|
UP
25.02.2004
Bahnschwellen werden nicht
verbrannt ??
Müllverbrennung
SPD-Fraktion im Rat der Samtgemeinde fordert Verkleinerung der
Kapazität
In den für den Europark
geplanten Müllverbrennungsanlagen werden keine Bahnschwellen
verbrannt. Das ist eines der Ergebnisse der Verhandlungen
zwischen den Gutachtern der Samtgemeinde und den Investoren
unter der Führung des Niederländers Henk Jacobs.
Emlichheim/MM
– "In der ersten Verhandlungsrunde zwischen Samtgemeinde und
Betreibern, die Anfang der vergangenen Woche unter Mitwirkung
der Gutachter Professor Heiko Doedens von der Universität
Hannover und Diplom-Ingenieur Günter Dehoust vom Öko-Institut
stattfanden, wurde von den Betreibern unmissverständlich
zugesagt, dass in der geplanten Anlage keine Bahnschwellen
verbrannt werden", heißt es in einer Pressemitteilung der
SPD-Fraktion im Rat der Samtgemeinde.
Demnach wurden auch Verbesserungen bei der Filtertechnik
vereinbart, die dazu führen sollen, dass auch bei Störfällen
keine Schadstoffe nach außen gelangen und das Einhalten der
Vorsorgewerte bei den Imissionen erreicht werden kann.
"Diese vom Toxikologen Dr. Hermann Kruse festgesetzten
Vorsorgewerte besagen, dass bei Einhaltung dieser Werte die
Auswirkungen auch auf die Schwächsten, also alte und kranke
Menschen sowie Kleinkinder, unerheblich und unbedenklich sind",
schreibt die SPD.
Diese Aussage ist für die SPD-Fraktion nach eigener Darstellung
von grundsätzlicher Bedeutung und die Einhaltung der Werte wird
auch im weiteren Verlauf der Verhandlungen als unverzichtbar
angesehen.
Des weiteren wurde nach Darstellung des SPD-Fraktionssprechers
Dieter Schowe vereinbart, diese ambitionierten Grenzwerte in das
Genehmigungsverfahren einzubringen und somit auch von der
Gewerbeaufsicht überwachen zu lassen.
Einigkeit wurde auch mit den Betreibern über Art und Umfang der
Kontrollmessungen erzielt. Nach Auffassung von Günter Dehoust,
so die SPD, handelt es sich, wenn die in der ersten
Verhandlungsrunde besprochenen Punkte umgesetzt werden, dann bei
der geplanten Anlage um eine der besten und saubersten in
Europa. Dies bestärkt die SPD-Fraktion des Samtgemeinderates in
ihrer Meinung, auf weitere Verhandlungen zu setzen.
Ein weiterer Gesprächspunkt waren Art, Menge und Herkunft der
Abfälle. Hierbei fordert die SPD-Fraktion in den kommenden
Gesprächen folgende Festsetzungen:
l Es dürfen keine besonders überwachungsbedürftigen Abfälle
verbrannt werden.
l Der Abfall darf nur aus den Niederlanden und Deutschland
kommen. Vom deutschen Müll sollen 80 Prozent aus Niedersachsen
und Nordrhein-Westfalen kommen.
l Der Transport erfolgt nur zu einem Drittel durch Lastwagen.
Die Transportwege sind festzulegen, Transporte durch Ortschaften
sollen vermieden werden.
l Die in der Anlage zu verbrennende Müllmenge muss erheblich
reduziert werden. Im Gespräch mit den GN sagte Fraktionssprecher
Dieter Schowe gestern, dass die SPD die Reduzierung der
Kapazitäten um etwa ein Drittel fordert. Das könnte heißen: Nur
zwei statt der geplanten drei Anlagen.
"Durch diese Festlegungen wollen wir den befürchteten
Mülltourismus vermeiden und die zusätzlichen Verkehrsbelastungen
für die Bevölkerung auf ein Minimum herabsenken", sagt Dieter
Schowe.
Wenn alle Verhandlungen abgeschlossen und schriftlich fixiert
sind, kann jedes Fraktionsmitglied für sich darüber entscheiden,
ob die erzielten Verhandlungsergebnisse ausreichend sind und der
Bau einer solchen Anlage für ihn vertretbar ist oder nicht,
heißt es in der Pressemitteilung. Das heißt im Klartext: Es soll
keinen Fraktionszwang geben.
"Ziel der SPD-Fraktion ist es, in Verhandlungen mit den
Betreibern der Müllverbrennungsanlage zu erreichen, schädigende
Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen auszuschließen und
die Belastung der Bevölkerung auf ein Maß, wie auch bei anderen
Industriegebieten unumgänglich, zu beschränken. Dies war und ist
auch weiterhin Mehrheitsmeinung in der SPD-Fraktion", schreibt
die Fraktion des Samtgemeinderates.
|
|
UP
25.02.2004 b
Schadet Emlichheim der wirtschaftlichen Zukunft
der Niedergrafschaft?
Meinung
metmekaar
Politik und Kultur in
der Niedergrafschaft Bentheim
Man
sagt, dass spätestens beim Geldbeutel die Freundschaft aufhört.
Es könnte also sein, dass sich irgendwann aus den umliegenden
Gemeinden wenig freundschaftliche Gefühle und Gedanken in
Richtung Emlichheim richten werden. Der Bau einer riesigen
Müllverbrennungsanlage im Europark könnte nicht nur für die
Samtgemeinde Emlichheim, sondern auch für die umliegenden
Gemeinden noch kaum bedachte Folgen haben.
Inzwischen wird von Sachverständigen behauptet, eine
Müllverbrennungsanlage mit hohem technischen Standard sei nicht
schlechter oder besser als eine biologisch-mechanische
Behandlung des Mülls mit anschließender Deponierung. Seit
neuestem sollen die Betreiber sogar auf die ursprünglich
vorgesehene Verbrennung von Bahnschwellen verzichten wollen.
Doch all diese Beschwichtigungen und Nachbesserungen gehen am
Problem vorbei. Was hat Emlichheim, was hat die Grafschaft
davon, wenn Müll aus ganz Europa nach Emlichheim gekarrt und
hier verbrannt wird? Es geht ja gerade nicht um Grafschafter
Müll, dessen Entsorgung ist gesichert. Selbst wenn man die
gesundheitlichen Gefährdungen ignoriert, selbst wenn man davon
ausgeht, dass alles schon nicht so schlimm kommen wird: Die MVA
entspricht nicht den Interessen der Region, im Gegenteil: Sie
beschwört Gefahren für die wirtschaftliche Zukunft der
Niedergrafschaft herauf.
Ein wichtiger Teil der heimischen Wirtschaft ist immer noch die
Landwirtschaft. Die Bauern der Niedergrafschaft haben es schwer
genug. Ein ruinierter Milchpreis, immer wieder aufzuckende
Seuchengefahren haben ihnen eine Reihe von schlechten Jahren
beschert. Und nun müssen sie damit rechnen, dass ihren Produkten
- Bahnschwellen hin oder her - schnell das Etikett angehängt
werden kann, toxisch belastet zu sein. Die Folgen für viele
Niedergrafschafter Familien mag man sich gar nicht ausmalen.
Noch ist die relativ intakte Umwelt ein Plus der Region. Eine
bemerkenswerte Zahl von Menschen sucht hier Ruhe und Erholung.
Aber wer möchte schon gern durch eine Gegend fietsen oder
wandern, in denen man mit der vermeintlich reinen Luft auch
Feinstäube einatmet, die mit allerlei Giften behaftet sind?
Nachrichten über solche Gefahren, von den modernen Medien
blitzschnell verbreitet, führten schon in der Vergangenheit in
kürzester Zeit zu einem radikal veränderten Verbraucher- oder
Tourismusverhalten. Das würde (das wird?) auch in der
Niedergrafschaft nicht anders sein.
Ob man dies alles in Emlichheim nicht bedacht hat? Ist der
finanzielle Druck aus dem Europark-Engagement so groß, dass man
buchstäblich jeden Dreck nimmt? Warum holt man sich dieses
Teufelszeug in die Gemeinde? Man nimmt dabei in Emlichheim in
Kauf, der wirtschaftlichen Entwicklung der Region schweren
Schaden zuzufügen. Und man wird den Emlichheimer
Kommunalpolitikern nicht nur vorwerfen müssen, dass sie die
Bevölkerung viel zu spät und erst unter öffentlichem Druck
informierten. Wer sich für Nachbesserungen einsetzt, hat ohnehin
bei der Gestaltung des ursprünglichen Konzepts geschlafen. Eine
überlegt geplante, an den Interessen der Region orientierte
Politik sieht anders aus.
|
|
UP
24.02.2004
CDA-Basis gegen MVA im
Europark
Coevorden/fs – Die Coevordener
CDA-Mitglieder äußern scharfe Kritik an ihrem
Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat der niederländischen
Grenzgemeinde, Roelof Frensen. Nach einem Bericht der Zeitung
Dagblatt von het Norden hatte sich Frensen in den vergangenen
Tagen nicht strikt gegen die Errichtung einer
Müllverbrennungsanlage im Europark ausgesprochen, sondern
lediglich gefordert, dass die Antragsteller strengsten
Umweltanforderungen unterworfen werden müssten.
Ein deutliches "Nein" gegen die Müllverbrennungsanlage, wie die
VVD-Fraktion dies unlängst beschloss, ging Frensen erheblich zu
weit. Die CDA-Basis fordert nun, dass sich
ihre Stadtratsfraktion ebenfalls eindeutig gegen den Bau der
Anlage ausspricht. Während einer Versammlung ließen die
CDA-Mitglieder zudem kein gutes Haar am Volker-Stevin-Konzern,
zu dem auch die Firma Westo gehört. "Volker Stevin ist in den
niederländischen Baubetrugsskandal verwickelt. Mit einem solchen
Unternehmen macht man keine Geschäfte", hieß es seitens der
CDA-Mitglieder.
Westo-Geschäftsführer Henk Jacobs wird zudem vorgeworfen,
in Sachen Müllverbrennungsanlage mehrfach falsche Informationen
verbreitet zu haben.
Die Arbeitgeber innerhalb der Coevordener Christdemokraten
vertreten den Standpunkt, dass die Müllverbrennung in der
Provinz Drenthe in Wijster konzentriert werden müsse.
|
|
UP
21.02.2004
MVA
Emlichheim - Eine Chronologie der Ereignisse
Etwa seit Anfang
Dezember ist die geplante Müllverbrennungsanlage im Europark in
der öffentlichen Diskussion. Bei der Vielzahl der Stellungnahmen
und Ereignisse ist es nicht leicht, einen Überblick zu behalten.
Hier wird versucht, die wesentlichen Informationen und Abläufe
zusammenzufassen.
Aktuell
Am Montag, 16.02.04
übergaben Vertreter der BI gegen die Müllverbrennung im Europark
die Unterschriftenlisten zur Einreichung des Bürgerbegehrens bei
der Samtgemeinde Emlichheim.
Am 17. 2. verhandelte eine Gruppe von Fachleuten im Auftrag der
Samtgemeinde mit dem Antragsteller, um Verbesserungen in der
Technik zu erreichen. Günter Dehoust vom Öko-Institut Darmstadt
meinte, dass eine Müllverbrennungsanlage mit einem hohen
technischen Stand nicht besser und nicht schlechter sei als eine
sehr gute mechanisch-biologische Vorbehandlung des Mülls und
einer anschließenden Deponierung oder Verbrennung. Man mache
Fortschritte und sei optimistisch.Am Mittwoch, 18. Februar, fand
in Uelsen eine Veranstaltung des Arbeitskreises zur Erhaltung
der Natur mit Vertretern der BI Emlichheim und dem Nordhorner
Mediziner Prof. Dr. Friedrich Portheine statt. Er bewertet die
gesundheitlichen Risiken einer solchen Anlage ähnlich wie die
Vertreter der BI (siehe gesonderten
Bericht)
Die Vorgeschichte:
Die
unternehmerische Idee
Anfang Juni 2003 informierte der
Unternehmer Henk Jacobs in einer nicht öffentlichen Sitzung die
Politiker der Samtgemeinde Emlichheim, des Rates der Gemeinde
Laar und des Rates der Gemeinde Coevorden (NL) über seine Pläne
zum Bau einer Müllverbrennungsanlage. Jacobs betreibt die Firma
Beton- und Bewehrungscenter (BEE) im Europark. Er möchte mit
dieser Firma Eisenbahnschwellen aus Beton vor allem für die
Niederlande herstellen. Im Gegenzug will er hoch belastete
Bahnschwellen aus Holz aus den Niederlanden abnehmen und in
einer Biomasseanlage verbrennen. Hinter Jacobs steht die Firma
Westo in Coevorden, die wiederum ist eine Tochter des
Baukonzerns KWS. Die Anlage soll auf die Verbrennung von
zunächst etwa 450.000 t im Jahr ausgelegt werden. Eine
Erweiterung auf 600.000 Tonnen ist geplant. Es sollen Biomasse,
Siedlungs- und Gartenabfälle, unter anderem auch alte
Eisenbahnschwellen verbrannt werden. Durch die Verbrennung
entsteht Prozessdampf, der zur Erzeugung elektrischer Energie
genutzt und auch an andere, noch zu gründende Firmen abgegeben
werden soll. Es sollen drei "Linien" entstehen, zwei auf
deutschem, eine auf niederländischem Gebiet. Jacobs hat nach
eigenen Angaben eine Vereinbarung mit SITA getroffen, einem der
größten europäischen Abfallentsorger. Die Auslastung sei
gesichert.
Die Kommunalpolitiker und
Vertreter der Verwaltung informierten sich
nach eigener
Darstellung indem sie verschiedene Beratungs- und
Informationsgespräche mit Fachleuten. führten. U. a. wurde eine
vergleichbare Anlage in Alkmaar (NL) besichtigt. Man zeigte sich
von der Unbedenklichkeit dieser Anlage überzeugt.
Die Antragsunterlagen
wurden Anfang
Oktober bei der Bezirksregierung Weser-Ems als der zuständigen
Genehmigungsbehörde eingereicht. In dem Antragsverfahren ist
vorgesehen, die Unterlagen vom 23. Januar bis 23. Februar 2004
im Bürgerbüro Emlichheim öffentlich auszulegen. Bis zum 8. März
können Einwände erhoben werden. Am 4. Mai 2004 ist ein
öffentlicher Erörterungstermin geplant.
Anfang Dezember
wurde die
Öffentlichkeit durch eine Veranstaltung von "Bündnis90/Die
Grünen" aufgeschreckt. Vertreter von KWS, eine
Landtagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen, Karl Koch von "Das
bessere Müllkonzept" und Bürgermeister Stegemann waren anwesend.
Es wurde deutlich, dass
viele Bürgerinnen und Bürger sich nur unzureichend bzw. viel zu
spät informiert fühlten. Dieser Vorwurf richtete sich vor allem
an die Politiker und die Verwaltung der Samtgemeinde.
Schon wenige Tage später
bildete sich eine
Bürgerinitiative, die sehr bald auch eine eigene homepage ins
Internet stellte:
www.mvaeuropark.de . Sie lud zu einer
Veranstaltung am 15.12.03 in die Gaststätte Dreher ein an der
500 Besucher teilnahmen.
Am 17. Dezember beschäftigte
sich der Samtgemeinderat mit der MVA
Wieder beteiligten
sich etwa 500 Besucher innerhalb und außerhalb des Hauses
Ringerbrüggen an der Diskussion. Die Kommunalpolitiker stehen
der MVA überwiegend weiter positiv gegenüber.
Politik und
Verwaltung können wohl nicht mehr zurück, da alle
planungsrechtlichen Voraussetzungen bereits vor Monaten
geschaffen wurden. Sie hoffen vor allem auf
Investitionen, die weitere Ansiedlungen im Europark nach sich
ziehen. Kritiker rechnen ihnen vor, dass die Region mit der
bereits genehmigten Biomasseanlage der Fa. PROKON in Emlichheim
und der geplanten MVA im Europark mit einem Müllaufkommen von
min. 1.000.000 t im Jahr fertig werden muss. Man erwartet, dass
die Anlage einen erheblichen "Mülltourismus" nach sich ziehen
wird, da in der Grafschaft selbst jährlich nur etwa 30 000 t
verbrennungsfähiger Müll entstehen. Man befürchtet, dass bei
einer Betriebszeit von min. 40 Jahren eine nachhaltige
Gefährdung der Menschen durch gefährliche Schadstoffemissionen
besteht. Diese Befürchtung wird auch von vielen Landwirten
geteilt. Die Kritiker gehen auch davon aus, dass die Ansiedlung
einer MVA die weitere Entwicklung eines Industrie- u.
Gewerbegebietes behindert. Lediglich weitere Entsorgungsfirmen
seien noch bereit, sich dort niederzulassen. Außerdem wird
bemängelt, dass die Ansiedlung einer Müllverbrennungsanlage kaum
zu mehr Arbeitsplätzen für die Region führt.
Politik und Verwaltung wehrten
sich
Am 10. Januar
erschien in den GN eine Anzeige der Samtgemeinde. Es wurde u. a.
darauf hingewiesen, dass die geplante Anlage im Europark bei
entsprechender Auslastung jährlich 480 Mio. kWh Strom erzeugen
solle. Dadurch würden 50 Mio. m3 Gas bzw. 50 Mio.
