Eindruck, dass sich die
Politiker scheuen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die
sie gewählt haben", meint der Geistliche. Dabei gehe es nicht
nur um die technischen Standards sondern um die sozialen
Aspekte.
Der Kirchenrat fordert daher, dass im Abwägungsprozess
nicht nur Fachleute auf dem Podium sitzen, sondern dass
Fachleute, Politiker und Laien auf einer Augenhöhe miteinander
diskutieren.
Der Kirchenrat der reformierten Gemeinde Emlichheim hat Anfang
des Monats in einem Brief an den Samtgemeinderat an das
christliche Gewissen der Politiker appelliert. In dem Brief
würden die Samtgemeinderatsmitglieder gebeten, auf die MVA zu
verzichten. Ähnliche Schreiben haben nach Rohloffs Wissen die
reformierten Gemeinden Laar und Lage verfasst. Außerdem habe
sich die altreformierte Synode gegen die MVA positioniert.
Ein weiterer Appell der reformierten Gemeinde richtet sich an
alle Einwohner der Samtgemeinde Emlichheim.
"Als Christen haben wir auch die Aufgabe, uns klar gegen verbale
und körperliche Gewalt auszusprechen, weil das mit unserer
christlichen Ethik nicht vereinbar ist", sagt Bergholz.
Auf der anderen Seite fordert die reformierte Gemeinde die
Verantwortlichen in Rat und Verwaltung dazu auf, nicht geheim
sondern ausschließlich öffentlich mit dem MVA-Investor zu
verhandeln. Bedauernswert sei, so Bergholz
und Rohloff, dass Politik und Verwaltung bislang nicht von sich
aus das Gespräch mit der reformierten Gemeinde gesucht hätten.
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UP
30.03.2004 b
Anhörung ist bis September
ausgesetzt
MÜLLVERBRENNUNG Verfahren in
Deutschland und den Niederlanden sollen auf den gleichen Stand
OLDENBURG/ASSEN/DA – Das
Anhörungsverfahren zu den im Europark geplanten
Müllverbrennungsanlagen (MVA) liegt bis September auf Eis.
Das hat gestern die Bezirksregierung Weser-Ems in Oldenburg
bekannt gegeben.
In einem Schreiben hätten die Firmen Infracom GmbH aus Itterbeck
und BBE Bewehrungs- und Betoncenter Europark GmbH aus Laar den
Antrag gestellt, das Genehmigungsverfahren in Deutschland so
lange auszusetzen, bis das niederländische Genehmigungsverfahren
in etwa auf dem gleichen Stand sei, erklärte eine Sprecherin der
Bezirksregierung.
Die Initiative zur Aussetzung des Anhörungsverfahrens in
Deutschland kam von der Gemeinde Coevorden und der Regierung der
Provinz Drenthe.
Nach GN-Informationen hatten sich daraufhin am vergangenen
Freitag Vertreter der beiden Firmen mit den zuständigen
Sachbearbeitern der Provinzregierung Drenthe und der
Bezirksregierung Weser-Ems in Assen getroffen.
Die Niederländer möchten, dass die Genehmigungsverfahren auf
deutscher und niederländischer Seite synchronisiert werden,
damit die Entscheidungsprozesse bei den Behörden in etwa
parallel verlaufen.
Für das Projekt in Coevorden wird derzeit die niederländische
Umweltverträglichkeitsuntersuchung erstellt, die voraussichtlich
im September veröffentlich wird. In Deutschland dagegen ist die
Umweltverträglichkeitsprüfung Bestandteil der Antragsunterlagen
für das Genehmigungsverfahren nach dem
Bundes-Immissionsschutzgesetz; diese Unterlagen haben bereits
öffentlich ausgelegen.
Der für 25. Mai geplante Erörterungstermin in Emlichheim wird
verschoben; ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Wie die Sprecherin der Bezirksregierung weiter sagte, habe bei
der Bitte um Aussetzung des Anhörungsverfahrens auch die für den
15. Mai in Emlichheim geplante Bürgerbefragung eine, wenn auch
untergeordnete Rolle gespielt
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UP
27.03.2004
Bürgerinitiative hofft jetzt auf
den Rat in Laar
Von Andre Berends
EUROPARK
Änderung
der Bebauungspläne soll Müllverbrennung verhindern – Befragung
umstritten
Laar – Die einen haben etwas
gehört, die anderen glauben etwas zu wissen, und wiederum andere
haben etwas komplett anderes gelesen.
Die seit Wochen andauernde, kontroverse Diskussion über den
geplanten Bau der Müllverbrennungsanlagen (MVA) im Europark hat
sich am Donnerstagabend in Laar fortgesetzt.
Die Bürgerinitiative hatte erneut zu einer
Informationsveranstaltung eingeladen. Etwa 300 Menschen waren
daraufhin im Saal "Middendorf" erschienen.
"Das große Interesse zeigt, dass nach wie vor viel Unklarheit
herrscht", so die Vorsitzende der Initiative, Sabine Bastian.
Im Vordergrund stand zunächst das Bürgerbegehren, das der
Samtgemeindeausschuss am Dienstag abgelehnt hatte.
Daniela Kösters, Rechtsexpertin in der Bürgerinitiative,
erklärte die Gründe, die zur Ablehnung geführt hatten: So sollen
die Initiatoren unter anderem die Unabhängigkeit des
Europark-Aufsichtsrats in Frage gestellt haben.
Nach Auffassung des Ausschusses könne das
Gremium, das die Grundstücksverkäufe im Europark regelt, jedoch
nicht an eine Weisung des Samtgemeinderats gebunden werden.
Das wiederum lasse jedoch die Bereitschaft der Politiker, eine
Bürgerbefragung anzubieten, sinnlos erscheinen, so Kösters
weiter.
Die Befragung sei völlig unverbindlich,
und das Ergebnis habe keinerlei Einfluss auf den weiteren
Verlauf der Planungen, stellte sie fest. Rasch machten
Befürchtungen die Runde, dass sich die Politik zwar dem Votum
der Bevölkerung anschließen könne – mehr allerdings auch nicht.
Bereits in Salzbergen hätten die Politiker in einer
vergleichbaren Situation ihr Gewissen rein waschen, aber die MVA
letztlich nicht mehr verhindern können.
Einem zweiten Bürgerbegehren räumte Kösters ob des "dünnen,
rechtlichen Eises", auf das sich die Bürgerinitiative begeben
würde, nur sehr geringe Erfolgsaussichten ein.