Liter Heizöl eingespart. Der Vermeidung von umweltgefährdendem
CO2 sei beträchtlich.
Antragsunterlagen liegen
öffentlich aus
Vom 23. Januar bis 23. Februar
liegen die Antragsunterlagen der Firmen Infracom GmbH aus
Itterbeck und BBE Bewehrungs- und Betoncenter Europark GmbH aus
Laar öffentlich aus. Interessierte Bürger können sich bei der
Samtgemeinde Emlichheim, bei der Bezirksregierung in Oldenburg
sowie in den Gemeinden Coevorden, Hardenberg und der Provinz
Drenthe in Assen informieren. Im Internet findet man
Informationen unter
http://www.weser-ems.de . Einwendungen müssen bis zum 8.
März bei der Bezirksregierung, der Provinz Drenthe oder den
Gemeinden Coevorden und Hardenberg sowie der Samtgemeinde
Emlichheim vorliegen. Für den 4. Mai ist ein Erörterungstermin
in der Vechtetalhalle in Emlichheim geplant. Dabei können
insbesondere die Kritiker des Projekts ihre schriftlich
eingereichten Einwendungen noch einmal vortragen
An öffentlichen
Demonstrationen
gegen die MVA nahmen im Januar in
Emlichheim rund 1000 und in Coevorden rund 2500 Menschen teil.
Am 2. Februar informieren
Politik und Verwaltung
Etwa 1500 Menschen waren bei der
Veranstaltung in der Sporthalle zugegen. Neben verschiedenen
Fachleuten war auch der Unternehmer Henk Jacobs anwesend, dem
wenig Sympathie entgegen schlug. Er versprach etwa 100 bis 200
Arbeitsplätze. Heiko Doedens vom Institut für
Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität
Hannover sprach sich für eine Verringerung der Abfallmengen, die
Streichung einiger besonders gefährlicher Stoffe und
Verbesserungen in der Rauchgasreinigung aus.
Günter Dehoust vom
Ökoinstitut Darmstadt meinte, dass bei der Rauchgasreinigung mit
neuester Technik deutlich bessere Werte zu erreichen seien. Der
Toxikologe Hermann Kruse vom Institut für experimentelle
Toxikologie am Universitätsklinikum Kiel fordert deutlich
niedrigere Grenzwerte. Er rät zu erheblichen Verbesserungen bei
der beantragten Müllverbrennungsanlage.
Bürgerbegehren
Ebenfalls am 2. Februar startete
die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren. Zunächst müssen dafür
10 Prozent aller Wahlberechtigten gewonnen werden. Der
Samtgemeinderat muss anschließend entscheiden, ob ein
Bürgerbegehren zulässig ist. Ist das der Fall, muss innerhalb
von drei Monaten ein Bürgerentscheid organisiert werden. Daran
können alle Wahlberechtigten teilnehmen. Der Bürgerentscheid
kann sich dennoch nicht einfach für oder gegen die MVA richten.
Alle planungsrechtlichen Voraussetzungen sind nämlich gegeben.
Die Bürgerinitiative möchte deshalb erreichen, dass keine
Gründstücke für den Bau einer Müllverbrennungsanlage zur
Verfügung gestellt werden.
Am Montag, 16.02.04 übergaben die Vorsitzenden
der BI gegen die Müllverbrennung im Europark die
Unterschriftenlisten zur Einreichung des Bürgerbegehrens bei der
Samtgemeinde Emlichheim.
Ca. 26oo Unterschriften hatten die Bürger in den
vergangenen zwei Wochen gesammelt und dokumentieren damit ihren
Unwillen gegen die Politik der Samtgemeinde, unbedingt am Bau
der Müllverbrennungsanlage im Europark fest zu halten.
|
|
UP
20.02.2004
Dagblaad van het Noorden,
20.2.2004 (dt. Übersetzung):
Große Beschwerden von Coevorden
gegen die Müllverbrennung
Jannes Bijlsma coevorden –
Der Stadtrat
von Coevorden ist unzufrieden über den Genehmigungsantrag für
die MVA auf dem deutschen Gebiet des Europarks. Das schreibt der
Stadtrat in einem Brief an die Bezirksregierung Weser-Ems in
Oldenburg.
Der Stadtrat
äußert heftige Kritik über die schlechte niederländische
Übersetzung der deutschen Anfrage. Außerdem weist er die
Genehmigungsbehörde darauf hin, dass die Voruntersuchung nicht
gründlich genug geweisen sei.
Der Stadtrat
nennt die Beschreibung der technischen Aspekte der MVA – neben
der schlechten Übersetzung – als besonders kurzgefaßt: „Daraus
spricht unzureichender Respekt vor den Betroffenen, insbesondere
den Einwohnern von Emlichheim und Coevorden“.
Außerdem
erachtet der Stadtrat die Information über die zu erwartenden
Emissionen – das, was man einatmet – als absolut unzureichend,
um sich einen guten Eindruck von dem Einfluss der Anlage auf die
Umgebung machen zu können. „Gerade weil wir erwarten, dass der
Einfluss sehr begrenzt sein kann, bemühen wir uns um ein
komplettes Bild, um das zu bestätigen“.
Coevorden
bittet die Genehmigungsbehörde über Aufklärung bzgl. der
Einteilung der Abfallströme in Niederland und Deutschland. Die
seien nämlich unterschiedlich, schreibt der Stadtrat.
„Bahnschwellen werden in Deutschland als Biomasse bezeichnet,
während sie in den Niederlanden als gefährlicher Sondermüll
angesehen werden.“ Der Stadtrat fordert in seinem Brief, dass er
ständig über die ein- und ausgehenden Ströme der MVA informiert
werde. Auch will der Stadtrat, dass in der Genehmigung fixiert
wird, dass nicht mehr als 30% des (angelieferten) Abfalls mit
dem LKW transportiert wird.
In dem Brief
macht der Stadtrat den Vorschlag, die Rauchgasreinigung und
damit den Ausstoß deutlicher zu beschreiben. „Der Antragssteller
ist dafür verantwortlich, die Emissionsnormen einzuhalten. Es
würde viel Unruhe verhindern, wenn dieser verpflichtet beweisen
müsste, warum/inwiefern das gewählte Konzept ausreicht.
Der Stadtrat
geht davon aus, dass Westo sich nicht allein an die Normen hält,
sondern den Ausstoß von Giftstoffen so niedrig wie technisch
möglich hält: dem dem sogenannten ALARA-Prinzip, „as low as
reasonable achievable“.
Folgende
Woche bespricht der Gemeinderat von Coevorden den Brief.
Übersetzung von Wolfgang & Idhuna Barelds
|
|
UP
19.02.2004
Prof. Dr.
Portheine spricht sich gegen die geplanten MVA aus !
Vor
zahlreichen, interessierten Bürgern aus Uelsen, Neuenhaus und
Emlichheim hat sich der bekannte Umwelt- und Labormediziner aus
Nordhorn deutlich gegen die geplanten MVA ausgesprochen.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kritisierte er den
„Gigantismus“ der beantragten Anlage und den damit verbundenen
Mülltourismus. Prof. Dr. Portheine befürchtet durch den Betrieb
der MVA und des Biomasse-Kraftwerkes ernst zu nehmende
Gesundheitsschäden, insbesondere der Atemwege, für die
Bevölkerung.
Er wies in seinem Beitrag nachdrücklich auf die besonderen
Gefahren durch die bei der Verbrennung von belasteten
Bahnschwellen entstehenden Giftstoffe hin und forderte die
verantwortlichen Politiker auf, den Bau der Anlage mit allen
Mitteln zu verhindern.
|
|
UP
18.02.2004
Verhandlungen über MVA "gutes
Stück weiter"
von manfred münchow
Müllverbrennung Noch
kein Ergebnis
Gestern saßen der
Unternehmer, der im Europark drei Müllverbrennungsanlagen bauen
will, und die Gutachter der Samtgemeinde Emlichheim am
Verhandlungstisch. "Wir kommen ein gutes Stück weiter", sagt
Günter Dehoust vom Öko-Institut Darmstadt. Der Gutachter spricht
von konstruktiven Gesprächen.
Emlichheim –
Auf die Frage, ob die Verhandlungen über Nachbesserungen bei den
technischen Standards erfolgversprechend verlaufen, sagt Günter
Dehoust: "Ich bin optimistisch, wenn der Antragsteller die
Ansätze, die er derzeit macht, bis ins Detail festschreiben
lässt". Nach Ansicht des Gutachters vom Öko-Institut ist man
"ein gutes Stück weiter".
Als Grund für die konstruktiven Gespräche nennt Dehoust auch die
Haltung von Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann und
Erster Samtgemeinderat Johann Beerlink: "Die Samtgemeinde stärkt
uns den Rücken, sie steht voll hinter unseren Forderungen".
Günter Dehoust hat sich nach eigenen Angaben kritisch mit dem
Thema Müllverbrennung beschäftigt. "Müllverbrennung muss nicht
zwingend sein", sagt er, verweist aber darauf, dass sich die
Anlagentechnik in den vergangenen Jahren verbessert hat. Eine
Müllverbrennungsanlage mit einem hohen technischen Stand ist
nach Meinung von Dehoust "nicht besser und nicht schlechter" als
eine sehr gute mechanisch-biologische Vorbehandlung des Mülls
und einer anschließenden Deponierung oder Verbrennung.
Der Gutachter gibt zudem folgendes zu bedenken: Bei der
mechanisch-biologischen Vorbehandlung des Hausmülls wird etwa
ein Drittel aussortiert und verbrannt.
Dadurch, dass jedoch die besonders heizwertreiche Fraktion in
die Verbrennung gelangt, wird bei den Rauchgasen vom Volumen her
etwa die Hälfte des Wertes erreicht, der entsteht wenn man
gleich alles in die Verbrennung gibt. Das wird in der Diskussion
häufig übergangen.
Als seinerzeit die Biomasseverordnung entwickelt wurde, gehörte
Dehoust zu den Beratern des Bundesumweltministeriums. Doch er
war sich nicht in allen Punkten mit dem Ministerium einig.
"Ich war immer ein großer Gegner davon, das belastete Hölzer in
die Verordnung aufgenommen werden", sagt der Diplom-Ingenieur.
Und auch die Förderung der Verbrennung von belasteten Hölzern
durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) lehnt Dehoust ab:
"Die Förderung für belastetes Altholz sollte ganz gestrichen
werden".
Seiner Ansicht nach wäre es auch sinnvoll
gewesen, in der Biomasseverordnung die Förderung von
importierten Hölzern auszuschließen. Dehoust zufolge ist es auch
nicht einzusehen, dass letztendlich die Bürger die Beseitigung
von belasteten Hölzern subventionieren. Die Besitzer von solchen
Hölzern "hätten auch die normalen Verbrennungspreise zahlen
können". Ziel einer Biomasseverordnung könne es nicht sein, die
Verbrennung billig zu halten.
Die Verhandlungen zwischen dem niederländischen Investor
und den Gutachtern der Samtgemeinde gehen weiter. Neben Günter
Dehoust sitzen noch Heiko Doedens vom Institut für
Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität
Hannover und der Toxikologe Hermann Kruse vom Institut für
experimentelle Toxikologie am Universitätsklinikum Kiel mit am
Verhandlungstisch der Samtgemeinde. Kruse war gestern jedoch
nicht in Emlichheim. An der anderen Seite des Tisches sitzen der
Investor Henk Jacobs sowie seine Berater Andries A. Adema und
Professor Karl Kautz. Das Ergebnis der Verhandlungen will die
Samtgemeinde während einer öffentlichen Veranstaltung
vorstellen.
|
|
UP
17.02.2004
Unterschriften-Aktion Professor
Portheine spricht in Uelsen
Etwa 2600 Unterschriften hat die Bürgerinitiative
Müllverbrennung/Vuilverbranding im Europark gestern dem
Emlichheimer Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann
übergeben. Die Unterzeichner fordern einen Bürgerentscheid, mit
dem geklärt werden soll, ob im Europark die geplanten
Müllverbrennungsanlagen gebaut werden dürfen oder nicht.
Emlichheim/MM – Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann
bestätigte den Empfang der Unterschriften.
Die Frage, ob ein Bürgerbegehren in diesem
Fall zulässig ist oder nicht, will die Samtgemeinde von
Fachleuten vom Städte- und Gemeindebund klären lassen. In
der niedersächsischen Gemeindeordnung ist geregelt, in welchen
Fällen ein Bürgerbegehren nicht zulässig ist. Unter anderem gilt
dies für abfallrechtliche Zulassungsverfahren.
Daher hat die Bürgerinitiative, die gegen die
Müllverbrennungsanlagen kämpft, auch einige Hintertürchen
aufgemacht, um eventuell doch zum Erfolg zu kommen. Mit dem
Bürgerbegehren soll die Samtgemeinde Emlichheim als
Gesellschafterin der Europark-GmbH aufgefordert werden, ihre
Aufsichtsratsmitglieder zu verpflichten, folgenden Antrag zu
stellen: "Bei jeder Grundstücksübertragung
durch die Europark Coevorden/Emlichheim Entwicklungsgesellschaft
mbH auf einen Dritten ist dieser vertraglich zu verpflichten,
auf dem betreffenden Grundstück die Errichtung oder das
Betreiben einer Müllverbrennungsanlage (zum Beispiel
Biomassekraftheizwerk oder Thermische Abfallverwertung zu
unterlassen." Es soll auch vertraglich ausgeschlossen
werden, dass so genannte Strohmänner Grundstücke kaufen und an
andere Interessenten weiterverkaufen, die im Europark Müll
verbrennen wollen.
Zusätzlich setzen die Gegner der Müllverbrennungsanlagen auf
einen Stimmbindungsvertrag zwischen Coevorden und Emlichheim.
Darin verpflichten sich beide Seiten, in Angelegenheiten des
Europarks einheitlich abzustimmen. Damit haben die beiden
Kommunen eine Mehrheit im Aufsichtsrat des Europarks.
Die Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung lehnt das Angebot der
Samtgemeinde ab, an den Verhandlungen mit dem niederländischen
Investor um Nachbesserungen bei den technischen Standards der
Anlagen teilzunehmen. Man sei gegen die Anlagen, da verbiete
sich die Teilnahme an Verhandlungen um technische
Nachbesserungen, hieß es in den vergangenen Tagen mehrfach.
Gleichwohl will man zwei neutrale Beobachter in die
Verhandlungen entsenden. Damit soll sichergestellt werden, dass
die Bürgerinitiative umfassend informiert ist.
Am morgigen Mittwoch um 20 Uhr laden eine Emlichheimer und eine
Uelser Bürgerinitiative zu einer Informationsveranstaltung ins
reformierte Gemeindehaus ein. Hier hat Professor Friedrich
Portheine seine Teilnahme zugesagt. Es sollen die Auswirkungen
auf die Samtgemeinde Uelsen erörtert werden.
|
|
UP
16.02.2004 a
A U F R U F an
den G E M E I N D E R A T L A A R
(J.H.Arends,R.Brinks,W.Jörissen,H.J.Kampert,M.Kuipers,G.Langius,G.Luttermenn,H.Meyerink,H.Snippe,G.Trüün,J.H.Zwaferink,I.Derks)
Als
offener Brief (siehe
www.mvaeuropark.de)
Klaus
Gaßmann
49824 Emlichheim, 16.02.2004
Tannenstr.19
TATSACHE
IST:
Der Samtgemeindrat will seinen Bürgern weiterhin zumuten:
Schadstoffe aus vier MVA, gewaltige Verkehrsbelastung
/Dieselruß, Unfallgefahren), Großstadtverkehr in Laar Herr
Jacobs ist bestrebt, durch möglichst billige Filteranlagen viel
Profit zu erlangen.
WESTO macht bewusst falsche Angaben: Der
Coevorden-Picardie-Kanal soll Frachtweg für Mülltransporte zu
den MVA sein (Oder verbirgt sich hier ein neuer Coup der
Samtgemeinde).
Westo hat schon im September 03 Vorverträge mit
Mülleinsammler-Firmen in ganz Europa abgeschlossen (s.
Unterlagen der Betreiberfirma).
Weit über hundert Meter lange und in der Höhe dreizehnstöckigen
Gebäuden entsprechende Wände werden Ihnen den freien Blick auf
Sonnenuntergänge versperren.
Inzwischen hat sowohl im Gemeinderat Coevorden, wo zwei Parteien
gegen die MVA votieren, als auch bei Emlichheimer Abgeordneten
und der SPD ein Meinungsumschwung stattgefunden. Seit Freitag
ist bekannt, dass endlich auch drei Mitglieder Ihres Laarer
Gemeinderates sich öffentlich gegen das MVA-Projekt
ausgesprochen haben.
In der Bevölkerung ist man der Meinung, dass H.Stegemann den
Laarer Gemeinderat bei der Beschlussfassung zur
Bebauungsplanänderung am 10.07.03 über die tatsächlichen
Bauabsichten im Europark nicht informiert, also getäuscht hat;
und zwar ähnlich wie schon bei der geplanten Prokon.Anlage, als
der Emlichheimer Gemeinderat nicht über die vorgesehene
Verbrennung von Hölzern der Kategorie 4 unterrichtet wurde (2
Zeugen).
Sollte dieser vermutete Sachverhalt zutreffen, wären die Laarer
Räte berechtigt und verpflichtet, den o.g. Beschluss aufzuheben
und durch Hinzufügen des Vermerks „Ausschluss von MVA jeglicher
Art im Europark“ neu zu formulieren und zu beschließen.
Liebe Laarer Ratsmitglieder!
Vor dem Hintergrund, dass die Anzahl der
MVA-Gegner auch in den Reihen der Abgeordneten stetig wächst und
Sie eine enorme Rückendeckung fast der gesamten Bevölkerung
dies- und jenseits der Grenze genießen, bitte ich für alle
betroffenen Menschen:
HEBEN SIE DEN BESCHLUSS VOM 10.07.03 AUF, bevor die Europark
GmbH die nötigen Grundstücke an die Investoren verkauft!
Alle mit Recht sehr um ihre Umwelt besorgten Bürger der gesamten
Region erwarten von Ihnen die Bewahrung unseres höchsten Gutes,
nämlich „reine Luft zum Atmen“.
Zeigen Sie, dass Ihnen Ihre unversehrte Heimat mehr bedeutet,
als blindes Gewinnstreben des Herrn Jacobs und die durch
Fehlplanung der Verantwortlichen entstandene Finanzlücke.
Wenn Sie, als unmittelbar Betroffene, Ihre Heimat lebenswert
erhalten und Ihren Nachbarn auch ab 21.06.04 noch ohne
Schuldgefühle in die Augen schauen wollen (Laarer Bürger sind
verständnislos und wütend), so betätigen Sie sofort den
Notfallknopf! Noch können Sie sich ein Denkmal setzen,
andernfalls werden Sie auf Lebenszeit den
gesundheitsgefährdenden Schandfleck vor Augen haben. Also: Neuer
Beschluss ! Sie sind unsere einzige Chance gegen 3 MVA!!!
|
|
UP
16.02.2004
Pressemitteilung
der Bürgerinitiative Müllverbrennung/Vuilverbranding
im Europark
Bürgerinitiative übergibt Unterschriften zum
Bürgerbegehren!
Am Montag, 16.02.04 übergaben die Vorsitzenden
der BI gegen die Müllverbrennung im Europark die
Unterschriftenlisten zur Einreichung des Bürgerbegehrens bei der
Samtgemeinde Emlichheim.
Ca. 26oo Unterschriften hatten die Bürger in den
vergangenen zwei Wochen gesammelt und dokumentieren damit ihren
Unwillen gegen die Politik der Samtgemeinde, unbedingt am Bau
der Müllverbrennungsanlage im Europark fest zu halten.
Mit dem speziellen Hinweis auf den § 22b Abs. 9
NGO indem es heißt:
Der Rat kann den
Bürgerentscheid dadurch abwenden, dass er zuvor vollständig oder
im wesentlichen im Sinne des Bürgerbegehrens entscheidet,
erklärt die Bürgerinitiative, dass die Samtgemeinde nun die
Möglichkeit hat den offenkundigen Bürgerwillen aufnehmen und
erfüllen zu können.
Im Weiteren ruft die BI noch einmal dazu auf, von
der Möglichkeit Gebrauch zu machen Einwendungen gegen die
Genehmigungsunterlagen einreichen zu können. Hilfestellung und
Informationen gibt die Bürgerinitiative über ihre Homepage
www.mvaeuropark.de oder auf Anfrage bei allen
Vorstandsmitgliedern.
|
|
UP
13.02.2004
Emlichheimer machen Politikern
Dampf
von
manfred münchow
Müllverbrennung Über 600 Bürger bei Diskussion –
Über 2000 Unterschriften für Bürgerbegehren
Das Informationsbedürfnis der Bürger im
Raum Emlichheim über die geplanten drei Müllverbrennungsanlagen
im Europark ist groß. Gut 600 Interessierte füllten am Mittwoch
das reformierte Gemeindehaus in Emlichheim. Und viele machten
ihrem Unmut über die Pläne Luft. Vor allem den Politikern der
Samtgemeinde machten sie Dampf.
Emlichheim –
Begeisterter Applaus brandet auf als
Michael Dykhuis von der Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung
verkündet, dass der Emlichheimer SPD-Ortsverein sich auch gegen
die Müllverbrennung ausgesprochen hat (siehe gesonderten Bericht
auf der Seite Niedergrafschaft). Man hört es gleich: Eine
überwältigende Mehrheit der über 600 Anwesenden will die drei
Müllverbrennungsanlagen (MVA) im grenzüberschreitenden
Gewerbegebiet Europark nicht haben.
"Wer in Emlichheim braucht eine MVA und wer in Emlichheim will
eine MVA", schallt es aus dem Publikum. "Wir haben die
schlechteste Technik, darum kommt man mit dem Müll zu uns",
meldet sich ein weiterer Besucher zu Wort und ruft pointiert:
"Wir sind der billige Jakob".
Die Argumente kommen aus dem Bauch heraus, sind aber zumeist
geprägt von tiefer Besorgnis und Unsicherheit, zuweilen ist auch
Wut dabei.
Nachdem die Samtgemeinde in der vergangenen Woche erstmals zu
einer Informationsveranstaltung eingeladen hatte, ist es an
diesem Mittwoch die Bürgerinitiative, die ihre Berater aufs
Podium gebeten hat. "Das Problem der Anlage ist die
Überdimensionierung", sagt Dorothea Steiner, umweltpolitische
Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Die Politikerin unterstellt, dass es nicht
zu verhindern ist, dass dem Müll auf dem Weg vom europäischen
Ausland zur Verbrennungsanlage auch noch andere Stoffe
"dazugemischt" werden. Konkret wirft Steiner die Frage auf, was
mit den Stoffen geschieht, die nach einer Verbrennung übrig
bleiben: "Soll hier auch noch eine Sondermülldeponie entstehen,
oder gibt es einen weiteren Mülltourismus?"
Für Klaus Koch vom Bundesverband "Das bessere Müllkonzept" ist
die geplante Biomasseverbrennung "das Herz der Anlage", dass
einer "Gelddruckmaschine" gleichkommt: Es wird elektrische
Energie erzeugt, die gegen einen Erlös ins Stromnetz eingespeist
wird. Sollte die Anlage noch vor dem 21. Juni genehmigt sein,
gibt es für die Verbrennung von Bahnschwellen auch noch Erlöse
aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). "Wir sind nicht gegen
Stromerzeugung aus Biomasse", ruft Koch in den Saal, "aber es
muss unbehandeltes Holz sein und nicht eine
Sondermüllverbrennung wie in Emlichheim". Für solche Sätze
erntet man bei den Gegnern des Projektes starken Applaus.
Koch geißelt auch die "veralteten Grenzwerte" des
Bundesimmissions-Schutzgesetzes.
Es bestehe eine Gefahr durch Feinstäube, die chronische
Krankheiten und auch Krebs hervorrufen könnten. "Entstehende
Partikel und Gase sind zu 80 Prozent biologisch noch nicht
sicher einzustufen", ist sich Koch sicher. Im
Genehmigungsverfahren werde nur Einzelstoffbetrachtung
betrieben, die Kombinationswirkung von Stoffen aber nicht
untersucht.
Auf die Gefahr, dass das Großprojekt zu viele Fördermittel
bindet und für andere Projekte und Gemeinden nicht mehr übrig
bleibt, macht Oberkreisdirektor Josef Brüggemann aufmerksam. Der
Verwaltungschef fordert einmal mehr, dass Projekte im Europark
"vor die Klammer gezogen" werden müssen. Gemeint ist eine
Sonderförderung von Land und Europäischer Union, die andere
Fördertöpfe nicht leert. "Die Fördermittel sind knapper
geworden, es erreicht zunehmend Brisanz", warnt Brüggemann
angesichts leerer öffentlicher Kassen. Und auch die von den
Befürwortern des Projektes erhoffte Sogwirkung zur Ansiedlung
weiterer Unternehmen kann der Oberkreisdirektor "derzeit nicht
erkennen".
Ein "Nein" zur Müllverbrennung im Europark
kommt Brüggemann nicht über die Lippen, Applaus bekommt er
dennoch.
"Nicht abschließend bewerten", will auch der
CDU-Landtagsabgeordnete Friedrich Kethorn das Projekt, betont
jedoch: "Sollte es zur Errichtung einer solchen gigantischen
Anlage kommen, muss sichergestellt werden, dass Mensch, Tier und
Umwelt nicht gefährdet werden." Auch dafür gibt es Beifall der
Projekt-Gegner.
"Man kann sich nicht ständig hinter Gesetzen verstecken", ruft
ein Verbrennungsgegner in den Saal. Der SPD-Politiker Heinrich
Strenge widerspricht energisch. Schließlich habe man die
Gutachter beauftragt, die die Bürgerinitiative vorgeschlagen
habe. "Zu spät", schallt es aus dem Publikum zurück.
|
|
UP
13.02.2004
SPD-Emlichheim
stimmt gegen Müllverbrennung
versammlung Kontroverse Diskussion
Die Mitglieder des
SPD-Ortsvereins Emlichheim stimmten mehrheitlich gegen die
geplanten drei Müllverbrennungsanlagen im Europark. Die
SPD-Fraktion im Rat der Samtgemeinde geht aber dennoch in die
Verhandlungen um technische Nachbesserungen mit dem Investor.
Emlichheim/MM
– Der Abstimmung am vergangenen Sonnabend während einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung war eine kontroverse
Diskussion vorausgegangen.
Die Mehrheit der 24 Sozialdemokraten, die
sich an der Abstimmung beteiligten, votierte gegen das geplante
Projekt im Europark.
"In der Diskussion bei der SPD wurde der Verlauf der
Informationsveranstaltung der Samtgemeinde am 2. Februar in der
Vechtetalhalle in Emlichheim durchweg positiv bewertet. Als
äußerst hilfreich bei der weiteren Entscheidungsfindung wurden
die zentralen Aussagen der von der Samtgemeinde bestellten
Gutachter gesehen.
Demnach reichten die vom Antragsteller
vorgesehenen technischen Sicherheitseinrichtungen bei weitem
nicht aus, um eine Gefährdung für Menschen und Umwelt durch
giftige Stoffe auf ein Mindestmaß zu reduzieren", heißt es in
einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten.
Auch für den Fall technischer Nachbesserungen könne nach
Gutachterangaben ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden.
Zudem bestehe in Deutschland derzeit kein Bedarf für eine
weitere Müllverbrennungsanlage mit der geplanten Kapazität.
Nach einer eingehenden Diskussion wurde ein Antrag von der
SPD-Mitgliederversammlung angenommen, der sich eindeutig gegen
den Bau der geplanten Müllverbrennungsanlage im Europark
ausspricht.
Begründet wird der Antrag folgendermaßen:
Aufgrund der vorliegenden Informationen
* sind mit der Verbrennung von Müll in der geplanten
großdimensionalen Menge nicht abschätzbare und somit
unvertretbare gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung
verbunden.
* sollen in der geplanten Anlage Sondermüllarten (zum Beispiel
Bahnschwellen) verbrannt werden, die ein erhöhte Belastung der
Umwelt mit Giftstoffen mit sich brächten.
* besteht für eine Anlage mit der geplanten Kapazität in
Deutschland kein Bedarf.
* besteht die Gefahr, dass Anlagen in kommunaler Trägerschaft
mit besserer technischer Ausrüstung (zum Beispiel Wijster in den
Niederlanden) und dadurch höheren Betriebskosten zu der
geplanten Anlage im Europark nicht konkurrenzfähig sind und
ihren Betrieb einstellen müssen.
* wäre ein unverhältnismäßig hohes Verkehrsaufkommen durch
Mülltransporte mit einer zusätzlichen Belastung an
gesundheitsgefährdenden Stoffen und Lärm verbunden und würde die
allgemeine Lebensqualität in unserer ländlichen Region stark
mindern.
* würde der Bau einer Müllverbrennungsanlage dem für den
Europark aufgestellten "Masterplan", nach dem man auf "saubere"
Industrien (zum Beispiel Lebensmittelverarbeitung, Elektro und
dergleichen) setzt, entgegen stehen.
* wäre der Betrieb einer MVA mit den Plänen der Entwicklung
eines sanften Tourismus in der Region unvereinbar.
"Da der Landkreis Grafschaft Bentheim über ein schlüssiges
Müllentsorgungskonzept verfügt, ergibt sich auch regional
gesehen zurzeit kein Bedarf für den Bau einer MVA", schreiben
die Emlichheimer Sozialdemokraten. Für den Fall, dass die
regionale Müllentsorgung die Verbrennung von Müll erfordern
würde, wäre der Betrieb einer Müllverbrennungsanlage in
kommunaler Trägerschaft vorzuziehen. Dadurch wären die mit der
Verbrennung von Müll verbundenen Risiken besser kontrollierbar
und Natur und Umwelt und somit auch die Gesundheit der Menschen
nicht dem privatwirtschaftlichen Gewinnstreben unterworfen. Vor
allem aber sollten auf Nachhaltigkeit angelegte Konzepte, bei
denen die Vermeidung von Müll im Mittelpunkt steht, stärkere
Unterstützung finden als bisher, meinen die Sozialdemokraten.
|
|
UP
12.02.2004
Auch Niederländer gegen
Müllverbrennungs-Anlagen
Unterschriftenlisten Gemeinderat
Coevorden berät noch
Auch in den
Niederlanden formiert sich Widerstand gegen die geplanten
Müllverbrennungs-Anlagen (MVA) im Europark. Über 3000
Unterschriften sind am Dienstagabend Coevordens Bürgermeister
Bert Bouwmeester übergeben worden.
Coevorden/MM/FG
– Insgesamt 2355 Unterschriften hat die Coevordener
Bürgerinitiative, die gegen die geplanten
Müllverbrennungs-Anlagen kämpft, seit dem 13. Januar gesammelt.
Die niederländische Bürgerinitiative nutzte den Beginn einer
Sitzung des Rates der Gemeinde Coevorden, um die
Unterschriftenlisten an Bürgermeister Bert Bouwmeester zu
übergeben.
Daneben haben Schüler der Schulengemeinschaft "Nieuwe Veste
Coevorden" weitere 700 Unterschriften bei Schülern und Lehrern
gesammelt, die sich ebenfalls gegen den Bau der drei geplanten
Müllöfen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet aussprechen.
Zu den über 3000 Unterschriften, die am Dienstagabend in
Coevorden übergeben wurden, kommen jene 4600 Unterschriften, die
die Emlichheimer Bürgerinitiative gesammelt und in der
vergangenen Woche an Samtgemeindebürgermeister Hildebrand
Stegemann übergeben hat (wir berichteten).
Weitere 4300 Unterschriften haben Gegner der Müllverbrennung in
der Gemeinde Hardenberg gesammelt.
Wenn keine Verbrennungsgegner doppelt
unterschrieben haben, wären das unterm Strich über 12000
Menschen in der Grenzregion, die sich gegen den Bau der
geplanten Anlagen aussprechen.
Die gegenüber Emlichheim und Hardenberg vergleichsweise geringe
Zahl von Unterschriften erklärte Sabine Jürgens-Wolters
gegenüber der Tageszeitung "Dagblad van het Norden": "Wir haben
nicht genug Freiwillige zusammentrommeln können, um von Tür zu
Tür zu gehen, um auch so viele Unterschriften einzusammeln".
Unterdessen formiert sich auch im 25-köpfigen Rat der Gemeinde
Coevorden zumindest bei den kleineren Fraktionen deutlicher
Widerstand gegen das Millionen-Projekt im Europark.
So sprach sich die dreiköpfige Fraktion
von "PAC/GroenLinks", niederländische Grüne, gegen die
Müllverbrennungs-Anlagen aus. Jetzt folgte die sechsköpfige
Fraktion der rechtsliberalen VVD. Sie verweist darauf, dass sich
auch Unternehmen in Coevorden über das MVA-Projekt Sorgen machen
und führt als Beispiel den "CenterParc" De Huttenheugte bei
Coevorden an.
Hier sei man alles andere als glücklich mit den Plänen,
ließ VVD-Fraktionsvorsitzender Geert Roeles das "Dagblad van het
Noorden" wissen.
Die Wählervereinigung "Gemeentebelangen" im Coevordener Rat will
erst Anfang März ihre Haltung zu dem MVA-Projekt festlegen.
Die christdemokratische CDA und die
sozialdemokratische PvdA halten sich derzeit noch bedeckt.