Trotzdem wolle man erst die schriftliche Begründung der
Ablehnung abwarten und behalte sich solange eine Klage gegen die
Entscheidung des Ausschusses vor. Die weitaus bessere
Möglichkeit, den Bau des Müllofens doch noch zu verhindern,
biete der Rat der Gemeinde Laar, meinte Kösters.
Seine Entscheidung sei für die Emlichheimer Bürger nun eine
"ganz große Hoffnung", schwörte die Initiative die Menschen ein.
Nach dem Willen der MVA-Gegner sollen die Mitglieder des Laarer
Rates die Bebauungspläne für den Europark abändern. Dies sei
noch möglich, da die Pläne bisher nicht veröffentlicht worden
und damit auch noch nicht rechtskräftig seien. Eine
Regresszahlung, die der Betreiber einfordern könnte, sei das
kleinere Übel, meint die Initiative. Eine Ratsentscheidung steht
noch aus, da eine für den selben Tag geplante Sitzung abgesagt
worden war.
Dem Vorwurf, der Rat verschleiere Tatsachen, trat Bürgermeister
Jan-Hindrik Zwaferink noch am Abend im Saal nachdrücklich
entgegen: "Wir nehmen diese Entscheidung ganz bestimmt nicht auf
die leichte Schulter."
Vielmehr wollten sich die Ratsmitglieder noch weiter informieren
und keine voreiligen Schlüsse ziehen. Damit stieß der
Bürgermeister bei den Menschen im Saal jedoch nur auf wenig
Verständnis: Der Rat der Gemeinde Laar sei schließlich nicht dem
Samtgemeinderat verpflichtet und solle eigene Entscheidungen
treffen.
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24.03.2004 a
Pressemitteilung
Die
Bevölkerung ist von der Entscheidung des Samtgemeindeausschuss
in Emlichheim zutiefst enttäuscht.
Hauptziel des
Bürgerbegehrens ist es, die betroffenen Menschen in der
Samtgemeinde über die Errichtung einer MVA entscheiden zu
lassen. Im Mittelpunkt des Bürgerbegehrens stehen
vermögensrechtliche Belange.
Die Mitglieder des
Samtgemeindeausschuss lehnen das Bürgerbegehren jedoch ab, weil
angeblich emissionsrechtliche Belange berührt seien.
Sie berufen sich weiterhin auf die Einstimmigkeitsvereinbarung
mit dem Coevordener Rat.
Um dem
Bürgerwillen Rechnung zu tragen, wäre es dann Aufgabe der
Samtgemeinde die Einstimmigkeit mit Coevorden herzustellen.
Darüber hinaus wird angeführt, dass die Aufsichtsratsmitglieder
der Europark GmbH gegenüber dem Samtgemeinderat nicht
weisungsgebunden sind.
Hier stellt sich
die Frage, wie die Samtgemeinde sich an der Gründung einer GmbH
beteiligen konnte, auf deren Entscheidungen die von den Bürgern
gewählten Ratmitglieder keinen Einfluss ausüben können.
Die
Samtgemeinde will jetzt alternaiv eine Bürgerbefragung
durchführen, an deren Ergebnis sich die Mitglieder des
Samtgemeinderates binden wollen.
Wenn aber, wie Herr Stegemann ausführte, die Ratsmitglieder
keinen Einfluss auf die Entscheidung der Aufsichtsratsmitglieder
haben, was soll dann ein Beschluss des Samtgemeinderates
bewirken?
Weiterhin
wollen die Verantwortlichen der Samtgemeinde Emlichheim eine
Aussetzung des Genehmigungsverfahrens bei der Bez. - Reg.
Oldenburg beantragen.
Ist das überhaupt
ohne das Einverständnis des Investors möglich?
Hat der Investor ein Interesse daran im Genehmigungsverfahren
Zeit zu gewinnen?
Droht vielleicht eine Ablehnung der Anlage durch die
Genehmigungsbehörde in der jetzigen Form?
Die BI wird
nach Zustellung der Ablehnungsbegründung prüfen, ob sie
juristisch gegen die Entscheidung vorgehen kann, oder ein
geändertes Bürgenbegehren initiieren wird. Diese Entscheidung
ist auch abhängig von der Formulierung der Bürgerbefragung und
deren juristischen Prüfung.
Wir befürchten auch, dass die Entscheidung des
Samtgemeindeausschusses dazu dienen soll, Zeit zu gewinnen und
den Gemeinderat Laar davon abzuhalten, die Änderung des
Bebauungsplanes zurückzunehmen.
Unabhängig
davon wird die öffentliche Info-Veranstaltung der BI am
25.03.2004, um 18.30 Uhr, in der Gaststätte Middendorf, Laar,
stattfinden.
Den durch die brüske Zurückweisung ihres Begehrens enttäuschten
Bürgern soll Gelegenheit gegeben werden, gemeinsam mit der BI
über das weitere Vorgehen zu diskutieren.
Die Bürger
hoffen, dass die Laarer Ratsmitglieder, die am selben Tag, um
20.00 Uhr, zusammenkommen, sich von dieser Entscheidung des
Samtgemeindeausschuss nicht davon abhalten lassen, im Sinne
ihrer Mitbürger zu entscheiden .
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UP
24.03.2004
Kein Bürgerbegehren – aber
Befragung
MÜLLVERBRENNUNG Anhörungsverfahren soll
ausgesetzt werden – Aufsichtsratsmitglied entlassen
Das Bürgerbegehren über die im
Europark geplanten Müllverbrennungsanlagen (MVA) ist nicht
zulässig. Das hat der Samtgemeindeausschuss gestern in nicht
öffentlicher Sitzung festgestellt. Die Einwohner der
Samtgemeinde Emlichheim sollen dennoch am 16. Mai unverbindlich
über die MVA abstimmen.
EMLICHHEIM/DA – Der juristische Berater der Samtgemeinde
begründete die Ablehnung des Bürgerbegehrens mit der
Niedersächsischen Gemeindeordnung. Darin heißt es, dass
Bürgerbegehren gegen immissionsschutzrechtliche
Zulassungsverfahren nicht möglich sind. Zudem existiere
gegenüber den von der Samtgemeinde in den Aufsichtsrat der
Europark GmbH entsandten Vertretern kein Weisungsrecht. Eine
Weisung zu einem bestimmten Abstimmungsverhalten verstoße gegen
den Stimmrechtsbindungsvertrag mit der Gemeente Coevorden.