Ihre Fraktionssprecher, Roelof Frensen (CDA) und Jantinus
Westerhof (PvdA), wollen mehr Informationen über die
Müllverbrennungs-Anlagen abwarten, ehe sie zu einer Entscheidung
kommen. "Gefühle dürfen in diesem Fall keine Rolle spielen, es
geht um Fakten", meinte CDA-Frakrtionschef Frensen.
|
|
UP
06.02.2004
Analyse: Westo
unterschätzt die Bedeutung der Kommunikation – Das größte
Hindernis bei der MVA ist der Direktor selbst“
Dagblad van het Noorden,
6.2.2004
Seite 9: Regio:
Übersetzung
des Kommentars „Grootste obstakel vuilverbrander is de
direkcteur zelf“ von Jan Westera
Es schien auf den ersten Blick mutig von Henk Jacobs, Direktor
von prefab Betonbau Westo aus Coevorden. Letzten Montag kam der
– ohne Zweifel hart arbeitende und von Ursprung Twentse –
Unternehmer in die Höhle des Löwen, um seinen umstrittenen Plan
zu verteidigen, auf der Grenze bei Coevorden eine MVA bauen zu
wollen. In der Vechtetalhalle in Emlichheim begab er sich vor
1.500 besorgten Grenzbewohnern in die Debatte mit deutschen
Top-Wissenschaftlern. Zwei Umweltwissenschaftler und ein
berühmter Toxikologe ließen in dreimal 5 Minuten keine Argumente
von Jacobs und Westo`s eigenem Hochgelehrten Andries Adema
stehen.
Kern der Kritik der deutschen Wissenschaftler: die MVA könnte
viel sauberer sein und Westo’s Antragsunterlagen sind voller
Fehler und Widersprüche.
Es bedarf keiner Erläuterung, dass diese Mitteilung freudig
durch das Publikum aufgenommen wurde. Da half kein hastiges
Versprechen von Jacobs mehr, dass er noch mal sehen wolle, was
sich an seiner MVA verbessern ließe.
Inzwischen haben 10.000 Grenzbewohner Unterschriften gegen den
Bau der MVA gesetzt. Wie man auch denkt über den Bau der Anlage,
eines ist in den letzten Wochen deutlich geworden: die Art und
Weise, wie Westo die eigene Botschaft verpackt und verkauft, hat
den Kampf gegen die MVA ungemein verstärkt. Stärker noch, der
meiste Widerstand gegen die Anlage wurde durch die plumpe
Argumentation des übermütigen Westo-Direktors provoziert.
Technokraten
Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass Jacobs und
seine Mannschaft von Ingenieuren das Verkaufen ihrer Botschaft
deutlich unterschätzt haben. Die studierten Technokraten und der
innovativen Unternehmer ließen sich selbstsicher von ihrer
Ansicht leiten, dass ihre Pläne voller wirtschaftlicher Vorteile
selbstverständlich einen warmen Empfang verdienten.
Der massive Widerstand in Coevorden und an der anderen Seite der
Grenze, bis nach Overijssel, deutet an, dass z.Zt. keine
gesellschaftliche Tragfähigkeit für den Bau einer MVA besteht.
Und das ist ein beinahe nicht zu negierendes Signal für die
Politik in Emlichheim, aber auch für die in Coevorden.
|
|
UP
04.02.2004
"Nicht Verräter der
Samtgemeinde"
von manfred münchow
Müllverbrennung Gutachter und
Samtgemeinde wollen mit Betreiber über bessere Werte verhandeln
Die geplanten Müllverbrennungsanlagen im
Europark entsprechen in der beantragten Form nicht dem Stand der
Technik.
Das ist die einhellige Meinung der Gutachter, die die
Samtgemeinde eingeschaltet hat.
Am Montag haben alle Beteiligten angekündigt, dass es zu
Nachbesserungen kommen wird. Das Ergebnis soll bei einer
weiteren Bürgerversammlung im März vorgestellt werden. "Denn wir
sind nicht die Verräter unserer Samtgemeinde", ruft
Bürgermeister Hildebrand Stegemann vor über 1500 Interessierten.
Emlichheim – Der Beifall zu den Reden macht es deutlich messbar.
Der weitaus größte Teil der über 1500 Interessierten, die an
diesem Montag die Vechtetalhalle in Emlichheim füllen, ist
gegenwärtig gegen den Bau der drei geplanten
Müllverbrennungsanlagen.
Der Wunsch von Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann
nach einer sachlichen anstatt einer polemischen Diskussion fällt
dennoch auf fruchtbaren Boden.
Geert Latz, Geschäftsführer der Grafschafter
Wirtschaftsvereinigung, kann seine Rolle als Moderator in Ruhe
ausfüllen und muss nur ganz kleine Wogen glätten.
Für einen Eklat und damit für ein gellendes Pfeifkonzert,
lautstarke Buhrufe und rhythmisches Stampfen auf dem Hallenboden
sorgt der niederländische Unternehmer Henk Jacobs, der die
Müllverbrennungsanlage mit Partnern bauen und betreiben will.
Noch vor der Halbzeit der Bürgerversammlung kündigt er an, dass
er noch einen weiteren Termin in Coevorden hat und gehen muss.
Die lautstarken Proteste veranlassen ihn, eine weitere Stunde zu
bleiben, bevor er aus der Turnhalle eilt.
"Überraschend konstruktiv" hat sich Heiko Doedens mit den
Antragstellern unterhalten. Der Wissenschaftler vom Institut für
Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität
Hannover gehört zu den Beratern der Samtgemeinde. Er möchte
erreichen, dass die drei Müllöfen nicht jeweils 240000 Tonnen
Abfall im Jahr verbrennen, sondern nur jeweils 182000 Tonnen.
Dadurch sollen die Transporte verringert werden. Zudem soll über
die 107 verschiedenen Abfallarten verhandelt werden, die im
Europark verbrannt werden sollen. Sechs davon haben einen
erhöhten Schadstoffbedarf. "Es ist unser Ziel fünf von den sechs
Stoffen zu streichen", kündigt Doedens an.
Auch in der Rauchgasreinigung sollen deutliche Verbesserungen
gegenüber der beantragten Technik durchgesetzt werden.
"Die Antragsunterlagen müssen
nachgebessert werden", sagt auch Günter Dehoust vom Ökoinstitut
Darmstadt, bei dem die Samtgemeinde ebenfalls um Rat angefragt
hat. Nach Überzeugung von Dehoust sind bei der
Rauchgasreinigung mit neuester Technik deutlich bessere Werte zu
erreichen. "Ziel muss es sein, das technisch machbare
durchzusetzen", gibt er die Zielmarke vor. Für den Fall, dass
einmal die Filtertechnik ausfällt, sollte nach Meinung Dehoust’s
ein "Polizeifilter" nachgeschaltet werden.
"Erheblich nachgebessert werden" muss nach Meinung es
Wissenschaftlers vom Ökoinstitut auch bei der
Umweltverträglichkeitsprüfung. Hier seien wesentliche
Aspekte – wie etwa der Vogelschutz – zuwenig beachtet worden.
"Ich habe nicht zu entscheiden über die
Notwendigkeit und die Größe der Anlage", erklärt der Toxikologe
Hermann Kruse und fügt hinzu: "Gott sei Dank".
Das beschert ihm gleich zu Beginn seiner Ausführungen
einen deutlichen Applaus aus dem Kreis der über 1500 Zuhörer.
Der Wissenschaftler will in den nächsten Wochen die vorhandene
Schadstoffbelastung in der Region und die durch die
Müllverbrennungsanlage hinzukommende Belastung mit Schadstoffen
untersuchen. Dabei werden auch die Belastungen berücksichtigt,
die der zusätzliche Lastwagenverkehr mit sich bringt. Alles
zusammen soll auch in seiner Kombinationswirkung untersucht
werden. Dabei legt der Wissenschaftler vom
Institut für experimentelle Toxikologie am Universitätsklinikum
Kiel eine deutlich schärfere Messlatte an, als die Behörden.
Halten die Behörden beim krebserregenden Cadmium 20 Nanogramm
pro Kubikmeter für zulässig, setzt Kruse seinen eigenen Wert bei
0,4 Nanogramm an. Auch der Toxikologe rät zu "erheblichen
Verbesserungen" bei den beantragten Müllverbrennungsanlagen.
Von einem so genannten Bio-Monitoring bei der
Müllverbrennungsanlage im niederländischen Alkmaar berichtet
Chris van Dijk. Hier wird die Schadstoffbelastung der Umwelt
regelmäßig gemessen. Nach Angaben von Chris van Dijk hat die
Müllverbrennungsanlage in Alkmaar "keinen Einfluss auf die
Qualität von Kulturpflanzen und Kuhmilch". Als in der Diskussion
herauskommt, das der Anlagenbetreiber das Projekt finanziert
gibt es schallendes Gelächter in der vollbesetzten Turnhalle.
"Die Gutachter liegen voll in der Linie
der Bürgerinitiative", ruft Hermann Borghorst nach den Beiträgen
der Wissenschaftler. Und Bürgermeister Hildebrand
Stegemann bekräftigt noch einmal seine Ankündigung, wenn
Gesundheitsrisiken zu befürchten seine, komme es zu
Nachbesserungen: "Das ist nicht nur Good Will, das ist eine
Vereinbarung".
In der Diskussion spricht Henk Jacobs von 100 direkt zu
schaffenden Arbeitsplätzen, weitere 100 sollen indirekt dazu
kommen. Karl Kautz, der Jacobs berät, kündigt an, dass modernste
und umweltsicherste Technologie eingesetzt werden soll: "Die
Werte werden in dem Bereich liegen, den Hermann Kruse gefordert
hat."
Auf Vorschlag von Heiko Doedens macht Stegemann der
Bürgerinitiative das Angebot, an den Verhandlungen mit dem
Betreiber teilzunehmen.
|
|
UP
03.02.2004
Reizthema lockt 1500
Interessierte in Sporthalle
MÜLLVERBRENNUNG Experten stellten im
Europark geplante Anlagen vor und erläuterten mögliche Risiken
emlichheim/DA – Die Samtgemeinde
Emlichheim hat gestern Abend erstmals öffentlich über die im
Europark geplanten Müllver-brennungsanlagen informiert.
Mehr als 1500 Interessierte sowie ein Fernsehteam des NDR waren
in die Vechtetalhalle nach Emlichheim gekommen, um zunächst von
den Ingenieuren Andries A. Adema und Henk Jacobs zu hören, was
genau die beiden Antragsteller im Europark planen. Adema stellte
das Projekt vor und erläuterte die Auswirkungen der
Müllverbrennungsanlagen auf die Umwelt aus der Sicht der
Bewehrungs- und Betoncenter Europark aus Laar sowie der Firma
Infracom GmbH aus Itterbeck.
Danach kamen eine Reihe von Experten zu Wort.
Für das Öko-Institut Darmstadt, von dem sich die Samtgemeinde
Emlichheim beraten lässt, berichtete Günter Dehoust zunächst
allgemein über das Thema Müllverbrennung. Dann ging er wie
Professor Heiko Doedens vom Institut für
Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität
Hannover auf die Besonderheiten der im Europark geplanten
Anlagen ein. Vom Institut für experimentelle Toxikologie am
Universitätsklinikum Kiel referierte Hermann Kruse über mögliche
Auswirkungen der Müllverbrennung auf Menschen und Umwelt.
Neben Doedens, Dehoust und Kruse kam Chris van Dijk von der
Universität Wageningen aus den Niederlanden zu Wort. Die
Universität Wageningen führt im Bereich der
Abfallverwertungsanlagen in Alkmaar und Wijster (beide in den
Niederlanden) Untersuchungen im Rahmen eines so genannten
Biomonitoringkonzepts durch. Die Moderation der
Informationsveranstaltung hatte der Geschäftsführer der
Grafschafter Wirtschaftsvereinigung, Geert Latz, übernommen.
Vertreter der Bürgerinitiative saßen nicht auf dem Podium.
Mitglieder der Bürgerinitiative sammelten vor der Sporthalle
Unterschriften für das Bürgerbegehren gegen die
Müllverbrennungsanlagen.
Während der Veranstaltung übergaben sie ein Protestschreiben,
das rund 4600 Menschen unterschrieben hatten, an
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann.
Die Initiative plant für Mittwoch, 11.
Februar, eine eigene Infoveranstaltung im reformierten
Gemeindehaus in Emlichheim.
|
|
UP
02.02.2004
Bürgerbegehren gegen
Müllverbrennung
von
manfred Münchow
Initiative Heute morgen Anzeige bei Samtgemeinde und heute abend
Start der Unterschriftensammlung
Der Widerstand gegen
die geplanten Müllverbrennungsanlagen im Europark geht in die
nächste Runde: Die Bürgerinitiative, die sich gegen das Projekt
ausspricht, startet heute mit einem Bürgerbegehren. Die
Samtgemeinde, die unter bestimmten Voraussetzungen für den Bau
der Anlagen votiert, lädt heute um 19 Uhr zu einer
Informationsveranstaltung in die Vechtetalhalle ein.
Emlichheim –
Wenn Emlichheims Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann
heute vormittag in seine Post schaut, wird auch die Anzeige
eines Bürgerbegehrens gegen die geplanten
Müllverbrennungsanlagen im Europark dabei sein. Ein Bote der
Bürgerinitiative wird die Anzeige im Rathaus abgeben und sich
den Empfang bestätigen lassen.
Ziel des Bürgerbegehrens ist es, den Bau der
Müllverbrennungsanlagen zu verhindern. Dafür müssen zunächst
einmal zehn Prozent aller wahlberechtigten Einwohner der
Samtgemeinde Emlichheim sich in entsprechende
Unterschriftenlisten eintragen. Die Bürgerinitiative hat sich
daher 1100 Unterschriften als Zielmarke gesetzt. Wenn das
erreicht ist, wird das Bürgerbegehren bei der Samtgemeinde
eingereicht, die unverzüglich darüber zu entscheiden hat, ob das
Bürgerbegehren zulässig ist oder nicht. Ist es zulässig, muss
innerhalb von drei Monaten ein Bürgerentscheid organisiert
werden. Das läuft wie eine Wahl ab, bei der alle
wahlberechtigten Einwohner der Samtgemeinde ihre Meinung zum
Ausdruck bringen können. Das Votum der Bürger ist für den
Samtgemeinderat bindend.
Mit ihren Unterschriften wollen die Gegner der
Müllverbrennungsanlagen erreichen, dass die Emlichheimer
Aufsichtsratsmitglieder in der Europark GmbH folgenden Antrag
stellen: "Bei jeder Grundstücksübertragung durch die Europark
Coevorden/Emlichheim Entwicklungsgesellschaft mbH auf einen
Dritten ist dieser vertraglich zu verpflichten, auf dem
betreffenden Grundstück die Errichtung oder das Betreiben einer
Müllverbrennungsanlage zu unterlassen". Es soll zudem
vertraglich abgesichert werden, dass die Grundstückskäufer sich
verpflichten, nicht anderen zu ermöglichen, im Europark eine
Müllverbrennungsanlage zu errichten oder zu betreiben. Damit
soll der Grundstücksankauf durch so genannte Strohmänner
verhindert werden. Auch für die Samtgemeinde soll diese Regelung
bei dem Verkauf eigener Grundstücke bindend sein.
Da die Samtgemeinde Emlichheim mit der Gemeinde Coevorden einen
Stimmbindungsvertrag abgeschlossen hat, so das Kalkül der
Bürgerinitiative, könnte eine Situation entstehen, dass in der
Europark GmbH eine Mehrheit für den Antrag der Samtgemeinde
gegeben ist. Emlichheim und Coevorden haben in dem elfköpfigen
Gremium jeweils drei Stimmen.
In einer Mitteilung der Bürgerinitiative heißt es: "Der
Samtgemeinderat kann das Bürgerbegehren jederzeit dadurch
abwenden, dass er selbst zuvor im Sinne des Bürgerbegehrens
entscheidet". Dieses wäre "äußerst begrüßenswert" und würde den
Bürgern der Samtgemeinde zeigen, dass sie von ihren gewählten
Vertretern "endlich ernst genommen werden".
|
|
UP
31.01.2004
Experten informieren über
Müllverbrennung
VERANSTALTUNG Samtgemeinde Emlichheim
lädt am Montag ab 19 Uhr in die Vechtetalhalle ein
emlichheim/gn – Die Samtgemeinde
Emlichheim lädt am Montag, 2. Februar, zu der lange erwarteten
Informationsveranstaltung über die geplante
Müllverbrennungsanlage ein. Sie beginnt um 19 Uhr in der
Vechtetalhalle. Zunächst werden die Antragsteller das im
Europark geplante Projekt vorstellen und erläutern. Danach wird
eine Reihe von Experten zu Wort kommen.
Vom Öko-Institut Darmstadt kommt Professor Heiko Doedens nach
Emlichheim. Er war bis Ende vergangenen Jahres am Institut für
Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität
Hannover tätig. Außerdem wird Hermann Kruse vom Institut für
experimentelle Toxikologie am Universitätsklinikum Kiel
erwartet. Die genannten Fachberater werden aus ihrer Sicht zum
Thema Müllverbrennung und im speziellen zu dem geplanten Projekt
im Europark Stellung nehmen. Darüber hinaus stehen sie den
Besuchern Rede und Antwort.
Neben Doedens und Kruse erwartet die Samtgemeinde einen
Mitarbeiter der Universität Wageningen aus den Niederlanden. Die
Universität Wageningen führt im Bereich der
Abfallverwertungsanlagen in Alkmaar und Wijster (beide in den
Niederlanden) Untersuchungen im Rahmen eines so genannten
Biomonitoringkonzepts durch. Die Moderation der
Informationsveranstaltung liegt in den Händen des
Geschäftsführers der Grafschafter Wirtschaftsvereinigung, Geert
Latz.
|
|
UP
28.01.2004

|
|
UP
26.01.2004
Mehr als 500 Bürger kamen zur
Informationsveranstaltung des Vereins gegen die
Müllverbrennungsanlagen.
Am vergangenen Montag (26.01.04) hat der Verein gegen die
Müllverbrennungsanlagen im Europark eine
Informationsveranstaltung in Emlichheim veranstaltet.
Mehr als 500 interessierte Bürger kamen in das evangelisch
reformierte Gemeindezentrum.
Der Vorstand berichtete über den aktuellen Stand der Planungen.
Seit dem 23. 01. 04 liegen in mehreren Gemeinden die Unterlagen
für die Genehmigung der Anlagen aus.
Da sie mit 13 Aktenordern sehr umfangreich sind, wurden einige
wichtige Fakten aus den Genehmigungsunterlagen vorgestellt,
erklärt und die rechtlichen Problemstellungen erörtert.
Außerdem berichteten Mitglieder der niederländischen
Bürgerinitiative über ihre Arbeit und die Demonstration in
Coevorden.
Es wurde richtiggestellt, das es sich bei der Anlage in Alkmar,
die die Ratsmitglieder der Samtgemeinde Emlichheim besucht
hatten , um eine Hausmüllverbrennungsanlage handelt und nicht
wie von der Gemeinde dargestellt, um eine Biomasseanlage.
Ein Vergleich mit dem geplanten Projekt im Europark sei deswegen
nicht zulässig.
Der Verein gab bekannt, daß er um sich ein Bild zu machen,
eine arbeitende Biomasseanlage in Papenburg besucht habe.
Dort würden ca. 200 tausend Tonnen Biomasse verbrannt. Insgesamt
seien dort ca. 25 Personen beschäftigt.
Da die Anlagen im Europark größer sei, könne hier höchstens 50
neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die Rede ist von Ingenieuren, Facharbeitern mit Zusatzausbildung
und einigen wenigen Radladerfahrern.
Der Verein informierte außerdem über die Anzahl der zu
erwartenden LKW-Transporte. Hier wurde bislang als Prognose von
einer LKW Frequenz von 35 LKW pro Tag ausgegangen. Nach neuesten
Informationen muß aber tatsächlich mit 350 Transporten pro Tag
gerechnet werden.
Dabei ist die
sogenannte schlechteste Prognose von bis zu 1050 Transporten pro
Tag, wenn Zug und Schifftransporte ausfallen, nicht
berücksichtigt worden.
Verschiedene Initiativen aus den Nachbargemeinden haben ihre
Unterstützung im Kampf gegen die geplante MVA angeboten, da sich
die zu erwartenden Probleme nicht auf die Gemeinde Emlichheim
oder Laar beschränken lassen, sondern die gesamte Grafschaft
betreffe.
Zum Schluss der Veranstaltung wurde von vielen Bürgern betont,
wie wichtig weitere Informationen seien. Die Erwartungen einer
objektiven Information durch die Samtgemeinde in deren
Veranstaltung am 02.02. sei jedoch gering, da sich die
Samtgemeinde einer öffentlichen Diskussion mit dem Verein auf
Sachverständigenebene verweigert hat.
Die
Bürgerinitiative informiert daher durch ihre eigenen Gutachter
am 11.02. im ref. Gemeindehaus Emlichheim.
Die Informationsveranstaltung des Vereins wurde um 19.30 live im
NDR Fernsehen übertragen.
Das Magazin "Hallo Niedersachsen" berichtete aus dem
Gemeindesaal der reformierten Kirche in Emlichheim.
Hanna Legatis aus dem Studio Osnabrück interviewte den Vorstand
Herman Borghorst und viele Bürger. In den Beiträgen wurden
erneut auf die großen gesundheitlichen Gefahren hingewiesen. Der
Bürgermeister Hildebrandt Stegemann konnte trotz mehrmaliger
Einladungen, wegen wichtiger Termine, nicht zu der
Veranstaltung kommen und wurde vor der Sendung interviewt.
|
|
UP
22.01.2004
Kreis-SPD fordert: Gutachten abwarten zu Müllverbrennung
ANFRAGE MVA Thema im Kreisausschuss
Der Kreisausschuss hat sich
gestern mit dem Thema Müllverbrennung im Europark befasst.
Anlass war ein Antrag der SPD-Fraktion an das nicht öffentlich
tagende Gremium des Kreistags.
NORDHORN/EMLICHHEIM/DA – In ihrem Antrag fordert die
SPD-Fraktion unter anderem, dass im laufenden
Genehmigungsverfahren bereits die zu erwartende neue
Biomasse-Verordnung angewendet werden müsse, die voraussichtlich
Juni dieses Jahres in Kraft treten so.
Vor einer Entscheidung zur
Müllverbrennungsanlage (MVA) müsse das unabhängige Gutachten des
Darmstädter Ökoinstituts abgewartet werden.
"Die Ergebnisse dieses Gutachtens (...) sind für die
Entscheidung einzubeziehen", schreibt SPD-Fraktionschef
Gerd Will.
Weiterhin fordert die SPD, dass öffentliche Mittel nur "in einer
vernünftigen Relation" zum Flächenverbrauch und Schaffung von
Arbeitsplätzen vertretbar seien.
Die Antragsteller sollten die positiv ins Feld geführten
Annahmen über Sogwirkungen konkretisieren.
Schließlich, so Will weiter, müsse bei
einer einzelbetrieblichen Förderung sichergestellt werden, dass
dadurch Förderanträge aus anderen Grafschafter Städten und
Gemeinden nicht gefährdet würden.
Unterdessen haben mehrere Umweltverbände in einer gemeinsamen
Erklärung noch einmal die Gründe genannt, die ihrer Ansicht nach
gegen den Bau einer MVA im Europark sprechen.
Sie befürchteten Gefahren für Landwirtschaft, Mensch und Umwelt
in der Grafschaft, im Emsland und in den Niederlanden, schreiben
der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, der
BUND-Niedersachsen, der Landesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz, der Nabu-Niedersachsen und der Verband "Das
bessere Müllkonzept".
Die Umweltschützer kritisieren, dass bisher nicht bekannt sei,
aus welchen Ländern der Müll überhaupt angeliefert werden solle.
Ferner sei die technische Ausrüstung der
Anlage veraltet.
Sie solle nur über eine dreistufige Reinigungsanlage zur
Filterung der Rauchgase verfügen, während in modernen
Müllverbrennungsanlagen inzwischen sechs bis acht
Reinigungsstufen Standard seien.
|
|
UP
19.01.2004
2500
protestieren gegen Müllverbrennung
Von
Peter Zeiser
Demonstration Besorgte
Bürger gingen in Coevorden auf die Straße – Kritik an Politik und
Verwaltung
Rund 2500 Menschen haben am Sonnabend in Coevorden gegen die geplante
große Müllverbrennungsanlage (MVA) im Europark protestiert. Kritisiert
wurde dabei die nach wie vor mangelhafte Aufklärung der Bevölkerung vor
Ort.
Coevorden/Emlichheim – Der böige Wind
trieb unentwegt den Regen vor sich her. Das schlechte Wetter konnte die
Demonstranten am frühen Sonnabendnachmittag aber keineswegs vor ihrem
Vorhaben abhalten.
Vor allem aus Sorge um die eigene Gesundheit und die
nachfolgender Generationen gingen sie in Coevorden auf die Straße.
"Ben ik
over 20 jaar ook noch gezond?" (Bin ich in 20 Jahren auch noch gesund?)
oder "Coevorden Gifstad? – Nee" (Coevorden Giftstadt? – Nein) war da etwa
auf Plakaten und Bannern zu lesen. Die deutsch-niederländische
Bürgerinitiative "Müllverbrennung/Vuilverbranding Europark" hatte zu dem
öffentlichen Protest in der niederländischen Grenzstadt aufgerufen.
Mit
2500 Teilnehmern fand sie eine deutlich größere Resonanz als die erste
Demonstration vor drei Wochen in Emlichheim, zu der rund 1000 Menschen
gekommen waren. Der friedliche Protestzug, in den sich auch einige
Dutzend Niedergrafschafter einreihten, formierte sich beim Sportgelände
"de Pampert". Von dort ging es Richtung Zentrum von Coevorden, durch die
Fußgängerzone zum Marktplatz. Ein Traktor mit Anhänger aus Emlichheim, auf
dem sich eine Lautsprecheranlage befand, fuhr vorne weg und beschallte die
Umgebung mit Popmusik. Unmittelbar dahinter trugen Demonstranten ein
breites Spruchband: "Een Afvalfabriek maakt ons ziek" (Eine
Müllverbrennungsanlage macht uns krank) stand darauf in großen Lettern.
Der Marsch ins Zentrum verlief ohne jeden Zwischenfall. Die Polizei
konnte sich ganz auf die Kontrolle des Verkehrs konzentrieren. Hier und da
reihten sich unterwegs weitere Menschen ein, in der Fußgängerzone
klatschten einzelne Passanten Beifall. Immer wieder erklangen schrille
Trillerpfeifen, stimmten Teilnehmer aus der Niedergrafschaft ein in den
Refrain "Wehrt euch, leistet Widerstand ..". Mit einer kurzen
Kundgebung auf dem Marktplatz endete die Demonstration. Als Gegner der
geplanten Müllverbrennungsanlage ergriffen dabei Pieter von Vliet, Idhuna
Barelds und Jan Nicolai aus Coevorden das Wort.
Die am Projekt beteiligten
Gemeinden und die Politiker vor Ort hätten die Bevölkerung viel zu spät
und zudem unzulänglich informiert, monierten sie.
Wenn die
Verbrennungsanlage ungefährlich sei, wie behauptet werde, warum solle dann
ein 80 Meter hoher Schornstein errichetet werden, so fragten sie. Welche
Schadstoffe in welcher Menge aus dem Schornstein kommen würden, werde
nicht gesagt. Dioxine würden auf jeden Fall dazugehören und sich in der
Umwelt anreichern. Eine Müllverbrennungsanlage passt nach den Worten
von Jan Nicolai nicht in die Drenthe, da diese Provinz eine
Naherholungsregion sei. Durch ein derartiges Projekt würden nicht nur
Touristen abgeschreckt, sondern auch Betriebe, die Nahrungsmittel
verarbeiteten. Das Vorhaben müsse verhindert werden. Möglichkeiten dazu
gebe es noch, meinte Nicolai. Ein gellendes Pfeifkonzert setzte ein, als
er das Fernbleiben des neuen Coevordener Bürgermeisters bei der
Demonstration monierte. Die Politiker sollten mit den Bürgern sprechen
und nicht nur mit den Investoren, forderte der niederländische
Europaabgeordnete Alexander de Roo. Er warnte vor einer Belastung der
Umwelt durch Dioxine, die nicht komplett herausgefiltert werden könnten.
Das Projekt im Europark macht aus Sicht des Abgeordneten nicht nur aus
Gründen des Umweltschutzes, sondern auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht
keinen Sinn, weil riesige Müllmengen herantransportiert werden müssten.
Dabei gebe es in den Niederlanden bereits genügend
Verbrennungsanlagen.
|
|
UP
14.01.2004
Coevordener Gemeinderat fordert Klarheit über MVA
STELLUNGNAHMEN Infoveranstaltung am 2.
Februar – Bürger für Bürger/UWG gegen Müllverbrennung
Coevorden/Emlichheim/fg – Die im
Europark zwischen Coevorden und Emlichheim geplante
Müllverbrennungsanlage (MVA) beschäftigt jetzt auch die im
Coevordener Rat vertretenen Parteien. In einem offenen Brief an
die Bürger der Gemeinde, der heute in einem Anzeigenblatt
veröffentlicht werden soll, äußern die Fraktionen der
sozialdemokratischen PvdA, der christdemokratischen CDA, der
rechtsliberalen VVD und der Wählervereinigung "Gemeentebelangen"
Verständnis für die Sorgen um Umwelt und Gesundheit, die sich
manche Coevordener Bürger machten.
Auch den Ratsparteien sei "noch nicht
deutlich", welche planungsrechtlichen Schritte, etwa im Bereich
Umweltschutz und Raumordnung, noch unternommen werden müssen.
Solange solche Fragen noch nicht geklärt sind, könne der
Coevordener Rat noch keine Stellungnahme zu dem
Millionen-Projekt abgeben, heißt es in dem Brief. "Wir müssen
erst Klarheit haben."
Die Ratsfraktionen haben deshalb nach eigenen Angaben die
Coevordener Gemeindeverwaltung beauftragt, alle Fakten über die
geplante Müllverbrennungsanlage sowie über die weiteren
Verfahrensschritte auf den Tisch zu legen. Auch wollen die
Parteien im Detail wissen, welche Einspruchsmöglichkeiten es
gibt. Jede Information solle auch allen Bürgern der Gemeinde
Coevorden zugute kommen.
Unterdessen steht der Termin für die öffentliche
Informationsveranstaltung fest:
Die Samtgemeinde Emlichheim lädt alle
Interessierten am Montag, 2. Februar, 19 Uhr, in die
Vechtetalhalle ein. Dabei können Fachleuten Fragen zu den
geplanten Anlagen und zu den nunmehr vollständig vorliegenden
Antragsunterlagen gestellt werden.
Neben dem Coevordener Gemeinderat hat sich inzwischen auch die
Kreistagsgruppe Bürger für Bürger/ UWG, zu Wort gemeldet.
Karl-Ernst Kiewit (Bürger für Bürger) und Lucas Lamann (UWG)
schreiben, dass sie die Beschlüsse des Kreistags, den Müll
mechanisch und biologischen vorzubehandeln und danach entweder
zu kompostieren oder zu deponieren für ein sinnvolles Konzept
halten.
Da es auf der Deponie in Wilsum
ausreichend Lagermöglichkeiten gebe und unmittelbar vor der
Haustür in Salzbergen schon eine Müllverbrennungsanlage
realisiert worden sei, sei für sie eine Müllverbrennungsanlage
in der Grafschaft nicht akzeptabel.
In die Grafschaft mit ihren vorwiegend
landwirtschaftlichen Strukturen und ihrer landschaftlich
reizvollen Gegend passe keine Müllverbrennungsanlage, in
der Müll aus Westeuropa und insbesondere hochbelastete
Bahnschwellen entsorgt werden sollten, schreiben Kiewitt und
Lamann.
Der Plan widerspreche eindeutig dem Konzept, auf dessen
Grundlage der Europark entstehen sollte.
Wegen der großen Investitionen, die bereits im Europark getätigt
worden seien und noch anstünden, "stehen wir aber zum
grenzüberschreitenden Europark, aber ohne
Müllverbrennungsanlage", so Kiewitt und Lamann weiter.
Sie erwarteten von den Mandatsträgern der
Samtgemeinde Emlichheim und der Gemeinde Laar, die für die
Planungen und Ansiedlungen verantwortlich sind, dass nur
Betriebe angesiedelt würden, die zur agrargeprägten Landschaft
der Samtgemeinde passten.
|
|
UP
12.01.2004
Jusos gegen
eine Müllverbrennung im Europark
Resolution
"Nicht zukunftsweisend"
Die Grafschafter Jungsozialisten in der
SPD (Jusos) und das Netzwerk "grafschaft 21", das von jungen
Sozialdemokraten gegründet wurde, lehnen eine Müllverbrennung im
Europark generell ab. Eine Verbrennung von Müll sei kein
zukunftsweisendes Konzept.
Emlichheim/MM
– Ihre Resolution gegen Müllverbrennung haben Mitglieder der
Jusos am Sonnabend zum Rathaus nach Emlichheim gebracht. Mit
dabei auch der Kandidat für die Wahlen zum Europaparlament,
Thomas Bräutigam. Nach Ansicht der Jusos wird bei einer
Verbrennung von Müll "eine problemlose Entsorgung vorgegaukelt".
Der Müll löse sich nicht in Rauch auf. Es gebe vielmehr
Schadstoffemissionen, giftstoffhaltige Schlacke, kontaminierte
Filter und eine Steigerung des Kohlendioxid-Ausstoßes.
Jusos und das Netzwerk "grafschaft 21" setzen vielmehr auf eine
Abfolge von Vermeidung und Recycling sowie im weiteren Verlauf
auf eine "Abfallnachbehandlung mit möglicher Deponierung der
Restabfallstoffe". In der Resolution wird verwiesen auf das
Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises, das eine mechanische
und biologische Vorbehandlung des Mülls vorsieht.
Müllverbrennung hingegen setze nicht auf Vermeidung, da die
Anlagen nur bei einer hohen Auslastung wirtschaftlich seien. Die
Folge seien "Lastwagenkarawanen".
|
|
UP
12.01.2004
SPD sieht viel Klärungsbedarf zur
Müllverbrennung
Von Rolf masselink
Genehmigungsverfahren Kreisverband fordert mehr
Informationen und Versachlichung der Debatte
Emlichheim/Nordhorn – Im Streit um die
Ansiedlung von drei Müllverbrennungsanlagen im Emlichheimer Europark sieht
die Grafschafter SPD noch erheblichen
Klärungsbedarf.
Vor einer Entscheidung für oder gegen die Anlagen
müssten, so der SPD-Kreisvorstand, noch viel mehr Informationen auf den
Tisch.