Auf Antrag der CDU-Mehrheitsfraktion beschloss der Ausschuss,
dass die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Samtgemeinde und
dem Betreiber der Anlage durchgeführt werden soll, um die noch
offenen Fragen endgültig zu klären. Die Samtgemeinde wird dabei
wieder von Günter Dehoust vom Öko-Institut Darmstadt und Heiko
Doedens von der Universität Hannover unterstützt.
Am Montag, 19. April, will die Samtgemeinde ab 19 Uhr in der
Vechtetalhalle daher alle Interessierten noch einmal über den
Stand der Verhandlungen und des Genehmigungsverfahrens
informieren. Am Sonntag, 16. Mai, sollen dann die Bürger die
Möglichkeit bekommen, ihre Meinung kundzutun. Um eine
qualifizierte Basis für die weiteren Entscheidungen zu haben,
setzt die CDU voraus, dass sich die Hälfte der wahlberechtigten
Bürger an dieser Stimmabgabe beteiligt.
Die SPD-Fraktion im Samtgemeinderat hatte bereits im Vorfeld ein
ähnliches Verfahren gefordert, wobei sie vom SPD-Kreisverband
unterstützt wird. Kreisvorsitzender Dieter Steinecke appelliert
an die Bevölkerung, "die Informationsveranstaltung am 19. April
zu nutzen und sich nach Abschluss und Vorstellung der
Verhandlungsergebnisse ein abschließendes und sachliches Urteil
zu bilden". Seiner Ansicht nach kann es der Politik nur gut zu
Gesicht stehen, wenn sie bei einem Projekt von einer solch
immensen Tragweite und einer derartigen Betroffenheit der
Bevölkerung nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger
hinweg entscheidet.
Darüber hinaus hat die Gemeente Coevorden gestern den
MVA-Betreiber Westo aufgefordert, das Anhörungsverfahren in
Deutschland so lange auszusetzen, bis die Ergebnisse der
Anhörung in den Niederlanden vorliegen. Die Samtgemeinde
Emlichheim wird ein ähnliches Schreiben verfassen. Dort geht man
davon aus, dass sich die endgültige Entscheidung über die
Genehmigung damit um mindestens drei Monate verzögern wird. Die
Bezirksregierung in Oldenburg will am Freitag über die
Aussetzung des Verfahrens entscheiden. Falls die
Bezirksregierung zu derselben Ansicht gelangt, wird der
ursprünglich für den 25. Mai angesetzte Erörterungstermin
verschoben.
Nach dem SPD-Politiker Reinhard Wenske hat nun auch der
ehemalige FDP-Ortsvorsitzende Helmut Sleefenboom seine Fraktion
verlassen. Zugleich erklärte er den Austritt aus der Partei. Als
Grund nannte Sleefenboom in einem Gespräch mit FDP-Fraktionschef
Georg Hans, die "mangelnde Öffentlichkeitsarbeit der Fraktion in
Sachen Müllverbrennung".
Hans wiederholte nach der Sitzung des Samtgemeindeausschusses,
dass seine Fraktion weiterhin für den Bau der MVA sei, wenn
diese den modernsten technischen Gesichtspunkten einspreche.
Sollte sich am 16. Mai eine deutliche Mehrheit der Einwohner
gegen die MVA aussprechen, werde die FDP ihre Ansicht allerdings
ändern müssen, meinte Hans.
Unterdessen hat der Vertreter der Provinz Drenthe im
Aufsichtsrat der Europark GmbH, Cees van Oostenrijk, seinen
Posten auf Anordnung der Provinzregierung verlassen. Nach einem
Bericht des "Dagblat van het Noorden" war die Provinzregierung
dahinter gekommen, dass van Oostenrijk auch Berater der Firma
Westo war. "Die Maßnahme war erforderlich, um einer möglichen
Interessenkollision vorzubeugen", sagte eine Sprecherin der
Provinzregierung. Die Provinz lege großen Wert auf einen
unabhängigen Aufsichtsrat.
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20.03.2004 a
SPD will Votum der Bürger über
Müllverbrennung
Von manfred münchow
Antrag Termin am Tag der Europawahl
Die SPD-Fraktion im Rat der
Samtgemeinde Emlichheim will die Bürger befragen, ob sie für
oder gegen die geplanten Müllverbrennungsanlagen im Europark
sind.
Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktionsspitze für den
Samtgemeindeausschuss gestellt, der am kommenden Dienstag hinter
verschlossenen Türen über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens
berät.
Emlichheim –
Insider gehen davon aus, dass das Bürgerbegehren zur
Müllverbrennung aus formalen Gründen abgewiesen werden muss. Für
diesen Fall sprechen sich die Sozialdemokraten dafür aus,
dennoch die Bürger an die Wahlurnen zu rufen und um ein Votum
für oder gegen die Müllverbrennungsanlagen zu bitten. Um die
Kosten gering zu halten und die Beteiligung möglichst hoch zu
bekommen, schlagen die Sozialdemokraten als Abstimmungstermin
den 13. Juni vor. An diesem Tag wird sowohl eine hauptamtlicher
Landrat für die Grafschaft gewählt, als auch die Mitglieder des
Europaparlaments.
Zur Begründung heißt es im Antrag der SPD für den
Samtgemeindeausschuss: "Die wahrscheinliche Zurückweisung des
Bürgerbegehrens wird in der Bevölkerung einen Sturm der
Entrüstung auslösen. Mit dem Beschluss, nach Abschluss der
Verhandlungen und Vorstellung der Verhandlungsergebnisse in
einer Informationsveranstaltung am 19. April eine
Bürgerbefragung durchzuführen, dokumentiert der Samtgemeinderat
seine Bereitschaft auf Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an
der Entscheidungsfindung und beugt damit dem Vorwurf vor, den
Bürgerwillen brechen zu wollen".
Der Antrag der Sozialdemokraten wird am Dienstag im
nichtöffentlich tagenden Samtgemeindeausschuss beraten. Noch ist
offen, ob der SPD-Vorschlag bei den Emlichheimer
Christdemokraten mehrheitsfähig ist.
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UP
20.03.2004
Prof.
h.c. Heinrich Olmes protestiert mit spontaner Aktion gegen MVA
!
Der bekannte Emlichheimer
Künstler , Prof. h.c. Heinrich Olmes, hat am 19.03.2004 mit
einer spontanen Aktion gegen den Bau der geplanten MVA
protestiert.