Außerdem fordern die Sozialdemokraten Gegner wie Befürworter der
Ansiedlung zur Versachlichung der Diskussion auf.
"Für uns hat absolute Priorität, dass in Emlichheim nur eine Anlage
genehmigt werden darf, die dem neuesten Stand der Technik entspricht und
von der keine Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen", sagt
Kreisvorsitzender Dieter Steinecke. Der SPD-Kreisvortand hatte sich auf
einer Klausurtagung mit dem Thema Müllverbrennungsanlage befasst.
Er erinnert daran, dass das umstrittene Projekt zunächst eine Sache der
Samtgemeinde Emlichheim und der Europark-Gesellschaft sei. Die "faktischen
Einflussmöglichkeiten der Kreispolitik" seien "sehr begrenzt".
Samtgemeinde und Europark-Gesellschaft ständen mithin in der Verantwortung
für ein Genehmigungs- und Vergabeverfahren mit klaren Bedingungen.
Die SPD will auf jeden Fall verhindern, dass ein
Schmalspur-Genehmigungsverfahren durchgedrückt wird, das die zur
Jahresmitte in Kraft tretenden strengeren Grenzwerte der künftigen
Biomasse-Abfallverordnung unterläuft.
Die bisherige kontroverse Diskussion um das MVA-Projekt ist der SPD
indessen zu spekulativ.
"Es gibt erhebliche Informationsdefizite", sagen Dieter Steinecke und der
SPD-Kreisfraktionssprecher Gerd Will. Sie werfen Samtgemeinde und
Europark-Gesellschaft eine "unbedarfte, unprofessionelle
Informationspolitik" vor, die nicht nur dem MVA-projekt, sondern dem
gesamten Europark schade.
Vor einer Entscheidung für oder gegen die MVA will die SPD jedenfalls
zunächst viele offene Fragen beantwortet haben. Etwa die, welche Technik
überhaupt eingesetzt werde, wie sich der Betrieb der MVA auf die Region
Emlichheim auswirken werde und welche Risiken die MVA-Technik berge.
"Vorurteilsfrei" müsse auch geprüft werden, ob Verbrennung mehr oder
womöglich sogar weniger Emissionen verursache als Deponierung.
Um sich ein eigenes Bild zu machen, wollen die Sozialdemokraten moderne
Müllverbrennungsanlage in Deutschland und den Niederlanden besichtigen.
Die Bewertung des Emlichheimer Projekts will die SPD indessen dem
"Sachverstand von Fachleuten" überlassen – vor allem jenen Experten des
Freiburger Öko-Instituts, das die Samtgemeinde mit der Begutachtung des
MVA-Projekts beauftragen will.
Die Kreispolitik muss nach Ansicht der SPD die Frage
stellen, ob die beantragten öffentlichen Investitionszuschüsse für die
Ansiedlung der Müllverbrennungsanlagen gut investiert wären.
Konkret: Wie viel Fläche wird die MVA im Europark verbrauchen?
Wie viele Arbeitsplätze wird sie schaffen?
Rechtfertigt der Nutzen der Anlage für die Region diese Zuschüsse?
Dazu Gerd Will: "Eine öffentliche Förderung dieses Projekts darf nicht zur
Benachteiligung anderer wichtiger Projekte in unserer Region führen, für
die dann keine GA-Zuschüsse mehr verfügbar sind."
|
|
UP
10.01.2004
CDU
zweifelt an der Kompetenz von "Das bessere
Müllkonzept"
MÜLLVERBRENNUNG Welches
Gewicht hat der Umweltverband?
EMLICHHEIM/DA – Die Emlichheimer CDU weist die Vorwürfe
des Bundesverbands "Das bessere Müllkonzept" an ihrer Informationspolitik
in Sachen Müllverbrennungsanlage zurück. In einer Pressemitteilung
schreibt der Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbands, Fritz Berends, er
habe große Zweifel an der Kompetenz des Umweltverbands. Nach seinen
Erkenntnissen habe die Bundesdelegiertenversammlung am 8. November
vergangenen Jahres händeringend nach einem Tagesordnungspunkt gesucht und
schließlich als einzigen Punkt den "Fortbestand des DBMK" (Das bessere
Müllkonzept) gefunden. "Die Aussagekraft und das Gewicht dieser
Organisation halten sich für mich in Grenzen", meint Berends. Es sei
falsch zu behaupten, so Berends weiter, dass allein mit der politischen
Mehrheit der CDU im Samtgemeinderat Fakten geschaffen worden seien. Das
Votum zugunsten der Ansiedlung einer Müllverbrennungsanlage im Europark
sei im Sommer fraktionsübergreifend gefallen. Berends vermutet, dass der
Umweltverband auf diese Weise versuche, einen Keil zwischen die Fraktionen
zu treiben, "was ihm aber nicht gelingen wird". Weiter schreibt der
Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbands, dass es nach Aussage des
niedersächischen Innenministeriums keine Regelungen gibt, die die
Bürgerbeteiligung an regionalen oder sonstigen Planungen vorschreiben.
"Bekannt ist allgemein die öffentliche Beteiligung bei der Aufstellung von
Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, was im Zusammenhang mit dem Europark
ja bekanntlich auch geschehen ist", berichtet Berends. Gefreut habe er
sich, so der CDU-Vorsitzende abschließend, über die Äußerungen des
Samtgemeindeverbands der Jungen Union, "die sich auch schon schwerer
Vorwürfe (auch durch Erwachsene) ausgesetzt sieht". Berends sichert zu,
dass sich die CDU ernsthaft mit der Meinungsfindung der jungen Leute
auseinandersetzen werde. Die Junge Union hatte angekündigt, sie werde
die Argumente sammeln, die für und gegen die geplante
Müllverbrennungsanlage im Europark sprechen, und sie der CDU-Fraktion im
Samtgemeinderat vorlegen.
|
|
UP
09.01.2004
Pläne für
Müllverbrennungsanlage bald öffentlich
BÜRGERBETEILIGUNG
Einwendungen bis 8. März abgeben –
Öffentlicher Erörterungstermin am 4. Mai
EMLICHHEIM/OLDENBURG/DA –
Alle Interessierten können
sich in Kürze ausführlich über die im Europark geplante
Müllverbrennungsanlage informieren.
Wie die Bezirksregierung Weser-Ems
gestern mitteilte, werden die Antragsunterlagen der Firmen Infracom GmbH
aus Itterbeck und BBE Bewehrungs- und Betoncenter Europark GmbH aus Laar
vom 23. Januar bis 23. Februar öffentlich ausgelegt.
Um möglichst
vielen Menschen den Zugang zu den Antragsunterlagen zu erleichtern, wird
die Bezirksregierung die Unterlagen bei der Samtgemeinde Emlichheim und
bei der Bezirksregierung in Oldenburg sowie in den
Gemeinden Coevorden,
Hardenberg und der
Provinz Drenthe in Assen auslegen.
Im Internet unter
http://www.weser-ems.de und in den regionalen Tageszeitungen ist nachzulesen,
wann und wo genau die Antragsunterlagen eingesehen werden
können. Einwendungen müssen bis zum 8. März bei der Bezirksregierung,
der Provinz Drenthe oder den Gemeinden Coevorden und Hardenberg sowie der
Samtgemeinde Emlichheim vorliegen.
Für den 4. Mai ist ein
Erörterungstermin in der Vechtetalhalle in Emlichheim geplant. Dabei
können insbesondere die Kritiker des Projekts ihre schriftlich
eingereichten Einwendungen noch einmal vortragen. Entscheidungen wird
es an dem Tag noch nicht geben: Vielmehr fließen die beim
Erörterungstermin gewonnenen Erkenntnisse in die Entscheidungsfindung der
Bezirksregierung ein. Die Entscheidung wird voraussichtlich Mitte des
Jahres fallen. Am Montag dieser Woche hatten sich nach Angaben der
Bürgerinitiative mehr als 400 Menschen über die Müllverbrennungsanlagen,
deren Filteranlagen und die befürchteten Auswirkungen der austretenden
Schadstoffe auf Menschen, Pflanzen und Tiere informiert.
Dazu hatte die
Bürgerinitiative unter anderem eine Diplombiologin eingeladen. Im
Anschluss traten mehr als 100 Menschen dem neu gegründeten Verein gegen
Müllverbrennungsanlagen bei.
Inzwischen hat der Verein nach eigenen
Angaben bereits mehr als 200 Mitglieder. Zudem seien bereits mehr als 3000
Unterschriften gegen den Bau der Müllverbrennungsanlagen gesammelt worden.
Der Sprecher der Bürgerinitiative, Hermann Borghorst, kritisierte,
dass ihm Samtgemeindebürgermeister Hildebrandt Stegemann bislang noch
keinen Termin für die angekündigte Informationsveranstaltung habe geben
können.
Nach Borghorsts Ansicht sollten die Menschen informiert werden,
bevor die öffentliche Auslegung der Unterlagen beginnt.
|
|
UP
08.01.2004
Müllverbrennung überragendes
Thema
von
manfred münchow
Ausblick
In der Samtgemeinde Emlichheim blickt man gespannt auf das
Gewerbegebiet Europark
Die Planungen für drei
Müllverbrennungsanlagen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet
Europark sind in der Samtgemeinde Emlichheim das alles
überragende Thema. Das weiß auch Samtgemeindebürgermeister
Hildebrand Stegemann, der noch im Januar zu einer
Bürgerversammlung in die Vechtetalhalle einladen will.
Emlichheim –
Die Samtgemeinde hat beim Ökologischen Institut Darmstadt wegen
eines Gutachtens angefragt und bemüht sich um ein weiteres
Gutachten von einem anderen Institut.
Wenn es im Sommer neue Auflagen gibt, werden die neuen Werte
gefordert", sagt Stegemann in bezug auf eine zu erwartende
Änderung der Biomasseverordnung.
Sollte man im Rathaus nach den Gutachten zur Überzeugung
gelangen, dass eine Müllverbrennung im Europark eine Gefahr für
Mensch, Tier und Umwelt darstellt, dann will man von den
Investoren Nachbesserungen fordern.
Und wenn diese nicht die gewünschten Ergebnisse bringen?
"Dann wird nicht gebaut", sagt der Samtgemeindebürgermeister
klipp und klar. Wichtig für Stegemann ist die Schaffung von
Arbeitsplätzen.
"Wenn ich überzeugt bin, dass es positiv für die Region ist,
dann stehe ich dazu", sagt Stegemann ebenso klipp und klar. Man
werde jedoch nicht die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel
setzen.
Mit dem Europark hängt auch eine große Investition zusammen. 5,4
Millionen Euro soll die Erschließung des zweiten Bauabschnitts
kosten.
Davon soll das Land über 2,5 Millionen Euro aus dem
GA-Fördertopf stellen, der Landkreis über 1,3 Millionen Euro
zahlen sowie die Gemeinde Coevorden und die Samtgemeinde
Emlichheim jeweils über 750000 Euro. Mit dem Geld soll unter
anderem auch ein Gleis gelegt werden. 447000 Euro will die
Samtgemeinde für Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen, um die
Eingriffe in Natur und Umwelt durch den Europark auszugleichen.
Investieren will die Samtgemeinde auch in die Einrichtung einer
Ganztagsschule. 400000 Euro sind für Um- und Ausbaukosten
angesetzt worden. Davon erwartet man 360000 Euro aus dem
Fördertopf von Bundesbildungsministerin Edelgard Buhlman. Im
Schulzentrum soll zudem das Energiekonzept umgesetzt werden. Der
ursprünglich vorgesehene Betrag von 130000 Euro wurde im Rahmen
der Haushaltsberatungen jedoch halbiert.
Freuen kann sich in diesem Jahr die Ortsfeuerwehr Hoogstede. Die
Samtgemeinde Emlichheim finanziert ein neues Löschfahrzeug. Zu
den Kosten in Höhe von 155000 Euro werden 40000 Euro vom
Landkreis als Zuweisung aus der Feuerschutzsteuer erwartet.
Das Rohrnetz für Schmutzwasser wird in der Samtgemeinde
Emlichheim auch in diesem Jahr ausgebaut. Dafür stehen 250000
Euro zur Verfügung. Rohre müssen vor allem in neuen Baugebieten
in Emlichheim, Hoogstede und Laar verlegt werden. Die
Abwassergebühren sind gerade zum Jahreswechsel von 2,15 Euro auf
2,20 Euro erhöht worden.
Auch in den Mitgliedsgemeinden wird sich in diesem Jahr etwas
tun. In Hoogstede soll der erste Abschnitt im Baugebiet
"Pferdekamp" erschlossen werden. Zudem sollen der Bahnhofsplatz
ausgebaut und der alte Mühlenstandort neu gestaltet werden.
In Laar werden ein Baugebiet erschlossen, das
Dorfgemeinschaftshaus mit einem neuen Dach versehen und erste
Maßnahmen der Dorferneuerung in Angriff genommen. In Ringe läuft
derzeit ein Verfahren zur Flurbereinigung. Dazu sind einzelne
Projekte zu begleiten. Zudem wird der Bereich der Bushaltestelle
an der Kreuzung Landesstraße 44/ Raiffeisenstraße umgestaltet.
Auch in Emlichheim selbst ist ein Verfahren zur Flurbereinigung
gestartet. Doch die augenfälligste Neuerung wird sicherlich der
noch zu bauende Kreisverkehr im Kreuzungsbereich
Ringerstraße/Dorfstraße/Bahnhofsstraße sein. Die Gemeinde hofft
auf einen baldigen Baubeginn. Ebenso augenfällig dürfte die
Umgestaltung im Bereich "Burhook" werden. Hier bleibt jedoch
noch abzuwarten, ob das Amt für Agrarstruktur das Projekt
fördert. Außerdem soll der Kindergarten "Kleiner Leuchtturm"
erweitert und zwei Baugebiete erschlossen werden. |
|
UP
06.01.2004
Pressemitteilung
Großer Erfolg für die Bürgerinitiative
Müllverbrennung/Vuilverbranding im Europark in Emlichheim
Mehr als 400 interessierte Bürgerinnen und Bürger
kamen gestern Abend zu einer Informationsveranstaltung der
Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung im Europark. Ziel der
Veranstaltung war es, die Bürgerinnen und Bürger über die
geplanten Müllverbrennungsanlagen, deren Filteranlagen und die
Auswirkungen der austretenden Schadstoffe auf Menschen, Pflanzen
und Tiere zu informieren. Dazu hatte die Bürgerinitiative
Experten, u.a. die Diplombiologin Idhuna Barelds, eingeladen.
Es wurde aufgezeigt, dass durch die Emissionen
der geplanten MVA, dazu zählen vor allem das Gift Dioxin aber
auch die Schwermetalle, erhebliche Risiken für Menschen und
Umwelt bestehen. Die Gifte reichern sich im Laufe von Jahren im
Boden an und belasten auf Grund ihrer Langlebigkeit die Umwelt
langfristig. Das darunter vor allem die hiesigen Landwirte
leiden können, wenn sie auf Grund der Belastung ihrer Produkte
in ihrer Existenz gefährdet sind, liegt auf der Hand.
Im Anschluss daran wurde ein Verein gegen die
Müllverbrennungsanlagen gegründet. Allein auf der
Gründungsveranstaltung sind mehr als 100 besorgte Bürgerinnen
und Bürger beigetreten. Insgesamt hat der Verein bereits über
200 Mitglieder. Bis heute wurden mehr als 3000 Unterschriften
gegen den Bau der Müllverbrennungsanlagen gesammelt.
Samtgemeindebürgermeister Hildebrandt Stegemann
erklärte telefonisch gegenüber dem 3. Vorsitzenden der
Bürgerinitiative, Hermann Borghorst, dass noch kein fester
Termin für die Informationsveranstaltung der Bürger seitens der
Samtgemeinde Emlichheim festgelegt sei. Man wolle Ende Januar,
wenn die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen durch die
Bezirksregierung beginnt, die Veranstaltung durchführen.
Die Mitglieder der BI lehnen dieses Verhalten
ab. Wir meinen, dass die Menschen schon zu lange auf
Informationen durch die Samtgemeinde gewartet haben. Diese
Veranstaltung muss sofort stattfinden.
|
|
UP
06.01.2004
JU fordert
sachliche Diskussion über Müllverbrennungsanlage
KRITIK
Umweltverband prangert mangelnde Information an
EMLICHHEIM/DA – In der
Diskussion um den Bau einer Müllverbrennungsanlage im Europark haben sich
zwei weitere Organisationen zu Wort gemeldet.
Die Junge Union Emlichheim
fordert "eine faire und sachliche Diskussion".
Der Bundesverband "Das
bessere Müllkonzept" kritisiert in einem offenen Brief an die
CDU-Kreistagsfraktion, dass die Bevölkerung im Raum Emlichheim nicht im
Rahmen einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung über die Planungen informiert
worden sei.
Aus Sicht der CDU-Nachwuchsorganisation ist es zwar
verständlich, dass mancher Bürger seinem Ärger Luft machen muss.
Das
Niveau der Debatte dürfe aber nicht abgleiten, so JU-Geschäftsführer
Carsten Röcker. Die JU bedauere, "dass das Projekt (...) mit unhaltbaren
Scheinargumenten in Grund und Bogen geredet wird. Selbsternannte
Müllexperten und fadenscheinige Äußerungen nutzen der Position der MVA-Gegner ebenso wenig wie Versuche, sich der Debatte zu entziehen",
heißt es in der Stellungnahme der Jungen Union. "Die Junge Union
begrüßt deshalb auch die Ankündigung der CDU, unabhängige und fachlich
versierte Experten heranzuziehen, um ein objektives Bild über den Nutzen
und die Gefahren einer MVA zu haben", schreibt JU-Vorsitzender Arne
Helweg. Zugleich kündigt er an, dass ein Ausschuss unter seiner Leitung
sämtliche Argumente pro und contra MVA sammeln und der
Samtgemeindefraktionen der CDU übergeben will.
Der Umweltverband "Das
bessere Müllkonzept" mit Sitz in Siek kritisiert, dass die Politik
Voraussetzungen geschaffen habe, die eine Änderung der Planung nicht mehr
zuließen. "So wurden mit der politischen Mehrheit der CDU in Emlichheim
bereits vor mehreren Monaten Fakten geschaffen, die nicht, oder nur noch
auf dem Rechtswege über eine Klage anfechtbar sind", schreibt der Sprecher
des Verbands, Klaus Koch.
Er hatte bereits am 3. Dezember bei einer Informationsveranstaltung der Bündnisgrünen in Emlichheim die Position des
Umweltverbands zum Thema Müllbrennung erläutert.
"Von einer Beteiligung
für die Öffentlichkeit (...) kann somit im Sinne einer ehrlichen
Demokratie wirklich nicht die Rede sein", schreibt Koch mit Hinweis auf
die Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO) weiter.
Laut NGO seien die
Bürger öffentlich und ausreichend an regionalen Planungen zu beteiligen.
Es reiche nicht aus, sich lediglich auf die Behörden und die Beteiligung
am Genehmigungsverfahren zu berufen.
Dies gelte im Besonderen, wenn
abfallrechtliche Planungen getroffen würden, deren Auswirkungen nicht nur
die regionale Abfallwirtschaft, sondern EU-weite Belange durch
Bedarfszuweisungen aus den Niederlanden und aus Frankreich beträfen.
|
|
UP
04.01.2004
Planungsmodalitäten für alle Abfallverbrennungsanlagen
bereits abgeschlossen
(übernommen aus dem Eintrag im
CDU-Gästebuch)
Siek, den 4. Januar 2004
Sehr geehrte Damen und Herren der Grafschafter CDU,
Anfang Dezember 2003 setzte ich mich nach erster Unterrichtung von
betroffenen Bürgern aus Emlichheim mit Herrn Fritz Berends (Vorsitzender
der CDU-Emlichheim) telefonisch in Verbindung.
Er war einer sachlichen
Diskussion zur Planung der Abfallverbrennungsanlagen in der Gemeinde
Emlichheim (Prokon-Nord = 200.000 Tonnen Altholzverbrennung) und der
(Abfall)-Euro-Park für weitere 600.000 Tonnen sehr aufgeschlossen.
Trotz dieses guten Gesprächsverlaufes musste er mir berichten, das die
Planungsmodalitäten für alle Abfallverbrennungsanlagen bereits
abgeschlossen und das die Politik damit Voraussetzungen geschaffen hatte,
die eine Änderung der Planung nicht mehr zuließen.
So wurden mit der
politischen Mehrheit der CDU in Emlichheim bereits vor mehreren Monaten
Fakten geschaffen, die nicht, oder nur noch auf dem Rechtswege über eine
Klage anfechtbar sind !
Erwähnt werden sollte hier fairerweise, das die erste Veranstaltung,
die sich öffentlich mit der MVA-Planung auseinandersetzte, von den
Grafschafter Grünen am 03. Dezember 2003 ermöglicht wurde.
Von einer
Beteiligung für die Öffentlichkeit über die Behörden / Gemeinden oder den
Entscheidungsträgern der Politik für die Bevölkerung zur Anlagenplanung
kann somit im Sinne einer ehrlichen Demokratie wirklich nicht die Rede
sein!
Hier sind politische Versäumnisse anzuprangern, die auch rechtliche
Belange betreffen, denn sich lediglich auf die Behörden über eine
Genehmigungsbeteiligung zu berufen, ist nicht ausreichend im Sinne einer
aufgeklärten Gesellschaft, die sich immer wieder auf die Bürgerbeteiligung
beruft!
Dies im besonderen, wenn hier abfallrechtliche Planungen getroffen
werden, deren Auswirkungen nicht nur die regionale Abfallwirtschaft,
sondern EU-weite Belange durch Abfallzuweisungen aus den Niederlanden und
aus Frankreich betreffen !
Nach geltendem Recht der NDS-Kommuanalverfassung sind seit 2002 die
Bürger an den regionalen Planungen öffentlich und zuvor ausreichend zu
beteiligen.
Dies bedeutet konkret, das für den Euro-Park auch eine
vorherige Bürgerbeteiligung ermöglicht hätte werden müssen. Dies ist
jedoch nachweislich nicht geschehen !
Stattdessen wird argumentiert, das eine ausreichende Bürgerbeteiligung
über eine Behörden- und Genehmigungsbeteiligung ermöglicht wird, die über
Einwendungen die Bedenken der Bevölkerung berücksichtigen werde.
Dies ist
aus unserer Erfahrung ausdrücklich als Falsch zu bezeichnen und muss als bewußte Täuschung der Bürger bezeichnet werden.
Tatsache ist es hingegen, das nach einer Antragseinreichung der
Antragssteller innerhalb von 7 Monaten das Anrecht hat, eine rechtsfähige
Genehmigung zu erhalten.
Gegen diese Genehmigung ist lediglich der
Rechtsanspruch im Gegenwert der Anlagenplanung möglich, was für die
meisten Kläger unerschwinglich sein dürfte!
Eine demokratische Auseinandersetzung des Für oder Wider einer Planung
ist somit lediglich im politischen Vorfelde möglich. Diese demokratische
Beteiligung der Bevölkerung wurde jedoch gezielt durch vorherige
politische Faktenschaffung über die einseitige Zustimmung der
Flächennutzung- und der Bebauungspläne unterlaufen.
Diese Aussage mag den politisch Verantwortlichen wenig schmecken. Sie
ist jedoch wiederum ein Meilenstein für die allseits zunehmende
Bürgerverdrossenheit, die durch die Ausschließung des Bürgerwillen gegen
die regionale Politik eher noch anwachsen wird.
Erst kurz vor der öffentlichen Auslegung der Antragsunterlagen eine
öffentliche Veranstaltung zu planen, muß daher somit als
Alibi-Veranstaltung bezeichnet werden. Als eine demokratische
Bürgerbeteiligung kann dies in keinem Fall geltend gemacht werden.
Im Sinne einer weiteren öffentlichen und demokratischen
Auseinandersetzung möchte ich Sie bitten, sich den Aussagen der
Bevölkerung nicht zu versagen, sondern diese Weltoffen und im Wortlaut
einer "C" christlichen Schöpfungsbewahrung auch die Rechte der Natur und
der Umwelt entgegen den Plänen für die gewaltigen Abfallmengen von über
800.000 Tonnen pro Jahr zu berücksichtigen.
Ihre Antwort erbetend verbleibe ich mit freundlichem Gruß
Klaus Koch / Pressesprecher Öffentlichkeitsarbeit für den
Umweltverband DAS BESSERE MÜLLKONZEPT Bundesverband Deutschland e.V.
Geschäftsstelle : 22962 Siek Hansdorfer Weg 10 Tel: 04107 – 74
73 e-Mail: muellkonzept-sh@t-online.de
PS: Damit diese Mail-Anfrage nicht unvergessen bleibt, erlaube ich mir,
diese im Sinne einer zukünftigen öffentlichen Auseinandersetzung zum Für
und Wider der Abfallverbrennungspläne auch der regionalen und
überregionalen Presse / TV zu zusenden.
|
|
UP
31.12.2003
CDU im
Kreistag nicht gegen Müllverbrennung
von
manfred münchow
Umfrage Hohe
Standards gefordert
In der Diskussion um die geplanten Müllverbrennungsanlagen im Europark
spricht sich die CDU-Kreistagsmehrheit nicht generell gegen das Projekt
aus. Fraktionsvorsitzender Friedrich Kethorn fordert jedoch hohe
technische Standards.
Nordhorn –
"Wenn nach
den strengen Vorgaben und Gesetzen keine Umwelt- und Gesundheitsgefährdung
besteht, habe ich gegen eine solche Anlage nichts einzuwenden", sagt
Friedrich Kethorn.
In Bezug auf das Bemühen des Investors um eine schnelle
Genehmigung, um möglicherweise strengeren Richtlinien nach dem 1. Juni
2004 aus dem Weg zu gehen, sagt der CDU-Kreisvorsitzende: "Wenn man es
schnell über die Bühne ziehen will, um strengeren Auflagen zu entgehen,
kann ich das nicht befürworten."
Sollten sich die Grenzwerte ändern, dann
solle eine geplante Müllverbrennungsanlage auch nach den neuen Werten
gebaut werden.
Kethorn betont, dass sich die Grafschafter CDU nie
generell gegen Müllverbrennung ausgesprochen hat.
In der Grafschaft gehe
man den Weg der mechanisch-biologischen Vorbehandlung des Abfalls, weil
das angesichts der vorhandenen großen Deponieflächen der wirtschaftlichere
Weg sei.
Lasse man den Grafschafter Müll verbrennen, blieben neben den
Kosten für die Verbrennung auch die Kosten für die Deponie.
Kethorn geht
davon aus, das das geplante Projekt im Europark auch eine Sogwirkung für
weitere Ansiedlungen hat.
Auch der Emlichheimer
FDP-Kreistagsabgeordnete Jan Herm Warsen hat nichts gegen Müllverbrennung,
fordert jedoch "höchstmögliche technische Standards".
Warsen sieht auch
eine "Zukunft für die nachgelagerten Bereiche".
Gemeint ist die Ansiedlung
etwa von energieintensiven Gartenbaubetrieben. Der
SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Will, war gestern ebenso nicht zu erreichen
wie die SPD-Abfallwirtschaftsexpertin Helga Floreck.
Der Kreisvorsitzende
der Sozialdemokraten, Dieter Steinecke, räumt ein, dass man
Müllverbrennung in der Kreistagsfraktion bislang nicht intensiv
thematisiert hat.
Eindeutig gegen eine Müllverbrennung im Europark
spricht sich die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen aus.
Daran
hat sich nichts geändert, betont Fraktionsvorsitzender Michael Aßmann.
Die
Bündnisgrünen hatten während der jüngsten Sitzung des Kreistages den
Antrag gestellt, eine 1,2 Millionen Euro schwere
Verpflichtungsermächtigung des Kreises für den Europark um den Betrag zu
kürzen, der sich auf die Erschließung für die Müllverbrennungsanlagen
bezieht.
Dieser Antrag war in geheimer Abstimmung mit Mehrheit abgelehnt
worden.
Politische Beobachter gehen davon aus, dass die vielen
Enthaltungen aus dem Kreis der SPD-Fraktion kommt.
|
|
UP
31.12.2003
Samtgemeinderat Emlichheim räumt mangelnde
Informationspolitik ein
Müllverbrennung Fraktionen halten an Projekt
fest
Emlichheim/MM – Die
Emlichheimer Samtgemeinderatsfraktionen von SPD und FDP räumen ein, dass
man die Bevölkerung über die Planungen für eine Müllverbrennungsanlage im
grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europark hätte besser informieren
müssen.
Das geht aus in diesen Tagen verbreiteten Stellungnahmen hervor.
Zuvor hatte bereits Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann (CDU)
öffentlich bekannt, dass die Politik in diesem Punkt Fehler gemacht
habe.
Doch die Fraktionen halten weiter an dem Projekt der
Müllverbrennung im Europark fest.
Die CDU führt die Schaffung neuer und
die Sicherung bestehender Arbeitsplätze ins Feld.
Zur Diskussion um
mögliche Umweltbelastungen sagt Fraktionssprecher Heinz Küter-Luks, dass
sich die Union nicht zu Experten über Emissionen und Immissionen ernenne.
Diese Fragen sollen die "zuständigen Ämter und Fachleute beantworten; und
das nach den "strengen Vorgaben des
Bundesimmissionsschutzgesetzes". Bei einer Besichtigung einer
vergleichbaren Anlage im niederländischen Alkmaar, so Küter-Luks, habe man
besonders die Umweltbelastungen hinterfragt.
Doch regelmäßige Messungen
und Analysen, zum Beispiel an Pflanzen und Kuhmilch, würden belegen, "dass
die zulässigen Werte in allen Punkten weit unterschritten werden".
Die CDU
wolle das Verfahren für den Europark auch vor "dem Hintergrund der
drängenden Fragen aus der Bevölkerung weiterhin kritisch begleiten".
Man
wolle erreichen, "dass durch die neueste Technik die bestmöglichen Werte
erreicht werden". Ähnliches betont auch die SPD-Fraktion des
Samtgemeinderates.
"Unser Bestreben liegt darin, für die geplante Anlage
schärfere Grenzwerte festzulegen als nach Gesetz gefordert werden",
schreibt Fraktionssprecher Dieter Schowe in einer Stellungnahme.
Sollte
sich herausstellen, "dass das gesundheitliche Risiko durch Emissionen
nicht zu verantworten ist, werden wir weitere Nachbesserungen fordern",
kündigt Schowe an.
Grundlage ihrer Politik, so die SPD-Fraktion, bleibe
eine Entscheidung nach sachlichen Gesichtspunkten. Man sei sich der
Verantwortung bewusst.
"Wir nehmen die Ängste und Sorgen der
Bürgerinnen und Bürger durchaus ernst, schließlich wohnen auch wir mit
unseren Familien in dieser Gemeinde", schreibt Georg hans im Namen der
FDP-Fraktion im Rat der Samtgemeinde.
Die Liberalen wollen sich dafür
einsetzen, "dass, falls eine Müllverbrennungsanlage im Europark realisiert
wird, mit den Betreibern Emissionsnormen unterhalb der vom
Bundesministerium für Umwelt erlassenen Normen vereinbart werden". |
|
UP
30.12.2003"Die
Kreispolitik geht auf Tauchstation"
von
manfred münchow
Demonstration Knapp 1000 Gegner von
Müllverbrennungsanlagen gestern in Emlichheim
"Nein, nein, nein, kein
Gift für Emlichheim", schallt es aus vielen Kehlen durch die
Straßen. Knapp 1000 deutsche und niederländische Demonstranten
haben sich gestern in Emlichheim auf den Weg
gemacht, um gegen die geplanten Müllverbrennungsanlagen im
grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europark zu protestieren.
Emlichheim –
"Wehrt euch, leistet Widerstand, gegen
Müllverbrennung und Gestank.
Auf die Barrikaden, auf die Barrikaden".
Der Klassiker aus dem Liedgut der Anti-Atom-Bewegung ist
inzwischen für Emlichheim aktualisiert worden.
Gestern sangen es die Demonstranten vor dem dortigen Rathaus.
Thomas Oppel, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen
die geplante Müllverbrennung im Europark, zeigt sich begeistert
über den Demonstrationszug von knapp 1000
Menschen, der sich hinter einem
knappen Dutzend Traktoren vom Festplatz aus seinen Weg
zum Rathaus bahnt.
Polizei und Feuerwehr haben den Dorfkern für den Verkehr
gesperrt. Es kommt zu keinen besonderen Zwischenfällen.
"Hat ein international agierender
Megakonzern mehr zu sagen, als die Bürger und Wähler",
fragt Oppel unter dem Applaus der Demonstranten und fordert die
Politiker auf, das Projekt zu stoppen.
Samtgemeindebürgermeister Hildebrand Stegemann stellt sich den
Demonstranten und erklimmt unter einem Konzert von Buhrufen den
Rednerwagen.
Er erklärt seine Bereitschaft zu
Konstruktiven Gesprächen.
Im Januar will die Samtgemeinde die Bürger zu einer
Informationsveranstaltung einladen.
Sollten die Aussagen der Behörden und zusätzliche Fachgutachten,
so Stegemann, belegen, dass von der Müllverbrennung Risiken
ausgehen, werde man von den Investoren "Nachbesserungen
fordern".
Kein Wort von einem eventuellen Stopp des
Projektes. Unter Buhrufen verlässt Stegemann die Kundgebung.
Dr. Uwe Beiderwellen, Arzt in Emlichheim,
kritisiert, dass "Politiker sich hinter Phrasen und Grenzwerten
verstecken".
Die geplante Anlage entspricht seiner Ansicht nach nicht dem
neuesten Stand der Technik. Nicht auszuschließen seien
Fruchtschäden im Mutterleib und eine vermehrte Anzahl von
Krebserkrankungen.
Das "vorbildliche Müllkonzept" des Landkreises lobt Helmut
Dwertmann, Vorsitzender der Grafschafter Bürgerinitiative
Umweltschutz (GBU).
Seiner Ansicht nach ist es den Bürgern nicht zu vermitteln, den
eigenen Müll in einer teuren Mechanisch-Biologischen Anlage
(MBA) zu verarbeiten, wenn dieser künftig im Europark billiger
verbrannt werden könnte.