Er malte "open air" ein Ölbild
von 3x4m Größe vor dem Kunstpark Olmes in Emlichheim.
Dargestellt werden zahlreiche,
zur Abwehr erhobene Hände, die sich schützend über Fische und
Vögel ausbreiten, wobei die Tiere die Schöpfung symbolisieren.
Prof. h.c. Olmes will mit diesem
Bild auf die unberechenbaren Gefahren der geplanten MVA
hinweisen und den Widerstand der Bevölkerung gegen die NVA
unterstützen.
Das Bild kann vor dem Kunstpark
Olmes besichtigt werden.
Titel des Bildes:
GOTT
schuf Menschen, Pflanzen, Vögel und Fische
- und es war gut -
EMLICHHEIM - die MVA
- und das ist nicht gut -
Foto's
HIER!!
Foto1
Foto2
Foto3
Foto4
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18.03.2004
"Uelsen aktiv" gegen MVA
UELSEN/GN – Auch die
Gewerbetreibenden aus Uelsen lehnen den Bau von
Müllverbrennungsanlagen (MVA) im Europark ab.
Eine
Mitteilung schreibt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft "Uelsen
aktiv", Gerrit-Heinz Beckhuis:
"Wir befürchten durch die Müllverbennungsanlagen negative
Auswirkungen für die Entwicklung Uelsens und damit einhergehend
aus negative wirtschaftliche Auswirkungen für die uns
angeschlossenen Mitglieder."
Der Tagestourismus und das Image der Region dürften nicht aufs
Spiel gesetzt werden, fordert Beckhuis.
Die
Mitglieder hatten den Vorstand bereits bei der jüngsten
Jahreshauptversammlung beauftragt, ihre Bedenken gegen den Bau
der MVA der Bezirksregierung mitzuteilen.
Die Bezirskregierung entscheidet über die Genehmigung der
beantragten Anlagen.
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UP
15.03.2004
Knapp 7000 Einwendungen gegen die Müllverbrennungsanlage in
Emlichheim
Knapp 7000 Einwendungen haben Bürgerinnen und
Bürger aus dem Kreis Grafschaft Bentheim sowie dem
benachbarten Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden
gegen den geplanten Bau eines Biomasseheizkraftwerkes und
einer Müllverbrennungsanlage im Europark Emlichheim-Coevorden
abgegeben.
Die Unterlagen werden derzeit bei der Bezirksregierung Weser-Ems
inhaltlich geprüft und sorgfältig ausgewertet.
Die Antragsunterlagen der Firmen Infracom GmbH aus Itterbeck und
BBE Bewehrungs- und Betoncenter Europark GmbH aus Laar lagen bis
zum 23. Februar 2004 öffentlich aus.
Für den 25. Mai 2004 ist ein Erörterungstermin in der
Vechtetalhalle des Schulzentrums Emlichheim geplant:
Dann haben insbesondere die Kritiker des Projekts die
Möglichkeit, ihre schriftlich eingereichten Einwendungen noch
einmal vorzutragen.
Entscheidungen wird es an dem Tag noch nicht geben:
Vielmehr fließen die beim Erörterungstermin gewonnenen
Erkenntnisse in die Entscheidungsfindung der Bezirksregierung
Weser-Ems ein.
"Die Entscheidung wird frühestens Mitte des Jahres fallen",
sagte Herma Heyken, Sprecherin der Bezirksregierung Weser-Ems.
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13.03.2004
Ballons tragen Protest in die
Welt
Von steffen Burkert
Müllverbrennung 500 Demonstranten im
Europark – Polizei: Friedlicher Verlauf
1000 schwarze Luftballons haben Demonstranten
am Sonnabend an der Grenze zwischen Emlichheim und Coevorden
aufsteigen lassen. Sie sollten Schadstoffe symbolisieren, die
von der umstrittenen geplanten Müllverbrennungsanlage in die
Luft gelangen könnten.
Emlichheim – "Wer Bürger quält, wird abgewählt", "Lasst uns die
saubere Luft zum Atmen", "Wenig Arbeitsplätze, viel Gift" –
solche Parolen waren am Sonnabend auf Transparenten zu lesen,
die Demonstranten im Industriegebiet Europark in die Höhe
hielten.
Rund 500 Deutsche und Niederländer waren nach Schätzung der
Polizei dem Aufruf der Bürgerinitiative "Müllverbrennung /
Vuilverbranding" gefolgt, um erneut gegen den geplanten Bau
einer Müllverbrennungsanlage (MVA) im Grenzgebiet zu
demonstrieren.
Um Punkt 16 Uhr ließen die Demonstranten rund 1000 schwarze
Luftballons aufsteigen. "Ich könnte ein Luftschadstoff der
geplanten Müllverbrennungsanlage sein", stand auf Postkarten,
die an die Ballons geknotet waren.
"Danken Sie den Politikern der Samtgemeinde Emlichheim, allen
voran dem Bürgermeister der Samtgemeinde, Herrn Stegemann, dass
Sie mich einatmen könnten oder ich mich mit weiteren Giftstoffen
für viele Jahre auf den Böden in Ihrer Umgebung einrichten
dürfte." Wer eine der Postkarten findet, wird aufgefordert, sich
direkt bei Bürgermeister Hildebrand Stegemann zu beschweren.
Die entsprechende Telefonnummer liefert die Postkarte gleich
mit.
Auch in den Reden, die Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative
von einem Anhänger aus hielten, richtete sich der Protest vor
allem gegen den Samtgemeindebürgermeister von Emlichheim.
"Stegemann ist der einzige Mann, der uns noch helfen kann",
dichtete ein Niederländer. Und: "Stegemann, wir sind dagegen,
Mann!"
Die Demonstranten hatten sich gegen 15 Uhr auf einem
Kreisverkehr an der Alfred-Mozer-Straße im Europark in
unmittelbarer Nähe des geplanten MVA-Standorts versammelt.
"Wir demonstrieren hier, wo das Monster hin soll", rief der
stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative, Thomas Oppel,
den Protestierenden zu.
Und er betonte ebenso wie weitere Redner: "Wir werden niemals
aufgeben!" Um weitere Protestaktionen organisieren zu können,
sammelte die Bürgerinitiative während der Demonstration Spenden.
Nachdem um 16 Uhr die Luftballons aufgestiegen und bei starkem
Wind in Richtung Niederlande getrieben waren, löste sich die
Demonstration schnell auf.
Zu Verkehrsbehinderungen auf der nahegelegenen Bundesstraße 403
am Grenzübergang Eschebrügge kam es nach Polizeiangaben nicht.
"Die Veranstaltung verlief überaus friedlich und es kam zu
keinerlei Zwischenfällen", so das Fazit von
Kriminalhauptkommissar Achim van Remmerden vom
Polizeikommissariat Emlichheim.
Da der Demonstrationsort je zur Hälfte auf deutschem und
niederländischem Hoheitsgebiet lag, waren Polizisten aus der
Grafschaft, dem Emsland und dem niederländischen Coevorden vor
Ort.
Erstmals wurde der Einsatz von einer gemeinsamen Leitung beider
Länder koordiniert.
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UP
11.03.2004
"Im Zweifel das Projekt
lieber aufgeben"
MÜLLVERBRENNUNG
Theologieprofessor fordert öffentliche Anhörung und mahnt zu
mehr Fairness
Mehr als 300 Menschen
sind am Donnerstag auf Einladung der Kirche ins reformierte
Gemeindehaus nach Emlichheim gekommen. Sie erhofften sich von
Theologieprofessor Günter Altner neue Lösungsansätze im Streit
um den geplanten Bau der Müllverbrennungsanlagen im Europark.
Von Andre Berends
Emlichheim – "Meine Absicht ist es, Maßstäbe, Schritte und
Methoden für einen sorgfältigen, gewissenhaften und fairen
Abwägungsprozess aufzuzeigen", erklärte der emerittierte
Professor aus Heidelberg. Seine Rede "Zwischen Kirchturm und
Rathaus" basiere auf christlicher Verantwortung. Der Mensch
müsse den Wert der Schöpfung erkennen und für ihren Fortbestand
sorgen. Er könne zwar gestaltend eingreifen, dürfe das Bewahren
aber nicht zu kurz kommen lassen.
"Das ist in der Geschichte nie so richtig gelungen", zog Altner,
der neben Theologie auch Humanbiologie lehrte und Mitbegründer
des Öko-Instituts Darmstadt ist, Bilanz. Der Schöpfungsauftrag
von heute ziele vor allem auf einen schützenden, schonenden
Umgang mit der Natur ab. Dieser sei für die Zukunft dringend
erforderlich, da das ökologische Gleichgewicht der Erde schon
schwer geschädigt sei. "Wer die Gesundheit anderer Kreaturen
antastet, versündigt sich", mahnte Altner.
Die Schöpfungsverantwortung sei sicherlich nicht die Idylle,
aber sie sei eine gute Möglichkeit, ökologische und ökonomische
Aspekte in Einklang zu bringen. Altner zeigte sich in Emlichheim
jedoch realistisch genug, einzuräumen, dass nicht immer alle
Entscheidungen in der "mittleren Linie der Vernunft" gefällt
würden. Um den auseinanderklaffenden Ansprüchen von Umwelt und
Wirtschaft gerecht zu werden, müssten sich alle Beteiligten –
Bürger Politiker und Wirtschaftsvertreter – einem umfassenden
Diskurs hingeben.
Bevor man sich dabei endgültig auf eine Meinung festlege, sei es
wichtig, sich auch in die Lage der Gegenseite zu versetzen. "So
weit muss Verstehenwollen schon gehen", betonte Altner. In Bezug
auf das Emlichheimer Dilemma ließen sich gegenwärtig nur zwei
Lösungswege beschreiten: Nachbesserung oder Aufgabe des
Projekts.
Diese Entscheidung müsse sorgfältig überprüft werden, forderte
Altner. Aber auch wenn die Anlage technisch in Ordnung sei, sei
ein Verzicht die bessere Entscheidung. Schließlich stellten sich
Wirtschaft und Politik mit dem Bau offensichtlich gegen den
Wunsch der Bevölkerung. Der 68-jährige Professor forderte von
den Bürgern, sich nachdrücklich und leidenschaftlich, aber stets
fair, in die Diskussion einzubringen. Außerdem befürworte er
eine neutrale, öffentliche Anhörung aller Beteiligten, die für
den Verlauf weiterer Gespräche von großem Nutzen sei.
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08.03.2004
Landwirtschaft
gegen große MVA in Emlichheim
Einspruch Auch
Genossen dagegen
Der Landwirtschaftliche
Kreisverein, die Landfrauen, die Niedergrafschafter
Genossenschaften und die niederländische Noordelijke Land- en
Tuinbouw Organisatie lehnen den geplanten Bau von drei
Müllverbrennungsanlagen im Europark ab. Das machten Vertreter
der Organisationen unter der Führung von Friedrich Scholten in
einem Gespräch mit den GN deutlich.
Laar/MM – In
einem gemeinsamen Arbeitskreis haben sich die
landwirtschaftlichen Organisationen ihre Position erarbeitet.
"Wir lehnen die Anlage ab", sagt Friedrich Scholten vom
Landwirtschaftlichen Kreisverein. Scholten, der auch Präsident
der Landwirtschaftskammer Weser-Ems ist, hat die Sorge, dass
nicht gründlich genug kontrolliert wird, was in die
Verbrennungsanlagen reinkommt. "In den Unterlagen steht, dass
der Antragsteller selbst kontrolliert", erläutert Scholten, "es
könnte Müll verbrannt werden, der bedenklich ist." Und auch das
Argument der Schaffung von Arbeitsplätzen zieht bei den
Landwirten nicht, die Risiken seien zu hoch.
Erfahrungen mit BSE und anderen Krisen haben die Landwirte
gewarnt. "In der Vergangenheit haben wir bereits durch
irrationales Verbraucherverhalten schlechte Erfahrungen
gemacht", sagt Friedrich Scholten. Albert Wersmann,
Geschäftsführer des Grenzland Ringfutterwerkes in Laar, schlägt
in die gleiche Kerbe: "Gerade mit Blick auf die vor allem in den
letzten Jahren mitunter geschürten Ängste der Verbraucher und
damit deutlich gestiegenen Umweltsensibilität im Agrarsektor
kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit Problemen bei der
Vermarktung allein dadurch zu rechnen ist, dass potentielle
Abnehmer unwillkürlich mit der geplanten Müllverbrennungsanlage
auch eine Belastung der Umwelt und damit gleichsam unserer
Rohware Milch assoziieren." Landwirte und Genossenschaften
fragen sich: "Wer sichert diese irrationalen Schäden ab?"