"Ich vermisse die Aussagen der politischen
Parteien des Kreistages", kritisiert Dwertmann.
Man wolle mit der Müllverbrennung dem
Europark ein Kuckucksei ins Nest legen und "die Politiker gehen
auf Tauchstation".
Der Landkreis ist Mitgesellschafter der Europark GmbH.
Harald Konrad-Hammersen, Mitbegründer der Bürgerinitiative und
Mitglied im Kreisvorstand des BUND, moniert einmal mehr, dass es
trotz der Investitionen aus öffentlichen Kassen nicht gelungen
sei, auf der deutschen Seite des Europarks eine nennenswerte
Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen.
Jetzt müsse man alles nehmen, was sich anbiete.
Wie Konrad-Hammersen erinnerte auch der Sprecher der
Bürgerinitiative daran, Hermann Borghorst daran, dass
die
Politiker des Samtgemeinderates von den Bürgern gewählt sind.
Die derzeitige Macht könne man ihnen bei der nächsten
Kommunalwahl jedoch auch wieder nehmen.
|
|
UP
28.12.2003
Grüne:
Im
Kreistag über den Bau der MVA beraten
ANTRAG:
"Grundstücke dürfen nicht ohne Zustimmung des
Kreistags an Investor verkauft werden"
EMLICHHEIM/NORDHORN/GN – Die Bürgerinitiative, die den
Bau einer Müllverbrennungsanlage (MVA) im Europark verhindern will,
bekommt weitere Unterstützung.
Mit einem Antrag an den Kreisausschuss will
die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen die Vertreter des
Landkreises in der Gesellschafter-versammlung und im Aufsichtsrat der
Europark Coevorden-Emlichheim Entwicklungsgesellschaft mbH anweisen, einem
Verkauf von Grundstücken an den Betreiber der MVA nicht zuzustimmen, bevor
der Kreistag zugestimmt hat.
Nach Informationen der Kreistagsgrünen ist
zwar planerisch vieles für die Errichtung einer Müllverbrennungsanlage im
Europark fest gezurrt, aber die Grundstücksverkäufe sind noch nicht
vollzogen.
"Da noch nicht annähernd geklärt ist, in welchem Umfang der
Betrieb dieser Anlage Belastungen für die Einwohner der Grafschaft mit
sich bringen wird", so Kreistagsabgeordneter Dieter Kunert in einer
Mitteilung, "dürfen die Vertreter des Landkreises einem Verkauf der
Grundstücke nicht zustimmen.
Hier geht es nicht nur um die Ansiedlung
eines Industriebetriebs, hier geht es um die Zukunft einer ganzen
Region."
Fraktionsvorsitzender Michael Aßmann betont, dass der
Landkreis erst dann eine Entscheidung treffen dürfe, wenn auch die
Argumente der MVA-Gegner gehört und bewertet worden seien.
"Wer nur
Informationen vom Betreiber einholt, wird auch nur einseitig unterrichtet.
Auch die Genehmigungsbehörden werden nur prüfen, ob die momentan gültigen
Auflagen erfüllt sind. Hier müssen deshalb unabhängige Berater gefragt
werden", fordert Assmann.
Der Emlichheimer Samtgemeinderat und seine
Verwaltung alleine seien jedenfalls hoffnungslos überfordert.
Wenn sie das
nicht einsähen, handelten sie verantwortungslos gegenüber der
Bevölkerung.
Die Bündnisgrünen wollen, dass technische Höchststandards
zu gelten haben.
Schließlich gehe es hier um die größte
Müllverbrennungsanlage Deutschlands.
"Es ist doch schizophren", so Kunert,
"der Landkreis entsorgt Müll mit Hilfe modernster Trennungsanlagen, die
Landwirtschaft bemüht sich, gesunde Produkte auf höchstem Niveau zu
erzeugen, die Grafschaft soll weiter dem Tourismus erschlossen werden, und
dann bauen wir in einem Gewerbepark eine Müllverbrennungsanlage von
gigantischem Ausmaß, die noch nicht einmal in nennenswertem Umfang
Arbeitsplätze schaffen wird."
|
|
UP
24.12.2003Fragen
an die
Bezirkregierung Weser - Ems
Sehr geehrter Herrr Greten,
wir (freies Pressebüro) haben
diese Woche von der Gemeinde Emlichheim auf Anfrage einige
(spärliche) Infos zur geplanten EVI erhalten.
Bei einem Großteil der Fragen
wurden wir an Sie (Genehmigungsbehörde) weiter verwiesen.
Bitte erlauben Sie uns daher
folgende Fragen:
1.
Nachdem bei Ihnen die
verfahrenstechnisch vorgesehene Vollständigkeitsprüfung erfolgt
ist, hätten wir gerne gewusst, wie weit die
Genehmigungsunterlagen weiter geprüft werden?
1.
Die Antragsunterlagen werden zur Zeit durch die zu beteiligenden
Fachbehörden und die Genehmigungsbehörde auf Vollständigkeit
geprüft. Die inhaltliche Prüfung hinsichtlich der Feststellung,
ob die Genehmigungsvoraussetzungen nach § 6 des
Bundesimmissionsschutzgestzes (BImSchG) vorliegen, findet im
weiteren Verlauf des Verfahrens statt.
1 a)
Dieses vor dem Hintergrund, dass die Unterlagen für den
niederländischen Teil nach Stellungnahme eines unabhängigen
Umweltgutachters den gesetzlichen niederländischen Anforderungen
voraussichtlich nicht entsprechen werden (etwa Rauchgasreinigung
mit Kalkeinspritzung oder Umgang mit Cadmium, der nicht
internationalen Abkommen entspreche). Wie weit/gründlich werden
die Unterlagen geprüft - auch international neuer EU-Richtlinien
sowie Urteile des EuGH (etwa AZ 358/00) ?
1a)
In den anhängigen Genehmigungsverfahren für eine
Abfallverbrennungsanlage und ein Biomasseheizkraftwerk auf der
deutschen Seite sind die einschlägigen deutschen Rechtsnormen,
u.a. das BImSchG, die Verordnung über genehmigungsbedürftige
Anlagen (4. BImSchV), die Verordnung über Verbrennungsanlagen
(17. BImSchV), die Technische Anleitung Luft (TA-Luft), die
Technische Anleitung Lärm (TA-Lärm) sowie die
Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL) maßgeblich.
Das EU-Recht
wird, soweit es in dem vorliegenden Fall zur Anwendung kommt,
berücksichtigt.
1 b)
Und sind nur Fachbehörden oder auch unabhängige Gutachter mit
der Prüfung befasst?
1 b)
Es wird derzeit geprüft, ob eine Hinzuziehung des
Niedersächsichen Landesamtes für Ökologie als Gutachter oportun
ist.
2.
Wie sieht der weitere Zeitplan für das Genehmigungsverfahren
aus?
2.
Das Vorhaben wird voraussichtlich mitte Januar veröffentlicht,
dann liegen die Antragsunterlagen für einen Monat bei den
Gemeinden Hardenberg, Coevorden, Emlichheim, der Provinz Drenthe
und der Bezirksregierung Weser Ems aus; die Einwednungsfrist
beträgt weitere zwei Wochen. ca. 6 - 8 Wochen nach Ende der
Einwendungsfrist findet ein öffentlicher Erörterungstermin
statt. Danach hat die Genehmigungsbehörde möglicht innerhalb von
zwei Monaten über den Antrag zu entscheiden.
3.
Bei der Lektüre der UVP-Unterlagen
fiel uns auf, dass für die Immissionswerte lediglich die
gesetzlichen Grenzwerte (aus 17.BImSchV) tabellarisch aufgeführt
waren, aber keine berechneten, die aus dem zu erwartenden
Abfallvolumen abgeleitet waren. Reichen solche standardisierten
Werten für eine Genehmigung aus?
3.
Die dargestellten Emissionswerte sind im wesentlichen die
Grenzwerte, die sich aus der 17. BImSchV ergeben, z.T.
niedriger. Für Anlagen zur thermischen Verwertung und
Beseitigung sind diese Emissionswerte bindend und unabhängig von
den eingesetzten Abfallstoffen. Die beschriebenen
Immissionswerte ergeben sich aus dem Abluftvolumenstrom und den
max. zulässigen Emissonen, die dann in eine Ausbreitungsrechnung
ensprechend den Vorgaben der TA-Luft einfließen.
4.
Das novellierte 17. BImSchV) schreibt in Abs. 2, "unter
besonders überwachungsbedürftige Abfälle" (dazu gehören in D
auch die Bahnschwellen), das diese (Sonder-)Abfälle bei einem
Chlorgehalt von über 1% unter die
besondere Regelung einer höheren
Temperatur von >1.100 Grad fallen. Wie lassen sich angesichts
dieser Rechtslage die vom Antragsteller geplanten 850 Grad
begründen?
4.
In den beantragten Anlagen dürfen bei einer
Verbrennungstemperatur von 850 °C nur Abfälle eingesetzt werden,
deren Halogengehalt weniger als 1 % des Gewichts, berechnet als
Clor, beträgt. Sollte beabsichtigt sein, andere Abfälle zu
verbrennen, die einen höhreren Halogengehalt aufweisen, so muss
die Verbrennungstemperatur 1100 °C betragen, sofern nicht die
Ausnahmetatbestände des § 4 Abs. 3 der 17. BImSchV vorliegen.
5.
Warum wurden nicht - wie üblich - Abfallmengen und Anlagen in
einem europaweiten Vergabeverfahren öffentlich ausgeschrieben ?
5.
Vergabeverfahren für Abfallmengen bzw. Anlagen sind nicht
Bestandteil des Genehmigungsverfahrens nach dem BImSchG; in den
anhängigen Verfahren ist zu prüfen, ob
die Genehmigungsvoraussetzungen gem § 6 BImSch vorliegen.
Weitere Auschreibungen, Vergaben etc. obliegen dann, falls eine
Genehmigung erteilt wird, dem Genehmigungsinhaber.
6.
Hat die Bezirksregierung Bedenken angesichts der Förderung von
verschiedenartigen/widersprüchlichen Projekten in derselben
Region/Arreal durch EU-Mittel (Radtourismus versus EVI) bzw. wie
weit sind die Bewilligungsstellen (insbes. EUREGIO für den
jüngst fertig gestellten Radweg) über das andere Projekt
informiert ?
Außerdem teilten uns
niederländische Kollegen gerade mit, dass sich in Coevorden die
beiden größten Parteien (im Gemeinderat) gegen das Projekt
ausgesprochen haben. Wie weit könnte das Projekt dadurch
verändert werden?
6.
In den hier anhängigen Genehmigungsverfahren für eine
Abfallverbrennungsanlage und ein Biomasseheizkraftwerk auf
deutscher Seite in einem ausgewiesenen Industriegebiet ist
maßgebend, inwieweit die Genehmigungsvoraussetzungen der
einschlägigen deutschen Rechtsvorschriften (vgl. Antwort auf
Frage 1a) vorliegen. Direkt beteiligte Fachbehörden auf
deutscher Seite sind Wehrbereichsverwaltung,
Gewerbeaufsichtsamt, Landkreis Grafschaft-Bentheim und Gemeinde
Emlichheim sowie auf niederländischer Seite die Provinz Drenthe
und die Gemeinden Coevorden und Hardenberg. Daneben sind das
Niederländische Umweltministerium sowie das Niedersächsische und
Bundesumweltministerium informiert.
Die
Gemeinde Coevorden ist im Verfahren beteiligt und sofern sie
eine zur Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen relevante
Stellungnahme abgibt, wird diese berücksichtigt.
7.
Wären von Seiten der Genehmigungsbehörde auch 3 Anlagen auf
deutscher Seite denkbar?
7.
Sofern entsprechende Anträge gestellt würden und die
Genehmigungsvoraussetzungen für 3 Anlagen vorliegen wären auch 3
Anlagen auf deutscher Seite denkbar.
Fragen von :
Wolfgang & Idhuna Barelds
Antworten von:
Herma Heyken (1-5) & Jürgen Grüll (6 u. 7)
Bezirkregierung Weser - Ems
Theodor-Tantzen-Platz 8
26106 Oldenburg
Tel: (04 41) 7 99-2645
Fax: (04 41) 7 99-62645
EMail:
herma.heyken@br-we.niedersachsen.de
juergen.gruell@br-we.niedersachsen.de
|
|
UP
23.12.2003 Coevorden
Niederländische Umweltbehörden
trafen sich am 23.12.2003 in Coevordener Cafe Taalens um eine
Bürgeriniative in Holland zu bilden.
Diese BI wird sich im Laufe des Januars 2004 etablieren.
Weitere Infos, Adressen und Ansprechpartner folgen.
|
|
UP
23.12.2003
"Europark-Konzept nicht in Flammen aufgehen lassen"

|
|
UP
23.12.2003 Pressemitteilung
Großer Erfolg für die
Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung in Emlichheim
Auf der gestrigen
Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Müllverbrennung gab
der Pressesprecher der Initiative Hermann Borghorst aus
Emlichheim bekannt, dass innerhalb einer Woche über 1500
Unterschriften von Bürgern gegen den Bau der
Müllverbrennungsanlagen im Europark gesammelt worden sind.
Und das sei erst der Anfang.
Die Telefone der Vorstände Saskia Schuchmann aus Laar und Thomas
Oppel aus Emlichheim stehen nicht still.
Täglich rufen viele besorgte Bürger an, die mehr über den Bau
der Anlagen wissen wollen.
In den drei Müllverbrennungsanlagen, die von dem
niederländischen Baukonzern KWS geplant werden, sollen mehr als
600-tausend Tonnen zum Teil hoch belasteter Müll aus Holland und
ganz Deutschland verbrannt werden.
Die Kritik der Bürgerinitiative richtet sich gegen die
Informationspolitik der Samtgemeinde Emlichheim, die weder über
die gefährlichen Emissionen der Anlagen noch über den
gigantischen Mülltourismus, den die Anlagen auslösen werden,
öffentlich berichtete.
Das Ziel der Bürgerinitiative ist es, den Bau der Anlagen zu
verhindern.
Sie hat das unabhängige Ökoinstitut in Darmstadt damit
beauftragt, alle verfügbaren Unterlagen zu prüfen, z.B. wie hoch
der zu erwartende Schadstoffausstoß sein wird und welche
Auswirkungen das auf Bevölkerung und Umwelt hat.
Wie der Bürgermeister der Samtgemeinde Emlichheim in einem
Interview mit dem NDR bestätigte, wollte die Gemeinde noch vor
Weihnachten ein unabhängiges Institut mit einem Gutachten
beauftragen.
Auf mehrmalige Anfragen von Mitgliedern der Bürgerinitiative,
konnte das allerdings nicht bestätigt werden.
Die
Bürgerinitiative fordert den Bürgermeister und Rat der
Samtgemeinde auf, ihr Versprechen einzulösen und ein
unabhängiges Gutachten in Auftrag zu geben.
Ebenso fordert die Bürgerinitiative
endlich einen konkreten Termin für eine öffentliche
Informationsveranstaltung zu nennen.
Um diesen Forderungen
Nachdruck zu verleihen, ruft die Bürgerinitiative alle Bürger
auf, an einer Demonstration gegen den Bau der
Müllverbrennungsanlagen teilzunehmen.
Bürgerdemonstration gegen
Müllverbrennungsanlagen.
Am Montag, 29.12.2003, 10.00 h
Treffpunkt: Emlichheim,
Festplatz an der Emslandstraße,
Schlusskundgebung vor dem
Rathaus der Samtgemeinde Emlichheim gegen 12.00 h
|
|
UP
22.
Dezember 2003
Grafschafter Bürgerinitiative Umweltschutz GBU
Keine Müllverbrennung in der
Grafschaft Bentheim
|
|
UP
19.12.2003 Pressemitteilung
Samtgemeindebürgermeister Stegemann hat auf der Sitzung des
Samtgemeinderat Emlichheim vom 17.12.03 schon einmal zugegeben
Fehler in Sachen Müllverbrennungsanlage (MVA) Europark gemacht
zu haben.
Leider ist
nicht zu erkennen, dass man Planungen zu der MVA aufgeben will.
Im Gegenteil, Fragen ob das Projekt von der Samtgemeinde noch zu
stoppen sei, wurden weder von Herrn Stegemann noch Herrn
Beerlink, Europark-Geschäftsführer, beantwortet.
Dieses
Verhalten gegenüber der Bevölkerung, die geschlossen gegen die
Pläne auftritt, ist unverständlich und zeugt von Ignoranz.
Vielleicht
zeigt sich deshalb auch erste Ablehnung im Samtgemeinderat
(Absetzung des Tagesordnungspunktes Abstimmung über eine
Flächennutzungsplanänderung für das Güterverkehrszentrum im
Europark und der Antrag, dass sich die politischen Gremien der
Samtgemeinde mit der Änderung des Bebauungs-u.
Flächennutzungsplans befassen sollen, um den Bau der MVA zu
verhindern).
Wir fordern
von der Führung der Samtgemeinde, die MVA nicht zu bauen und
rufen alle Bürger auf, sich am 29.12.03 an einer Demonstration
gegen die weitere Planung und den Bau der MVA zu beteiligen.
Weitere
Einzelheiten zur Demonstration werden rechtzeitig bekannt
gegeben.
|
|
|
|