Die Landwirte fürchten auch die Folgen eines möglichen
Störfalls. Die Beweislast liege dann bei den betroffenen
Landwirten, meint Wersmann und fordert eine Umkehr der
Beweislast.
Die Genossenschaften sehen sich als ein Glied in der
Lebensmittelkette und wollen auch künftig höchste
Produktsicherheit gewährleisten. Die Rohwaren wie etwa das
Getreide wachse zu einem großen Teil auch auf Feldern, die im
Immissionsradius der geplanten Müllverbrennungsanlagen lägen,
argumentieren die Verbrennungsgegner. "Aufgrund der
vorgeschriebenen Richtlinien ist es bereits heute problematisch,
Getreide auf Feldern anzubauen, die mit Klärschlamm gedüngt
worden sind", sagt Albert Wersmann von Grenzland Ringfutter.
Friedrich Scholten macht auf eine weitere Problematik
aufmerksam: Nach dem Weißbuch für Nahrungsmittel in der
Europäischen Union dürfen kleinere Mengen belasteten Getreides
künftig nicht mehr mit großen Mengen unbelasteten Getreides
verschnitten werden. "Wenn die Charge schon im Silo ist, haftet
der Landwirt für die Entsorgung des ganzen Silos", warnt
Scholten.
Wenn die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Samtgemeinde und
Investor vorliegen, wollen die Landwirte sie bewerten.
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04.03.2004
Niederländische Politiker
gegen beantragte MVA
Europark Parteien in Coevorden sehen
noch Klärungsbedarf – Brief an Bezirksregierung
Coevorden/Emlichheim/MM – Politiker
im Rat der Gemeinde Coevorden sind gegen die für den Europark
geplanten Müllverbrennungsanlagen in der beantragten Form.
Während einer Zusammenkunft in der vergangenen Woche haben sich
Bürgermeister, Wethouder (vergleichbar mit Dezernenten) und
Politiker darauf verständigt, noch in dieser Woche in einem
Schreiben an die Bezirksregierung in Oldenburg ihre Bedenken zu
formulieren.
Wie bereits mehrfach berichtet, planen niederländische
Investoren den Bau von drei Müllverbrennungsanlagen im
grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europark, zwei auf deutscher
und eine auf niederländischer Seite. Im Antrag für die Öfen auf
deutscher Seite werden zwar die gesetzlich vorgeschriebenen
Werte von Schadstoffausstößen eingehalten. Diese Vorgaben
entsprechen jedoch nicht dem neuesten Stand der Technik. Daher
verhandelt die Samtgemeinde Emlichheim mit den Investoren über
Nachbesserungen.
Auch die Politiker in Coevorden sprechen sich gegen die in den
Antragsunterlagen beschriebenen Verbrennungsanlagen aus. Das
bestätigte Coevordens Bürgermeister Bert Bouwmeester in einem
Gespräch mit den GN. Klärungsbedarf habe man vor allem in den
Bereichen Schadstoffbelastung, zusätzliches Verkehrsaufkommen
und den juristischen Möglichkeiten zur Sicherstellung der
Einhaltung von zusätzlich vereinbarten Regelungen, die nicht
gesetzlich gefordert werden. Kritik übt der Coevordener
Bürgermeister an den Antragsunterlagen. Diese seien schlecht
übersetzt und nicht komplett.
Nicht einverstanden ist Bouwmeester mit dem Ablauf des
Verfahrens. Es könne nicht angehen, dass die Müllöfen auf
deutscher Seite genehmigt und gebaut werden, ohne dass auf der
anderen Seite der Grenze die Ergebnisse einer
Umweltverträglichkeitsprüfung für die niederländische Seite
vorliegen. Bislang jedoch liegt der Gemeinde Coevorden kein
Antrag des Investors vor, einen Müllofen auf der
niederländischen Seite des Europarks bauen zu wollen.
Indessen soll in Emlichheim mit dem federführenden Investor bald
weiter um Nachbesserungen verhandelt werden. Als erstes Ergebnis
sind die Pläne zur Verbrennung von Bahnschwellen gekippt worden
(die GN berichteten). In den weiteren Verhandlungen soll es auch
darum gehen, die Kapazität der geplanten Müllverbrennungsanlagen
zu vermindern. Sollte das Ergebnis der Verhandlungen sein, dass
anstatt drei Müllöfen nur zwei gebaut werden und beide auf
deutscher Seite stehen, dann wird das Thema "Müllverbrennung im
Europark" noch einmal grundsätzlich beraten. "Dann haben wir
eine neue Sachlage, das sage ich ganz deutlich", betont
Emlichheims Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann.
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02.03.2004 a
MVA-Gegner
werfen SPD und CDU Schönfärberei vor
KRITIK "Gefahren werden verharmlost"
Emlichheim/MM – "Unabhängig davon,
dass die SPD-Fraktion mit ihren Nachbesserungsforderungen weder
die Meinung der eigenen Parteimitglieder, noch die der
Bevölkerung vertritt, erscheinen auch die von der CDU
dargestellten Verhandlungserfolge als Schönfärberei und als die
eigentlichen Gefahren verharmlosend", schreibt die
Bürgerinitiative Müllverbrennung/Vuilverbranding in einer
Pressemitteilung. Die Bürgerinitiative betrachtet die plötzliche
Bereitschaft des Investors, den Nachbesserungen nachzugeben als
"taktische Maßnahme um das laufende Verfahren nicht zu
verzögern".
Die unabhängigen Beobachter der Bürgerinitiative, die bei den
Verhandlungen zwischen Samtgemeinde und Investor zugegen waren,
berichteten, dass Henk Jacobs mit dem Angebot, keine
Bahnschwellen in der geplanten Anlage verbrennen zu wollen,
gleichzeitig die Forderung der Gutachter zurückwies, insgesamt
auf das Verbrennen von überwachungsbedürftigen Abfällen zu
verzichten.
"Es stellt sich nun die berechtigte Frage, warum Herr Jacobs
nicht auf diesen Vorschlag eingehen wollte? Zumal die
Verbrennung der Bahnschwellen bisher als ein Kernbereich des
Projektes vermittelt wurde", heißt es.
Nach Ansicht der Bürgerinitiative versuchen der Investor und die
politischen Parteien mit diesem Angebot, der Öffentlichkeit den
Bau einer "sauberen" Müllverbrennungsanlage (MVA) zu
suggerieren, gleichzeitig aber alle Optionen für das Verbrennen
von anderen gefährlichen Abfällen in der Hand zu behalten.
"Der vermeintlich positive Verlauf der
Nachbesserungsverhandlungen ersetzt keine Diskussion über den
grundsätzlichen Nutzen der Anlage", schreiben die
Verbrennungsgegner. Henk Jacobs bestärke die Bürgerinitiative
mit seinem Verhalten in der Forderung, die Verbrennungsanlage
nicht zu bauen. Die MVA-Gegner fordern in diesem Zusammenhang
den Gemeinderat Laar auf, die Bebauungspläne auf die
ursprüngliche Form zu ändern.
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02.03.2004 b
Müllverbrennung: SPD-Ratsherr
kehrt Fraktion den Rücken
Konsequenz
Kein Parteiaustritt
Die Front der Befürworter der
geplanten Müllverbrennungsanlage in der SPD-Fraktion im Rat der
Samtgemeinde Emlichheim bröckelt. Reinhard Wenske hat vor
einigen Tagen Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann
mitgeteilt, dass er die SPD-Fraktion verlässt. Gestern abend
wurde die Fraktionsspitze informiert.
Emlichheim/MM – Die Haltung der SPD-Fraktion im Rat der
Samtgemeinde Emlichheim zu den geplanten Müllverbrennungsanlagen
(die GN berichteten) kann sich Reinhard Wenske nicht mehr zu
eigen machen. Vor allem stört ihn, dass die Politiker aller im
Samtgemeinderat vertretenen Parteien seiner Ansicht nach stur an
dem Vorhaben für den Europark festhalten, anstatt auch ernsthaft
über einen Ausstieg aus den Planungen zur Müllverbrennung zu
beraten.
Wie andere Politiker vor ihm auch, räumt Wenske es als schweren
Fehler von Politik und Verwaltung ein, im vergangenen Jahr die
Öffentlichkeit nicht rechtzeitig über das geplante Vorhaben
informiert zu haben. "Wir wurden zur Verschwiegenheit
aufgefordert. Als nur einige Tage später die Pläne in den GN
veröffentlicht wurden, da habe ich gedacht, ich bin im falschen
Film", erinnert sich Wenske.
Nach Darstellung des SPD-Kommunalpolitikers haben die Politiker
die Dimension und die Bedeutung der geplanten
Müllverbrennungsanlagen falsch eingeschätzt. Erst die
Informationsveranstaltung der Samtgemeinde am 2. Februar dieses
Jahres mit den kritischen Äußerungen der Gutachter habe "einen
Denkprozess in Gang gesetzt". Das die gesetzlichen Verordnungen
nicht den neuesten Stand der Technik fordern, sei ihm neu
gewesen.
Reinhard Wenske ärgert sich auch darüber, dass Politik und
Verwaltung sich seiner Ansicht nach nicht genug mit der Meinung
der Bevölkerung zur Müllverbrennung auseinander setzen. "Die
Mehrheit der Bevölkerung will die Anlagen nicht nicht", weiß
Wenske und fragt: "Was nützt uns die sauberste Anlage Europas,
wenn die Bevölkerung sie nicht will?" Und die Politik arbeite
nicht daran, die Akzeptanz ihrer Pläne bei den Bürgern zu
erhöhen. "Da trennen sich unsere Wege", sagt Reinhard Wenske.
Doch der Austritt aus der Fraktion bedeutet für ihn nicht
gleichzeitig den Austritt aus der Partei.
"Die Bauchschmerzen bei einigen Politikern sind gewachsen", weiß
Wenske. Ob sie ihre Meinung auch öffentlich kundtun, bleibt
abzuwarten. |
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27.02.2004
Info-Kommentar
Coevordener
Stadtrat erteilt Lektion in Demokratie
Gestern (Do. 26.02.2004) kam der Stadtrat in
Coevorden zu einer öffentlichen Sitzung zusammen.
Anlass waren Fragen und Argumente in Bezug auf die MVA im
Europark.
Dabei kamen insbesondere solche Argumente zur Sprache denen sich
die Emlichheimer Samtgemeindepolitiker bislang entzogen haben
oder die sie, da von der BI vorgebracht, an sich weder
diskutabel, bedeutungsvoll oder sinnvoll erachteten.
Die Rechtsunsicherheit der
Nachbesserungsverhandlungen, die verbleibenden Risiken selbst
beim Einsatz bester Techniken, die undurchschaubaren und
dubiosen Geschäftspraktiken der Investorenfirmen,
(hier auch mit indirekten Korruptionsvorwürfen verbunden,) das
unsoziale und bürgerfeindliche Verhalten der Westo GmbH und am
Ende, ganz selbstverständlich, der unübersehbare Unwille der
Bevölkerung veranlassten die Politiker dazu sich in der Mehrheit
eindeutig gegen den Bau der MVA in der geplanten Form
auszusprechen.
Die offene Diskussion in Coevorden zeigte ganz
deutlich, dass eine andere Form der politischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion über dieses
Thema möglich ist.
Nur die Emlichheimer Politiker agieren und regieren weiterhin
gegen alle Argumente der Vernunft, der Sachlichkeit und der
politischen Weitsicht in ihrer persönlichen Atmosphäre sturen
Beharrens.
Sie könnten lernen, wenn sie wollten, denn es besteht nach wie
vor keine zwingende Notwendigkeit dazu den Bau der MVA gegen den
Willen der Bevölkerung durchzusetzen.
Die Coevordener Stadträte haben die Möglichkeiten aufgezeigt.
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26.02.2004
Pressemitteilung
der Bürgerinitiative „Müllverbrennung/Vuilverbranding“ im
Europark
Das Angebot von Herrn
Jacobs auf das Verbrennen von Bahnschwellen in der geplanten
Biomasse- u. Abfallverbrennungsanlage im Europark zu verzichten,
wird bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) kritisch und
sehr zurückhaltend aufgenommen.
Vertreter der BI, die an dem Gespräch vom 17.02.04 (siehe
GN-Artikel vom 25.02.2004 ) teilnahmen, berichteten, dass Herr
Jacobs zwar das Angebot gemacht hat auf Bahnschwellen zu
verzichten, gleichzeitig aber die Forderung der Gutachter
zurückwies, insgesamt auf das Verbrennen von
überwachungsbedürftigen Abfällen zu verzichten. Im Gegenteil, er
forderte im Gegenzug die Möglichkeit gleichwertig belastete
Hölzer zu verbrennen.
Es stellt sich nun die
berechtigte Frage, warum Herr Jacobs nicht auf diesen Vorschlag
eingehen wollte?
Zumal die Verbrennung der Bahnschwellen bisher als ein
Kernbereich des Projektes vermittelt wurde.
Der Eindruck der Bi
ist , dass Herr Jacobs versucht, mit seinem Angebot der
Öffentlichkeit den Bau einer „sauberen“ MVA zu suggerieren,
gleichzeitig aber alle Optionen für das Verbrennen von
gefährlichen Abfällen in der Hand behalten will.
Ebenso
zu kritisieren, ist das Verhalten von Herrn Jakobs bezüglich der
Müllmengen.
Obwohl die Gutachter bestätigten, daß es Überkapazitäten bei der
Verbrennung von Müll in NRW gibt, bestreitet das Herr Jakobs.
Ebenso stellte Herr Jakobs in den Verhandlungen mit der Gemeinde
klar, daß er den Müll nicht nur aus den Niederlanden, sondern
auch aus Belgien und Luxemburg in der Anlage verbrennen will.
Herr Jacobs bestärkt
uns mit seinem Verhalten in der Forderung, die
Verbrennungsanlage nicht zu bauen. Nur dadurch kann unsere
Region vor bösen Überraschungen bewahrt werden.
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UP
26.02.2004 a
SPD-Frauen aus Uelsen reichen
Einwendung ein
KRITIK "MVA schadet
dem Tourismus"
UELSEN/GN – Auch die
Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) aus Uelsen
missbilligt den geplanten Bau der Müllverbrennungsanlagen (MVA)
in Emlichheim.
Als Grund nennt die Vorsitzende Heike Kotmann die Aussagen der
von der Samtgemeinde Emlichheim bestellten Gutachter.
Demnach reichten die vom Antragsteller vorgesehenen technischen
Sicherheitseinrichtungen bei Weitem nicht aus, um eine
Gefährdung für Menschen und Umwelt durch giftige Stoffe auf ein
Mindestmaß zu reduzieren.
Die AsF befürchtet durch die Dimension der
Anlage negative Folgen für den Tourismus in der Samtgemeinde
Uelsen und in der Grafschaft. Mit der Verbrennung von
Müll in der geplanten Menge seien zudem nicht abschätzbare und
somit unvertretbare gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung
verbunden, schreibt Kotmann. "Hier werden die Gewinne
privatisiert und die Kollateralschäden solidarisiert", meint die
AsF-Vorsitzende. Außerdem bestehe für eine Anlage mit der
geplanten Kapazität in Deutschland kein Bedarf.
Weiter schreibt die AsF in der Begründung
ihrer Einwendung an die Bezirksregierung, dass diese
Müllverbrennungsanlage durch Emissionen die Nahrungskette, etwa
den großflächigen Kartoffelanbau im Umland von Emlichheim, im
medizinischen und biologischen Sinne negativ zu beeinflussen
drohe. Möglicherweise könne in Zukunft das Qualitäts-Gütesiegel
für Milch nicht mehr vergeben werden.
Auch bei technischen Nachbesserungen könne ein Restrisiko nicht
ausgeschlossen werden, befürchtet die Arbeitsgemeinschaft
sozialdemokratischer Frauen Uelsen, die daher an die
Genehmigungsbehörde appelliert, den Bau der Anlage nicht zu
genehmigen.
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26.02.2004 b
Synode will gegen Müllverbrennung
vorsorglich Einspruch einlegen
TAGUNG Neue
Satzung des Diakonischen Werks verabschiedet
EMLICHHEIM/GN – Als am vergangenen Sonnabend die Vertreter aus
allen reformierten Gemeinden der Grafschaft in Emlichheim
zusammenkamen, war von der schriftlichen Einladung her wenig
Brisantes zu erwarten. Weder das Thema "Evangelisches Gymnasium
in Nordhorn" stand auf der Tagesordnung – hierzu wird am 20.
März in Veldhausen eine Sondersynode – noch die Frage, wie sich
die Kirche zu den geplanten Müllverbrennungsanlagen in
Emlichheim verhalten soll.
Stattdessen ging es zunächst um eine Neufassung der Satzung des
Diakonischen Werks des Synodalverbands. Wichtigste Neuerung in
der mit großer Einmütigkeit beschlossenen neuen Satzung ist die
Veränderung der Leitungsstruktur. In Zukunft wird nicht mehr ein
geschäftsführender Vorstand an der Spitze des Diakonischen Werks
stehen sondern der Präses der Synode. Ihm steht ein Beirat zur
Seite, der die strategische Ausrichtung der Arbeit des
Diakonischen Werks verantwortet.
Diesem neu gebildeten Beirat gehören neben Präses Manfred Meyer
und dem Vorsitzenden des Diakonieausschusses, Pastor Hans
Lambers, Zamirah Rabiya aus Nordhorn, Friedhelm Wensing aus
Gildhaus und Alide Wigger aus Wilsum an. Als Folge der
Satzungsänderung passten die 90 Synodalen die Geschäftsordnung
des Diakonie- und des Sozialethischen Ausschusses entsprechend
an.
Unter dem Punkt Mitteilungen kam dann kurz vor Schluss der
Sitzung doch noch das Thema Müllverbrennungsanlagen zur Sprache.
Zunächst informierte der Emlichheimer Pastor Reiner Rohloff, der
als neutraler Beobachter direkt an den Verhandlungen mit dem
niederländischen Investor teilnimmt, über den aktuellen Stand
der Dinge. Demnach will der Betreiber nun doch auf die
Verbrennung von belasteten Bahnschwellen verzichten (die GN
berichteten). Stattdessen will er aber anderen Sondermüll in
Emlichheim verbrennen. In der anschließenden Diskussion wurde
deutlich, dass nicht nur den Kirchenräten der Gemeinden Laar und
Emlichheim dieses Thema große Sorgen bereitet. Auch die Mehrheit
der gesamten Synode war der Meinung ist, dass die reformierten
Gemeinden rechtzeitig Stellung beziehen sollten.
Da die nächste Synode erst nach Ablauf der Einspruchsfrist tagt,
beauftragten die Gemeindevertreter das Leitungsgremium
(Moderamen) zwischenzeitlich tätig zu werden. Das Moderamen soll
die Sorgen der unmittelbar betroffenen Gemeinden Laar und
Emlichheim ernsthaft bedenken und gegen die geplanten Anlagen
bei der Bezirksregierung vorsorglich Einspruch erheben – so das
Votum der Synodalen.
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